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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bullmastiff als Familienhund


Chris1816
15.09.2017, 09:45
Hallo,

mein Name ist Chris, ich bin Mitte 30 und ich bin neu im Forum.
Ich habe seit Jahren den Wunsch nach einem eigenen Hund für meine Familie und mich und beschäftige mich schon länger intensiv mit den verschiedensten Hunderassen.

Erstmal etwas mehr zu meiner Familie und unserem Umfeld:

Unsere Familie besteht aus meiner Frau, unserem 2 Kinder (5 Monate und 9 Jahre) und mir. Da unser Jüngster noch recht frisch ist, ist ein Hundeeinzug auch erst in 1-2 Jahren geplant.
Meine Frau ist in einer Jägerfamilie groß geworden und hat daher immer mit Hunden zu tun gehabt.
Auch in meiner Familie gab es immer Hunde, jedoch nie meinen Eigenen.
Wir wohnen mit meinen Schwiegereltern ( jahrelange Hundeerfahrung mit Jagdhunden) zusammen in einem Mehrgenerationenhaus und haben mehrere Tausend Quadratmeter Grundstück zur freien Verfügung. Es ist immer jemand da, Arbeit und Urlaubszeit wären immer abgedeckt. Der Hund wäre nur mal kurzfristig allein auf dem Grundstück, wenn wir einkaufen müssten und unsere Schwiedereltern zeitgleich einen Termin hätten. Das kommt aber absolut selten vor. Welpenschule, Hundekurs mit den Kindern und der gesamten Famile sind fest eingeplant. Dass es ein Listenhund ist und ein Wesenstest gemacht werden muss, ist uns bewusst, genau so wie die erhöhten Kosten für Futter, Arztbesuche oder mögliche OPs.

Meine oberste Priorität war immer, dass die Ansprüche des Hundes und unsere zusammenpassen. Daher war eine Kinderverträglichkeit mit einem ruhigen Wesen des Hundes und einer hohen Reizschwelle immer wichtig. Wir selbst wissen, dass wir keine Hunde wollen, die speziell für die Jagd gezüchtet wurden oder sehr viel Bewegung benötigen, um ausgelastet zu sein.
Eigentlich hatten wir uns daher auf eine Labrador Hündin (Show-Linie) grob festgelegt.

Nur als Zusatzinfo:
Mein Schwiegervater möchte sich zur gleichen Zeit wieder einen neuen Fox Terrier (Welpe) als Jagdhund anschaffen. Jedoch soll unser Hund nicht zur Jagd genutzt werden.

Nun wurden wir vor einiger Zeit zu Freunden eingeladen, die wir lange nicht gesehen haben. Ich wusste, dass dort ein neuer Hund vor 2 Jahren eingezogen war, aber nicht welche Rasse. Als ich die Bullmastiffhündin dann gesehen und erlebt hatte, war ich begeistert. Ich habe mich jetzt intensiv belesen, habe mir das Buch "Bullmastiffs Heute" gekauft und gelesen. Ich stehe auch im intensiven Kontakt mit unseren Freunden, um so viel wie möglich an Informationen aufzusaugen. Ich versuche auch viel Zeit mit der Bullmastiffhündin von unseren Freunden zu verbringen, um mir vom Wesen ein eigenes Bild zu machen.

Jetzt bin ich auf dieses Forum gestoßen und möchte die Gelegenheit nutzen, um hier von Molosser-Besitzern und im speziellen von BM-Besitzern mehr zu erfahren.

Welche positiven und welche negativen Erfahrungen gibt es mit BMs?
Ist er als Familienhund wirklich so gut?
Ich habe gehört, dass verstärkt Gesundheitsprobleme bei der Rasse auftreten und nur noch selten gesunde Hunde erworben werden können? stimmt das?
Ich weiß auch, dass der BM, molossertypisch etwas eigensinnig und stur sein kann. Da wir noch keine Molosser hatten, nur andere Hunderassen, wollte ich wissen, wie gut man diese Sturheit in den Griff bekommt?
Wie verträglich ist der BM mit anderen Hunden? Wir würden ja zeitgleich 2 Welpen einziehen lassen?
Kann mir jemand Empfehlungen zu BM-Züchtern geben oder von welchen im Speziellen abraten? (Bitte dazu ausschließlich per PN)

Ich hoffe, das war jetzt nicht zu viel, aber ich möchte so viel wie möglich erfahren:)

LG Chris

Amélie-Malu
15.09.2017, 11:06
Erst einmal ein herzliches Willkommen. Ich kann Dir da nichts zu schreiben, denn ich habe Mastiffs.

VG Amélie-Malu

Scotti
15.09.2017, 12:13
Erst einmal hallo. :)
Ich halte den BM für den idealen Familienhund, allerdings kann er auch manchmal sehr stürmisch sein, kleinere Kinder (und Omas) werden gerne mal über den Haufen gerannt, das sollte man bedenken.
Anderen Hunden gegenüber kommt es auf den einzelnen Charakter an, meine Hündin ist zu jedem nett, wenn sie einer verhauen will spuckt sie nicht in die Suppe, normalerweise, gerade bei kleinen Hunden versucht sie allerdings erst einmal die Situation mit Spielaufforderung zu entspannen, sie ist aber auch eine sehr selbstsichere Dame.
Unser (unkastrierter) Rüde war auch extrem verträglich, es sei denn Rüden haben ihn angepampt. Dann hat er sie in den Boden gerammt, was bei 70 Kilo ein Leichtes für ihn war. Aber auch er hat bei selbstbewussten Rüden die sich normal verhalten haben eher den Rückzug angetreten. Das kommt aber auch auf die Linie an, dein Züchter kann dir da sicherlich sagen in welche Richtung dein Hund vermutlich neigen wird.

Häufig kommen sie ein Leben lang gut mit den Hunden klar die sie als Welpe kennen- und liebenlernen.
Was die Sturheit angeht machst du dir vermutlich keine Vorstellung. :D:D

Aber auch da kommt es auf den einzelnen Hund an.
Kleine Anekdote unseres Rüden:
Boxerplatz, erstes Mal. Cash war 2 Jahre alt. Ich sollte, um seine Aufmerksamkein zu erlangen immer hin und her gehen und ihn dabei "mitnehmen", ohne ihn aufzufordern, einfach immer die Richtung wechseln, der Hund an der Leine sollte lernen auf mich zu achten. Das ist natürlich bei dem Gewicht alleine schon eine lustige Vorstellung.
Nach 2 Minuten wurde es ihm zu doof, er liess sich zu Boden fallen, legte sich auf die Erde und schlief ein. :kicher:
Ich bin nie wieder hingegangen. :D

Unsere Hündin bleibt auf Spaziergängen einfach stehen wenn sie keine Lust mehr hat, ziehe ich dann an der Leine legt sie sich hin.
Für den Hundeplatz ist sie nicht geeignet, sie ignoriert mich dann einfach und fängt an zu schnüffeln, ZOS und Mantrailing hingegen macht sie total gerne, wobei Mantrailing bei uns so aussieht das ich ihr den Geruchsgegenstand gebe, sie dann erstmal 1 Minute rumsteht und dann langsam anfängt zu suchen.
Alle anderen Hunde stehen schon teilweise kreischend in der Leine, bei Peps denkt man immer sie hats nicht kapiert.
Wenn sie dann loslegt ist sie aber extrem gut, sie ist halt eigen.

Wir waren am Wochenende bei unserer Züchterin, dort konnte ich mal wieder feststellen wie unterschiedlich die Rasse doch ist, sie hat auch richtig arbeitsgeile Hunde dabei.

Was die Gesundheit angeht gibt es auch bei dieser Rasse Ausreisser nach oben und nach unten. Unser Rüde starb mit nichtmal 4, sein Opa lebt jetzt mit 11 Jahren immer noch.
Bedenke, ein BM wiegt gerne mal 60 Kilo, alles, wirklich alles ist teuer.
Andere brauchen 1 Tablette, dein Hund braucht 3.usw.

asw-steyr
15.09.2017, 14:11
Servus und hallo Chris,

zum BM kann ich leider nicht viel sagen, da ich andere Rassen kenne und führe.
Aber ich habe deinen Text ausführlich gelesen und muß sagen das es eine tolle Sache ist wenn man Bekannte hat die einen in Fragen um die Rasse helfen, man sich Literatur besorgt und in Internet forscht, sollte eigentl. ja jeder so machen der vor hat sich die nächsten Jahre fest an einen 4 (oder auch 3...:D )-Beiner zu binden.
Doch Vergleiche mit anderen Individuen der gleichen Rasse sind hald auch immer so eine Sache, jeder Züchter lobt seine Hunde in den Himmel, in Büchern und im Internet findet man viel, und Bekannte, ja haben die einen Vergleich zum Beispiel zum Labrador oder Spitz oder schon mehrere BM`s gehabt ?
Bis zu einem gewissen Grad würde ich sagen, und den schätze ich persönlich als nicht gerade gering ein ist man selbst dafür verantwortlich was man am Ende daheim sitzen hat, dazu kommt hald noch die Anlage und das Wesen des Hundes den man sich ausgesucht hat.Auch hierbei sei gesagt-selbst in einem Wurf können alle sehr unterschiedlich ausfallen was die Wesenszüge usw. betrifft.
Also irgendwie Glückssache, Bauchgefühl, und Erziehung, und nicht zu viel aus einem Buch oder vergleichbaren Bekanntenhund übernehmen und glauben 1 zu 1 genau sowas zu bekommen sondern eher "nehmen wie es kommt" :kicher:

Gruß :lach4:

Mike

Chris1816
15.09.2017, 20:27
Dankeschön für eure schnellen Antworten.��
Es ist sehr interessant, welche Formen der Sturheit ein BM so annehmen kann��
Damit habe ich gar kein Problem und auch meine Familie nicht. Wir wissen, dass die Hundehaltung nicht nur Spaß ist, sondern auch viel Arbeit.

Ich hoffe, dass noch ein paar Bullmastiff-Halter hier im Forum sind und mir ein paar Einblicke in ihre Erfahrungen geben können.

Schönen Abend euch

Ignis
16.09.2017, 11:40
Hallo und herzlich willkommen!

JA, der Bullmastiff kann DER ideale Familienhund sein - es kommt wie immer auf den Hund, die Familie und vor allem die Erziehung an...

Scotti hat es oben in meinen Augen ganz gut getroffen was Familie und andere Hunde angeht.

Bezüglich der Sturheit sind sie legendär und dennoch berechenbar... Als Welpe sind wir mehr "Gassi gestanden" als "Gassi gegangen", alles war neu und Bewegung wurde als notwendiges Übel empfunden - es sei denn, man fand etwas interessant! Wer hier schon klein bei gibt, bekommt natürlich eine Couchpotatoe sondergleichen und wird den Hund nie sonderlich für ausdauernde Spaziergänge begeistern. Snorre ist nun 3 Jahre und macht bei entsprechender Witterung locker und gerne 10 - 15km Spaziergänge und auch gelegentlich längere Wanderungen ohne Murren und mit Spaß mit.
Auch der Hundeplatz ist keine NoGo-Area, wir haben im Welpenalter angefangen und sind dank liebevoller Konsequenz und "Tonnen" von Fleischwurst und Käse mit Begeisterung dabei - im Rahmen der begrenzten Möglichkeiten! Wer die Begleithundeprüfung mit voller Punktzahl rocken will, sollte sich ne andere Rasse suchen!
Die Beschreibung Beamtenhund passt recht gut: Kommando kommt, der BM schaut erstmal ob er gemeint ist, danach wird er pruefen ob er auch wirklich zustaendig ist und im Anschluss wird nochmal die Stimmung gecheckt, bevor das Kommando ausgefuehrt wird... Für Fleischwurst und Kaese tun sie aber fast alles!
Grade bei den Rueden kann das Thema abrufen (ohne Leine) jedoch zum Dauerthema werden, wenn man im Welpenalter nicht konsequent gearbeitet hat.
Aktuell arbeiten wir an der BH-Pruefung, haben jedoch den Hundefuehrerschein S-H, den VDH-Hundefuehrerschein, die Pruefung zum "Helfer auf vier Pfoten" (http://www.helfer-auf-vier-pfoten.de/index.php/de/) und aktuell die orangene K-9 Mantrailing-Pruefung... - also arbeiten kann und mag der BM wenn ihm etwas Spaß macht!

Das Zusammenleben mit kleinen Hunden in einem Haushalt funktioniert (wir haben noch einen 6 1/2kg Sheltie), allerdings war unsere Lütte schon 3 1/2 Jahre als Snorre mit 9 Wochen und 12kg kam. Ganz klar - Sie ist die Chefin, und er lässt Sie gewähren.
In der Doppelkombi Welpe / Welpe hätte ich aufgrund des Größenunterschiedes bedenken, weil die BM´s doch recht tollpatschig sind. Snorre ist im Spiel als 1/2 jähriger mal auf Smilla gefallen - die hatte danach ne Ganzkörperprellung und brauchte eine Woche Schmerzmittel.

Bei der Gesundheit ist es immer eine individuelle Sache des Tieres. Schau dir die Eltern genau an (HD, ED, etc.), vermeide die "Riesen"zuchten, kein BM muss 60kg+ wiegen, füttere deinen Hund nicht fett und bedenke, Treppensteigen, Radfahren, etc. sind, wenn irgendmöglich, erst ab 1 1/2 Jahren angesagt... Wenn man das beachtet, hat man schon viele Voraussetzungen geschaffen um einen gesunden BM zu bekommen - und dennoch kann es passieren das der Hund kränkelt und zu einem großen Kostenfaktor wird, Krankenversicherung sollte man mal überdenken.

Zu guter Letzt noch ein Buchtipp: Versuche mal das Buch "Der Bullmastiff: Erfahrungen und Erinnerungen aus über zwanzig Jahren mit Bullmastiffs" von Herbert Siebold zu bekommen. Aktuell wird es nicht mehr aufgelegt, gelegentlich gibt es aber gebrauchte Bücher. Ich habe Herrn Siebold vor 4 Jahren direkt angeschrieben und so noch ein signiertes Exemplar bekommen. Adresse findet man mit etwas Googeln. Herr Siebold war DER deutsche BM-Züchter - er hat 30 Jahre lang gezüchtet (Zwinger nicht mehr aktiv, daher nenne ich den Namen) und maßgeblich zur Verbreitung und Etablierung der Rasse in Deutschland beigetragen.

Eine Sache noch: BM sind trotz ihres Äußeren meist Sensibelchen und ein scharfes Wort im Haus genügt um einem BM nachhaltig zu beeindrucken, manchmal mit der Folge, dass der Hund sich beleidigt in Körbchen trollt.
Die in der Jägerschaft leider immer noch weitverbreiteten und üblichen körperlichen Erziehungsmethoden (Tele-Tack, etc.) sind bei einem BM in meinen Augen absolut kontraproduktiv und eher schädlich!!! (Natürlich gibt es bei den Jägern auch Ausnahmen...!)

Für weitere Fragen kannst du mich gerne per PN anmorsen...

MfG,

Sven & Snorre

Maren&Bruno
16.09.2017, 11:55
Hallo und herzlich willkommen.

Zu BM kann ich leider nichts beitragen. Mich begleitet jetzt ein Mastiffrüde und zuvor eine BX- Dame, beide eigenwillig, stur und unglaublich liebenswert. Wobei die BX-Dame ausgesprochen robust in ihrem Wesen war, der Mastiff hingegen sehr empfindsam und sensibel ist.

Chris1816
16.09.2017, 18:53
Hallo Ignis und Maren&Bruno.

Vielen lieben Dank, dass du dir so viel Zeit genommen hast und mir deine Erfahrungen so ausführlich aufgeschrieben hast @Ignis
Das sind alles sehr tolle Infos und nach dem Buch werde ich sofort suchen.

Wir haben uns schon jetzt entschieden, dass es für den BM eine Krankenversicherung neben der Hundehaftpflicht geben wird. Das Risiko ist einfach zu groß, dass teure Untersuchungen oder OPs notwendig werden.

Wieviel Nähe braucht eigentlich ein BM?
Ich habe gelesen, dass sie sehr viel Nähe zur Familie brauchen und es auch lieben im Haus zu leben.
Wir haben aber kein ebenerdiges Haus, was ein Einzug des Hundes durch die Treppen ausschließt. Er würde auf unserem Grundstück leben und könnte sich frei bewegen. Zumal wir sehr viel Draußen sind und er viel Zeit mit uns verbringen würde.
Eine Zwingerhaltung lehnen wir grundsätzlich schon ab. Auch die "speziellen" Erziehungsmethoden gab es bei uns noch nie und wird es auch nie geben. Hunde schlägt man nicht und erzieht sie auch nicht mit Gewalt.

Der Hinweis mit den zwei Welpen gleichzeitig war sehr gut. Danke.
An das Gewicht des BM-Welpen habe ich gar nicht gedacht. Das Gewicht kann bei einem kleinen Fox Terrier Welpen schon gefährlich werden. Darüber werden wir nochmal nachdenken.

Gibt es eigentlich grundsätzliche Wesensunterschiede oder Besonderheiten zwischen Hündinnen und Rüden beim BM oder ist das wie bei allen Rassen?

Viele liebe Grüße

Scotti
16.09.2017, 19:24
Unsere Hündin ist nicht sehr kuschelig, kommt aber auch häufig zu uns aufs Sofa, auch wenn sie sich nicht zwangsläufig an uns kuschelt. Unser Rüde hat jedes Mal wenn ich auf dem Sofa gelegen habe auf meinem Schoß gelegen, Bullmastiffs brauchen zwingend und unbedingt Körperkontakt.

Kann der Hund nicht ins Haus würde ich von dieser Rasse absehen.

Chris1816
16.09.2017, 19:31
Hi Scotti,

das ist ja dann doch sehr deutlich. Das bringt mich zum Überlegen.
Gibt es eine ähnliche Molosserart, die ebenfalls sehr kinderlieb ist und nicht unbedingt ins Haus muss? Das können wir mit den Treppen keinem Hund antun.

LG

Maren&Bruno
16.09.2017, 19:36
Auch wenn ich keinen BM habe, ein Mastiff / BX ist in der Hinsicht schon vergleichbar. Er braucht wirklich die Nähe seiner Familie...am liebsten hat er alle um sich. Und gerade mein Rüde kann sich auch mal 2 Stunden die Wampe kraulen lassen. Oder er braucht jemanden, der ihm im Schlaf die Pfote hält.

Wir haben kein ebenerdiges Zuhause. Daher haben wir es so geregelt, dass die Hunde 1 x am Tag 10 Stufen nach oben ins Schlafzimmer und 1x am Tag wieder nach unten steigen. Welpen / Junghunde tragen wir solange dass meine Bandscheiben mitmachen. Und dann üben wir langsam hoch und runter laufen an der Leine. Und dann klappt das gut. Zumindest bei einem Hund, der soweit fit ist.
( Ist ein Hund krank , schlafe ich beim Hund im Erdgeschoß)

Unser Mastiff hat übrigens ziemlich schnell begriffen, dass man bei kleinen Hunden vorsichtiger sein muss. Es waren eher die Kleinen, die sich keine Platte gemacht haben, dass der Kumpel 10 x so schwer ist.

Scotti
16.09.2017, 20:05
Wie hoch sind eure Treppen denn?

Ich bin der Meinung auch ein Junghund kann ein bis zweimal am Tag einige Treppen laufen, Kindern verbietet man das ja auch nicht. Bei uns im Verein gilt immer die Regel dass der Hund keine Treppenstufen steigen darf die ihm über den Ellenbogen gehen, aber das dürfte bei einem BM ja schon im Alter von acht Wochen der Fall sein. Hoch ist halt leichter als runter.

baanicwu
16.09.2017, 20:06
*Er würde auf unserem Grundstück leben und könnte sich frei bewegen. Zumal wir sehr viel Draußen sind und er viel Zeit mit uns verbringen würde.*
Eine Zwingerhaltung lehnen wir grundsätzlich schon ab.

Wo soll er denn dann sein?
Nicht im Haus und nicht im Zwinger?
Einfach so auf dem Grünstück und Hundehütte ....:schreck:

Maren&Bruno
16.09.2017, 20:13
Ganz normale Stufen, die gehen definitiv nicht über die Ellenbogen.
Wir haben eine Tür an der Treppe, die wir am Tag zumachen. Das Leben am Tag spielt sich eh im Erdgeschoss ab.
Ich möchte nicht, dass der Große ständig hoch und runter rennt. Und einmal am Tag ist gut zu vertreten.

Mir ist es wichtig, dass der Dicke auch in unserer Nähe schlafen kann. Auch wenn er nicht ins Bett darf, so liegt er doch gleich daneben.

Scotti
16.09.2017, 20:20
Dich meinte ich gar nicht, ich sehe das genauso wie du. Ich meinte den Ersteller, da er schrieb dass der Hund wegen der Treppe nicht ins Haus kann. Unsere Madame darf auch abends hoch ins Schlafzimmer, tagsüber nicht. Cash durfte gar nicht nach oben wegen seinen Knochen.

Chris1816
16.09.2017, 20:35
@baanicwu

wir haben ein sehr großes Grundstück.
Auf dem steht unser Wohnhaus und direkt daneben sind Nebengelasse.
Die Nebengelasse nutzten unsere anderen Hunde auch für sich.
Ansonsten bewegen sie sich frei auf dem komplett umzäunten Gelände.
Wenn es mal sein muss, können wir unser Gelände abtrennen und die Hunde bleiben dann bei den Nebengelässe und im hinteren Bereich des Grundstücks.
Tagsüber begleiten uns die Hunde immer und überall auf dem Gelände, im Wald und den Feldern.

Ich würde den BM gern mit ins Haus nehmen, aber meine Schwiegereltern leben im Erdgeschoss, wo man schon einige Stufen überwinden muss und meine Familie das Obergeschoss. Das sind dann noch mehr Treppen. Das funktioniert mit Hunden oder so einem großen Hund einfach nicht.

LG

Maren&Bruno
16.09.2017, 20:36
Naja Scotti ... eigentlich mache ich gerade Werbung für BM im Haus , auf dem Sofa und im Garten, also immer mittendrin:lach4:

Scotti
16.09.2017, 20:40
Naja Scotti ... eigentlich mache ich gerade Werbung für BM im Haus , auf dem Sofa und im Garten, also immer mittendrin:lach4:


:ok:
Also einen BM zu halten wenn man ihn nicht ins Haus lassen kann, das halte ich für nicht vertretbar.

Da gibt es sicherlich andere Rassen bei denen das nicht so das Problem ist. Aber ich habe noch keine größeren schmuse backen als diese Rasse erlebt und wenn ich mir vorstelle die dürften nicht nachts im Haus sein… Geht gar nicht.

Chris1816
16.09.2017, 21:01
@scotti
Danke für deine ehrlichen Worte.
Das die Rasse so viel Nähe benötigt, hätte ich nicht gedacht. Aber deswegen bin ich ja hier.
Ich möchte die Erfahrungen von Haltern sammeln, um dann eine Entscheidung treffen zu können, die für uns und den Hund passt :)

Grazi
16.09.2017, 22:36
Bis auf viele nordische Rassen und viele Herdenschutzhunde (Ausnahmen bestätigen die Regel) gehören ALLE Hunde mit ins Haus, da sie als soziale Lebewesen die Nähe zu ihren Menschen suchen und genießen.

Leider kennen wir solche "Haltungsbedingungen" von vielen Jägern. :hmm:

Unter diesen Umständen solltet ihr euch wohl besser von dem Gedanken an einen Molosser verabschieden... es sei denn, ihr entscheidet euch für einen nicht ganz so schweren Hund, dem man durchaus zumuten kann, ein paar Mal am Tag die Treppen (falls nicht zu steil und vor allem nicht zu glatt) rauf- und runterzulaufen.

Solange man den Hund im Wachstum nicht überlastet, man ihm sofort beibringt, die Treppen langsam zu bewältigen...und er nicht nach Lust und Laune rauf- und runterpoltern kann (notfalls kann man eine Treppe mit einem Kinderschutzgitter absichern), ist das nämlich durchaus in Ordnung.

Sollte der Hund mal verletzungs- / krankheitsbedingt oder später im Alter nicht Treppen laufen können, hilft es natürlich, wenn man ihn notfalls tragen kann. Oder wenn das Verhältnis zu der unten lebenden Verwandtschaft so gut ist, dass man in solchen Fällen auch mal mit dem Hund unten nächtigen kann.

Grüßlies, Grazi

Conti Inca
17.09.2017, 06:21
Ich finde JEDER Hund muss ins Haus dürfen... klar, manche bleiben von allein lieber draußen (wie bereits oben geschrieben wurde) aber auch die müssen wählen können.
Meine Rottimixhündin war nicht ganz so kuschelig wie meine Contihündin, aber beide haben im Bett und auf der Couch geschlafen und liebten Körperkontakt... ich übrigens auch. ;) :D Der Rottimixhündin war halt schnell mal zu heiß aber die Contihündin hat echt unter der Decke gepennt, gerne auch in Löffelchenstellung. :kicher:
Die Jagdhunde von meinem Dad sind tagsüber auch mal einige Stunden im Zwinger... ist jetzt nicht grad mein Ding, find ich aber vertretbar weil der Zwinger groß ist, sie sich dort wohl fühlen und jeden Tag mit ins Revier dürfen. Abends und nachts sind sie im Haus, seit neuestem dürfen sie auch mal auf die Couch zum Kuscheln. :) Schlafen tun sie im Vorraum in orthopädischen Kudden. :D
Also für mich steht fest Familienanschluss ist wichtiger als tausende Quadratmeter.

Ignis
17.09.2017, 07:55
Zum Thema Treppensteigen: natürlich steigt auch unser Hund Treppen, nur haben wir ihn im 1. Jahr nicht steigen lassen und danach ganz langsam an das Steigen gewöhnt, nun "schreitet" der Große die Stufen und selbst dann wird mir noch ganz anders wenn ich sehe wie die 56,5kg auf die Schultergelenke gehen...

BM ohne Familienanschluß kommt Folter gleich... (etwas plakativ ausgedrückt)

Chris1816
17.09.2017, 09:43
Guten Morgen,

Danke für eure ehrlichen Worte.
Das finde ich gut, denn es bringt mich zum Überlegen.
Damit ich es richtig verstehe, unter Familienanschluss meint ihr den Anschluss an die Familien zu jeden Zeitpunkt? D.h. auch jederzeit im Haus? Tagsüber haben unsere Hunde immer Anschluss an uns, da wir fast ausschließlich draußen sind und die Hunde uns überall hin begleiten. Nur nachts sind sie allein draußen und schlafen in ihrem Nebengelass.
Das ist für einen BM zu wenig?

Für uns gibt es leider keine Möglichkeit den Hund komplett in unser Haus zu nehmen.
Die Treppe in das Obergeschoss ist viel zu steil und hat zu kurze Treppenstufen. Das ist für jeden Hund ein zu großes Risiko.
Im Erdgeschoss hätten wir im Flur Platz für einen Schlafplatz an der Treppe für den BM, aber wir schlafen trotzdem eine Etage höher.

Ich habe ja noch Zeit und wenn ich dem BM nicht gerecht werden kann, werde ich mich umorientieren.

LG

Louis&Coco
17.09.2017, 10:56
Guten Morgen,

Danke für eure ehrlichen Worte.
Das finde ich gut, denn es bringt mich zum Überlegen.
Damit ich es richtig verstehe, unter Familienanschluss meint ihr den Anschluss an die Familien zu jeden Zeitpunkt? D.h. auch jederzeit im Haus? Tagsüber haben unsere Hunde immer Anschluss an uns, da wir fast ausschließlich draußen sind und die Hunde uns überall hin begleiten. Nur nachts sind sie allein draußen und schlafen in ihrem Nebengelass.
Das ist für einen BM zu wenig?

Für uns gibt es leider keine Möglichkeit den Hund komplett in unser Haus zu nehmen.
Die Treppe in das Obergeschoss ist viel zu steil und hat zu kurze Treppenstufen. Das ist für jeden Hund ein zu großes Risiko.
Im Erdgeschoss hätten wir im Flur Platz für einen Schlafplatz an der Treppe für den BM, aber wir schlafen trotzdem eine Etage höher.

Ich habe ja noch Zeit und wenn ich dem BM nicht gerecht werden kann, werde ich mich umorientieren.

LG

Meiner Meinung nach kann ein Hunde durchaus mal alleine sein, das hat nichts mit "kein Familienanschluss" zu tun. Familienanschluss heißt für mich, dass der Hund in der Familie lebt-eben auch mit in den Räumlichkeiten ist, in der sich die Familie so aufhält. Gerade nachts leben soziale Verbände im "Schutz der Gruppe", wenn man das so nennen möchte. Unsere 3-beinige AmStaff Hündin tut sich lieber den anstrengenden Aufstieg ins Schlafzimmer an, als alleine unten zu schlafen. Dabei schläft sie oben wie unten in einem "baugleichen" Bettchen. ;)
Ich habe keine Ahnung wieviel ihr tatsächlich draußen seid, aber ich kann mir schwer vorstellen, dass man sich das ganze Jahr über, den ganzen Tag lang, bei jedem Wetter draußen aufhält...:twink: Selbst wenn, dann gehen irgendwann alle hinein und der Hund bleibt zurück. Kann durchaus funktionieren, einen Hund kann man an vieles gewöhnen...ist aber nicht grade nett. Vor allem, wenn man einen Familienhund haben möchte. Zudem fand ich immer, dass Hunde aus meinem Bekanntenkreis, die draußen lebten, meist nicht sehr gut rochen. Fell und Haut stellen sich darauf ein und gerade solche Hunde sollte man wahrscheinlich nicht so oft baden. Da ich da sehr empflindlich bin und keinen stinkenden Hund möchte, käme das für mich deshalb schon nicht in Frage...:uebel::kicher:

Wie Grazi schon geschrieben hat, es gibt ja durchaus ein paar Hunderassen, denen das eventuell leichter fällt. Ein Herdenschutzhund hat vermutlich weniger Probleme damit und ist körperlich für Außenhaltung sicher besser geeignet als ein BM. Es kommt allerdings auch da wieder auf das Individuum an und aus welcher Zucht er kommt. Bei einem HSH ist das mit der Erziehung unter Umständen dann aber ein ganz anderes Thema...;):D

Es gibt auch tolle kleinere Molosser bzw Rassen, die sich super als Familienhund eignen und die man auch mal über eine Treppe rauf bzw runter tragen kann (runter ist ja meist das Problem). Vielleicht schaust du dich mal weiter um und findest ja was anderes...

Du wirst sicher auch andere Meinungen hören-gerade bei den BM gibt es ja immer wieder Züchter, die ihre Hunde im Zwinger halten. Das hat meiner Meinung nach aber meist eher praktische Gründe...:hmm:
Meine Bullmastiff-Rotti-Mix Hündin wäre bei Außenhaltung zugrunde gegangen. Sie war dafür viel zu sensibel und anhänglich und wäre totunglücklich gewesen, wenn sie keinen Anschluss gehabt hätte. Gerade nachts, obwohl sie nicht so oft direkt im Schlafzimmer war, so war sie doch in unserem gemeinsamen Zuhause. Sie hätte es nicht verstanden wieso sie nachts von ihrer Familie getrennt sein sollte.

sina
17.09.2017, 16:22
Unsere Biene ist total verschmust, liebt die kleinen Enkel, 5,4 und 3 abgöttisch und schläft
sehr gerne mit drei Katzen in ihrem Bett. Sie ist eine ausgesprochene Schmusemaus und auch mit den Kindern sehr zärtlich und vorsichtig.
Andererseits ist sie wachsam, mag nicht
so gerne andere Hunde aber ist ein absoluter Familienhund! Heute wollte sie in den Garten und wo lag sie...auf der Gartenliege natürlich! :D:34:
Das Thema Treppensteigen. ..ist der BM jung und gesund sollte es möglich sein. Aber was ist wenn er alt ist, kranke Gelenke hat und fast 60 kg wiegt? Das sollte unbedingt bedacht werden!
Nun zu dem letzten Punkt von dir... er soll nicht ins Haus aber draussen sein Leben verbringen......Sorry wenn ich mal ganz offen und vielleicht etwas böse frage :
Warum lasst ihr euch keine vernünftige Alarmanlage einbauen denn es scheint so als braucht ihr einen großen, kräftigen Hund der etwas hermacht um das Grundstück
zu bewachen! :sorry::schreck:
Ich greife dich nicht an aber bei solch einer Vorstellung wie ein BM sein Leben tristen soll sage ich meine Meinung!
Ich hoffe sehr das ihr es euch noch einmal genau überlegt ob ihr einem Hund ein liebevolles Familienleben bieten könnt!

Lee-Anne
17.09.2017, 18:45
Bis auf viele nordische Rassen und viele Herdenschutzhunde (Ausnahmen bestätigen die Regel) gehören ALLE Hunde mit ins Haus, da sie als soziale Lebewesen die Nähe zu ihren Menschen suchen und genießen.

Kurze Frage: Wenn du von nordischen Rassen und Herdenschutzhunden sprichst, hast du wahrscheinlich automatisch größere Rudel „im Kopf“. Also wahrscheinlich keinen einzelnen Malamute oder Maremanno der nachts völlig alleine irgendwo draußen herumliegt während seine „Familie/Herde“ gemütlich im Schlafzimmer schnarcht :) Und wenn tatsächlich eine Herde vorhanden ist, sind es meist auch mehrere HSH.

Bei größeren Rudeln könnte ich mir so gut wie jede Rasse unter solchen Bedingungen vorstellen, da sie dann in sich eine eigene „Familie“ bilden. Allerdings hat das dann rein gar nichts mehr mit einem Familienhund zu tun.

Sich einen „Familienhund“ zu wünschen, ihn aber nicht vollständig in die Familie integrieren zu wollen oder können, schließt sich für mich aus. Einen BM nachts irgendwo zu „parken“ kann auch ziemlich nach hinten losgehen. BM’s sind große und sture Sensibelchen, die dir bei „Nichtgefallen ihrer persönlichen Situation“ auch mal ganz galant „den Stinkefinger“ zeigen können. Verständlicherweise.

Den Vorschlag sich einen Hund zuzulegen, den man größen- und gewichtsmäßig einfach die Treppen hoch und runter tragen kann, fand ich daher noch am allerbesten.

Chris1816
17.09.2017, 19:47
Hi,

ich möchte gern nochmal etwas verdeutlichen:

Ich bin hier um Erfahrungen und Informationen über die Rasse Bullmastiff zu bekommen.
Ich möchte wissen, ob ich der Rasse gerecht werden kann. Scheinbar kann ich das derzeit nicht und das bringt mich zum Überlegen. Es ist ja nicht so, dass ich mir aus der Laune heraus, gestern schon einen BM gekauft habe. :)

Dass viele Leute ihre Hunde mit ins Haus nehmen, finde ich okay. Würde ich auch gern, wir können es nicht (aufgrund der steilen Treppe) und wenn, dann nur in einen kleinen, begrenzten Bereich im Flur. Was aber dann auch nicht sinnvoll ist. Dazu kommt, dass ein Körpergewicht von 60 kg oder mehr, bei Krankheit des Hundes zu großen Problemen führt. Daher steht fest,dass ein Bullmastiff bei uns im Haus einfach nicht realisierbar ist.

Ich persönlich glaube jedoch nicht, dass jeder Hund unbedingt ins Haus muss.
Dass der Bullmastiff die Nähe zur Familie so stark benötigt, hätte ich einfach nicht gedacht. Aber dafür bin ich ja in diesem Forum.

Was für mich schwierig ist, sind die Vorstellungen des "Familienhundes".
Ich persönlich glaube schon, dass ein Hund auch Familienhund sein kann, auch wenn er nicht im Haus ist, aber viel Zeit mit ihm verbracht wird und er ausgelastet wird.
Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass mir unterschwellig unterstellt wird, dass der Hund bei uns aufs Grundstück gesetzt wird und dann keine Beachtung mehr bekommt.:schreck:
Ich weiß, dass es solche Hundehalter gibt, die sich nicht um ihre Hunde kümmern und sie dahin siechen lassen. Das ist absolut nicht mein Vorhaben und ich würde auch nicht 1-2 Jahre vorher Informationen suchen und sammeln, um herauszufinden, ob ich einer Rasse gerecht werden kann.

Unsere alten Hunde haben gemütliche und warme Schlafplätze in einem speziell ausgebautem Nebengelass. Sie sind dort nicht eingesperrt und müssen auch nicht stundenlang in 3 Quadratmeter Zwingern sitzen. Sie begleiten uns jeden Tag (Sommer, wie Winter) und den größten Teil des Tages auf unseren Touren. (Es gibt tatsächlich noch Menschen, die jeden Tag, sogar am Wochenende draußen 12 Stunden im Gelände arbeiten :) )

Ich weiß jetzt das der Bullmastiff sensibel ist und komplett in die Familie integriert werden muss (räumlich, wie körperlich).

Glaubt ihr, dass es unter den Umständen absolut ausgeschlossen ist, einen Bullmastiff zu holen? Und wenn ja, hat jemand einen Vorschlag für eine passendere Rasse? (Auch wenn ihr denkt, dass jeder Hund ins Haus sollte)

Lg

Maren&Bruno
18.09.2017, 05:29
Hallo Chris,
ich bin sicher Du machst Dir viel Gedanken und möchtest, dass es einem künftigen Hund bei Euch gut geht. Das ist keine Frage.

Ich kann Dir nur zu zwei anderen großen Molosserarten schreiben, und meine persönliche Erfahrung beisteuern. Und sowohl meine BX als auch mein MA brauchen / brauchten die Nähe. Der Mastiffrüde setzt sich schon früh als erstes neben mich und während ich den ersten Kaffee schlürfe, braucht er eine ausgiebige Nacken - und Ohrenmassage.
Natürlich müssen auch wir arbeiten gehen und ist auch sonst niemand von der Familie zu Hause, ist auch er draußen. Und das ist auch nicht weiter schlimm. Aber gerade am Abend und in den Nächten genießt er es drin zu sein.

Für mich ist es schwer Dir eine Rasse zu empfehlen. Die Jagdhunde leben draußen? Ich würde also schauen, dass ein neuer Hund gut in die Jagdhundegruppe zu integrieren ist.

Mit den HSH ist das schon speziell, ich glaube, da muss man sich genau mit den Besonderheiten vertraut machen. Und es gibt auch HSH, die dann doch nicht draußen bleiben wollen. Die Owtscharkadame aus dem Dorf bei uns hat gleich in der ersten Nacht den Garten zerlegt und ist von da an ins Haus umgezogen, wo sie eine ganz Brave ist. Und alle bisherigen HSH des Halters hatten draußen gelebt.

Oder ihr entscheidet Euch letztlich für eine kleinere Rasse, die ihr auch mal unter den Arm klemmen und die Treppen tragen könnt. Dieser Hund würde dann aber ein anderes Leben, wie die Jagdhunde führen und ich kann Dir nicht sagen, ob das zu Problemen unter den Hunden führen würde. Damit habe ich keine Erfahrung.

Ihr habt ja noch Zeit und könnt in aller Ruhe überlegen.

Louis&Coco
18.09.2017, 10:09
Hi,

Ich persönlich glaube jedoch nicht, dass jeder Hund unbedingt ins Haus muss.
Dass der Bullmastiff die Nähe zur Familie so stark benötigt, hätte ich einfach nicht gedacht. Aber dafür bin ich ja in diesem Forum.

Was für mich schwierig ist, sind die Vorstellungen des "Familienhundes".
Ich persönlich glaube schon, dass ein Hund auch Familienhund sein kann, auch wenn er nicht im Haus ist, aber viel Zeit mit ihm verbracht wird und er ausgelastet wird.
Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass mir unterschwellig unterstellt wird, dass der Hund bei uns aufs Grundstück gesetzt wird und dann keine Beachtung mehr bekommt.:schreck:
Ich weiß, dass es solche Hundehalter gibt, die sich nicht um ihre Hunde kümmern und sie dahin siechen lassen. Das ist absolut nicht mein Vorhaben und ich würde auch nicht 1-2 Jahre vorher Informationen suchen und sammeln, um herauszufinden, ob ich einer Rasse gerecht werden kann.

Unsere alten Hunde haben gemütliche und warme Schlafplätze in einem speziell ausgebautem Nebengelass. Sie sind dort nicht eingesperrt und müssen auch nicht stundenlang in 3 Quadratmeter Zwingern sitzen. Sie begleiten uns jeden Tag (Sommer, wie Winter) und den größten Teil des Tages auf unseren Touren. (Es gibt tatsächlich noch Menschen, die jeden Tag, sogar am Wochenende draußen 12 Stunden im Gelände arbeiten :) )

Ich weiß jetzt das der Bullmastiff sensibel ist und komplett in die Familie integriert werden muss (räumlich, wie körperlich).



Nö, also ich für meinen Teil hab das nicht so verstanden und auch nicht mit dem Hintergedanken geantwortet. ;) Bei den anderen Foris lese ich dies auch nicht heraus, außer bei Sinas Beitrag. Und den Einwand bzw die Frage von ihr finde ich durchaus berechtigt, weil wir über die Jahre schon sehr viel zu hören bekommen haben. Wenn man in unseren Breitengraden einen Hund draußen halten will, der aber ein "Familienhund" sein soll, kommen solche Fragen nunmal. ;)

Eine andere Frage: Wie stellt ihr euch das vor mit einem Welpen? Ein Welpe einer großen Rasse braucht erstmal viel länger zum Erwachsenwerden als z.B. ein Jack Russel. Zumindest bis das Körperwachstum fertig ist sollte man vor allem große Hundekinder etwas schonen. D.h. man kann nicht gleich stundenlang mit ihm rumlaufen etc.
12 Stunden durch Wald und Wiese -vielleicht auch noch bei der Arbeit- geht mit einem Welpen deshalb schon mal nicht.
Dazu sollte man einiges beachten bei groß werdenden Rassen bzw. allen Welpen, z.B. Ruhezeiten, viel Kontakt zu seinen Menschen (immerhin soll er ein netter, sozialer "Familienhund" werden) und dass er nicht körperlich zu früh überansprucht wird. Ach ja und dann ist da auch noch die Erziehung...:kicher:
Also müsste er in der Anfangszeit zuhause bleiben...sitzt dann auch bei kalter Witterung wer bei ihm im "Nebengelass" den ganzen Tag? Was sind eure Gedanken dazu? :35:
Wie war das bei euren früheren Jagdhunden, als die als Welpen eingezogen sind? War da immer ein anderer Hund schon da, damit er nicht alleine war in der Nacht?
Die Trennung von seiner Familie (Mutter und Wurfgeschwister) ist keine leichte Zeit für ein Hundekind. Ihn in den ersten Tagen alleine in der Nacht zu lassen, finde ich persönlich grausam und herzlos. Harte Worte, ich weiß, aber so sehe ich das. Auch wenn das Winseln und Jammern nach einigen Tagen vielleicht aufhört-das Gefühl sich nicht auf seine "neue Familie" verlassen zu können und in der Nacht auf sich alleine gestellt zu sein, ist nicht schön und wirkt der Entwicklung einer sicheren, stabilen Persönlichkeit entgegen. :hmm:
Ein anderer Welpe kann da sicher nicht die nötige Sicherheit vermitteln. Bei einer Gruppe sozialverträglicher älterer Hunde sehe die Sache wahrscheinlich anders aus. Dennoch weiß man nicht wie sie den Neuling akzeptieren würden und das birgt eine ganz andere Gefahr. Vor allem, wenn man davon nichts mitbekommt, weil man ja in einem anderen Gebäude schläft...:hmm: Keiner möchte am Morgen einen total verschüchterten oder gar verletzten oder toten Welpen vorfinden.

Ich finde es gut, dass du dich schon so früh informierst und hoffe du kannst mit den Ratschlägen, die dir hier gegeben wurden/werden, was anfangen. :ok:
Leider zeigt die Erfahrung, dass die meisten Leute sich oft nur vergewissern wollen, dass das was sie sich bereits vorstellen schon in Ordnung ist. Dinge, die man nicht hören will, werden dann oft überhört, ignoriert oder man ist beleidigt und schimpft darauf wie gemein die Leute in solchen Foren sind...:hmm::sorry::D (...ein paar Beispiele: ein HSH in einer 80qm Wohnung in der Stadt; unbedingt ein Welpe, obwohl man voll berufstätig ist und keine Zeit für die Eingewöhnung hat; 2 Wurfgeschwister gleichzeitig nach Hause holen; etc...)
Bei dir habe ich das Gefühl es könnt anders sein und deshalb hoffen ich auch, dass du eventuelle Kritik oder Ratschläge nicht persönlich nimmst, sondern zum Wohle eures eventuellen zukünftigen Mitbewohners annehmen kannst. :ok:

Louis&Coco
18.09.2017, 10:33
Ach ja! Unsere "Breitengrade" habe ich deshalb geschrieben, weil wir alle wissen, dass Hunde in anderen Ländern natürlich auch ganz anders gehalten werden. Und natürlich leben bzw. überleben diese Hunde auch-manchmal besser, oft aber auch schlechter und nicht selten werden sie nicht alt. :( Die Wertigkeit eines Lebewesens ist in vielen Ländern eine ganz andere-selbst bei uns werden Lebewesen von vielen nicht genügend respektiert...

Dazu hat man in unserer Gesellschaft einfach mehr Verantwortung zu tragen -vor allem bei großen Rassen und Listenhunden. Ein (Familien-)Hund darf in unserer Gesellschaft fast nichts mehr und muss sich im Gegenzug aber fast alles gefallen lassen. Eine sehr gute Sozialisierung, Erziehung und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein des Halters sind unumgänglich geworden. Man muss eine tragfähige, gute Beziehung zum Hund aufbauen um ihn in bestenfalls allen Lebenslagen sichern, einschätzen und ggf. auf ihn einwirken zu können.
Die Gesellschaft fordert dies und hat Gesetze diesbezüglich.

Für mich steht deshalb außer Frage, dass ein Familienhund im "Familienverband" leben sollte-auch nachts. Ich möchte meine Hunde kennen und mich auf sie verlassen können-das geht aber nur, wenn sie sich im Gegenzug auch auf mich verlassen können. Ich brauche keine Hunde, die nachts selbstständig das Zepter in die Hand nehmen und meinen auf unser Grundstück mit allen Mitteln aufpassen zu müssen. (wohlgemerkt: damit meine ich nicht den normalen Wachinstinkt mit etwas rumbellen...;))
:)

Chris1816
18.09.2017, 19:22
Hi,

ich möchte euch gern eure Fragen beantworten:

@louis&coco
Unsere Welpen sind alle im Haus aufgewachsen und sind in den ersten Jahren nach und nach an ihre Unterkunft draußen gewöhnt worden.
Die Welpen begleiten uns natürlich nicht 12 Stunden am Tag. Im Welpenalter gelten andere Regeln und Zeiten. Das wissen wir zu gut.
Ich weiß nicht welche grausamen Menschen ihre kennengelernt habt, aber wir würden nie einen Welpen allein im Nebengelass lassen.:schreck: niemals!!!

Wir haben derzeit nur noch eine alte Dame (Fox Terrier) und möchten später nur 2 Hunde holen. Der BM soll nicht für die Jagd genutzt werden, zumal er das auch gar nicht darf. Ich möchte ihn als Familienhund haben und würde nur mit ihm auf dem Hundeplatz arbeiten, sofern er mitspielt. :D (keine Schutzhundausbildung)

Ich nehme eure Hinweise und das kritische Hinterfragen sehr ernst, denn es ja das, was ich auch wollte. Ich lasse mir noch viel Zeit mit einer Entscheidung.

@maren&bruno
Ja, unsere Jagdhunde lebten alle draußen im Nebengelass. Dort ist alles für die Hunde ausgebaut und gemütlich eingerichtet.
Wir haben derzeit nur noch eine alte Hundedame und möchten auch nur noch 2 Hund. Einen zur Nachsuche und einen Familienhund.

Wir haben uns gestern Abend alle zusammengesetzt und haben über den Bullmastiff mit der gesamten Familie gesprochen. Ich habe eure Informationen über die Rasse besprochen und wir haben überlegt, ob was wir ändern können, um einem BM gerecht zu werden. Wir haben alle zugestimmt, dass der Hund über Nacht mit rein könnte und im Obergeschoss einen Platz bei uns bekommen kann. Der Hund würde früh mit uns rausgehen und nachts mit rein. Unsere Treppe würden wir umbauen und die Stufen vergrößern, sowie das glatte Material in rutschfestes austauschen, damit es für den Hund gefahrloser wird.
Dann würde der BM immer in unserer Nähe sein.

Wir sind derzeit noch am Überlegen und abwägen. Wir lassen uns Zeit bis zu einer Entscheidung und wenn es Zweifel gibt, werden wir es lassen.

Lg

Maren&Bruno
18.09.2017, 20:48
Ich denke, Ihr macht das richtig, erst schauen, was ist machbar und was eben auch nicht. Und überlegen, welche Veränderungen nötig wären, um einem Hund wie einem BM auch gerecht zu werden. Und das kann ja nur funktionieren, wenn alle mitziehen.

Lasst Euch die Zeit, die Ihr für eine Entscheidung braucht.

Louis&Coco
18.09.2017, 21:19
Wir haben uns gestern Abend alle zusammengesetzt und haben über den Bullmastiff mit der gesamten Familie gesprochen. Ich habe eure Informationen über die Rasse besprochen und wir haben überlegt, ob was wir ändern können, um einem BM gerecht zu werden. Wir haben alle zugestimmt, dass der Hund über Nacht mit rein könnte und im Obergeschoss einen Platz bei uns bekommen kann. Der Hund würde früh mit uns rausgehen und nachts mit rein. Unsere Treppe würden wir umbauen und die Stufen vergrößern, sowie das glatte Material in rutschfestes austauschen, damit es für den Hund gefahrloser wird.
Dann würde der BM immer in unserer Nähe sein.

Wir sind derzeit noch am Überlegen und abwägen. Wir lassen uns Zeit bis zu einer Entscheidung und wenn es Zweifel gibt, werden wir es lassen.

Lg

Das sind doch schon mal gute Ideen! :ok: Klingt alles danach, als ob du einer von den "vielversprechenden/guten" Hundehaltern wärst...;)

Ich denke, Ihr macht das richtig, erst schauen, was ist machbar und was eben auch nicht. Und überlegen, welche Veränderungen nötig wären, um einem Hund wie einem BM auch gerecht zu werden. Und das kann ja nur funktionieren, wenn alle mitziehen.

Lasst Euch die Zeit, die Ihr für eine Entscheidung braucht.

:ok:

Scotti
19.09.2017, 05:33
Wow, toll!!!

Grazi
19.09.2017, 07:30
Kurze Frage: Wenn du von nordischen Rassen und Herdenschutzhunden sprichst, hast du wahrscheinlich automatisch größere Rudel „im Kopf“. Also wahrscheinlich keinen einzelnen Malamute oder Maremanno der nachts völlig alleine irgendwo draußen herumliegt während seine „Familie/Herde“ gemütlich im Schlafzimmer schnarcht :) Und wenn tatsächlich eine Herde vorhanden ist, sind es meist auch mehrere HSH. In der Regel schon... allerdings habe ich auch schon von einem Berner Sennenhund, einem Leonberger, einem Malamute und einem AFAIR Pyrie gehört, die einzeln gehalten wurden und trotzdem lieber in einem frei zugänglichen Auslauf mit Schutzhütte direkt am Haus die Nacht verbrachten statt im Haus, wo sie nachts nur rumtigerten. Tagsüber hingegen kamen sie gerne mal ins Haus!

Das dürften aber absolute Ausnahmen sein! In der Regel kenne ich das nur von Hunden, die mit mind. einem weiteren "wettertauglichen" Hund zusammenlebten.

Bei größeren Rudeln könnte ich mir so gut wie jede Rasse unter solchen Bedingungen vorstellen, da sie dann in sich eine eigene „Familie“ bilden. Allerdings hat das dann rein gar nichts mehr mit einem Familienhund zu tun. Genau das ist es. Selbst wenn diese Hunde freundlich und umgänglich sind (Spaziergänge und Erziehung sind auch kein Problem), haben sie keine so enge Bindung an ihren Menschen und ziehen eher ihr eigenes Ding durch.

Sich einen „Familienhund“ zu wünschen, ihn aber nicht vollständig in die Familie integrieren zu wollen oder können, schließt sich für mich aus. Das sehe ich genau so.

Grüßlies, Grazi

Grazi
19.09.2017, 07:39
Wir haben uns gestern Abend alle zusammengesetzt und haben über den Bullmastiff mit der gesamten Familie gesprochen. Ich habe eure Informationen über die Rasse besprochen und wir haben überlegt, ob was wir ändern können, um einem BM gerecht zu werden. Wir haben alle zugestimmt, dass der Hund über Nacht mit rein könnte und im Obergeschoss einen Platz bei uns bekommen kann. Der Hund würde früh mit uns rausgehen und nachts mit rein. Unsere Treppe würden wir umbauen und die Stufen vergrößern, sowie das glatte Material in rutschfestes austauschen, damit es für den Hund gefahrloser wird.
Dann würde der BM immer in unserer Nähe sein. Na, das klingt doch mal nach einem Plan! :ok:

Da der Hundewunsch ja nicht "akut" ist, habt ihr ja auch noch Zeit für bauliche Veränderungen. Die Treppe besser begehbar zu machen, ist eine super Idee... und letztendlich ist sie dann auch für euch Menschen angenehmer.

Ich sehe das hier in unserem eigenen Haus: die Treppe in den ersten Stock ist sehr steil und schmal. Als die Großmutter meines Mannes noch bei uns lebte, konnte sie irgendwann nur mit Mühe (und Hilfe) die Treppe bewältigen, später gar nicht mehr. Und für einen Treppenlift ist hier einfach kein Platz.

Rutschfeste Treppen sind eh besser (selbst wenn nur Stufenmatten drauf liegen): denk nur mal an aktive Kinder, wo möglich mit nassen Schuhsohlen die Treppe raufpoltern, ausrutschen und runterpoltern! Das kann böse enden.

Grüßlies, Grazi

sina
19.09.2017, 13:24
Ich habe lange überlegt ob ich noch etwas zum Thema schreibe, ich möchte nicht als
Schwarzmaler oder Querulant rüber kommen. Vielleicht versteht ihr aber meine Bedenken..
Ihr habt Jagdhunde, sie leben draussen, sind selbstständig und begleiten euch den ganzen Tag über. Seit ihr in der Forstwirtschaft tätig? Die Hunde sind tagsüber ausgepowert und nachts fallen sie sicher in einen erholsamen Schlaf.
Der BM ist auch gerne draußen bei seinem Menschen, benötigt aber ausreichend Ruhe und Schlaf tagsüber. Der BM sollte auch im Sommer wenn es warm ist nicht so sehr beansprucht werden denn Hitze verträgt er nicht gut. Wenn du dann noch einen Welpen haben möchtest so hast du eine besondere Verantwortung. Ich habe bis meine Hunde stubenrein waren immer bei ihnen im Wohnzimmer geschlafen. Bei jedem Quietschten war ich wach, habe ihn bei regen in den Garten getragen und habe im Schlafanzug da gestanden und einen Regenschirm über ihn gehalten. Ich möchte damit sagen ich war 24 Std. am Tag für meinen kleinen BM da und er fühlte sich bei mir sicher. Auch wenn ein BM 1 Jahr alt ist, schon erwachsen aussieht so ist er immer noch ein"Kleinkind". Ihn dann aber mit Jagdhunden vielleicht alleine zu lassen finde ich nicht gut, es kann zu viel passieren. Meine Biene wurde von einem Jack Russel als Junghund angegriffen, seit dem hasst sie kleine Hunde. Man weiss nie was passiert wenn so unterschiedliche Rassen nachts alleine sind.
Euer Vorhaben die Treppe zu vergrößern finde ich gut...aber meist bleibt es erst beim guten Vorsatz....wir probieren es erst mal so....
Ich möchte euch nichts unterstellen, finde es gut daß du dich jetzt schon informiert aber ich frage mich warum es gerade ein Bullmastiff sein soll?
Paßt er in eurer Lebensbild, wäre nicht ein anderer Hund, vielleicht ein Jagdhundmischling passender für euch? So groß, stattlich und für manche Menschen auch etwas furchteinflössend ein Bullmastiff ist es ist ein Sensibelchen!
Ich wünsche euch eine gute Entscheidung denn ihr habt für viele Jahre eine große Verantwortung!

Pit
19.09.2017, 17:04
Guude, Chris.
Der Treppenumbau dürfte (aus der Ferne gesehen und wenn ich ein richtiges Bild vor Augen habe) schwierig werden.
Es gilt ebenso zu bedenken, dass Du den schnell auf 50 kg angewachsenen BM mehrmals (täglich, abends, nachts) die Steige rauf und runtertragen musst.
Nicht auszudenken, was passieren kann.
Ich würde über ein Rottimädel nachdenken...nach dem Treppenumbau;).
Respekt dafür, dass Du Dich der Diskussion stellst:ok:.
Grüsse von,
Pit.

Lee-Anne
19.09.2017, 19:31
Deinen Wunsch nach einem BM kann ich absolut nachvollziehen. Das war immer meine absolut bevorzugte Rasse und ich hatte das große Glück mit zwei wirklich tollen BM‘s (eine viel zu kurze Zeit) mein Leben zu teilen.

Zum BM gibt es hier im Forum ja wirklich alle möglichen Infos und Erfahrungswerte.

Ich würde mir hier und heute keinen BM mehr zulegen. Vom Großteil der deutschen Züchter halte ich so viel wie von einer heftigen Grippe (Ausnahmen bestätigen die Regel, aber allein das vorhandene und meist eingesetzte „Zuchtmaterial“ macht mir schon heftige Bauchschmerzen).

Dein Vorhaben mit dem Treppenausbau in allen Ehren, denn ein BM muss für mich zwingend einen super engen Kontakt zu seiner Familie haben, habe ich noch eine ganz andere Frage: Du schreibst, du würdest ca. 12 Stunden tagsüber draußen im Freien verbringen.

Was würdest du in denn in einer Situation machen, wenn dein 60 kg BM nach zwei Stunden „keinen Bock mehr auf draußen“ hat und sich einfach hinlegt und keinen Schritt mehr vor oder zurück geht? (Frag mal bei Scotti nach ;-)

Das stelle ich mir bei der „Nachsuche“ echt richtig prickelnd vor :D BM liegt stocksteif auf dem Boden und ist nicht mal durch ein Hirschfilet von dieser Stelle zu bewegen. Sorry, aber das kann dir durchaus passieren.

Ich liebe diese Dickschädel wirklich über alles. Und sollte eure Entscheidung wirklich für einen BM ausfallen, was ich durchaus verstehen kann, bitte, bitte suche dir einen Züchter der rein auf Gesundheit und nicht auf „Linienzucht, Masse und/oder Optik“ züchtet. Und solltest du „diese Nadel im Heuhaufen“ gefunden haben, würde ich mich über eine Info echt freuen.

Chris1816
19.09.2017, 19:58
Guten Abend:lach4:

ich versuche mal alles zu beantworten:

@sina
Wir haben nur noch 1 alte Hundedame und keine weiteren Jagdhunde mehr.
Es würde nur 1 weiteren Hund neben dem BM geben. Also kein Jagdhundrudel.
Der BM soll auch nicht wie ein Jagdhund geführt oder so ausgebildet werden.
Ich weiß, dass kein großer Sportler ist und er viel Ruhe braucht. Das ist auch einer der Gründe, warum er für uns in Betracht kommt. Zusätzlich ist seine hohe Reizschwelle und sein guter Umgang mit Kindern sehr ausschlaggebend. Da ich einen BM im Freundeskreis habe, erlebe ich den BM ja auch live. Ich möchte nochmal erwähnen, dass ich aus dem BM weder einen Jagdhund machen möchte, noch einen Sportler. :)
Die Welpen wachsen bei uns im Haus auf. Er wäre also nicht allein mit dem anderen Hund. Ich habe es schon einmal geschrieben, dass unsere Welpen immer bei uns im Haus aufgewachsen sind und später Stück für Stück an draußen gewöhnt wurden. Das wäre auch hier so geplant, nur das der BM nachts mit drinnen bleiben soll.

Ich danke hier jedem der seine Meinung und seine Bedenken äußert. Das bringt mir immer neue Blickwinkel und regt zum Nachdenken an. Also braucht sich keiner Gedanken machen, ob seine Postings zu kritisch sind. Ich möchte ja sogar solche Postings. :)

@Lee-Anne

Der BM wird nicht zur Jagd genutzt, auch nicht zur Nachsuche. Er soll kein Jagdhund werden. Er hat zwar ein hervorragenden Geruchssinn, aber den würde ich nur im Hundeverein fördern, soweit der BM mitmacht. Wir haben auch mehrere Berner Sennenhunde dabei.
Wenn der BM mal nicht mehr laufen will, haben wir große Transporter, in dem wir viel Platz haben. Es gibt sogar jetzt schon eine Rampe zum Einsteigen. Also kein Heben oder Springen :)
Hast du Erfahrungen mit BM-Züchtern gemacht? Ich hätte gern Informationen und Erfahrungen zu einem Züchter. Kann ich dir per PN den Züchter mitteilen?

@pit

Unsere Treppe sollte zwar erst später einer Neuen weichen, aber wir würden es vorziehen und verändern. Es gab ja auch den Hinweis, dass es auch für Kinder zu steil zu gefährlich ist. Das ist uns auch durch Kopf gegangen, also machen wir es Kinder- und BM sicher :)
Ein Rotti möchten wir nicht. Wir haben zwar Rottis in der Vergangenheit in unserem Freundeskreis und sie waren auch super Familienhunde, aber sie kommen für uns nicht in Frage. Aber Danke für den Tipp :)


Wie gesagt, wir haben noch Zeit und wir sammeln weiter Infos und Erfahrungen.
Wir werden versuchen, die optimalen Bedingungen für einen BM herzustellen.
Sollten wir feststellen, dass wir das nicht zu 100% und nur einer in der Familie hat Bedenken, lassen wir es sein.

Lg und einen schönen Abend

Maren&Bruno
19.09.2017, 21:05
Ich denke auch die Großen können den ganzen Tag mit draußen sein, wenn die Option besteht ein ausgedehntes Nickerschen zu machen. Mein Dicker ist auch im Sommer mit uns draußen, und wenn es ihm zu bunt wird oder zu warm, haut er sich im Schatten aufs Ohr.

Mein MA hat übrigens auch schon die komplette Zeit mitten auf dem HuPla verpennt, während die fleißigen Fellnasen rundherum trainiert haben. Aber mittlerweile haben wir den Dreh raus, wie es uns beiden Spaß macht. Es ist halt alles bedächtiger und die Umsetzung der Aufgaben will wohl bedacht sein, aber dafür hat er halt molossertypische Zahnräder im dicken Schädel. Einen Mali-Fan würde das wohl in den Wahnsinn treiben :).

Ganz gleich , welche Rasse bei Euch einzieht, ich fände es sehr spannend zu hören, wie ihr Euch entscheiden werdet.

Lee-Anne
19.09.2017, 21:42
Guten Abend:lach4:

ich versuche mal alles zu beantworten:

@Lee-Anne

Der BM wird nicht zur Jagd genutzt, auch nicht zur Nachsuche. Er soll kein Jagdhund werden. Er hat zwar ein hervorragenden Geruchssinn, aber den würde ich nur im Hundeverein fördern, soweit der BM mitmacht. Wir haben auch mehrere Berner Sennenhunde dabei.
Wenn der BM mal nicht mehr laufen will, haben wir große Transporter, in dem wir viel Platz haben. Es gibt sogar jetzt schon eine Rampe zum Einsteigen. Also kein Heben oder Springen :)
Hast du Erfahrungen mit BM-Züchtern gemacht? Ich hätte gern Informationen und Erfahrungen zu einem Züchter. Kann ich dir per PN den Züchter mitteilen?

Lg und einen schönen Abend

Wenn der Züchter den Namen eines leckeren Fruchtbaumes samt Kernen enthält, kannst du dir die PN gerne sparen ;)

Grazi
20.09.2017, 04:50
Wenn der Züchter den Namen eines leckeren Fruchtbaumes samt Kernen enthält, kannst du dir die PN gerne sparen ;) Hihi.... genau! :kicher:

Grüßlies, Grazi

Scotti
20.09.2017, 05:20
Das mit den Zahnrädern im Hirn stimmt tatsächlich.
Schade dass Cash nicht mehr lebt, den hättest du gemocht und Sturheit in seiner Reinform erleben können.

kallinski
20.09.2017, 20:46
Ich kenne mich nicht mit dem BM aus, dazu kann ich nichts sagen.....glaube einfach hier gehen die Meinungen sehr weit auseinander, weil es hier einen riesen Spagat zwischen "der Hund ist wie ein Kind oder eben "nur" der Familienbegleiter gibt. Dazwischen gibt es Welten.
So wie ich es lese, würde ich nie in Frage stellen, ob es ein Hund bei euch gut hat oder nicht das hat er...und wenn man sich Strassenhunde, jahrelange Tierheimhunde anguckt, dann muss man auch einfach mal auf dem Teppich bleiben. Ihr wollte ja keinen Kettenhund.
Aber ja, zwischen der Hund will so gerne mit ins Bett oder er nächtig in einem Nebengebäude liegen eben auch wieder Welten.
Wir lieben unsere Hund auch und ja, wir haben auch zwei gehabt, die wären so völlig zufrieden gewesen, wie sie bei euch gelebt hätten. Und nein, wir puscheln nicht 24 Stunden am Tag um unsere Hunde rum, sie dürfen nicht aufs Sofa, nichtmal in Schlafzimmer , wir halten keine Regenschirme wenn sie müssen.......das ist eben auch nicht unsere Welt. Ist man deswegen ein schlechter Hundemensch oder die anderen die besseren?
Ich glaube eine Stück weit ist es schon eine verrückte Hundewelt mittlerweile, wo viel verschwimmt zwischen artgerecht und kindersatz.
Hunde die überall mit hingenommen werden, auf übervolle Weihnachtsmärkte, zum BH einkaufen und danach ins cafe. Da scheiden sich auch die Geister. Auch nicht meine Welt.

Für mich klingt eure Hundehaltung völlig ok , die Frage ist eben nur welche Rasse passt.
Alles andere , mit Treppe umbauen , würde ich mir sparen.
Kein Hund wird verkümmern, wenn er Nachts in einem gmütlichen warmen Nebengebäude ist. Das sind wohl eher die Probleme der westlichen Hundemenschenwelt,

Chris1816
24.09.2017, 20:18
Hallo zusammen :lach4:

@kallinski
Danke für dein Postings. Ich finde es sehr gut, dass du deine Meinung hier postest. Ich sehe das sehr ähnlich. Es gibt unterschiedliche Auffassungen über die Hundehaltung. Das finde ich auch okay. Jeder kann das für sich und seinen Hund selbst entscheiden, so lange es für das Tier gut ist.
Ich denke es gibt bei den Rassen unterschiedliche Anforderungen und die sollte man beachten und gerecht werden. Ob jemand seinen Hund mit ins Bett nimmt oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ich habe noch eine grundsätzliche Frage:

Der BM soll einen natürlichen Wach- und Schutztrieb haben. Hatte jemand damit arge Probleme? Hatte jemand Probleme damit, dass der BM die Familie zu sehr beschützen wollte? Kann mir jemand grundsätzlich etwas dazu sagen?

Lg

Scotti
25.09.2017, 05:14
Unsere Hündin hat manchmal Anwandlungen dass sie aus dem Nichts heraus fremde Leute anbellt und unbedingt hinmöchte. Ich hab noch nicht verstanden was der Sinn dahinter ist, eigentlich interessieren sie fremde Leute gar nicht, beziehungsweise wenn dann möchte sie nur gestreichelt werden.
Am Zaun ist Randale angesagt wenn man nicht aufpasst. Reinkommen darf allerdings jeder solange wir da sind, was passiert wenn wir nicht da sind haben wir nicht probiert. Ich glaube aber dass du DM da eher zu den sanfteren gehören, gibt es glaube ich ganz andere wie zum Beispiel Filas und Boerboels.

Ignis
25.09.2017, 11:11
Wir leben nach dem Motto "Alerted by Sheltie, protected by Bullmastiff..."!

Unser BM hat recht feine Freund / Feinderkennung, während der Sheltie immer Alarm schlägt.
Beispiele:
- Der Paketbote klingelt: Sheltie tickt verbal aus, BM bleibt liegen und hört sich das ganze aus dem Körbchen an...
- Tür klingelt, Sheltie wie immer, Schnorrer von "wo auch immer" an der Tür, wird von mir aufgefordert das Gelände zu verlassen (Sheltie unter den Arm geklemmt) fängt an zu pöbeln und zu motzen... Das war der Weckruf und in Nullzeit standen 55kg Hund vor mir und der Kollege hat die 100m unter 10sec. geschafft. BM dreht sich um und legt sich wieder hin...
- In der Dämmerung kommen zwei junge angetrunkene Männer mit dunkler Kleidung auf uns zu (nicht agressiv, nur etwas lauter) BM bleibt stehen, legt die Stirn in Falten und "beschwört" ein Donnergrollen... Die beiden werden ruhig, gehen hintereinander an uns vorbei - alles gut...

Soll eigentlich zeigen, UNSER BM ist recht feinfühlig in der Situationserkennung ohne überzureagieren - das kann und sollte man aber nicht pauschalisieren.

Scotti
25.09.2017, 14:55
Das geht unsere Madame irgendwie völlig ab. Was sie wirklich aufs übelste verteidigt ist Ihr Auto wenn sie drin sitzt.

Chris1816
25.09.2017, 15:47
Das hört sich ja grundlegend vernünftig an. :)
Wenn es in dem Rahmen abläuft, finde ich das okay.


Habt ihr alle die Hundeschule/Welpenschule mit den BM besucht?
Und Gehorsam geübt?

@ignis
Darf ich fragen, wo ihr euren BM herhabt?

@all
Mit den deutschen Züchtern tu ich mich noch immer echt schwer.
Gibt es Züchter, die man definitiv meiden sollte?
(Bitte per PM)
Gibt es Züchter, die einen vernünftigen Ruf haben?

Ignis
25.09.2017, 15:58
Welpenschule, danach Hundeverein (Begleithundeprüfungsvorbereitung, ob man die Pruefung nun macht bleibt jedem selbst ueberlassen, aber der Weg dahin passt, wenn man genug Fleischwurst hat) + div. andere Projekte (VDH-Hundefuehrerschein, Helfer auf vier Pfoten, SH-Hundefuehrerschein und Sachkunde,...) - und aktuell min. 2x die Woche Training (Mantrailing + leichte Unterordnung, Tricks etc.)...

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