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Alt 01.09.2018, 10:56
Benutzerbild von Grazi
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Standard Vom Leben mit Wölfen

Presseinfo 31. September 2018

Jos de Bruin erzählt von seinem Leben mit Wölfen

Wegen seiner Hilfe für Tier ist sogar seine erste Ehe in die Brüche gegangen und er musste für ein halbes Jahr auf der Straße leben - gemeinsam mit seinem Wolf.

"Die fatale Lust am Exotischen" ist das Thema, um das sich in diesem Jahr die Wolfswinkeler Hundetage drehen. Die Veranstaltung findet von Freitag 7. bis Sonntag 9. September in Wissen statt. Schwerpunkt sind Hunderassen, die nur wenig für das Leben in einer Familie geeignet sind und um den Trend, Wildtiere in die Hautierassen einzukreuzen. Einer, der als Referent mit dabei ist, ist Jos de Bruin. Er betreibt eine Auffangstation für Wölfe, Wolfhunde und andere wilde Tiere und kann von einem bewegten Leben mit Wölfen erzählen.

1990 nahm er eine Saarlooswolfhündin auf und mehrere andere folgten im Laufe der Jahre. Der Saarlooswolfhund ist eine anerkannte Hunderasse die aus Einkreuzungen von Wölfen in Haushunde entstand. Die Tiere sind keine Wolfsmischlinge mehr.

Da sich Jos de Bruin aber auch für Wildhunde und Wölfe interessierten und er mehr über diese Tiere lernen wollte, arbeitete er in der Eberhard Trumler-Station in Birken-Honigsessen. Außerdem besuchte er damals auch oft Werner Freund, der später nach seinem Tod dem Wolfspark in Merzig seinen Namen gab. Jos de Bruin wollte Wölfen und Wolfshybriden in der Not helfen und gründete die Stiftung Wolves-Unlimited und nahm seit Mitte der 90 Jahre immer wieder Wolfshybriden zu sich. Im Gegensatz zu den Wolfhunden, sind die Hybriden echte Mischungen aus Wolf und Hund.

"Es folgte ein turbulentes Leben, in dem ich mehr über Wölfe lernte als aus jedem Lehrbuch", sagt de Bruin. "Es fing damit an, dass ein Wolfshybride meine Exfrau nicht akzeptierte. Nach einigem Streit wurde ich erst einmal obdachlos. So zog ich mit meinem Hybriden und Wolfhunden durch die Lande. Auch wenn ich in der Eberhard Trumler-Station viel über die Sprache der Wölfe gelernt hatte, so lernte ich durch das direkte Zusammenleben mit diesem Hybriden und den Wolfhunden die Feinheiten der Wolfssprache kennen."

Man kann sich sicher vorstellen, dass ein Leben auf der Straße in Begleitung eines solchen Tieres nicht problemlos war. Sein ständiger Begleiter stellte viel an und riss unter anderem mehrere Ziegen. Nach sechs Monaten musste Jos feststellen, dass das Tier natürlich nicht als Haushund geeignet war und ihn schweren Herzens einschläfern lassen. "Ein Zusammenleben mit einem Wolf war nur ein Traum. Und dieser Traum endete mit dem Tod des Tieres." Doch privat hatte Jos de Bruin Glück und lernte seine heutige Frau kennen, die zwei Saarloos Wolfhunde hatte und ihn mit seinen übrigen Wolfshunden aufnahm.

"Wir kauften uns in den Niederlanden einen Bauernhof und beschäftigten uns in unserer Freizeit mit dem Problem der Wolfs- und Hybridenhaltung durch Privatpersonen. Auch das Finden von entlaufenen Wölfen und Wolfshybriden gehörte dazu. Gleichzeitig begann ich ein Studium als Trainer und Verhaltenstherapeut für Hunde." Dann kamen die ersten Wölfe. Es waren drei beschlagnahmte Tiere, die später wieder per Gerichtsbeschluss an den ursprünglichen Besitzer zurückgegeben werden mussten. Es folgten zwei weitere, die immer noch bei den de Bruins leben.

2005 zog das Paar mitsamt wölfischem Anhang nach Deutschland. Da nun mehr Platz vorhanden war, nahmen sie zu den bereits vorhandenen Wölfen noch Hybriden, Wolfhunde und Dingos aus Notvermittlung auf. Jos de Bruin betreibt eine der wenigen, wenn nicht sogar die einzige Auffangstation in Deutschland für diese schwierigen Tiere, für die ansonsten ein Tierheim oder eine sonstige Unterbringung keine Option ist. Und er bemüht sich unermüdlich um Aufklärung und Beratung.

"Für eine sachgerechte Aufklärung bezüglich Hybridenhaltung und bei Problemen mit Hybriden sind wir Tag und Nacht erreichbar. Ich bin es meinem damaligen Wolfshybriden einfach schuldig, die Menschen darüber aufzuklären, dass es gar nicht so einfach ist, mit solchen Tieren klar zu kommen", sagt Jos des Bruin. "Wenn man nicht ganz genau weiß, was man sich da antut, sollte man sich solche Tiere nicht anschaffen. Zur Haltung von direkten Hybriden benötigt nicht nur ein sicheres Gehege, sondern auch eine spezielle Genehmigung. Direkte Hybriden sind als Haustier nicht geeignet."

Wer Jos den Bruin live erleben möchte, muss zu den Wolfswinkeler Hundetagen kommen. Dort ist er am Samstag, 8. September einer der Referenten. Veranstaltungsort ist das Schützenhaus in Wissen-Schönstein (Schützenstraße 9, Wissen/Sieg). Auf der Veranstaltung gibt es genügend Raum für Fragen und zur Diskussion.

Weitere Infos unter: www.trumler-station.de oder www.gfh-wolfswinkel.de.
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