PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hundegesetz... Neues aus Hessen...


Carolina
10.02.2008, 18:18
Hundegesetz ohne Biss

Zahl der Angriffe auf Menschen stark gestiegen / Kritik an Liste der gefährlichen Hunde
VON JUTTA RIPPEGATHER

Die hessische Hundeverordnung hat keineswegs dazu geführt, dass weniger Menschen gebissen wurden. Das Gegenteil sei der Fall, sagt Tierärztin Cornelia Konrad und beruft sich dabei auf die Statistik, die das Innenministerium nur ungern herausrückt.

Demnach hätten sich die Vorfälle mit Hunden in den vergangenen fünf Jahren sogar mehr als verdoppelt, sagt die Medizinerin. Am häufigsten seien Menschen durch Schäferhunde und ihre Mischlinge verletzt worden, gefolgt von "ungeklärten Rassen" und Rottweilern. Sie alle stehen nicht auf der Liste der "gefährlichen Hunde". Das schrieb die Tierärztin aus dem mittelhessischen Lich Anfang Januar dem hessischen Innenministerium. Im selben Brief fordert sie das Land auf, besagte Rassen in die Liste aufzunehmen, "weil der Schutz der Bevölkerung höchste Priorität hat".

Wie ein Sprecher des Innenministeriums mitteilt, soll die Verordnung demnächst auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden - nach fünf Jahren stünde eine Evaluation an. Dann werde sich zeigen, ob gewisse Rassen von der Liste gestrichen oder hinzugefügt werden müssten. Bislang habe es keine Notwendigkeit dazu gegeben, ergänzt Sprecher Thorsten Neels: "Die Verordnung ist ein Erfolg." Die Zahl der "erlaubnispflichtigen Hunde" sei kontinuierlich zurückgegangen, habe vor einem Jahr bei 4118 gelegen. Nur 2,6 Prozent dieser Tiere seien durch die obligatorische Wesensprüfung gefallen.

Ministerium prüft Wirksamkeit

Erfolg sieht anders aus, meint die Tierärztin. Sie ist Besitzerin einer Staffordshire-Hündin, Vertreterin einer von insgesamt elf "erlaubnispflichtigen" Rassen. Konrad hat in der Vergangenheit mehrfach vor Gericht für die Abschaffung dieser Rasseliste gekämpft. Mangels Erfolg fordert sie jetzt Gleichbehandlung. "Sonst ist die Hundeverordnung eine reine Farce." Seit Jahren führten Schäferhunde und Rottweiler die Beißstatistik an. Das wisse das Ministerium, weil es die Zahlen der Ordnungsämter selbst sammelt. Reagiert habe es bis heute nicht.

Behördensprecher Neels beruft sich darauf, dass in Hessen wesentlich mehr Schäferhunde und Rottweiler gehalten werden, als etwa Bullterrier. Dieses "Mengenverhältnis" müsse berücksichtigt werden. Als Basis diene die Welpenstatistik des Verbands für das Deutsche Hundewesen, die zumindest "ein grobes Bild" liefere, so Neels.

Wäre das Ministerium wirklich an der Wahrheit interessiert, würde es auf Informationen der Ordnungsämter zurückgreifen, sagt Konrad. Denn seit 1999 wird in den Rathäusern bei der Anmeldung zur Hundesteuer die Rasse erfasst. Auch die Code-Nummern des Mikrochips, den alle Listenhunde implantiert haben müssen, bleiben vor Ort, werden nicht in einer zentralen Datenbank geführt. Schon wenn das Tier im Nachbarort jemanden beißt, kann es nicht identifiziert werden.

http://www.fr-online.de:80/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/?sid=1d62f628a4954d34aa1705b9f3db5851&em_cnt=1277587

Peppi
12.02.2008, 08:40
Stimmt, dieses Jahr läuft die 5 Jahresfrist ab.

Ich glaub allerdings nicht mehr an Wunder, was die Vernunft unserer Drahtzieher angeht.:traurig2:

Impressum - Datenschutzerklärung