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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lisa - der große Angsthase


Simone
07.08.2005, 13:39
Hallo!

Ich komme gerade mit Lisa vom Spaziergang und leider musste ich feststellen, dass sie immer ängstlicher wird. Sie war schon immer Hunden gegenüber ein devoter Hund. D.h. wenn sie fremde Hunde traf, hat sie Unterwürfigkeitsgesten wie Wegschauen, Bogen gehen oder Hinlegen gezeigt und abgewartet. Waren die Hunde nett, hat sie sich gefreut und mit ihnen gespielt. Wir gehen meist auf einer Hundewiese spazieren, wo immer viele und auch viele fremde Hunde rumlaufen. Leider wurde Lisa in der letzten Zeit zweimal gebissen. Einmal hat sich eine Dogge recht überraschend auf sie gestürzt. Lisa hat sich nicht gewehrt, nur versucht wegzulaufen. Wir haben die Hunde dann getrennt, Lisa hatte einige große Kratzer (nicht Tierarztbedürftig) und wir waren danach noch zusammen spazieren, was gut klappte. Lisa trifft die Dogge heute noch manchmal und es gibt keine Probleme, Lisa hat vor ihr Respekt, aber keine Angst. Leider kam es vor einiger Zeit zu einem weiteren Vorfall. Lisa musste an zwei Hunden vorbei und diese beiden (Mischlinge, Lisa Größe, aber deutlich zierlicher) griffen sie an. Ich war ein ganzen Stück entfernt, die Besitzern griff dann ein. Lisa wehrte sich nicht und versuchte wegzulaufen. Auch hier hatte sie einige Kratzer. Heute kamen auf der Wiese zwei große, schwarze Hunde auf sie zugelaufen, die aber freundlich waren. Lisa kniff den Schwanz ein, duckte sich, Öhrchen ran, Kopf nach unten und lief sogar weg. Dieses Mal (das erste Mal) wimmerte sie sogar vor Angst und versteckte sich hinter einer Mauer. Nachdem wir dann mit den Hunden ein Stück spazieren warne, ging ihr Schwanz wieder ganz nach oben und sie lief mit den Hunden normal spazieren. Bei einem solchen Verhalten beachte ich sie nicht sonderlich, bemitleide sie sich, lobe sie wenn sie normal zu mir kommt. Was kann ich denn da noch machen? Einen eher unterwürfigen Hund habe ich ja gerne, zumal es so mit Luna überhaupt keine Probleme gibt, aber doch keinen so großen Angsthasen... Wenn Lisa einen Hund bereits kennt, freut sie sich nur und spielt mit diesem. Es geht nur um fremde Hunde, die gleich auf sie zustürzen. Lisa ist übrigens ansonsten, was also Geräusche, Menschen etc. betrifft, nicht besonders ängstlich oder schreckhaft!

Tja, Reiner, wir kommen ja auch zu Deinem Lehrgang nach Ingoldstadt :lach2: und sind sehr auf Deine Tips dann gespannt...

Gruß, Simone

Julie
07.08.2005, 14:12
Hallo Simone,

das Verhalten von Lisa kann auch daran liegen, dass sie als Einzelkind geboren und aufgezogen wurde. Dass sie nachher zu Luna kam spielt keine Rolle. Irgendwie scheinen ihr die auch manchmal rauhen Spiele unter den Geschwistern zu fehlen.

Warte ungeduldig auf andere Meinungen.

Simone
07.08.2005, 14:24
Hallo Julie,


ich weiß, dass ein Einzelkind auch seine Schwächen hat. Allerdings haben ihre Züchter sie recht früh mit anderen Welpen spielen lassen und dann kam sie mit 9 Wochen in den Welpenkindergarten. Das ist sicher nicht vergleichbar mit vielen Geschwister, aber ganz ohne Kontakte wuchs sie nicht auf. Als Welpe war sie eigentlich nicht so ängstlich, eher frech und fordernd. Ihre Hundeschulenlehrerin fand ihr Verhalten damals den Welpen gegenüber sehr positiv und selbstbewußt. Ich beobachte diese Ängstlichkeit erst jetzt. Vorher habe ich ihr Verhalten eher als normal, aber zurückhaltend erlebt, nicht aber als ängstlich. Sie hat auch nicht viele schlechte Erfahrungen gemacht - nur die zwei eben genannten. Und seitdem wird es deutlich schlechter...


Gruß, Simone

Rocky
07.08.2005, 15:29
.... von deiner Lisa!

Hallo Simone

Nach zwei schlechten Erfahrungen mit anderen Hunde lässt er sich nicht mehr unterkriegen. Er lässt es schon gar nicht mehr so weit kommen und macht von Anfang an auf "Gross-Macker"!

Weisst du, es gibt Momente da würde ich ihn ohne mit der Wimper zu zucken mit deiner Lisa umtauschen :boese5: So einen anhänglichen braven Hund zu haben, der Streitereien aus dem Weg geht, muss so etwas von entspannend sein. Ich gebe zu, dieses devote Angstverhalten deiner Lisa stresst sicher auch. Einen Bengel an der Leine zu haben, den man immer und immer wieder in die Schranken weisen muss allerdings auch.

Nun ich habe mich damit abgefunden, gehen solchen Situationen nach Möglichkeit aus dem Weg und würde ihn natürlich nie und nimmer eintauschen :herz:

Einen schönen Sonntag wünsche ich allen
Beat

presa
07.08.2005, 20:59
Hallo!



Tja, Reiner, wir kommen ja auch zu Deinem Lehrgang nach Ingoldstadt :lach2: und sind sehr auf Deine Tips dann gespannt...

Gruß, Simone

Kein Problem. Da werden Sie geholfen. :lach2: Kann bestimmt einiges für Dich und die Kleine tun.

Grazi
08.08.2005, 06:04
Rein intuitiv würde ich ebenfalls darauf achten, Lisa in ihrer Unsicherheit nicht zu bestärken...und versuchen, vermehrt Fremdhundbegegnungen (mit sicheren Hunden!) zu organisieren.

Mich würde allerdings interessieren, was die Experten an Tipps bereithalten, um das Selbstbewusstsein eines Hundes zu stärken. Ist aber bestimmt eine recht individuelle Geschichte und kann erst beantwortet werden, wenn Lisa mal in ihrem Verhalten beobachtet wird, oder?

@Beat: beide Extreme sind schwierig und erfordern IMHO eine Verhaltens"korrektur" (wobei ich jetzt nicht behaupten möchte, Rocky oder Lisa wären in ihrem Verhalten bereits extrem!). Gerade bei überängstlichen Hunden ist die Gefahr groß, dass sie sich immer weiter in ihre Angst reinsteigern (habe mal eine Dobi-Hündin erlebt, die wie am Spieß geschrieen hat und in Panik geflüchtet ist, als Vega sich nur auf ein paar Meter genähert hatte!). Solche "Schisser" werden gerne mal von Halbstarken und Mobbern auf's Korn genommen...wachsen geradezu in eine "Opferrolle" hinein. :(

Grüßlies, Grazi

Simone
08.08.2005, 09:30
Gerade bei überängstlichen Hunden ist die Gefahr groß, dass sie sich immer weiter in ihre Angst reinsteigern (habe mal eine Dobi-Hündin erlebt, die wie am Spieß geschrieen hat und in Panik geflüchtet ist, als Vega sich nur auf ein paar Meter genähert hatte!). Solche "Schisser" werden gerne mal von Halbstarken und Mobbern auf's Korn genommen...wachsen geradezu in eine "Opferrolle" hinein. Genau das ist ja auch meine Sorge. Sobald Lisa die Hunde einige Minuten kennt und merkt, dass die nett sind, legt sich die Angst sofort und sie tobt. Aber ich möchte wirklich nicht, dass ihre Angst noch schlimmer wird. Ich werde nun geziehlt und noch öfter als bisher nach netten Hunden suchen. Wobei diese ihr völlig fremd sein müssen, denn bei allen ihr bekannten Hunden freut sie sich nur. Das weiß Renate nur zu gut ;) , denn Lisa ist kaum zu bändigen, wenn sie Jorden und Simba sieht....

Kann bestimmt einiges für Dich und die Kleine tun
Ja, das hoffe ich. Ich bin schon sehr gespannt auf den Kurs.

@Beat: Mein Oso war auch ein Gross-Macker! Das ist ganz schöne Arbeit...

Gruß, Simone

Andrea
08.08.2005, 11:33
Ich denke Du solltest ihr Selbstvertrauen stärken indem Du mit ihr Übungen machst die sie gut kann und sie reichlich belohnen. (Und das natürlich nicht, wenn sie gerade unter die Grasnarbe kriechen möchte.) Aber das flotte und sichere Bewältigen von Anforderungen gibt Selbstvertrauen. Ist bei uns ganz genauso.
Und versuch doch mal Dich zwischen Sie und einen anrasenden Hund zu postieren. Du als "Häuptling" hast schon die Pflicht unangenehme Situationen zu meistern. Du sollst sie nicht auf den Arm nehmen und trösten, aber Dein gelassenes Entgegentreten nimmt ihr ein wenig die Mutlosigkeit in der Situation ganz allein und ausgeliefert zu sein. Sehr wilde Hunde würde ich abblocken, damit sie nicht überrannt werden kann. Es ist manchmal so eine Entwicklungsphase, die vorüber geht, aber Du machst es richtig, wenn Du sie damit nicht allein lässt. Viel Erfolg!

Simone
08.08.2005, 11:43
Hallo Andrea,


danke für Deine Tips!

Bei Deiner Bemerkung: Du sollst sie nicht auf den Arm nehmen fiel mir die bildhafte Vorstellung ein wenig schwer.... Lisa wiegt ja kaum weniger als ich selber :D ...

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