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Koenigksobra
04.07.2008, 00:29
Hallo,
ich hab dann auch mal eine Frage:
Meine Enya wurde jetzt zwei Mal von einer schwarzen Schäferhündin gebissen.
Beim 1. Mal war Enya auf einer Wiese auf der sie normalerweise immer mit anderen Hunden spielt. Sie sieht die Schwarze kommen und "juchhu, noch einer zum Spielen" rennt sie voller Freude hin. Die Schwarze fackelt nicht lange und geht sofort und ohne zu warnen auf Enya los. Der Hundeführer am Ende der Leine stürzt und im Nu ist alles in einander verkeilt.
Passiert ist zum Glück beiden Hunden nichts.
Beim 2. Mal (mit der gleichen Hündin) war Enya vor unserem eigenen Haus ohne Leine. Ich hatte sie grade noch mal zum Pippi machen runter gelassen. Bis dahin war eine Leine in unserer kleinen, beschaulichen Strasse, wo jeder jeden kennt und auch die Hunde sich untereinander kennen und verstehen, nicht nötig. Enya vertrug sich ja mit jedem anderen Hund und war bis dahin die Gutmütigkeit in Persona.
Dann musste dieser Idiot von Hundeführer mit seiner Schwarzen provozierend durch unsere Strasse flanieren. Ihm war ganz klar, dass nicht nur Enya in unserer Strasse wohnt sondern noch 5 weitere Hunde. Er wusste auch dass seine Hündin absolut keine anderen Hunde ab kann. Sie hat bei uns im Dorf schon mehrere Hunde ziemlich übel zugerichtet.
In diesem Fall war es allerdings Enya die sofort drauf los ging. Wir kamen von hinter dem Haus, sie sieht die Schäferhündin vor unserem Haus (Ihr Revier) und ging sofort auf die Schäferhündin los. Auch dieses Mal ist Gott sei Dank außer ein paar Abschürfungen keinem groß was passiert.
Nun hat Enya ... und damit komm ich zu meinem eigentlichen Problem eine Art Phobie gegen alle schwarzen Hunde entwickelt und zwar derartig, dass sie selbige am liebsten zerfleischen würde.
Das ging vorige Woche sogar so weit, dass Enya, weil ich sie etwas härter angepackt hatte, damit der schwarze Labrador, der uns entgegen kam, an uns vorbei konnte (der Weg war ziemlich schmal und man konnte nicht ausweichen), mir in den Arm gebissen hat. Und das war kein Biss,der mal eben zum Spaß war. Der war ziemlich fest und es waren auch 2 ziemlich tiefe Bisswunden, die ich hatte.

Nun zu meiner Frage: Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht?
Könnte es sein, dass Enya - sie wird im Oktober 3 Jahre alt - grade noch mal so einen Schub Pubertät durch macht? Und dass das ganze Übel sich irgendwann von selber wieder legt?
Was kann ich tun, um ihr diese Fobie abzugewöhnen? Sie kennt ja absolut keine Verwandten mehr, wenn uns ein schwarzer Hund entgegen kommt.
Besteht eine Chance, dass sie irgendwann an anderen Hunden vorbei gehen wird, ohne sie zu beachten?

Ich werde nächstes Jahr ein Pferd kaufen und mein Plan war es täglich mit Enya und dem Pferd zusammen auszureiten. Enya ging ja früher schon immer mit, als meine Pflegestute noch da war.
Allerdings mit einer vor Wut spuckenden Enya, sobald uns ein schwarzer Hund entgegen kommt, kann ich mir das abschminken. Ich kann ja nicht jedes Mal absteigen, wenn mir ein anderer Hund entgegen kommt. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass, bis ich dann mal runter bin vom Pferd und das Pferd irgendwo festgemacht habe, viel zu viel Zeit vergangen ist und die Hunde vermutlich schon längst in einander verkeilt sind.
Also kurz, so wie Enya zur Zeit drauf ist, kann ich sie auf keinen Fall mitnehmen.

Was habt Ihr für einen Rat für mich?
Wann wird ein BM erwachsen (mein Riesenschnauzer-Mädchen Queen hat im Alter von 3 Jahren auch noch mal so einen Schub gehabt)?
Muss ich mir jetzt ernsthafte Gedanken machen, dass sie mich gebissen hat (was meine Queen damals übrigens auch gemacht hat, allerdings um eine Rangordnungsfrage zu klären denn sie war überaus dominant, was Enya eigentlich nicht ist)?

Bin gespannt, ob und was für Erfahrungen ihr gemacht habt.

tripwire
04.07.2008, 05:51
hmmm, andere haben da bestimmt mehr erfahrung als ich, joshi ist der erste hund, dessen erziehung ich übernehme.
zur verteidigung des anderen hundebesitzers muss ich allerdings sagen, dass ich es gut finde, dass er seinen hund wenigstens angeleint hatte und nicht hat frei durch die gegend rennen lassen, wenn er weiss, dass er so auf andere hunde reagiert.
auch daran, dass er durch eure strasse gelaufen ist, trotz anderer hunde, finde ich nicht verwerflich, irgendwo muss, er ja hin.
um solche vorfälle zu vermeiden, versuchen wir joshi beizubringen, nicht auf andere hunde zu reagieren, wenn er angeleint ist. und da viele hunde eine gewisse leinenagression an den tag legen, würde ich joshi auch sofort anleinen, wenn uns ein angeleinter hund entgegen kommt, damit er nicht einfach darauf losrennen kann.

Marius
04.07.2008, 06:10
Dem kann ich mich nur anschließen.
Ich würd dem anderen HF auch keine vorwürfe machen,irgendwo muss er immerhin spazieren gehen.2 meiner 3 Hunde sind auch unverträglich mit anderen Hunden und es lässt sich nunmal nicht vermeiden das man ab und zu andere Hunde trifft.
Klar das du jetzt ein wenig entäuscht bist wenn du mit deinem noch viel vorhattest und das jetzt eventuell nicht mehr so reibungslos klappt wie du es dir gewünscht hast.Aber versuche nicht die komplette schuld anderen zu geben.
Aus der ferne ist schwer zu sagen ob die unverträglichkeit vieleicht eine Wesensfrage ist.Aber selbst,wenn kann man dem erzieherisch zumindest so entgegen wirken das man Problemlos an anderen Hunden vorbei kann.Auch wenn du sie dann nicht spielen lassen kannst.
Also mal den Teufel nicht an die Wand :lach1:

Gruß Marius

Grazi
04.07.2008, 07:21
Ich schließe mich meinen Vorschreibern an... möchte aber noch hinzufügen, dass du mit ziemlicher Sicherheit nicht damit rechnen kannst, dass sich dieses Verhalten von alleine legen wird.

Außerdem finde ich es schon ziemlich krass, dass dein Mädel bereits generalisiert und ihre Aversion gleich auf alle schwarze Hunde ausdehnt, statt nur diese eine Hündin zu ihrer Erzfeindin zu erklären. Fragt sich echt, was da genau abgelaufen ist und ob du nicht auch unbewusst Signale ausgesendet hast, die Enya hochgepusht haben. Hmm.

Im Nachhinein (und aus der Ferne) kann man das eh nicht beurteilen. Du kannst jetzt im Grunde nur versuchen, Enya wieder an schwarze Hunde zu gewöhnen und ihr beizubringen, diese wenigstens zu tolerieren. Wenn es soweit kommt, dass sie ausflippt und du "massiv" werden musst (was bei /Leinen/Aggression in der Regel sowieso eher kontraproduktiv ist), war die Distanz zum Schwarzen zu gering.

Ich würde so an die Sache rangehen: erst mal auf Distanz arbeiten, ein Signal etablieren, auf das dich Enya angucken soll (damit wird der Blickkontakt zum potentiellen "Feind" unterbrochen) und sie für korrektes Verhalten belohnen. Fängt sie an zu fixieren, leise zu knurren oder so, würde ich dies ignorieren, kommentarlos die Richtung wechseln und sie dann wieder auf mich konzentrieren. Ganz allmählich die Distanz verringern.

Eventuell wäre es aber besser, wenn du dich von einem guten Trainer unterstützen lassen würdest.

Grüßlies, Grazi

Dickbert
04.07.2008, 07:40
Ich schließe mich da meinen Vorschreibern an.
Bin der Meinung das du dir unbedingt Hilfe von einen guten Fachmann holen musst. Denn so wie du das erläuterst glaube ich nicht das du das Problem ohne Hilfe in den Griff bekommst.
Ich habe auch eine Hündin die gerne mal nen Affen an der Leine macht aber mich dann in den Arm zu packen:schreck:....niemals......
Die Reaktion ist schon sehr heftig und ich kann dir nur raten hole dir Hilfe vor Ort.

Liebe Grüße
Yvonne

Peppi
04.07.2008, 09:02
...und Hund nur von der Leine wenn er auch hört! Das wäre rücksichtsvoll anderen Hundehaltern gegenüber. Unverträglichkeit ist nicht sooooo selten, auch wenn in "Eurer" Strasse eine Idylle herrschte.

Simone
04.07.2008, 09:16
Hallo,

ich würde Dir raten, zu einem guten Hundetrainer zu gehen und zwar möglichst bald. Ich finde es schon sehr bedenklich, dass Enya Dich gebissen hat, somit denke ich, dass Hilfe von aussen sinnvoll wäre. Hier kann man schlecht etwas raten, da wir ja alle Deine Enya nicht kennen.

Das Enya diesen einen Hund nicht leiden kann, finde ich nicht so schlimm, dass sie aber nach dieser Beisserei alle schwarzen Hunde angreifen möchte ist schon eine sehr heftige Folge. Ich denke nicht, dass sich dieses Problem einfach so wieder geben wird, eher im Gegenteil: Wenn Du nicht sofort und intensiv daran arbeitest, wird ihr Verhalten möglicherweise schlimmer werden.

Ein Bullmastiff ist mit 3-4 Jahren erwachsen.

Was Du jetzt schon versuchen könntest, wäre, Deiner Enya die negative Assoziation mit einem schwarzen Hund wieder in eine positive Assoziation zu verändern. Dafür gibst Du ihr jedes Mal, sobald Du einen schwarzen Hund siehst, ein Leckerli. Es dauert oft sehr lange, aber irgendwann wird sie verstehen, dass es immer etwas gutes gibt, wenn ein schwarzer Hund um die Ecke kommt. Bei manchen Hunde dauert das einige Wochen, bei anderen mehrere Monate.

Dieses Vorgehen würde ich aber nur zusätzlich empfehlen, denn als einzige Maßnahme reicht es sicherlich nicht aus. Weiteres würde ich aber mit einem Hundetrainer besprechen, da man für einen gute Erziehungsempfehlung Enyas Verhalten beobachte müßte.

Gast20091091001
04.07.2008, 09:26
Ja - mich hat auch das mit dem absichtlichen, tiefen Biss beim Lesen am meistens schockiert.
Am Rest kann man ja mit viel Zeit und Geduld arbeiten, aber ich glaube auch, dass du dafür Hilfe brauchst.
Meiner hat früher Schäferhundrüden nicht sooo gerne gemocht und ab und an kommt man in die Situation, dass es mal eng wird und es kommt einem einer entgegen. Er hat damals auch ein ganz schönes Theater gemacht...aber mich gebissen? Vollkommen ausgeschlossen.
Wenn das mal im Spiel versehentlich, oder bei einer Keilerei im Affekt passiert - ok. Aber um sich durchzusetzten?...Teufel Teufel. :schreck:
Ich schliesse mich dickbert an - das Hauptproblem ist nicht der "schwarze Hund" und dafür solltest du dir Hilfe holen!

Mit dem Ausreiten ist es eine ganz schwierige Sache.
Wir haben ca. 2 Jahre daran gearbeitet - Hund und Pferd wurden täglich aneinander gewöhnt, dann saß meine Freundin auf dem Pferd, Hund und ich sind nebenher gejoggt. Das ging ewig so. Irgendwann bin ich dann mal stehengeblieben und die drei sind mal alleine um ein Feld geritten.
Der Hund muss dabei 100% dem Reiter gehorchen! 99% reichen nicht, wenn man z.B. an eine Strasse kommt, oder Fussgänger entgegenkommen.
Der Hund darf nicht jagen bzw. muss sich abrufen lassen, Hund, Pferd und Reiter müssen voll harmonieren. Alle Beteiligten müssen wirklich "cool" sein und der Hund muss - ich sag mal - "welterfahren" sein und ausserdem das Pferd ganz genau kennen und verstehen und andersrum. Das ist wirklich ganz schwierig - ein Hund ab einer bestimmten Grösse und Pferde..das ist erstmal Jäger und Beute!
Ausserdem kommt man mit einem Pferd immer mal in eine Situation, in der es Panik hat, oder bockt...
Mein 6 jähriger RR Mix Rüde geht seit ungefähr eineinhalb/zwei Jahren richtig mit Ausreiten, aber es gibt Tage, da muss er einfach in der Box warten. Das ist dann reine Gefühlssache - manchmal hängt das mit ihm zusammen, manchmal mit dem Pferd und manchmal mit der Reiterin. Alles muss stimmen.
In der "Situation Ausreiten" gehorcht er viel besser als beim normalen Spaziergang. Er hat einen ziemlichen Dickschädel - davon merkt man aber beim Ausreiten garnichts und andere Hunde interessieren ihn dann Null.
Immer, wenn meine Freundin mit Leon ausreitet, bin ich in der Nähe oder am Stall und hab das Handy in der Hand...
Ein Risiko bleibt immer.

Damit hast du vollkommen Recht: "Also kurz, so wie Enya zur Zeit drauf ist, kann ich sie auf keinen Fall mitnehmen."

Simba
04.07.2008, 09:28
Ich befürchte auch dass sich das schon so hochgepusht hat, dass sich das nicht mal eben von alleine wieder legt.
Wichtig ist, dass du nicht "anders" reagierst wenn ein schwarzer Hund kommt als wenn ein anderer kommt.
Sie soll ja nicht merken dass sie einen "Grund" hat.
Sprich, ich würd sie momentan ausnahmslos an der Leine halten wenn irgendein Hund entgegenkommen könnte.
Denn du wirst vermutlich Signale aussenden wenn du einen schwarzen Hund siehst, die Erfahrungen sind ja auch an dir nicht spurlos vorbeigegangen.
Wenn du sie jetzt zB anleinst wenn ein schwarzer Hund kommt - eben damit nix passiert - sie aber zB bei einem Golden Retriever nicht anleinst, das merkt sie ja.
Also immer anleinen.
Habt ihr evtl einen schwarzen Hund den ihr gut kennt?
Falls ja würde ich irgendwo üben. Dass die Hunde sich zB erstmal durchn Zaun beschnuppern können (pass aber auf, dass es kein Ort ist wo einer der Beiden Revierverhalten zeigen könnte!). Geht auch bestimmt in einer Hundeschule in deiner Nähe!

Sie muss einfach lernen, dass schwarze Hunde keine Gefahr bedeuten. Und vermutlich hast du das bisher ohne es zu wollen unterstützt.

Wegen dem Biss bin ich leider auch überfragt. Vielleicht hat sie sich einfach so extrem hochgeschaukelt dass sie in dem Moment einfach wild um sich gebissen hat und es gar nicht mal gegen dich speziell ging.

Einfacher und sicherer wäre es aber wenn du einen guten Trainer kennst, der mit euch zusammen gegen das Problem angeht.

Viel Glück & berichte uns!

Gabi
04.07.2008, 09:31
Knut hat manchmal auch schon den Proleten gemacht vor allem gegenüber anderen Rüden. habe mir dann auch Hilfe in Form von Einzeltraining geholt. Habe auch immer ein Halti einstecken, für den Fall dass sich schwierige Situationen anbahnen.

Julie
04.07.2008, 11:06
Diesen Biss, nur weil man nicht an seine "Beute" kann, würde ich als Reaktion von Hund zu Hund beinahe verstehen. Quasi als Übersprungsreaktion unter Gleichrangigen. Ich würde erstmal an der Autorität arbeiten. Manchmal will man es nicht wahrhaben. Ein Außenstehender kann das doch besser beurteilen und man fällt aus allen Wolken über das was einem dann gesagt wird. :(
Mit dem Pferdbegleithund hatte ich auch schon Träume. Nur die Hündin, die dazu körperlich in der Lange gewesen wäre, hat auch vom Charakter nicht gebracht. Sogar Radfahren war nicht drin, sonst hätte ich meine Knochen heute noch iirgendwo gesucht.:42:

Regi
04.07.2008, 12:46
Viele haben schon geschrieben was ich denke.

Dass sie dich gebissen hat ist nicht mehr zu toppen.
Und dass du dann so gelassen wirkst und hoffst dass sich alles von alleine legt...ich denke nicht.
Ich an deiner Stelle hätte große Bedenken, dass sich solche Vorfälle wiederholen und der Ausgang nicht so glimflich verlaufen könnte.

Ich weiß nicht was ich mit meinem täte, wenn er mich beißt, aber es hätte definitiv Konsequenzen für ihn.

Such dir so schnell wie möglich eine qualifizierte Hilfe, zu deiner eigenen Sicherheit. Zudem hast du die Verntwortung gegenüber 3. Personen und derern Hunden.

Ich wünsche euch alles Gute.

Koenigksobra
04.07.2008, 12:51
Ihr Lieben,
vielen Dank für Eure Meinungen. Ihr habt ja alle irgendwo Recht. Es IST Besorgnis erregend, was in Enya vorgeht. Das ist auch meine Meinung.
Es ist nicht so, dass ich komplett hunde-unerfahren bin. Ich habe jahrelang Hundesport betrieben und selber mehr als nur einen Hund ausgebildet. Ich wüßte im Grunde also auch was zu tun ist.
Mir ging es eigentlich eher um die Frage, ab wann ein BM erwachsen ist und ob Enya zur Zeit so eine Art Pubertät durchmachen könnte. Bei den Riesen, mit denen ich ja nun mehr Erfahrungen sammeln konnte, ist das so, dass die mit 3 noch mal so eine Sturm und Drang Periode kriegen und danach dann erwachsen und gelassen werden.
Gerne würde ich mit einem schwarzen Hund üben. Leider wird mir dabei hier im Dorf keiner helfen. Entweder haben sie keine Lust mit ihren Hunden überhaupt was zu machen, oder sie haben von vorne herein Angst und machen einen Bogen um sowieso schon alle größeren Hunde.
Eine gescheite Hundeschule müsste her, aber woher nehmen ohne Stehlen. Mit meiner Riesenschnauzerhündin Queen bin ich seinerzeit zum "Arbeiten" 2 x in der Woche 68 km weit nach Olpe gefahren. Heute könnte ich mir das einfach finanziell nicht mehr leisten. Es gibt noch eine Schule in Winterberg City, aber da war ich schon ganz am Anfang um Enya soviel wie möglich auch Kontakt knüpfen zu lassen um das Sozialverhalten zu stärken, dort stehen die Leute lieber zusammen und trinken Kaffee oder unterhalten sich während die Hunde wild durcheinander laufen auf der Wiese und keiner drauf achtet.

Das Hund, Pferd und Reiter ein perfektes Team sein müssen ist klar.
Enya war ja der perfekter Reiterbegleithund, mit meinem ehemaligen Pflegepferd. Sie lief ordentlich mit, hörte, blieb an Strassen und Wegen stehen, bis ich ihr das Kommando gab, dass sie weiter laufen darf und scherte sich überhaupt nicht um andere Hunde. Das alles war so, bis zu dieser ersten Beißerei. Es hatte also nichts mit "Rücksichtslosigkeit" zu tun, Peppi, ich konnte mich bis zu jener Beißerei auf sie verlassen (hinzu kommt - wie gesagt - dass unsere Strasse hier ihr Revier ist). Inzwischen lass ich sie auch längst nicht mehr überall von der Leine. Ich bin nämlich ein rücksichtsvoller Hundeführer.
Aber das ist ja grade mein Problem, dass sie jetzt nicht mehr unbedingt hört und ich mich nicht mehr unbedingt auf sie verlassen kann, zumindest wenn uns was Schwarzes entgegen kommt.
Ich habe diesen "Biss" ebenso, wie du Julie, als eine Art Übersprung gesehen. Im Eifer des Gefechtes und dann hatte ich ihr vermutlich auch noch versehentlich weh getan, dadurch, dass ich sie etwas härter gepackt hatte, um sie zu halten. Da ist es wohl mit ihr durchgegangen. Ich hab ihr danach zwar sofort klar gemacht, wer von uns beiden das "Sagen" hat, das schien sie allerdings nicht sonderlich zu interessieren. Mein Mädchen kann nämlich besonders gut auf "Durchzug" stellen, wenn sie keine Lust hat mich zu hören.

Na wie auch immer, ich danke Euch allen für Eure Meinungen und Ratschläge. Ich werde mal auf die Suche gehen nach einer Hundeschule, in der ich vielleicht eine Möglichkeit habe, mit schwarzen Hunden zu arbeiten. Bis nächstes Jahr, bis mein eigenes Pferd kommt, ist ja noch ein Weilchen hin und dann sehe ich weiter, ob sie mit laufen kann, oder nicht.

Ich wünsche Euch allen noch einen schönen Tag und danke noch mal für Eure Antworten und Denkanstösse.

Peppi
04.07.2008, 13:16
Ich zitier Dich mal:

"Dann musste dieser Idiot von Hundeführer mit seiner Schwarzen provozierend durch unsere Strasse flanieren. Ihm war ganz klar, dass nicht nur Enya in unserer Strasse wohnt sondern noch 5 weitere Hunde. Er wusste auch dass seine Hündin absolut keine anderen Hunde ab kann. Sie hat bei uns im Dorf schon mehrere Hunde ziemlich übel zugerichtet.
In diesem Fall war es allerdings Enya die sofort drauf los ging. Wir kamen von hinter dem Haus, sie sieht die Schäferhündin vor unserem Haus (Ihr Revier) und ging sofort auf die Schäferhündin los."

Wenn Sie auf Dich hört, warum hast Du sie nicht zurück gerufen?

oder sie hört nicht, dann gehört sie an die Leine. So einfach ist das. Auch in einer Strasse haben Fremde Wegerecht.

"Meiner tut nix, der will nur spielen!"

Simba
04.07.2008, 14:04
Naja, grad bei jungen Hunden kann es ja durchaus vorkommen dass sie plötzlich nach so einem Vorfall nicht mehr perfekt hören. Wichtig ist halt, dass man daraus seine Konsequenzen zieht und der Hund an der Leine bleibt.
Ich sehe es auch so, ein Hund der nicht wirklich gut hört gehört an die Leine - Simba hat mir früher aufs Wort gefolgt, momentan findet er dann aber durchaus andere Dinge interessanter als mein "Hier", ergo bleibt er bei mir an der Leine. Ist mir einfach zu gefährlich für IHN (er hat ja noch NIE Aggressionen gegenüber irgendwas gehabt), denn hier laufen zB ein paar scharfe Schäferhunde rum - angeleint - und wenn Simba dann aber nicht hört und zu denen hinläuft :schreck:

@ Koenigskobra: Wir haben hier auch so eine "Hundespielstunde" wo die alle frei rumtoben (und keiner wirklich drauf achtet, wie du es auch bei euch beschrieben hast). Das ist natürlich anfangs sicherlich nicht das Richtige, aber fahr doch evtl. mal hin oder mach da einen Aushang oder so.
Mit ein bisschen Glück findet sich jemand der bereit ist dir zu helfen und einen verträglichen Hund hat.
Allerdings, wenn du die Person nicht kennst, wird wohl eher schwierig, also wenn mich jemand Fremdes fragen würde ob ich meinen Hund als Übungsobjekt zur Verfügung stelle weil der Hund aggressiv auf solche Hunde reagiert... Naja ich gebe zu, ich würds mir auch gut überlegen ;)

Bleibt also nur ein Trainer.

Vielleicht kennt hier ja jemand einen Trainer in deiner Nähe??

Julie
04.07.2008, 14:04
Hallo Peppi,

ich habe es so verstanden, dass die Hündin voher gut gehört hat. Danach kam es zu dieser Situation auf der Straße. Man konnte voerh doch wissen, dass sie so reagieren wird.

Gruß

Peppi
04.07.2008, 15:05
stimmt, ich hatte einen vergessen: "Das hat er noch nie gemacht!":schreck:

Ich lass meinen Hund doch nicht irgendwo einfach vorlaufen, wo ich nicht sehen kann was da kommt.

Aber das ich damit relativ allein bin, sehe ich ja auch fast täglich.:lach2:

cane de presa
05.07.2008, 09:32
Hallo,
ich würde sofort Anfangen ohne pferd,schwarzem hund usw ihr eine Aufgabe zugeben und Kopfarbeit trainieren,damit eine Geistige-psychische überlegenheit zeigen. Da sie dich gebissen hat,kennt sie jetzt ihre körpeliche überlegenheit..
wird nicht einfach...:(

morpheus
05.07.2008, 17:16
Hallo,
Da sie dich gebissen hat,kennt sie jetzt ihre körpeliche überlegenheit..
wird nicht einfach...:(

Ich werte den Biss als reine Übersprungshandlung, der der Hund in dieser Situation keinerlei Bedeutung zumisst, dort hätte auch ein Baum oder eine Laterne stehen können. Ich denke nicht, dass es ein bewußter Biss gegen die Halterin war. Ein Patentrezept habe ich nicht, eine Gewöhnung an schwarze Hunde wird sicher viel Geduld erfordern.

Gast20091091001
05.07.2008, 18:06
Ich werte den Biss als reine Übersprungshandlung, der der Hund in dieser Situation keinerlei Bedeutung zumisst, dort hätte auch ein Baum oder eine Laterne stehen können.

Ich bin da anderer Meinung. Es war doch in dieser Situation und nach der Beschreibung eindeutig ein zweckgerichteter Biss mit einem Ziel, oder nicht?

Allerdings war ja keiner von uns dabei...:sorry:
Wie hast du denn auf den Biss reagiert?

Das ging vorige Woche sogar so weit, dass Enya, weil ich sie etwas härter angepackt hatte, damit der schwarze Labrador, der uns entgegen kam, an uns vorbei konnte (der Weg war ziemlich schmal und man konnte nicht ausweichen), mir in den Arm gebissen hat. Und das war kein Biss,der mal eben zum Spaß war. Der war ziemlich fest und es waren auch 2 ziemlich tiefe Bisswunden, die ich hatte.

morpheus
06.07.2008, 00:04
Es war doch in dieser Situation und nach der Beschreibung eindeutig ein zweckgerichteter Biss mit einem Ziel, oder nicht?

Allerdings war ja keiner von uns dabei...:sorry:


Du hast natürlich recht, es war keiner dabei, aber mich erinnert die Situation an eine Phase als ich meinen Dogo fast neu hatte und er einige unschöne Rüdenkontakte hinter sich hatte. Beim Unterschreiten einer gewissen Individualdistanz hat er auch um sich gebissen und ich wette, ein unbedarfter Beobachter hätte es auch als gegen mich gerichtet gewertet. Ich bin mir aber absolut sicher, dass dem nicht so war. Gezielte Bisse um eine mögliche Überlegenheit gegen den Halter zu demonstrieren halte ich für extremst selten, da muss vorher schon viel schief gelaufen sein. Ich bin der Meinung, dass dies viel subtiler geschieht.

Koenigksobra
06.07.2008, 01:24
Also ich bin ziemlich sicher, das es tatsächlich eine Übersprungshandlung war, weil ich ihr zusätzlich zu der Wut die sie gegen den anderen Hund hatte, versehentlich noch weh getan habe.
Klar hat jeder ein Recht durch jede Strasse zu laufen, dennoch... wenn ich weiß, dass da und da ein oder mehrere Hunde wohnen, die sich mit meinem nicht vertragen, geh ich nicht extra noch dran vorbei zumal es einen anderen Weg gibt, der nicht länger ist, als der durch unsere Strasse. Die Wege liegen Parallel zu einander. Dieser Typ mit der schwarzen Schäferhündin wurde schon mehrfach gebeten doch rücksichtsvollerweise wo anders her zu gehen denn die Schwarze hat nicht nur meine Hündin gepackt, sie hat auch schon diverse andere Hunde hier im Dorf dazwischen gehabt, wobei einer so übel zugerichtet wurde, dass da ein gutes halbes Jahr ein Tierarzt mit befasst war. Nur mal so ein Beispiel, mein Vermieter hat eine neue, noch sehr junge Spaniel-Hündin die genau so freudestrahlend auf andere Hunde zu läuft und spielen will, wie Enya das vorher tat. Was, wenn die schwarze die dazwischen nimmt? Die Kleine hat keine Chance, so wie Enya die wenigstens gleich groß ist.
Für mich ist das einfach provozierend, wenn man dann noch extra da her gehen muß, auch wenn Du, Peppi, das anders siehst. Da ist für mich, als würde ich mit Enya - und am besten noch mit Rocco, das ist der Hund der unter mir wohnt) vor der Haustür dieses Typen hin und her laufen würden um die Hündin von ihm verrückt zu machen. Muß sowas sein? Auch wenn es eine öffentliche Strasse ist?
Enya hat vorher aufs Wort gehört. Sie ist stets am Pferd mitgelaufen, hat andere Hund links liegen lassen, hat an Strassen gestanden, bis das Kommando kam, dass es weiter geht. Sie hatte vorher nie auch nur die geringsten Probleme mit anderen Hunden. Noch nicht einmal ein leisestes Knurren. Das hat sich durch diesen Vorfall schlagartig geändert und das find ich - kurz gesagt - einfach nur Sch..... und logisch, dass ich mich darüber ärgere, dass mein an und für sich sanfter Hund durch so einen Vorfall sich jetzt so verändert.
Dass sie jetzt, nachdem dieses passiert ist, an der Leine bleibt, bis ich ihr wieder vertrauen kann (wenn ich ihr je wieder vertrauen kann), ist ganz klar, das braucht mir keiner erst noch extra nahezulegen.

Ich merke, die meisten hier reagieren ziemlich extrem. Ich wollte nichts weiter als eine Antwort auf meine Frage, ob es bei den Molossern genau so ist, wie bei den Riesen, dass die erst im Alter von 3-4 Jahren erwachsen werden und ich wollte wissen, ob einer von Euch schon mal eine ähnliche Erfahrung gemacht hat.
Ich wollte nicht, dass Ihr mich jetzt alle noch mehr verrückt macht und mir quasi schon einreden wollt, dass ich einen Kampfhund an der Strippe habe (auch wenn die BM's nun mal auf der Liste stehen) ich wollte ein wenig Unterstützung in Form von Verständnis. Es kann Euch genau so passieren, dass Euer Hund plötzlich komplett anders reagiert, als je erwartet. Ein Hund ist keine Maschine, genau so wenig wie ein Mensch.
Wie gesagt, ich danke Euch für Eure Meinung. Ich werde sehen, was ich mache und wie es weiter geht.

Peppi
06.07.2008, 07:13
Dieser Typ mit der schwarzen Schäferhündin wurde schon mehrfach gebeten doch rücksichtsvollerweise wo anders her zu gehen denn die Schwarze hat nicht nur meine Hündin gepackt, sie hat auch schon diverse andere Hunde hier im Dorf dazwischen gehabt, wobei einer so übel zugerichtet wurde, dass da ein gutes halbes Jahr ein Tierarzt mit befasst war. Nur mal so ein Beispiel, mein Vermieter hat eine neue, noch sehr junge Spaniel-Hündin die genau so freudestrahlend auf andere Hunde zu läuft und spielen will, wie Enya das vorher tat. Was, wenn die schwarze die dazwischen nimmt? Die Kleine hat keine Chance, so wie Enya die wenigstens gleich groß ist.

Dann muss Dein Vermieter seinen kleinen süssen Spaniel an die Leine nehmen, denn es gibt zig Gründe warum ein Hund anders reagieren kann (trächtig, verletzt, chronische Schmerzen, Nothund mit entsprechender Vergangenheit) und man mit wenig Mühe vorher klären kann, ob man die Hunde zusammen lässt - ein Beispiel: "Guten Tag, ist es okay wenn ich meinen HUnd losmache?" Aber schon das ist zuviel Aufwand. Dann noch den Hund erziehen und sich nach unten beugen und die Leine am Halsband festmachen! Nein, Gott bewahre!

Dir fehlt einfach die Einsicht und die Schuld liegt eh bei den anderen. Vielleicht "übt" der "Böse Mann" mit seinem Hund ja auch nur Hundebegegnungen und ist genauso sauer über die ganzen unangeleinten Hunde wie Du über ihn.

Audiatur et altera pars! :lach1:

Regi
06.07.2008, 09:04
So leid es mir tut, aber jemand der selber einen Hund hat muss doch Verständnis haben, dass andere mit ihren Hunden auch gehen müssen. Wenn bei euch 5 Hunde in der Straße wohnen ist es ja seltsam, dass in der Parallelstraße keiner ist...
Nur was da geschiet interessiert nicht, was?

Und noch eine Bemerkung, nur weil deine Enya bis zu dem Tag sich mit anderen Hunden verstanden hat kann man doch nicht prinzipiell davon ausgehen, dass sie jeden Hund mag und mit allen verträglich ist, auch bei Hunden entscheidet die Sympathie. Es gibt keine absolut verträglichen Tiere ganauso wenig wie Menschen.

Gast20091091001
06.07.2008, 10:00
Du hast natürlich recht, es war keiner dabei, aber mich erinnert die Situation an eine Phase als ich meinen Dogo fast neu hatte und er einige unschöne Rüdenkontakte hinter sich hatte. Beim Unterschreiten einer gewissen Individualdistanz hat er auch um sich gebissen und ich wette, ein unbedarfter Beobachter hätte es auch als gegen mich gerichtet gewertet. Ich bin mir aber absolut sicher, dass dem nicht so war. Gezielte Bisse um eine mögliche Überlegenheit gegen den Halter zu demonstrieren halte ich für extremst selten, da muss vorher schon viel schief gelaufen sein. Ich bin der Meinung, dass dies viel subtiler geschieht.

Hallo morpheus,
hattest du den Dogo aus dem Tierheim bzw. war er, bevor er zu dir kam, vollkommen unterfordert?
Dogo Argentino...Hund mit "hoher Reaktionsbereitschaft" wird im Tierheim oder beim Vorbesitzer nur sehr "schwachen Reizen" ausgesetzt (wird nicht gefordert) und bekommt ein Spannungs- Entspannungsungleichgewicht-> Hund senkt unbewusst seine "Reizschwelle" (die Schwelle, ab der ein Hund auf Reize reagiert), um schon auf die "schwächeren Reize" unter seiner eigentlichen Reizschwelle reagieren zu können und so wieder ein Gleichgewicht herzustellen.
Schon auf die kleinsten Reize reagiert der Hund dann mit übertriebener Heftigkeit (nicht ausschließlich aggressiv!). Es ist, aus meiner Sicht, schon denkbar, dass das "Umsichbeissen" eine (übertrieben heftige und für diesen Hund eigentlich nicht angemessene) Reaktion auf einen normal "schwachen Reiz" (neues Herrchen unterschreitet die Individualdistanz) war, vor allem, wenn er gerade "einige unschöne Rüdenkontakte hinter sich hatte" – einen sehr starken Reiz in einer völlig neuen Umgebung.
Um die Reizschwelle wieder "anzuheben", muss man schlicht und ergreifend seinen Hund fordern und auslasten - je nach Temperament und Bedürfnis (Das ist übrigens, in meinen Augen, die oberste Pflicht jedes Hundehalters!). Ich denke, das hast du gemacht und der Hund hat nie wieder so übertrieben heftig reagiert, oder? Du hast ja geschrieben, dass es passiert ist, als du den Dogo "fast neu" hattest und dass es nur eine "Phase" war.

Aber bitte - rein Spekulatius! :lach1: Wenn du jetzt antwortest, dass der Hund "völlig ausgelastet" zu dir kam...dann radiere ich die Theorie oben höchstselbst und unwiederbringlich wieder aus diesem Forum raus.:sorry:

Also ich bin ziemlich sicher, das es tatsächlich eine Übersprungshandlung war, weil ich ihr zusätzlich zu der Wut die sie gegen den anderen Hund hatte, versehentlich noch weh getan habe.

...und ich bin mir jetzt ziemlich sicher, dass es keine Übersprungshandlung war. Allerdings ist es auch nicht so schlimm, wie befürchtet. Hund war völlig auf den anderen konzentriert - du hast ihn eingeengt und ihm auch noch (versehentlich) weh getan - Hund hat "nebenbei" und "hündisch" darauf reagiert.
Aber wir wollten ja nicht mehr über das "Beissen" reden – auch wenn das Thema so heisst.

DON HACKI
06.07.2008, 10:57
Dass sie jetzt, nachdem dieses passiert ist, an der Leine bleibt, bis ich ihr wieder vertrauen kann (wenn ich ihr je wieder vertrauen kann), ist ganz klar, das braucht mir keiner erst noch extra nahezulegen.

Ich merke, die meisten hier reagieren ziemlich extrem. Ich wollte nichts weiter als eine Antwort auf meine Frage, ob es bei den Molossern genau so ist, wie bei den Riesen, dass die erst im Alter von 3-4 Jahren erwachsen werden und ich wollte wissen, ob einer von Euch schon mal eine ähnliche Erfahrung gemacht hat.


Also Paul ist seit dem ersten April drei Jahre alt. Ich persönlich empfinde ihn ruhiger als noch vor einem halben Jahr. Er spielt weniger mit anderen Hunden, und wirkt im ganzen ruhiger. Ich denke man kann das aber bestimmt nicht auf alle Molosser beziehen, es sind schließlich alles Individuen.

Ich denke Kobra hat jetzt begriffen Ihren Hund anzuleinen, das muss jetzt nicht noch dreimal genannt werden. Schließlich beschreibt Sie es selbst. (Zitat).

Also, lass Dich nicht unterkriegen und suche Dir professionelle Hilfe.

morpheus
06.07.2008, 11:37
@Jörg: die Historie von Carlos stützt deine These, ich hab ihn mit etwa 2,5 Jahren aus dem Tierheim übernommen. Er war körperlich und mental in einem schlechten Zustand. Er wog gerade 39KG und hatte wenig Kontakt zu Menschen, er lebte auf einem Grundstück mit diversen Huskies und ernährte sich angeblich teilweise von toten Welpen. Als freizeitorientierter Student hab ich mich damals natürlich intensiv mit ihm beschäftigt, nach einigen Monaten hatte er sein Idealgewicht von 46-47 KG, lief 30KM am Rad und hat die BH Prüfung trotz argwöhnischen Richter auf Anhieb bestanden. Das Umsichschnappen dauerte aber länger an, lediglich die Individualdistanz wurde schnell geringer. Ich geh aber davon aus, dass ich mich in den Situationen auch falsch verhalten habe, sprich zu hektisch und laut wurde.

Betty
06.07.2008, 12:11
Ich wollte nichts weiter als eine Antwort auf meine Frage, ob es bei den Molossern genau so ist, wie bei den Riesen, dass die erst im Alter von 3-4 Jahren erwachsen werden und ich wollte wissen, ob einer von Euch schon mal eine ähnliche Erfahrung gemacht hat.



Die Entwicklungsphasen des Bullmastiffs

1.+2. Lebenswoche: Vegetative Phase, Orientierung nur über den Geruchssinn

3. Lebenswoche: Übergangsphase, Öffnen der Augen und Ohren

4.-7. Lebenswoche: Prägungsphase, Mutterhündin und Züchter spielen hierbei eine entscheidende Rolle

8.-12. Lebenswoche: Sozialisierungphase, Kontakt mit anderen Tieren, Menschen. Kennenlernen verschiedener Lebenssituationen

13.-16. Lebenswoche: Rangordnungsphase, der Hund lernt sich dem Menschen unterzuordnen

5.-6. Monat: Rudelordnungsphase, der Hund lernt, sich ins Rudel einzufügen

ab 7. Monat: Pubertätsphase, Teenageralter, entscheidende Lernphase für das Miteinander

ab ca. 18. Monat: Erwachsenenphase, nach Erreichen der Geschlechtsreife

Die Phasen ab dem 5. Monat durchlebt jeder Bullmastiff ganz individuell, denn besonders der Bullmastiff zählt zu den Spätentwicklern.

(Auszug aus dem Buch von Ullrich Bossert und Jörg Ulrich "What a wonderful Dog" Bullmastiffs in Deutschland)


Ich hoffe, daß Dir das ein wenig weiter hilft.
Für Euer Problem kann ich Dir auch nur empfehlen einen, ich nenne sie immer, Hunde-Menschentrainer aufzusuchen oder zu kontaktieren. Für mich sieht das ein wenig nach Rangordnungsproblemen aus. :04:


Liebe Grüße Maik :lach1:

Simone
06.07.2008, 17:31
ab ca. 18. Monat: Erwachsenenphase, nach Erreichen der Geschlechtsreife


Ein Bullmastiff ist meiner Ansicht nach mit 18 Monaten nicht erwachsen . Das dauert wirklich lange, sie sind Spätenwickler, insbesondere was die psychische Seite belangt. Meine Mädels waren erst nach ihrem 3. Geburtstag erwachsen, so mit 3 oder 3 1/2. Zwischen 2 und 3 Jahren hat man noch mal eine deutlich pubertierende Phase bemerken können. Mit 3 1/2 Jahren wurden sie dann gelassener und ruhiger.

Jacci
06.07.2008, 22:14
Ich halte das auch für eine Übersprungshandlung. Muss aber dazu sagen, dass es schon merkwürdig ist, dass sie nach dieser Begebenheit so heftig reagiert. Auf jeden Fall muss da etwas geschehen. Denke mal, man kann damit leben, wenn sie nie zum Reitbegleithund taugt, aber zumindest musst Du Deinem Hund im Alltag vertrauen können und eventuelle schwierige Situationen gut meistern.

Hmmm, mein Knirps wird im November 4...der ist immer noch ein Baby.
Naja, außer wenn ne Hündin auftaucht, dann ist er der Obermacker ;)

Gast20091091001
06.07.2008, 23:18
Ich dachte, eine Übersprungshandlung steht nie im Kontext der unmittelbar vorhergehenden oder folgenden Verhaltensweisen. Sie ist also 'irrelevant' in der Situation, erscheint sinnlos.

Der Biss war doch aber eine Reaktion auf eine Aktion (Einengen und Schmerz) in der Situation "Feind nähert sich" und passt voll in den Handlungskontext...oder sehe ich schon die Hühner pfeiffen?:sorry:

Corso Tosa
09.07.2008, 11:29
@Königskobra

Klar hat jeder ein Recht durch jede Strasse zu laufen, dennoch...

es gibt kein "dennoch".

wenn ich weiß, dass da und da ein oder mehrere Hunde wohnen, die sich mit meinem nicht vertragen, geh ich nicht extra noch dran vorbei zumal es einen anderen Weg gibt, der nicht länger ist, als der durch unsere Strasse.

irrelevant.


Muß sowas sein? Auch wenn es eine öffentliche Strasse ist?

Ob das sein muss, diese Frage sollte man sich nicht stellen. Ein öffentlicher Raum ist ein öffentlicher Raum. Da geht man ein Risiko ein. Ist also der andere Hund an der Leine und meiner läuft frei, stehe ich in der Verantwortung.Egal, wo ich mich befinde und wer mir entgegenkommt.


Ich merke, die meisten hier reagieren ziemlich extrem.

Nein, sie reagieren größtenteils angemessen. Und nebenbei auch besorgt. Du hast einen Hund, der aufgrund eines Vorfalles (der sich unnötigerweise auch noch wiederholt hat) eine Verhaltensänderung zeigt. Einerseits ist das erstmal nicht ungewöhnlich, andererseits insofern besorgniserregend, da Dein Hund Dich innerhalb einer Schlüsselsituation angegangen hat.
Es wurde Dir hier geraten, ein Einzeltraining mit einem Erfahrenen zu besuchen. Tu das, denn für Deinen Hund und Dich ist das nun eine wichtige Aufgabe.


... ich wollte wissen, ob einer von Euch schon mal eine ähnliche Erfahrung gemacht hat.

Erfahrungen ja... aber unter anderen Umständen. Diese Hunde kamen bereits verhaltensauffällig zu mir und waren durch (unabsichtlich) überforderte oder absichtlich grausame Halter geschädigt. Das ist halt eine andere Baustelle.


Ich wollte nicht, dass Ihr mich jetzt alle noch mehr verrückt macht und mir quasi schon einreden wollt, dass ich einen Kampfhund an der Strippe habe

Bei solchen Sätzen werde ich leider hellwach.


Es kann Euch genau so passieren, dass Euer Hund plötzlich komplett anders reagiert, als je erwartet. Ein Hund ist keine Maschine, genau so wenig wie ein Mensch.

Selbstverständlich. Man hat grundsätzlich damit zu rechnen, dass ein Hund Situationen anders bewertet als ein Mensch. Die Erwartungshaltung an die Hunde ist seitens der Halter meist auch komplett übertrieben. Man überfordert seinen Hund oft, ohne es zu merken.

Wenn mir jemand sagt:
"Aber mein Hund war mal anders, er war immer sehr lieb."
entgegne ich oftmals gezwungenermaßen:
"Dein Hund war nicht anders, er stand nur vorher nie in einer solchen Situation"


Wie gesagt, ich danke Euch für Eure Meinung. Ich werde sehen, was ich mache und wie es weiter geht.

Ich wünsche Euch viel Erfolg und hoffe, dass sowohl der Hund als auch Du das Geschehene gesund verarbeitet.

Corso Tosa
09.07.2008, 11:48
@Königskobra

Nachtrag:

Du hast berichtet, dass Dein Hund beim zweiten Aufeinandertreffen von sich aus den anderen Hund angegangen hat. Das war, laut Deinem Bericht vor Eurer Haustür.
Nicht ungewöhnlich, sondern absolut nachvollziehbar.
Der Hund nahm den Eindringling natürlich als Bedrohung wahr. Hunde reagieren mitunter sehr territorial (und wenn die Rangordnungsfrage nicht gänzlich geklärt ist, dann potenziert sich dieses Verhalten schnell nach oben Richtung Angriff).
Warscheinlich mit mehr Nachdruck als er es vielleicht an einem anderen Ort getan hätte.

Dein Hund ist aber noch recht jung und da wird es einfacher sein, dem entgegenzuwirken. Wichtig ist, das auch verantwortungsvoll und konsequent zu tun.

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