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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : fremde Hunde beim Spazieren kreuzen


Duke
23.01.2008, 14:32
Hallo Ihr lieben Hundefreunde und Wissensträger
ich habe eine Frage an Euch: Duke, 2jähriger CC Rüde kastriert, kann seit klein auf keine fremden Hunde beim Spazieren kreuzen. Was passiert ist: Er sieht einen Hund auf uns zukommen, er geht sofort in eine gespannte Haltung, stellt die Nackenhaare und beginnt nach vorne zu ziehen. Und zwar massiv. Kommt der Hund näher beginnt er zu bellen und zieht wie doof an der Leine (und das bei einem Körpergewicht von 55 kg). Für Unbeteiligte sieht diese Situation zum fürchten aus. Als wolle er den anderen auf der Stelle zerfleischen. Fact ist aber: falls er ein seltenes Mal bis zum Hund kommt, fängt er an mit dem Schwanz zu wedeln und fordert den Hund zum spielen auf.
Und nun ist es so, dass nicht alle anderen Hund es vertragen wenn Duke sich so verhaltet. Oft fängt auch einer an zu Bellen (was Duke natürlich noch mehr in Rage bringt) und geht in Kampfstellung.
Und jetzt frage ich nach euren Erfahrungen. Glaubt mir, ich habe schon seeeeehhhhr viel probiert --> Hund ins Platz und warten bis der andere vorbei ist - klappt nicht. Zughalsband mit zurückziehen von Duke --> reinste Kraftprobe. Mit Leckerli in der Hand an dem Hund vorbei --> Leckerli völlig uninteressant. Halti --> ist nicht so schlecht, aber der Hund lernt nix dabei sondern vermeidet. Nachts spazieren gehn --> super, sieht man keine Hunde aber ich bin am anderen Tag total übermüdet..
Leider hat eine solche Situation mich schon einen gebrochenen Daumen mit 6 Wochen Gips gekostet. Versteht mich richtig, mir ist absolut bewusst, dass ich das grosse Problem an Ende der Leine bin. Ich bin dermassen verunsichert wenn ich einen Hund sehe, dass er natürlich fast so reagieren muss. Weiss jemand einen Rat?

Lieben Dank für Eure Tipps!

Grüsse Karin

PS: kennt er den Hund und hat er mit diesem schon gespielt, kommen wir ohne Probleme an ihm vorbei.

Peppi
23.01.2008, 14:36
Immer heraus damit.. :lach1:

Gast20091091001
23.01.2008, 14:54
Ich liebe die Schweizer! :herz:
:lach1:

Peppi
23.01.2008, 16:02
Entfernung zu fremden so gross wählen, dass er noch auf dich reagiert, bei Erfolg Distanz verkleinern. Übe eine Abbruchsignal ein, trainiere was wo er Dich anschaut.

Bleib doch locker, wenn er eh nichts macht. Meiner würde nicht anfangen mit dem Schwanz zu wedeln...:lach1:

Freu Dich und bring ihm das bei wie einem kleinen Kind.:lach1:

Tyson
23.01.2008, 16:37
:lach3: Hast Du schon mal über eine gute Hundeschule oder Trainer/in nachgedacht? Ferndiagnosen sind nicht so leicht zu stellen. Vielleicht bekommst Du dort Hilfe, LG Manuela:lach1:

Gast200912280002
23.01.2008, 16:43
:lach1: Wie verhält er sich, wenn er frei läuft und fremden Hunden begegnet?
Ist es nur die Leine?

Liebe Grüße- Kati und das Rudel

Duke
23.01.2008, 17:14
schon mal lieben dank für die prompten Antworten!
Er ist viel frei. Aber ich rufe ihn zurück wenn ich Hunde in unsere Richtung kommen sehe und leine ihn an. Treffen wir mal unvorbereitet auf einen Hund hat sich schon alles ergeben.
Er rasst zum Hund hin (ohne bellen!) und - wenn der andere Hund ruhig stehen bleibt - beschnüffelt ihn und fordert mit Tatzenschlag auf zum spielen.
Oder er rasst hin und wenn der andere Hund ebenfalls frei ist und davon rennt, jagt er hinterher und ein übermütiges grobes Spiel beginnt. Dann ist noch die Situation, wo der andere Hund ihn anknurrt und auf ihn losgeht, weil er wie ne Granate geschossen kommt und dann gibt es ne Rauferei.

Das tönt alles völlig o.k. und Rauffereien gibt es unter Hunden einfach - ist mir klar --> mag ja auch nicht jeden gleich gerne :herz: ABER ich finde es einfach anständig, wenn man seinen Hund an die Leine nimmt wenn einem ein anderer Hund begegnet. Aufeinander zugeht und - wenn gewünscht kurz miteinander abspricht ob es ok ist - die Hunde spielen zu lassen.

Stellt Euch vor, ich bin mit Duke in der Stadt - kommt ab und an mal vor - und wir laufen gemütlich und alle anderen Menschen um uns auch und er sieht irgendwo einen Hund und hechtet auf den los - egal ob da gerade noch ein paar Menschenbeine sind oder ein Kinderwagen oder ein auf wackeligen Füssen marschierendes Kind. Nicht gerade meine Traumvorstellung!

Ronja
23.01.2008, 18:10
Hallo Karin, :lach3:

Ich finde Deine Einstellung sehr gut, angeleinter Hund kommt und ich leine meinen auch an und frage erst, aber....
da Du schreibst:
"Aber ich rufe ihn zurück wenn ich Hunde in unsere Richtung kommen sehe und leine ihn an"
bin mir nicht sicher aber vielleicht könnte es sein dass er auch dadurch das Gefühl bekommt, Achtung Hund kommt und ich an die Leine, also was schlechtes mit Leine und andere Hunde verbindet?
Vielleicht könntest Du ihn zwischendurch einfach immer mal wieder an die Leine nehmen, wenn kein Hund, Jogger usw. zu sehen ist?

Natürlich merkt er, dass Dir solche Situationen unangenehm sind, das überträgt sich auch, kann ich auch verstehen bei diesem Gewicht.
Durch Deine Ängstlichkeit oder Unwohlsein könnte er auch die Kontrolle übernommen haben, er hat kein Vertrauen zu Dir in solchen Situationen?

Deshalb wie Peppi schreibt würde ich einen gewissen Abstand am Anfang halten und auch mal die anderen Hundebesitzer bitten einen Moment mit Euch zu üben.

Gibt es bei Euch gute Hundeschulen, also Molosser Erfahrene ?

Liebe Grüße :lach1:
Patricia

Peppi
24.01.2008, 06:51
ABER ich finde es einfach anständig, wenn man seinen Hund an die Leine nimmt wenn einem ein anderer Hund begegnet. Aufeinander zugeht und - wenn gewünscht kurz miteinander abspricht ob es ok ist - die Hunde spielen zu lassen.

Absolut :lach2:

Silke
24.01.2008, 08:59
Hab mit meiner Hündin Bahia das gleiche Problem! Wir versuchen es in der Huschu in den Griff zu bekommen. Da ich zu nervös bin und das dann ungewollt auf Bahia übertrage, übernimmt die Ausbildung meine Tochter. Wir haben sie jetzt soweit, daß sie nur noch ca. 4x in die Leine geht in einer Huschu- Stunde:herz:

Duke
24.01.2008, 11:46
wiederum danke für Eure Ausführungen..
ich gehe schon seit über 1 1/2 Jahren einmal pro Woche ins Training. Spannend ist, dass er auf dem Hundeplatz wildfremden Hunden gegenüber sehr ruhig reagiert. Wieso? Weil er dort von mir zusammen mit der Trainerin halt konsequent korrigiert wurde als er anfing herzumpoltern. Dort hat er akzeptiert, dass es so läuft wie ich es sage.

Ich versuchs Euch zu erklären was ich meine und welchen Rat ich suche (vielleicht gibt es den ja gar nicht :schreck:). Hab ich meine Trainerin wie einen "Hans im Ohr" einen halben Meter neben mir und Duke klinkt aus, kann ich genau nach ihren Anweisungen reagieren und wenn ich krafttechnisch nicht durchkomme, unterstützt sie mich.
Bin ich alleine unterwegs und die Situation mit dem anderen Hund steht an, schaltet mein Kopf ab. Ich bin nur noch am Hund zurück halten. Merkt ihrs, ich kann dann nicht mehr logisch denken und handeln. Ich will einfach die Situation meistern. Dessen bin ich mir alles bewusst. Ich nehme mir vor, das nächste Mal locker zu bleiben. Mit einem gekonnten Griff Duke zur Ruhe zu bringen und schwupps ist alles o.k. So ist es aber nicht.
Hab meiner Trainierin schon gesagt, sie solle mir ein Tonband besprechen und das lasse ich dann jeweils laufen *grins*.

Tja... so is es! Der Tip mit dem Abstand und immer näher kommen haben wir schon ziemlich gut umgesetzt. Aber ab einer gewissen Nähe geht gar nichts mehr. Geschweige denn das Kreuzen. Hab schon zwei Einzeltrainer konsuliert. Beide haben es mit ziemlichen Krafteinsatz gelöst. Duke so lange am Halsband hochgezohen bis er sich beruhigt hat. Ich sag es Euch, ich hab losgeheult. Ich dachte, der gute Man erwürgt mir meinen Hund. Echt. Aber jetzt kommt das Interessante. Duke hat sich nachher wirklich ohne einen weiteren Muks zu machen an Hunden voreiführen lassen. Dann hab ich es versucht. Leute, so leid es mir tut, aber mir fehlt erstens die Kraft ihn so lange in die Luft zu ziehen und zweitens ICH BRING ES EINFACH NICHT ÜBERS HERZ.
Jetzt sagt ihr, super klar gibt der Hund Kleinbei, wenn ihn jemand fast erwürgt. ABER der gute Mann kam noch diverse Male zu uns nach Hause (hab mit ihm und Duke noch "Spurenarbeit" aufgebaut) und glaubt mir, Duke liebt ihn. Er läuft ihm nach, legt sich vor die Toilettentüre wenn er drinn ist und lechtzt nach Anerkennung. Was sagt ihr dazu?

Meine kleine Eigendiagnose: Duke akzeptiert mich DRAUSSEN NICHT als Rudelführer. Ich bin zu inkonsequent, er weiss das er mir Krafttechnisch überlegen ist und ... er hat sich schon erfolgreich durchgesetzt. Wie wende ich die Situation?

Grüessli

Peppi
24.01.2008, 12:15
Indem Du nichts überstürzt. Du schreibst ab einer gewissen Distanz geht es erst los.

Dann bleib doch erstmal bei der Distanz bis Du selber sicherer wirst...:lach2:

Brindle
24.01.2008, 15:48
Diese Situationen sind nur der Auslöser-die Ursache ist ne Andere.
Ich denke das Du in anderen Bereichen inkonsequent bist und er Dir dies halt in solchen Situationen zeigt.Solche Situationen können wie ein Spiegel der Mensch/Hund Beziehung sein. Vielleicht könntest Du mit ihm im Ganzen mehr Konsequenz an den Tag legen.

Versuch Dir mal nen Tag lang Dein Handeln mit Hund bewußt kritisch zu betrachten-wo bist Du zu locker,da könnte man dann mit Änderungen anfangen.
LG:lach3:
Ralf

Bibi
25.01.2008, 11:41
Hallo Duke,
hab mir heute Nacht Notizen gemacht damit ich ja nicht vergesse was ich dir an dieser Stelle schreiben wollte...(weil ich die Art dieser Sorgen nur zu gut kenne:traurig2: )
Also, erstmal Hut ab für deine Ehrlichkeit und das du erstmal bei dir anfängst nach "Fehlern" zu suchen. Ich kenne das aus eigener leidvoller Erfahrung das man sich tausend Gedanken macht, in jeder Situation alles perfekt machen will und erst recht dann geht es nach hinten los:boese5: Hier noch ein paar Infos/Tipps die dich hoffentlich weiterbringen:
Wenn du Hunde kreuzt versuche in dem Moment nicht zu denken "jetzt hoffentlich ganz ruhig vorbei, ich denk an nichts, ganz ruhig" (oder so ähnlich)- klappt definitiv nicht- man kann sowieso nie nichts denken. Denke aber daran das es dir egal sein sollte was die anderen von dir denken und im blödesten Fall sogar bescheuertes sagen!
-Ignoriere den Halter+Hund völlig, einmal kurz hingucken reicht, nicht fixieren, nicht stehenbleiben- lass sie dich für unhöflich halten, egal. Zeige deinem Hund "ja, ich hab sie registriert aber sie sind mir völlig egal". Laufe einen Bogen um sie herum, so groß wie möglich. Hunde weichen so auch in der Natur anderen aus mit denen sie nichts zu tun haben möchten (schließe mich im Bezug auf Entferung auch Peppi an).
-Versuche auch mal deinen Hund bei seinem Theater völlig zu ingnorieren. Gehe weiter als wenn nichts wäre. Ich weiß, schwierig wenn einem so ein Kräftiger in der Leine und im blödesten Fall vor den Füßen rumspringt...ich kenne es von Meinem im Bezug auf Katzen. Wenn wir eine sehen regte er sich massiv auf und war nicht ansprechbar/ablenkbar. Wenn ich dann auch nur "Sitz" von ihm gefordert oder ihn mal geruckt habe wurde es immer schlimmer. Nun tue ich so als wäre nichts und er beruhigt sich sehr schnell und wendet sich mir dann wieder zu.
-Wieso magst das Halti nicht mehr? Selbst wenn es Meideverhalten ist, so ist es doch besser erstmal so zu üben und wenn ihr dabei Erfolge habt wirst auch du sicherer. Hast du es schon mal mit einer Futtertube probiert? Sie lenkt länger ab und man sagt sogar das das nuckeln daran beruhigend auf den Hund wirken soll und du kannst darin richtig feine Sachen für den Hund füllen.
-Ich würde dir auch zu einem Geschirr raten. Druck am Hals ist für Hunde sehr unangenehm und erzeugt immer Gegendruck und kann zu Verletzungen führen. Er kann auch den Schmerz, den er erfährt wenn ihr andere Hund trefft, mit den Hunden verbinden, das wäre dann eine unschöne Verknüpfung...An sich ist ein Halsband nur für Hunde die ohne Druck an der Leine gehen. Ich persönlich habe auch das Gefühl einen Hund am Geschirr besser halten zu können, auch wenn er Power über die Brust entwickelt. Auch kann er aus einem Halsband eher mal rausschlüpfen wenn man es nicht super eng hat. Zur Not kannst du ja auch ein Teil der Leine am Halsband und das andere am Geschirr befestigen.

Was mich noch interressieren würde: Du schreibst Er war von klein auf so. Was ist denn damals passiert? Meinst du, du hast ihn falsch geprägt? Hätte er üble Hundebegegnungen, wurde er nur dominiert? An sich zeigt er ja unsicheres Verhalten das er gleich so losprollen muss...

Übrigens ist ja negative Bestätigung (Schimpfen, Leinenruck etc) auch eine Art von Bestätigung für den Hund. Sind die Begegnungen immer gleich schlimm, z.B. auch wenn du lange mit ihm läufst und dich auf verschiedene Art und Weise mit ihm beschäftigst?

Ich kann dich echt so gut verstehen, am liebsten würde man alle Hundekontakte vermeiden weil es anstregend ist, man regt sich auf, fragt sich dauernd was man falsch gemacht hat und noch tun kann und dann wird es immer schlimmer! Am besten es kommen noch blöde Sprüche von anderen...
Ich wünsche dir viel Durchhaltevermögen und vor allem Ruhe und Gelassenheit. Und ich würde dir in deinem Fall wirklich noch mal empfehlen dieses (oft blöde) Dominanzprogramm zu Hause durchzuziehen, wie:
Du als erstes durch die Tür
Hund nicht auf`s Sofa etc.
Erst du essen dann der Hund
usw.
Auch wenn`s von vielen belächelt wird und man es später immer anders machen kann ohne das er Probleme gibt, ich würde es in deinem Fall noch mal intensivieren. Viel Erfolg und berichte bitte weiter:lach1:
Alles Gute, du schaffst das!:lach2:

Gast20091091001
26.01.2008, 07:54
Ich stimme Bibi grundsätzlich in vielen Punkten zu, allerdings glaube ich nicht, dass es bei deinem Hund Unsicherheit ist. Ich denke, er will einfach nur seinen Dickkopf durchsetzen und zu dem anderen Hund rennen. Aber das kann man nicht sagen, ohne den Hund zu kennen.
Grundsätzlich mußt du vor allem erstmal dich beobachten und an dir arbeiten - das wurde ja schon gesagt. Selbstreflexion ist hier wiedermal ein gutes Stichwort - wie sooft.

Ein Tipp: Probiers mal direkt beim Vorbeigehen mit ekligen, frischen Pansenstücken oder mit Stinkekäse (in ner Zipptüte) - so hat es bei meinem Hunde geklappt. Ich habe ihn mit 12 Monaten vor 4 Jahren mit dieser untragbaren Marotte übernommen.
Der Hund war jung, hatte eine Trennung hinter sich und war sehr unsicher - nicht nur mit Artgenossen.
Mit viel Geduld, Stinkekäse in der Hand und den schon angesprochenen (Distanz-, Aufmerksamkeits-)"Übungen" klappte es bei uns langsam. Verliere niemals die Geduld!
Aus Käse&Lob wurde Leckerlie&Lob, daraus Abklopfen&Lob, daraus Lob, daraus Nomalität...bei einem immer sicherer werdenden Junghund.

Eines noch zu den Dominanzgeschichten: Ich bin einer, der das nicht belächelt, für den ein Hund nicht ein "gleichberechtigtes" Familienmitglied ist. Familienmitglied - ja, aber eben "der Hund in der Familie".
Allerdings reichen, meiner Meinung nach, Privilegien wie "Ich Nudeln, du Hundefutter", ich esse wann ich will, du nur morgen und abends, ich bestimme den Gassiweg - du folgst, ich sage wann es raus geht, etc. etc, völlig aus. Das ist meine Erfahrung mit meinen bisherigen Hunden.
Sofa ist bei mir eh tabu - er hat ein super Hundebett auf dem Boden.
Daheim kannst du vielleicht noch an der Aufmerksamkeit arbeiten, die du deinem Hund schenkst. Du solltest bestimmen, wann er von dir Aufmerksamkeit bekommt - nicht andersrum.

Bibi
26.01.2008, 13:15
Hey Ongoing Guerillas,
da sind wir ja sogar mal (fast) einer Meinung:lach1:

Duke
27.01.2008, 12:55
EIN HERZLICHES DANKESCHÖN FÜR DIE ZEIT DIE IHR EUCH NEHMT, UM HIER EURE ERFAHRUNGEN ZU POSTEN!

also, zu den diversen Fragen:
nein, Duke hat (soweit ich weiss) keine schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht. Und ja, wir haben einen Erziehungsfehler in Bezug auf das Kontaktaufnehmen mit anderen Hunden in den ersten Monaten gemacht. Dadurch, dass wir ihn guuuuut sozialisieren wollten, haben wir in all den Gruppe (Welpenschule, Junghundekurs usw.) nicht darauf geachtet, dass er auch lernt, an Hunden vorbeizukommen ohne sie zu berühren. Unser Verständis war, je mehr Hunde beschnüffeln umso besser versteht er sich mit ihnen. Tut er ja auch, wenn er mit Hunden spielt und frei rumrennt, ABER wenn er an einem vorbei muss ohne dass er ihn berühren darf, passiert eben das mehrfach beschriebene.
Das ist meine Meinung, woher das ganze Fehlverhalten rührt.
Ich habe jetzt, seit ich hier mit Euch das ganze bespreche, sehr auf mein Verhalten draussen und im Haus geachtet. Ich bin wieder zu den klaren Rudelverhaltensweisen zurück gekehrt und ich meine zu spüren, das Duke merkt, dass was anders ist.
Beispiel: zu Hause ist er ein Traumhund. Kein Bellen beim Klingeln, er weiss, Gäste werden nicht bestürmt oder abgeleckt, Essen gibt es auf seiner Decke oder aus seinem Napf. Wenn er was hört und kurz bellt, verdanke ich es ihm und nachher ist Ruhe. Wenn "Frauchen" weg geht ist das schön, dann hab ich endlich meine Dösestunden usw. Ebenfalls auch, wenn ich meine Pfoten gewaschen habe, lieg ich schön brav auf das dafür bestimmte Tuch und Frauchen holt mich dann wieder, wenn ich trockenen Fusses bin.
So und jetzt war ich Mittwochs zu stark frequentierter Hundespazierzeit mit Duke UND Halti unterwegs. Schon beim Aussteigen gings los. Hund neben uns, super. Ich Duke am Halsband/Halti und ohne mit dem Wimper zu zucken (aber dafür mit wild pochendem Herz) hinter dem anderen Hund hergelaufen. Meiner bekommt fast die Krise und zieht dauernd am Halsband (Halti hab ich dafür nicht verwendet). Ich, jedesmal (wirklich jedesmal!) einfach ohne Worte stehen geblieben. Meiner geheult, rumgetänzelt und sich dann schicksalergebend neben mich gestellt. Und das dann etwa 30x mal. Der andere Hund war natürlich nach 10 Min. ausser Sichtweite. Duke wurde friedlich und schnupperte rum und später spielten wir auch noch. Dann, der andere Hund kommt zurück. OK, mit Duke auf Distanz vom Hund abgewendet ins Platz --> Leckerli Leckerli Leckerliiii... Duke mit viel Aufmerksamkeit auf mich alles gefressen und just in dem Moment wo der andere Hund hinteruns war aufgejuckt und in die Leine geprescht. Nun, da war halt noch das Halti. Ich hab in am Halti gepackt und ins Platz gezogen (will hier nix schönreden) und auch PLATZ gesagt. Hab ihn dort gehalten bis er nicht mehr dagegen gezogen hat und SOFORT losgelassen als friedlich wurde. Und jetzt meine Frage: gebe ich ihm jetzt ein Leckerli als er friedlich wurde oder nicht?

Zurück zu dem was ich sagen wollte: nachher nach Hause ohne Duke weiter gross zu beachten oder spielen oder rumalbern. Dukes Pfoten gewaschen (bei diesem Wetter ist das ja soooo ne Schlammschlacht immer - ich wasch bald mehr für den Hund als für mich :-)) und ab auf die Decke wo er immer liegt bis er trocken ist. Er liegt dann im Keller (keine Angst Bodenheizung auch dort) und sieht mich nicht. Und dann kommt es: zum allererstenmal hat er dort gejammert, gewinselt und geheult. Ich hab keine Sekunde den Kopf um die Ecke gestreckt und geschworen, erst runter zu gehn wenn er 3 Min. am Stück ruhig ist. Aber es kommt noch dicker: ich geh am Kellerabgang vorbei und wer sitzt da heulend auf dem Mittelboden: Duke! Ich kuck ihn an uns sage nur "Decke". Er huscht wieder runter und dann hab ich ihn nochmals 5 Min. dort gelassen, wo er dann auch mucksmäuschen still war. Das hat er noch nieee gemacht.

Und jetzt meine Analyse: Duke merkt, dass was anderst läuft. Er hat realisiert, dass ich ihm am Mittwoch keine Chance gelassen habe und auch bereit war, mich auf ihn zu stürzen wenn es sein muss. Er hat sich wirklich wie ein Wurm im Dreck gewehrt, als ich ihn ins Platz zurück gezogen habe. Er testet jetzt allen herzschmerz Varianten, oder ob er von der Decke schleichen kann oder sich massiv gegen mich zu wehren, seine Position aufrecht zu halten. Ich merke auch, dass auch am Donnerstag bei einer Hundebegegnung, Duke plötzlich gar nicht mehr so sehr der Hund interessiert hat sondern sich gegen mich drehte und einfach aus dem Halti wollte. Oder was meint Ihr?

Sorry, ich bin jemand, der sich einfach nicht kurz fassen kann...

Ein Geschirr mhh... wäre ein Versuch wert. Ablenkungsalternativen wie Tube, Clicker statt die bekannten Leckerli. Ebenfalls ein sehr guter Tipp.

Ein anderer Tipp war ein Abbruchsignal. Aehmm.. wie geht das und wie trainiert man das??

Ist schön zu merken, nicht alleine zu sein. Ein Forum ist ja nicht nur da um seine problemlosen und super tollen Hunde zu loben sondern eben auch bei Sorgen Erfahrungen auszutauschen. Finde, klappt hier ganz toll und danke Euch.:herz:

Liebe Grüsse

Baby
27.01.2008, 21:17
Abbruchsignal da fängst du klein an,so wie du deinem Hund sitz ,platz,komm bei gebracht hast.Abbruchsignal laute können pfui,nein,aus,stopp,oder einfach hey sein.Nicht schreien aber mit einem Ton ,wo er merkt halt bis hier und weiter nicht.Dein Ton muß bestimmend sein,wird er befolgt bekommt er gleich ein Leckerli.Leckerli bekommt er nur wenn er das ,was du möchtest gleich befolgt.L.G.Petra:lach3:P.S.Da er friedlich wurde bekommt er natürlich ein Leckerli weil er das friedlich werden dann damit verbindet es ist die Belohnung dafür.Er muß das mit was schönes verbinden heißt, friedlich bekomm ich Leckerli.

Gast20091091001
28.01.2008, 09:16
...
Was das Abbruchsignal angeht so haben wir NEIN.
Geübbt haben wir das so:

1. Leckerlie in die Hand und ihm dann geben.
Das haben wir ein paar mal hinter einander gemacht.
2. Dann wieder Leckerlie in die Hand und als er sich das dann einfach nehmen wollte gabs ein NEIN und die Hand ging zu.

Das haben wir ein paar mal gemacht bis es richtig geklappt hat. Sobald er auf das NEIN richtig reagiert hat haben wir ihn dafür auch gelobt.
Dann haben wir mit etwas kleinem angefangen. Wir waren laufen... er wollte in die andere Richtung. Ein NEIN und er hat davon abgelassen und so haben wir das langsam aufgebaut.
Heute benutzen wir das NEIN allgemein als Abbruchsignal egal was er gerade macht. Und bis jetzt klappt das auch richtig gut. :lach2:

Grüßle
Franzi

Bis ich das gefunden hab! Ich kapier die Suchfunktion im Forum nicht.:traurig2:
Wir haben das Abbruchsignal auch so ähnlich eintrainiert.

Djego
28.01.2008, 14:11
Ähm, ich hab das Problem nicht so.
Habe ich Djego an der Leine lauf ich einfach an den anderen Hunden vorbei... auch wenn ich ihn manchmal etwas hinter mir her ziehen darf.:o Den Abstand schätz ich aber immer ein.. je nachdem wie die Hunde so reagieren. Mal mehr mal weniger..
Zur Futtertube (ich hatte die weil er Menschen ja nicht so mag) kann ich sagen, dass diese bei Djego nicht funktioniert hat. Wenn er auf etwas fixiert war konnte man egal mit was kommen. Es war dann einfach uninteressant. Mittlerweile komme ich am besten an den Leuten vorbei wenn ich ihn früh genug Sitz machen lasse oder ihn einfach seinen Beschwichtigungsbogen laufen lasse. Ich schau halt das er nicht anfängt die Leute zu fixieren. Gegen die blöden Kommentare muß man einfach ein dickes Fell wachsen lassen.
Was ich allerdings schon mal bei einem Training hatte:
Djego war an einem anderen Hund mortsmäßig interessiert und da war das über Kreuz und aneinander vorbei laufen die Hölle weil er wie ein Wilder gezogen hatte und ich seine Aufmerksamkeit gar nicht mehr bekommen habe und da hab ich... Bitte steinigt mich jetzt nicht!!!:sorry:... ihm mit einem NEIN einen Nackenschlag verpaßt. Nach diesem hat er mich sofort angeschaut, ich hab gelobt wie eine blöde und danach ging es wie am Schnürchen. Ich war der Mittelpunkt und über jedes FEIN und Leckerlie (was es dann natürlich haufenweise gab) hat er sich richtig gefreut (und ich mich erst):D
Ich glaub er hat mich einfach nicht ernst genommen bis er die Konsequenz gespürt hatte.
Was wichtig ist, dass du nicht aufgibst auch wenn es an manchen Tagen schlechter läuft. Solche Tage hatte jeder von uns schon.
Ich drück dir ganz fest die Daumen!!:lach2:

Grüßle
Franzi

Gast20091091001
28.01.2008, 14:17
Ähm, ich hab das Problem nicht so.


Nein, nein. Ich hab's ja nur wegen der Übung von dem Abbruchsignal zitiert. Sorry.

Djego
28.01.2008, 14:29
@Ongoing Guerillas

:D Ich meinte das Grundproblem von hier hab ich nicht so. Also Djego ist mir noch nie richtig in die Leine reingestiefelt egal wegen was. :sorry: Gott sei Dank! Ich glaub ich wäre ansonsten ein super Wurfanker. :eek::D

Baby
28.01.2008, 19:43
Was ihr für ein Abbruchsingnal nehmt ist igal,ob Nein,Aus Pfui oder Hey.So lange der Hund drauf hört,das mit dem Leckerli wie ihr es macht ,mache ich auch so,hab es nicht richtig erklärt,aber ihr habt gewusst was ich meine.Und ihr macht das mit dem Leckerli richtig.L.G.Petra:lach1:

Bibi
28.01.2008, 20:17
Hallo Duke,
ja, ich denke auch du bist auf dem richtigen Weg, er merkt das sich etwas tut. Es geht hier ja auch nicht darum Strenge mit Härte gleichzusetzten. Sei deinem Hund gegenüber immer gleich sicher, ruhig im Umgang, bestimmt aber freundlich und gebe Komandos immer nur dann wenn du sie auch 100% durchsetzten kannst und willst! Wenn du merkst das du angespannt, traurig etc. bist, übe nicht- du bist dann einfach anders, das kann er nicht verstehen. Lass dich zur Zeit auf keine Diskussionen in der Beziehung Leine+anderer Hund ein. Ich würde dir auch noch raten nicht zu viele Dinge auf einmal aufzuprobieren. Such dir ein paar wenige aus und übe ausdauernd, nimm neue Dinge (wie Distanzverkleinerungen) erst dann dazu wenn es vorher zu 100% (bzw. so gut wie immer...) klappt. Überfordere dich nicht und auch nicht deinen Hund.
Weiterhin viel Erfolg und vor allem Geduld:tier03: (wie mir auch oft fehlt...), dein Hund ist es wert:lach1:

Duke
28.01.2008, 20:22
ein Hallo an alle
zur Info: hatte soeben ein gutes Gespräch mit einer mobilen Hundetrainerin. Sie kommt uns morgen besuchen. Ich bin guter Dinge. Wenn die Trainerin für uns passt (was dann auch immer diese Entscheidung bestimmt: Kopf, Bauch oder sonst was), werden wir mit ihr geziehlt und in behutsam aber klarer Form dieses Verhalten neu konditionieren. Halt Euch auf dem Laufenden!

Liebs Grüessli a alli
Karin, Bruno and Duke --> der Leinen-Rambo :lach1:

Celestia
30.01.2008, 13:30
Also irgendwie kommt mir das bekannt vor unsere macht das auch immer, dass Problem ist nur, dass sie auch ne Bürste macht und wenn man sie dann zu dem anderen Hund hinlässt weiß ich nie wie sie reagiert, bei manchen ist alles ok (trotzdem Bürste) bei manchen nicht (sowieso Bürste) hat noch einer Tipps wie ich das weg kriege weil mit dem Bensmann spielt sie ja auch gerne :-). Bei Hunden die sie kennt macht sie auch nix.
Wir haben in der Nachbarschaft ein der hat einen Pit-Bull mit dem spielt sie immer und freut sich wenn sie ihn sieht.
Lg. Wiebke

Duke
31.01.2008, 07:26
so meine Lieben, wir sind einen Schritt weiter. Die Hundetrainerin war da und hat uns - Duke, Bruno und mich - beobachtet und einige tägliche Dinge, wie füttern, Füsse waschen usw. angeschaut. Huiuihi.... das vermeintlich gedachte richtig zu machen, ist bei uns z.T. ziemlich verkehrt.
Ihre Meinung ist, Duke meint er sei Alpha. Und das in sozusagen allen Bereichen. Da Duke ein seeeehr ruhiger Hund ist, sind es die gaaannnzzz kleinen Sachen, wo man sehe, dass er seine Position davon ableitet.
Ein Beispiel: Füttern... Ich gehe hin, bereite seine Essen vor - Duke ist während dieser Zeit irgendwo, aber wenn er den Napf rasseln hört, kommt er gemächlich angetrottet und setzt sich auf Distanz hin und kuckt mir zu. Ich beachte ihn in dieser Zeit nicht. Ich mach schön weiter und wenn alles soweit ist, nehme ich einen Keks (immer ein toller Moment einfach so Kekse zu essen:blume:) und tu so, als esse ich aus dem Topf. Duke schaut mir dabei aufmerksam zu. Dann stelle ich den Topf hin und sage "Friss" ohne ihn anzukucken. Nun sei es so, meint die Trainerin, dass Duke in dieser Situation am fordern ist. Zwar auf eine ganz ruhige und unaufdringliche Art aber er fordert. Er sitzt da kuckt zu, und wartet.
Ehrlich, wir waren so was von überzeugt, dieses Rythual richtig zu machen und haben es nicht mehr hinterfragt.
Jetzt läuft es anders: ich nehme den Topf, setzte mich an unseren Esstisch und stelle meinen Teller mit meinem Essen auf seinen Topf und esse (wenn möglich ohne Hände dafür mit vieeelll Geschmatze) ab dem Teller und ignoriere Duke völlig. Duke sitzt oder liegt da und kuckt und kuckt...
Ich darf erst die nächste Handlung machen, wenn er aufgibt mit kucken und sich abwendet oder hinlegt und döst oder einfach kein Interesse mehr zeigt. Dann, aber erst dann (das hat die letzten 2 Tage ziemlich gedauert) stelle ich den Topf einfach neben mich auf den Boden. So nach dem Motto... phooo bin ich voll und mag nicht mehr, hier jetzt kriegst du deinen Anteil. Ich steh auf und entferne mich ohne ihn zu beachten. Duke war völlig iritiert. Wusste nicht, was er nun soll. Nach ein paar Minuten bin ich zurück und hab den unberührten Topf einfach weggenommen. Er gaaannzz grosse Augen gemacht und murrend davongezottelt. Das war jetzt 2 Tage so. Heute hat er sich nun nach dem ganzen Prozedere endlich zum Topf hin getraut und gefressen.
Duke liegt auch viel im Weg rum. Sprich dort wo wir gehen in der Wohnung. Wir sind in der Regel über ihn gestiegen. Nun müssen wir - gaaaanz sanft - aber konsequent ihn mit dem Fuss anstupsen wenn er im Weg ist (nicht anschauen!) und er muss weg, damit wir ungehindert durchlaufen können. Hab das gestern gemacht und schau an, Duke springt auf und bellt mich einmal entrüstet an - so nach dem Motte, heee... spinnst du, ich liege hier und du schupst mich einfach. Ich war ziemlich platt und es zeigte mir, dass er davon ausgeht, dass er sicher nicht weg muss wenn ich dort durch will.
Noch ein zwei kleine Sachen mehr sind nun unsere Hausaufgaben bis nächste Wochen. Dann beginnen wir mit dem Aussentraining.

Bin gespannt wie es weiter geht!

Liebe grüsse von den lernenden Drei :lach1:

Ronja
01.02.2008, 21:37
Hallo Duke :lach3:

Ich habe die ganze Zeit gewartet ob jemand zu Deinem letzten Bericht was schreibt, aber da nichts kam schreibe ich jetzt.
Ich gebe zu hier sehr wenig Erfahrung zu haben, aber manches hört sich schon sehr komisch an.
Auch habe ich die Erfahrung gemacht, das von Hundetrainer zu Hundetrainer die Methoden sehr unterschiedlich sind und Methoden die man von Hundetrainern bekommen hat, wieder von anderen Hundetrainer belächelt werden. Es ist dann immer sehr schwierig zu wissen was denn jetzt richtig ist.
Deshalb lege ich sehr viel Wert auf die Meinungen der User hier im Forum, da diese selbst Molosser haben und schon einiges durch haben, auch mit den Hundetrainern.
Als erstes würde ich persönlich nie mehr einen Hundetrainer nehmen der keine Molossererfahrung hat, damit sind wir durch und es wahr einfach nix.
Die Methoden mit dem Futter, ja da gibt es viele, nicht alle sind für einen selbst zu benutzen oder teils auch nicht möglich.
Mir ist es z.B. aus verschieden Gründen nicht möglich vor meinem Hund zu essen, na und.
Natürlich sind es manchmal die kleinen Dinge, die dann bei einem Hund viel ausmachen, dass muss man dann halt probieren.
Deine Beschreibung mit dem Futter geben, sorry, hört sich für mich schon komisch an und würde ich auch so nicht machen.
Aber wie gesagt, bitte nicht nach mir gehen, ich bin auch sehr gespannt was hierzu noch für Reaktionen kommen.
Unsere Ronja sitzt oder liegt auch da und guckt, na und, sie macht keinen Aufstand und wartet geduldig, das ist mir wichtig. Soll sie doch gucken.
Dann stelle ich ihr den Fressnapf hin und sie darf erst hin wenn ich es ihr sage.
Zwischendurch einfach mal den Fressnapf während des fressens wegnehmen, machen wir ab und zu.
Ab und zu setze ich mich zu ihr an den Fressnapf und esse mit ihr zusammen daraus, natürlich nicht wirklich, grins.
Am Anfang hat sie blöd geguckt und ist weg gegangen, mittlerweile macht sie mir Platz damit wir zusammen fressen können.
Ich steige auch über Ronja drüber, soll ich sie jedesmal wecken, warum?
Wenn sie mir tatsächlich im Weg liegt, dann klar muss sie weg, was sie auch ohne murren macht und anbellen so was gibt es gar nicht von ihr.
Wenn ihr mal was nicht passt, dann gibt es einen großen Seufzer, mehr nicht.
Ich halte mich nicht an die sturen Methoden, gehe viel nach Gefühl und nicht jeder Molosser oder Hund ist gleich.
Für mich ist wichtig das sich mein Hund nicht gegen mich stellt und das er macht was ich will.
Sie darf aufs Sofa aber nur wenn ich das will und sie muss auch wieder runter wenn ich es will, ohne murren, bellen, knurren usw.
So machen wir es mit vielen Dingen.
Aber solche Dinge haben wir von Anfang an geübt und so ist es für sie ganz normal.
Ich denke Ronja hat so sehr gut begriffen, dass wir alles machen dürfen und sie nur wenn wir es ihr gestatten.
Aber wir lassen ihr auch hier und da Freiheiten und sehen nicht alles so eng.
Sie ist ein Traumhund und wir hoffen natürlich das es so bleibt, aber natürlich hat sie auch gewisse Macken an denen wir dann wieder zu knabbern haben und viel üben müssen.
Ich wollte Dir halt nur damit sagen, mache auch viel nach Deinem Gefühl, denn nur Du kennst Deinen Hund, auch kein Hundetrainer.
Ach ja was wir mal vom Hundetrainer empfohlen bekamen, damit Ronja uns mehr draußen beachtet ist, wir haben mal eine ganze Woche sie nicht beachtet, weder draußen noch drinnen. Also nicht mit ihr gesprochen, gestreichelt usw., das hat Wunder gewirkt.
Es tat uns zwar sehr leid und es war nicht leicht, aber bei einen Trotzkopp sollte man das schon ab und zu machen, mal gar nicht beachten.
Ich kann nicht beurteilen ob Dein Hund ein Alpha ist, aber so wie es aussieht fangt ihr ziemlich von vorne an.
Uns hat man gesagt, vieles was im Haus nicht klappt, kommt draußen doppelt zum Ausdruck.
Achte genau wie er sich Dir gegenüber im Haus verhält und wie Du Dich verhälst. Zeige ihm im Haus Du bist der Chef.
Mich würde noch interessieren wie er sich Dir sonst im Haus gegenüber verhält und was er so darf, also aufs Sofa, Bett usw.?
Wenn er Dich schon anbellt wenn Du über ihn steigst, nee das geht gar nicht.

Du hast ja hier schon viele gute Tipps erhalten, bin gespannt wie es weiter geht und freue mich über Deinen Erfolg, auch wenn es kleine Schritte sind.
Berichte mal wie es bei der nächsten Trainingsstunde war und wie Dein Süßer sich im Haus Dir gegenüber verhält.

Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg, kann da richtig mitfühlen denn ich habe auch einen kleinen Trotzkopp :herz: hier liegen.

Liebe Grüße :lach1:
Patricia

Peppi
02.02.2008, 17:31
Hallo,

Ist zwar auch nur ne Ferndiagnose, aber ein sogenannter Alpha ist er für mich nicht. Vielmehr ist er unsicher in seinem Gefüge, traut Dir nicht zu das "Rudel" zu leiten und muss nun selbst ran. Und damit ist er überfordert, weil er eigentlich gar kein Leittier ist.

Ein unsicherer Hund braucht Halt. Das heisst, macht die Sachen immer gleich, konsequent sein. Nicht heute so und morgen so. Das gibt es nicht bei den Tieren und macht sie unsicher. Dabei spielt das mit dem Sofa und dem Essen in meinen Augen eine untergeordnete Rolle. Zeig ihm seinen Platz, da wo er zur Ruhe kommen kann. Und immer denselben.

Nur meine Ferndiagnose... Viel Erfolg.:lach1:

Drago
02.02.2008, 18:29
Hallo Duke,
dein Problem mit anderen Hunden teile ich mit dir. Unser CC Drago hat das gleiche Problem. Woher das kam, und wo mein Fehler lag, hab ich leider bis heute nicht raus bekommen. Aber durch die regelmäßigen Besuche in der HS (hab auch lange nach der richtigen gesucht) ist es schon besser geworden. Du hast ja schon sehr viel Tips hier bekommen, und ich drück euch die Daumen mit eurer neuen Trainerin. Wie auch schon geschrieben wird, die Methoden sind immer sehr unterschiedlich. Ich steig allerdings auch nicht mehr über Drago drüber, was ich früher gemacht habe. Und ich streichel ihn grundsätzlich nicht, wenn er das fordert. Sind halt so kleine Dinge, um zu zeigen, ich bestimme, nicht du. Aber das sieht vielleicht jeder anders. Ich würd dir nur empfehlen, richte dich nach einer Anleitung (im jetzigen Fall, die deiner Trainerin) und zieh diese konsequent durch. Ich will nicht posen, mit der Konsequenz hab ich auch so meine Probleme. :sorry: aber ich arbeite dran, weil ich weiß, dass es so ziemlich das wichtigste ist.
Ich hab einfach gemerkt, wenn man zuviele Tips ausprobiert, wird man irgendwann kirre und irgendwie klappt dann gar nix mehr. Deshalb eine Richtung gehen, wenn´s auf die Dauer nicht klappt, dann ändern.
Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Erfolg, und bin gespannt auf eure Fortschritte.

lg Dani :lach3:

Duke
04.02.2008, 07:30
Hi Zusammen
Danke einmal mehr für Eure wertvollen Tipps. Ich weiss, jeder Hund ist anderst und jeder sieht unser Problem so, wie er es mit seinem Hund lösen würde, weil IHR eure Hunde so kennt wie sie sind.
Bei uns ist das dasselbe. Wir wissen, wie Duke ist und wir wissen, welches Problem wir mit ihm haben mit den anderen Hunden und deshalb wissen wir auch, dass wir was machen MÜSSEN. Und zwar als erstes zum Wohle des Hundes und dann zu unserem.
@Peppi: Deine letzte "Meinung" kann ev. genau so zutreffen. Ev. haben wir ihn unbewusst in diese Rolle gezwängt und er fühlt sich gar nicht wohl dort. Unsicherheit kombiniert mit einer Position, die je nach Situation absolut seine Vorteile hat oder eben nicht für Duke. Beides ergibt Reaktionen, die von uns - Bruno und mir - nicht erwünscht sind.

Wenn er reden könnte wüssten wir es. Aber hier ist es eher ein Ausschliessen von Möglichkeiten, ein Suchen nach der Stecknadel, als ein Fingerzeig auf das Problem und schwupps ein konkretes Handeln und es ist gelöst.

Ich gebe hier natürlich eine Kurzform von langen Diskussionen mit der Trainerin wieder. Versuche - meiner Meinung nach - wichtige Punkte zu beschreiben. Aber um das herum gibt es viel Garnitur, welche ich - wo eh schon keine Kurzschreiberin bin - gar nicht zum besten gebe. Glaubt mir, wären wir BEIDE nicht von der Trainerin überzeugt, würden wir es nicht tun. Auch sie kann nur das Problem erahnen und versuchen mit gezielten Uebungen oder Vorgehensweisen auf den Punkt zu bringen. Es wird sich zeigen wie Duke es aufnimmt. Das Ziel ist ja bekannt. Also machen wir uns auf den Weg dorthin.

Aber wie schon von diversen hier erwähnt. Es führen verschiedene Wege zum Ziel. Und jeder Hundehalter würde für seinen Liebling einen anderen Weg nehmen, auch wenn das Ziel für alle dasselbe ist.

Noch zu den Fragen: nein, Duke darf nicht auf das Sofa und es gibt auch Räume, wo er nicht rein darf z.B. unser Bad. Ansonsten ist er zu Hause ein sehr angenehmer. Ruhig, macht nichts kaputt, bellt nicht, kann gut einen 1/2 Tag alleine sein, verschmust. Einfach zum gernhaben. Und das haben wir ihn auch.

Auch im Training in der HS ist er sehr aktiv. Macht mit, ist extrem Trainingsgierig und motzt sogar, wenn er nicht an der Reihe ist. :D

Es wird sich zeigen, wie alles kommt. Ich halte Euch gerne auf dem Laufenden!

Guten Wochenstart und än Gruess us dä Schwiz

Karin

Conner
04.02.2008, 08:06
Macht weiter so mit der Trainerin wenn Ihr das richtige Gefühl dabei habt.
Wenn Ihr irgendwann meint, jetzt gehts nicht weiter, oder in die falsche Richtung - dann handelt danach und sucht weiter Hilfe.

Das Ihr etwas tut ist das allerwichtigste !

Viel Glück Karin!

LG
Annette

Duke
04.02.2008, 09:29
@ronja
Danke für Deine Erfahrungen. Ich denke Duke kann ich im Moment nicht nach meinem Gefühl behandeln, sondern nur mit konsequenter Rudelhierarchie. Gerade weil er mich "anmotzt" wenn er aus dem Weg muss, ist es ein Zeichen, dass er meint, er habe mehr Rechte als ich. Das mit dem Füttern ist nicht jedermans-fraus Sache - muss es auch nicht. Mich kostet es nichts, es so zu versuchen und pass sicher nicht schlecht ins Bild, wie es in der Wildnis zu und her geht.

@drago/conner/bibi
ja, ich denke, es ist wichtig nicht alles abzumischeln und jeden neuen Tag die gleiche Situation anders anzugehn. Da bin ich ganz Eurer Meinung.
Ich nehme auch Rücksicht auf meine Tagesverfassung. Wenn ich merke, heute würde ich sicher den Nerv verlieren, fordere ich Situationen, wo ich es unter Beweis stellen müsste (soweit planbar :31:) gar nicht erst heraus.

Grüessli
Karin

Ronja
04.02.2008, 11:15
Hallo Karin :lach3:

Ich wünsche Dir viel Erfolg und bitte berichte mal weiter, was Ihr so in der Trainingsstunde lernt und wie sich Duke macht.

-"Ansonsten ist er zu Hause ein sehr angenehmer. Ruhig, macht nichts kaputt, bellt nicht, kann gut einen 1/2 Tag alleine sein, verschmust. Einfach zum gernhaben". - :lach2::herz:

Ich bin mir sicher, Ihr bekommt das mit Euren konsequenten Übungen schnell hin.

LG :lach1:
Patricia

Peppi
04.02.2008, 11:23
Mich kostet es nichts, es so zu versuchen und pass sicher nicht schlecht ins Bild, wie es in der Wildnis zu und her geht.


Versteh ich nicht. Kanst Du das mal erläutern?

Duke
04.02.2008, 12:06
@peppi
ich versuch's mal zu erklären: unser Futterrythual war bis jetzt so, dass ich ihn (Duke) gerufen habe, bevor ich ihm dass Futter hingestellt habe und mit der Aufforderung "Friss" essen habe lassen. Ohne mein Handzeichen und "Friss" hat er das Essen nicht angerührt. Hier haben wir nicht darauf geachtet, ob wir vorher oder nachher selber an unserem Esstisch gegessen haben.
Jetzt mach ich es so, dass er auf jeden Fall nach uns isst und ich seinen Topf an unseren Esstisch nehme, meinen Teller auf den Topf stelle (geht ganz gut, da er Trockenfutter bekommt) und mein Essen zu mir nehme.

Ganz nach dem Bild, wie in der Natur. Der Chef des Rudels isst zu erst und wenn er fertig ist, marschiert er ohne den Rest des Rudels zu beachten weg und diese dürfen dann auch essen - sofern es noch was hat. ;)

Und nach diesem Muster geht es bei uns dann weiter. Ich ess fertig und stelle den Topf dann ohne weitere Aufforderung oder Handzeichen auf den Boden und geh davon. Jetzt darf er essen. Nimmt er es nicht (sagen wir nach 5 Min.) nehme ich ihm den Topf weg und er bekommt zur nächsten Essenszeit wieder. So wie es eben in der Natur auch läuft. Der Rest des Rudels wird einem Rudelmitglied kein Futter übrig lassen, wenn dieser nicht erscheint. Wenn er nicht zum Futter geht, is es wech!

Den Topf darf ich erst auf den Boden stellen, wenn er nicht mehr wartend dasitzt und uns ankuckt. Er geht jetzt meistens auf seine Decke und döst vor sich hin.

Vorher war zuviel Aufmerksamkeit auf dem Essen. Er wartete und forderte mit ankucken und fixieren meiner Person auf sein Essen. Ging es ihm nicht schnell genug hat er gewinselt. Dieses Verhalten dürfen wir nicht mehr bestätigen.

Ich weiss, tönt für einige von Euch sicher "gesucht". Aber im Moment ziehen wir jede Kleinigkeit durch, wo ihm zeigt, dass er nicht die Nr. 1 ist.

Hoffe, hab es genug verständlich beschrieben :lach2:!

Peppi
04.02.2008, 12:41
Ganz nach dem Bild, wie in der Natur. Der Chef des Rudels isst zu erst und wenn er fertig ist, marschiert er ohne den Rest des Rudels zu beachten weg und diese dürfen dann auch essen - sofern es noch was hat. ;)


Dann hab ich es doch richtig verstanden. Wenn ich richtig informiert bin, ist die Canidenforschung aber lange weg von dieser Annahme mit der Futterreihenfolge, da "soziale Rangordnung" und "Futterrangordnung" gar keine Gemeinsamkeit haben und stark variieren können.

Ich persönlich glaube nicht an sowas. Das mit dem Fordern und Warten bis er aufhört zu betteln kann ich mir noch ansatzweise erklären...aber der Rest...:sorry:

:lach3:

Duke
11.02.2008, 08:13
Hallo ihr Alle
auch wir haben einen weiteren Schritt gemeistert. Gestern hatten wir das erste "Aussen"-Training. Auf einem ruhigen Platz, wo nicht wirklich viel los war, haben wir mit dem "lange"-Leine Training begonnen.
Ging wie folgt: Duke an eine 5 Meter Leine geschnallt und mich in einen "imaginären" Kreis gestellt. Radius war so gemessen, dass er, wenn er die Leine voll ausnützt, nicht an Rassen oder Wand oder sonst wo hin konnte um zu schnüffeln oder "Pipi" zu machen. Ich in den Kreis rein, Duke blieb stehen und ich - von ihm abgewendet - einfach mal den Himmel studiert und gewartet ob es sich neben mich stellt. Wichtig dabei war, dass ich die Leine vor mir auf Bauchhöhe gehalten habe, damit Duke meine Hände nicht sieht. Er hat dann beschlossen, in eine andere Richtung zu gehn. Als die Leine leicht anfing zu spannen, habe ich einen kleinen Ausfallschritt nach vorne gemacht (nachher Leine gleich wieder locker), es gab einen kurzen Ruck, Duke kuckte mich etwas verständnislos an und kam neben mich gewackelt. Ganz wichtig, blieb er auf meinen Höhe stehen, wurde ruhig und mit angehemer Stimme über den Nacken streichelnd gelobt. Dann ging es weiter, abdrehen wieder ein paar Schritte gaaannzz gemächlich gehn und warten, bis Duke sich neben mich stellte. Ging er an mir vorbei - nicht loben - blieb er neben mir stehn, besagtes Lob. Das ein paar Mal geübt. Tönt einfach aber war im Fall noch anstrengend. Hände immer vor den Bauch, aufgerichtet gehen, Duke nicht ankucken und ohne Anspannung ein paar Schritte laufen.
Manchmal klappte es - Lob bewirkte dass er immer gleich angefangen hat mit dem Schwanz zu wedeln - wenn er an mir vorbei ging und nichts passierte, versuchte er als nächstes mich mit dem Po abzudrängen. Ich musste ihn dann immer wegschuppsen und mich abdrehen. Schon nach kurzer Zeit fing er an mich anzubellen, wenn ich ihn wegschuppste oder nicht lobte weil er einfach an mir vorbeimarschierte. Dann hies es wieder abdrehen und ignorieren.
Kam jemand vorbei und er stellte die Ohren und zeigte sehr viel Aufmerksamkeit, hab ich mich in seine Sicht gestellt, mich kurz zum vorbeilaufenden Menschen gedreht und Duke signalisiert, dass ich's auch gesehen habe, mich wieder zu ihm gewendet - ganze Zeit Duke nicht angekuckt - und einfach uninteressiert getan. Nach dem 2ten Mal hat Duke nur noch kurz gekuckt wenn jemand kam und dann sein Interesse verloren.
Das ganze ging noch sehr interessant weiter. Irgendwann fand er die Ruckerei doof, wenn er nicht kam und hat begonnen die Leine anzufressen oder daran mit der Schnauze zu ziehen. Ich hab sie dann fallen lassen, dass ja keine Spannung drauf war - hat er nicht aufgehört, kam ein "Nein". Leine wieder aufgenommen und wieder ein paar Schritte gehn. Das ganze ging immer ohne Worte und Blicke vonstatten. Ziel war, dass wenn ich mich in eine Richtung bewege, Duke mir folgt. Blieb er dicht hinter mir stehen, gab es auch Lob (immer nur Lob, kein Leckerli oder so).
Nach einer Stunde war er und wir nudelfertig. Wieso machen wir das: Duke akzeptiert uns draussen nicht als Rudelführer. Wir fangen eigendlich bei A an mit dem Aufbautraining.. dort wo Chef hingeht folge ich. Tönt jetzt sehr krass. Muss aber im Moment so laufen, bis er schnallt, dass wir sagen was draussen geht, wem oder was schencken wir Aufmerksamkeit, was ist uninteressant, was wird genauer angekuckt... erst wenn er das vollumfänglich annimmt, werden wir uns an das Problem mit dem Kreuzen von anderen Hunden heranwagen können.

Aen liebe Gruess
Karin und der studierende Duke

Ronja
12.02.2008, 11:32
Ihr zieht das jetzt richtig durch, finde ich klasse :lach2:, weiter so.

Super das Euer Duke "nudelfertig" war, is ja auch anstrengend für den
Bub ständig gegen Euch anzukämpfen und seinen Dickkopf durch zu setzen.
Aber er wird jetzt bestimmt schon sehr merken, das Ihr den größeren Dickkopf
habt.

Wünsche Euch weiterhin super viel Erfolg und bin schon gespannt auf Euren
nächsten Bericht.

:lach1::lach1::lach1:

Duke
25.02.2008, 15:53
... hallo zusammen
ich schreib hier mal auf zusehen hin weiter, und hoffe, dass es dem einen oder anderen hilft. Wir sind in die nächste Phase des Trainings gestartet und zwar in die Konfrontation mit einem anderen Hund.
Unsere Trainerin hat einen anderen Hund aufgeboten, welcher das gleiche Problem hatte, aber bereits viel weiter ist und seinem Frauchen schon sehr gut vertraut.
Wir gingen wieder an einen öffendlichen ruhigen Kiesplatz. Duke an der normalen Leine geführt. Mittlerweilen geht er eigendlich bei jedem Richtungswechsel sofort mit. Wenn nicht gibt es einen kurzen "Ruck". Nach wie vor WICHTIG: dieses Training macht man gaaaanzzz langsam. Ganz ruhige, langsame, entspannte Schritte und immer wieder Richtung wechseln. Der Hund muss unbedingt die Chance bekommen, den Wechsel mitzumachen!

Ok, Trainerin auf Hörweite bei mir, anderer Hund kommt und ich laufe ganz gelassen mit Duke auf dem Kiesplatz rum und mach einfach meine Uebungen. Duke sieht plötzlich den Hund (ich natürlich auch, wusste ja, dass er kommt) und poltert los. Wenn man es in Zeitlupe analysiert geht es ungefähr so: er sieht den Hund bellt, plustert sich auf und dann geht er in die Leine. Und genau zwischen bellen und aufplustern müsste ich schnell genug sein um den Richtungswechsel zu machen, und Duke zu "Rucken", da er ja nicht mitkommt. Und das ganze OHHHNNNEE Hektik und im gleichen Tempo wie die Uebungen. Für mich fast ein Ding der Unmöglichkeit, hier nicht schnelle und eilende Bewegungen zu machen. Ok, Uebung macht den Meister. Ein zwei mal probiert, Duke steigert sich rein da ich nicht wirklich gelassen reagiere und immer wieder Hektisch werde. Abbruch der offenen Konfrontation. Ich suche mir eine Hecke auf einem schmalen Weg und stelle mich vor Duke (ganz relaxt, so als würde ich entspannt auf was warten o.ä. und Hecke, dass Duke nur an einer Seite an mir vorbei könnte). Rücken zu Duke WICHTIG! Duke muss hinter mir bleiben und der Trainingshund kommt ganz kurz um die Ecke. Duke versucht an mir vorbei zu kommen und bellt wie wild. Ich klemme ihm den Weg ab - möglichst ruhig und IGNORIERE sein Gebelle generel und kucke wieder Tannenspitzen und was auch immer am Himmel an. Körperhaltung entspannt und gelassen. Machen wir zwei drei Mal. Duke kuckt und bellt, versucht aber mit der Zeit nicht mehr an mir vorbei zu schiessen. Trainingshund bleibt in Sicht aber auf Distanz. Duke bellt und beginnt zwischendurch zu Jammern. Ich ignoriere ihn. Plötzlich ist er eine Sequenz ruhig. Sofort loben... Und schwupps, waren anderhalb Stunden vorbei.
Fazit von uns (muss nicht - könnte aber sein): Trainerin hat Duke genau beobachtet. Sein Verhalten ist nich agressiv sondern unsicher. Bestätigt durch das Gejammere zwischendurch. Sie meint: Duke schliesst aus unserer massive Unsicherheit - wenn ein Hund aufkreut - nicht auf sich (was aber so ist, ich bin unsicher weil ich nicht weiss, wie MEIN Hund reagiert) sondern er meint, der ANDERE Hund verunsichere uns dermassen. Deshalb seine Reaktion. Mir fielen ganze Fensterläden von den Augen. Aus diesem Blickwinkel habe ich es noch nie gesehen. Jetzt wird das Trainingsziel sein, Duke zu vermittlen, dass UNS andere Hunde überhaupt nicht verunsichern, sie uns TOTAL egal sind und ihm so die Sicherheit zu geben, dass er nicht mehr für uns den Anderen vertreiben muss. Denn genau das scheint er zu meinen.
Wie übt man das: weiter direkte Konfrontationen meiden.. z.Z. nur die gestellten Situation mit Hunden, da ich noch massiv verbale Unterstützung benötige von der Trainerin. Sehe ich im Alltag einen Hund, einfach kehren und zwar (ich schreib es zum xten Mal) total ruhig.
Weiterhin keine Hetz-Treib- oder Zerrspiele. Duke bleibt an der langen Leine. Ausgleich durch Such-Spur und Revierarbeit.

Tja, gut Ding muss wohl Weile haben. Die interessante Feststellung ist, dass ICH hier die zu Trainierende bin und Duke der "Spiegel" meines persönlichen Verhaltens darstellt. Bin ich sicher, wird er es auch. Bleib ich gestresst, unsicher und hektisch, wird er es ebenfalls bleiben!

Ronja
26.02.2008, 17:58
Ui, das hört sich nach harter Arbeit an.
Ich bräuchte in Deiner Situation auch sehr lange um diese gewisse Gelassenheit zu bekommen.
Nicht einfach, aber zu schaffen, immer kleine Schritte.
Als wir eine Trainerin hatten, fühlte ich mich in ihrer Anwesenheit immer sicher, kaum war ich alleine, war die Unsicherheit wieder da.
Hab auch einige Zeit gebraucht um alles gelassener zu sehen, gut wir hatten jetzt auch nicht so ein extremes Problem wie Du, aber ich kann mich gut in Dich hinein versetzen.
Hab aber doch eine Frage, interessiert mich, Du schreibst:
Wie übt man das: weiter direkte Konfrontationen meiden.. z.Z. nur die gestellten Situation mit Hunden, da ich noch massiv verbale Unterstützung benötige von der Trainerin. Sehe ich im Alltag einen Hund, einfach kehren und zwar (ich schreib es zum xten Mal) total ruhig.
Ich kann das verstehen das Du zur Zeit Konfrontation meiden musst, aber das mit dem abdrehen wenn anderer Hund kommt, auch wenn es ruhig ist, weiß nicht was ich genau davon halten soll.
Denkt Dein Duke dann nicht vielleicht, oh da kommt Hund und wir gehen weg, also das Deiner dann vielleicht denkt, böser Hund kommt da, weil wir ja umdrehen?
Was meint Deine Trainerin dazu, also mit dem einfach kehren?
Das Duke zur Zeit an der langen Leine bleibt, finde ich gut.
Auch denke ich nicht, das Duke agressiv ist.
Wie oft kommt die Trainerin zu Euch, einmal, zweimal die Woche?
Ich frage nur, weil wenn nur einmal, wäre bei Duke dann nicht zweimal besser, halt weil er noch so extrem reagiert?

Jedenfalls finde ich es weiterhin super das Du dabei bleibst und kräftig übst.
Du wirst sehen, es wird sich eines Tages auszahlen, lieber einmal sehr lange Zeit kräftig trainieren, aber dafür die nächsten vielen Jahre in Ruhe spazieren gehen.
Halte durch, auch wenn man manchmal gerne einfach aufgeben möchte, weil es immer wieder Situationen geben wird, wo man denkt, es bringt ja doch nichts. Es bringt immer was, beim einen gehts schneller, beim anderen dauerts länger. Aber Du wirst belohnt werden, das ist sicher.

Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und viel Gelassenheit.
Bin gespannt wie es weiter geht, bitte berichten.

:lach1::lach1::lach1:

Duke
26.02.2008, 18:51
Hallo Ronja
Lieben Dank für Deine "Führsprache" an meinen Durchhaltewillen. Werde im Moment ab und an "belohnt" mit tollen Verhaltensmuster von Duke bzw. von mir *smile*. Aber kann jede - auch verbale - Unterstützung brauchen.
Zu Deiner Frage: hab es etwas unglücklich geschrieben - ich weiss was Du meinst, was Duke verknüpfen könnte. Wenn möglich mach ich keine 180 Grad Wende sondern "schlag" einfach einen Hacken und wechsle die Richtung.
Ich denke nicht, dass Duke den Richtungswechsel verbindet. Ich wechsle z.Z. unglaublich viel die Richtung (wenn mich jemand beobachten würde, meint er sicher, ich sei nicht ganz der Reihe nach). Ziel ist, wo ich gehe, geht auch er. Egal ob da ein Auto, ein Fahrrad, ein Hund, eine Katze, ein Fussgänger oder was auch immer entgegenkommt. Die interessieren mich ja ALLE :blume: nicht.
Bin heute auf einer riesigen Kuhwiese rumgeschlendert und hab alle erdenklichen Wendungen, Abdrehungen usw. gemacht. Duke wackelt mit. Kuck ich in den Himmel beginnt er auch, in den Himmel zu schielen, drehe ich mich in die ANDERE Richtung als z.B. ein lautes Geräusch war, dreht er sich in meine Richtung und nicht in die des Geräusches. Langsam aber sicher hat trägt unser Training längerfristige "Früchte".

Aber danke für Deinen Input. Werde mich mal ganz speziell achten in diesen Momenten um mein Gefühl auch mit Fakten zu unterlegen. Frage auch noch die Trainerin spezifisch.

Wir trainieren 1x pro Woche. Finde den Rythmus gut und es lässt uns genug Zeit um das Erlernte zu üben.

Also, bis bald und frühlingshafte Grüsse von
Karin und Duke

Peppi
27.02.2008, 09:58
Kurze Frage, sowas find ich auch interessant:

Bei den Richtngswechseln, hast Du den Hund an der Leine? Also kommt das Signal über die Leine?

Mein erster Gedankengang wäre bzw. war, er braucht ja gar nicht auf Dich zu achten, weil er auf das Leinesignal wartet.

Ich mach das auch, nur unangeleint wobei beide Hunde absolut verschieden drauf reagieren, mittlerweile das Ergebnis aber stimmt.

(wobei bei mir die Hunde durchaus vor laufen dürfen, solange die Kontakt halten)

:lach1:

Duke
27.02.2008, 12:43
Hallo Peppi
Duke ist an der langen Leine. Und da ich den Richtungswechsel langsam mache, gibt es kein Zeichen über die Leine da diese locker bleibt. Ich gehe dann ein paar Schritte in die eingeschlagene Richtung und bleibe stehen. Duke SOLLTE dann neben mich laufen und auch stehen bleiben. Macht er es gibt es ein Lob in Form von Streichen über den Nacken. Kommt er nicht, gehe ich ein paar Schritte weiter und bleibe wieder stehen (dann ist die Leine kurz vor dem Spannen). Kommt er immer noch nicht, gibt es einen kurzen Ruck. Wie schon beschrieben, sind die Hände mit der Leine bei mir auf Bauchhöhe, dass Duke die Hände nicht sieht beim "Rucken". Ist bereits so, dass er auch an der kurzen Leine zu 80% alle Wechsel mitmacht, ohne dass die Leine spannt.
Du bist schon dort, wo ich hin will. Deine Beschreibung ist mein Ziel. Und wenn er es kann, darf er natürlich auch mal vor mir laufen.

Grüsse
Karin und Duke

Peppi
27.02.2008, 12:52
Ich hab's in Anlehnung an das Amichieng Bonding (?) von Jan Fenell gemacht. Also direkt ohne Leine.

Beim Mops hat's Wunder gewirkt. Der hat mich nach 4 Richtungswechseln sehr wütend angebellt, als ob er sagen wollte "Spinnst Du - dauernd abzuhauen!" Das war sehr süss. Seitdem achtet er eigentlich auf mich...:herz:

vermenschichend, Peppi:lach1:

Duke
27.02.2008, 15:36
genau Peppi
auch wir arbeiten nach AB Jan Fenell-Prinzip. Und das mit der langen Leine ist eigendlich nur ne "Sicherheit" weil meiner ja ausbüxen würde, wenn "Fremdhund" ins Sicht. So käme er nicht zum Erfolg da ja immer noch Leine drann. Wobei ich ja NIE testen möchte, wie es mit der Schwerkraft mal Speed von Hund mal 5 Meter lange Leine für einen Wurfanker-Effekt hätte für mich :schreck:.

Salutti
Karin und Duke

Duke
26.03.2008, 12:37
Hallo Zusammen
so, es ist wieder ein Weile verstrichen und wir sind immer noch fleissig am Ueben mit Duke. Die lange Leine ist unser ständiger Begleiter. Wir üben nach wie vor mit "engagierten" Hunden (immer verschiedene) und es braucht unglaublichge Geduld und Ruhe bis Duke nicht mehr in die Leine prescht. Beim letzten Training stand der "Fremdhund" nach 55 Min. neben uns und Duke war ruhig im Sitz und kuckte nur noch. Wir liefen sogar nachher zusammen zum Auto ohne dass Duke den Hund berührte oder einen Mucks gemacht hat. War schon ein super tolles Gefühl!
Zu Hause haben wir ihn dann einfach in Ruhe gelassen, damit er das Erlebte verarbeiten konnte.
Diese 55 Min. waren extrem. Duke ist total fixiert auf den anderen Hund. Ich rucke ihn, versuche weiter zu gehn. Mache die Distanz sogar grösser und er geht x-mal in die Leine. Ihm hängt die Zunge raus und ist bald heiser vom Bellen, aber aufgeben oder besser sich ergeben... keine Spur. Es braucht VIEL Zeit und von uns in Bruchteil von Sekunden das richtige Verhalten um ihn auf den richtigen Verhaltensweg zu bringen.
Was mittlerweilen schon recht gut geht, dass ein Hund auf Distanz keine Erregung mehr verursacht und er zwar kuckt oder manchmal die Haare stellt, aber durch mein gelassenes Weitergehen mir folgt.
Habe gerade die anderen Threats noch gelesen betr. Problemhund und Angst/Unsicherheitsbellen und in die Leine gehn. Kann ebenfalls nur empfehlen, mit einem professionellen Trainer an die Sache ran zu gehn.

Aes Grüessli vo Eus
Karin + Duke

Bibi
26.03.2008, 13:34
Hui Karin, das klingt wie immmer anstregend, puh, ich beneide dich nicht8hab ja genug eigenen Kram ... )
Aber ich finde es klasse:lach2: das du so tapfer dranbleibst und die Situation weiter ändern willst. Wie viele Leute gibt es denen das völlig wurscht ist und die ihren Hund mittels Stachelband etc. hinter sich herschleifen wollen weil sie keinen Bock haben sich damit auseinanderzusetzten:boese5: Sehr schön zu lesen das du weitermachst und es ja auch immer wieder Fortschritte gibt. Halte durch und berichte bitte weiter:lach1:

Ronja
26.03.2008, 17:34
Super Karin, Du und Dein Duke Ihr schafft das, hört sich doch alles schon super positiv an :lach2:
Kleine Schritte führen auch zum Ziel, finde es auch klasse wie sehr Du Dir Mühe mit Duke gibst und auch durchhälst und konsequent bist, großes Lob, wirklich das schafft nicht jeder :lach2:

Bin auch schon gespannt auf Deinen nächsten Bericht.

Nicht aufgeben :lach1:

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