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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Panikattacken BM


Ignis
12.06.2016, 19:25
Moin,

kennt sich jemand mit Panikattacken bei Hunden aus?

Wir haben bei unserem BM (19 Monate) gelegentlich mal Panikattacken beobachtet, die aber sehr selten waren und recht schnell vorüber gingen. Haben das nach Rücksprache mit unserer TA jedoch auf die Entwicklung gemünzt.

Seit ca. 2 Wochen häufen sich diese Zustände jedoch - aus heiteren Himmel beim Spaziergang klemmt er die Rute ein und will nur noch weg, beim Grillen fürchtet er sich vorm Qualm beim Anfeuern o.ä. und heute kommt er gar nicht mehr richtig runter. Er ist dabei nie aggressiv, sondern sitzt nur verängstigt in der Ecke oder liegt am liebsten im OG.
Für morgen Früh habe ich einen TA-Besuch mit Komplettcheck geplant und wollte mal abfragen wie eure Erfahrungen sind.

Es sind keinerlei Erkrankungen bekannt, Schmerzen zeigt er auch nicht und ausserhalb der Schübe tobt er ganz normal und ist unauffällig.

MfG, Sven

Scotti
12.06.2016, 19:28
Testet bitte die Schilddrüsenwerte.

Ignis
12.06.2016, 20:10
Jup, ist mit auf meiner Liste!

Maren&Bruno
12.06.2016, 20:26
Hallo Sven -

ich kann ein Lied davon singen. Wir haben fast ein Jahr (9 - 20 Monat) lang gegen die Panik gekämpft. Plötzlich einsetzende irrationale Ängste vor der Gartenbank , dem Wassernapf , dem Hundebett. Es war zum Mäusemelken. Teilweise musste ich mit ihm an der Leine rundenweise ums Haus laufen bis wir durch die Haustüre gehen konnten.

Wir hatten eine komplette tierärztliche Diagnostik machen lassen, inklusive Schilddrüse und Röntgen. Fazit Hund gesund. ( allerdings stellte sich ein Jahr später doch eine Schilddrüsenunterfunktion heraus).

Wir haben alles versucht, Homöopathie , Bachblüten, Umstellung aller Übungseinheitem usw. Brachte nix. Letztlich hat uns die TÄ Tryptophan- Tabletten verpasst. Darunter würde es besser. Allerdings musste ich diese noch lange Zeit geben.

Irgendwann würde es besser und heute treten nur noch leichte Anflüge von Panik auf. Eine gewisse Unsicherheit ist geblieben.

Mein Tip....ganz ganz viel Geduld , Zeit lassen und eine umfassende tierärztliche Untersuchung. Hilfreich waren für uns auch feste Rituale, ein sicherer Rückzugsort im Haus. ( Wir haben Bruno den sich selbst suchen lassen, er hat sich eine Höhle unterm Schreibtisch gesucht, dort konnte er entspannt sein.) Und lockere fröhliche Phasen haben wir richtig genossen.

Aber es war eine schwierige Zeit und mich haben massive Selbstzweifel geplagt. Ich hatte das Gefühl alles falsch zu machen. Wir haben uns dann bemüht locker damit umzugehen, um nicht unsere Sorge auf den Hund zu übertragen.

Alles Gute für Euch und vor allem die geplagte Fellnase.
Maren & Bruno

Nicol
12.06.2016, 21:51
Molosser sind oft Sensibelchen...!
Bei ihrem Erscheinungsbild wird das oft unterschätzt!
Ich kann Dir nur empfehlen, sollte bei der TA Untersuchung alles unauffällig sein, mit Deinem Hund, solltest Du es noch nicht tun, unbedingt am Mantrailing teilzunehmen.
Das stärkt das Selbstbewußtsein und man kann Angstobjekte bewusst in die Trails mit einarbeiten!
Otto hatte unerklärliche Angst vor Schubkarren. Diese wurden am Rande der Trails abgestellt und mal voll oder leer bewegt. Hatte sich nach einem Mal erledigt!

Scotti
13.06.2016, 05:39
Ich finde die Idee von Nicol ist hervorragend.

Ich kenne auch mehrere Hunde die entweder völlig Schissig waren, oder auch aggressiv vor Unsicherheit, die sind durchs Mantrailing viel selbstsicherer geworden.
Ich kann dir in Sottrum eine gute Adresse geben, oder wohnst du eher Richtung Hannover?
Aber vielleicht ist es ja wirklich etwas was behandelbar ist, zum Beispiel die Schilddrüse. Ich drücke alle Daumen und Pfoten.

Grazi
13.06.2016, 05:48
Nur bitte bedenken, dass der Hund dann schon recht "sicher" im MT sein muss, bevor man Objekte einarbeitet, vor denen er Panik hat... sonst erschwert man sich das Ganze nur.

Dieses "Thera-Trailing" machen wir ja im Grund auch. Klappt normalerweise sowohl bei Unsicherheiten, als auch bei Aggressionen....

Je nachdem, wie fokussiert der Hund beim MT aber ist, kann es sein,dass er so was aber nur beim MT ausblendet, im Alltagsleben kritische Objekte / Hunde / andere Tiere aber wieder bewusst wahrnimmt und die gewohnten Verhaltensweisen zeigt, wenn auch ganz allmählich dann in abgeschwächter Form.

Grüßlies, Grazi

Emmamama
13.06.2016, 07:16
Seit ca. 2 Wochen häufen sich diese Zustände jedoch - aus heiteren Himmel beim Spaziergang klemmt er die Rute ein und will nur noch weg, beim Grillen fürchtet er sich vorm Qualm beim Anfeuern o.ä. und heute kommt er gar nicht mehr richtig runter. Er ist dabei nie aggressiv, sondern sitzt nur verängstigt in der Ecke oder liegt am liebsten im OG.


Tatsächlich aus "heiterem Himmel"...?!?
Klar mal das Gesundheitliche abchecken lassen.
Aber wenn du von 2 Wochen schreibst, beobachte auch mal das Wetter :sorry:
Meine Beiden, Emma und Käthi, haben auf Gewitter so extrem reagiert - da konnte ich, trotz strahlendem Himmel, schon Stunden voraussagen, dass ein Gewitter im Anzug war - und kenne ich auch von anderen Hunden. Liegt wohl an der Spannung in der Luft

Ignis
13.06.2016, 12:12
Update 1.0:

Heutiger TA-Rundumcheck erstmal unauffällig und natürlich war der Hund völlig normal drauf... Einzige Feststellung: relativ niedriger Puls - jedoch im Normbereich. Da wir den Hund ja regelmäßig arbeiten, auch nicht ungewöhnlich...
Ergebnisse des großes Blutbildes und Schilddrüsenprofil (T4, FT4, canines TSH) bekomme ich morgen ab 15:00 Uhr.

@ Nicol, Scotti und Grazi:
Wir trailen seit Ende letzten Jahres regelmäßig und erfolgreich... (K9-Suchhunde Pinneberg (http://www.suchhunde-pinneberg.de))
Da Snorres Angstattacken nicht objektbezogen sind (zumindest nichts was uns auffallen würde) und noch nie auf einem Trail, davor oder danach aufgetreten sind, machen wir hier normal weiter...

@Emmamama
Das Wetter der letzten 2 Wochen haben wir auch auf dem Schirm und werden das gezielt weiter beobachten.


Sollte das Blutbild und die Schilddrüse unauffällig sein, geht die Reise wohl Richtung Verhaltenstherapie, da der Zustand weder für den Hund noch für uns auf Dauer tragbar ist!

Update folgt!

MfG,

Sven

Ignis
14.06.2016, 17:54
Update 2.0:

Alle Blutwerte und das Schilddrüsenprofil sind absolut im Normbereich - lediglich ein Wert der Niere liegt etwas am Limit, daher wird nun ein Nebennierenwert nachgefordert und noch eine Urinprobe. Ausschluß von Addison-Verdacht...
Weitere Infos ab Donnerstag!

MfG,

Sven

Ignis
16.06.2016, 18:15
Update 3.0:

Snorres Urinprobe war unauffällig, leider war der Coritsolwert am unteren Limit - somit folgt morgen früh der ACTH-Stimulationstest um eine Nebenniereninsuffizienz / Addison auszuschließen...

Er bekommt seit gestern Sedarom direkt um das Nervenkostüm etwas zu unterstützen.

MfG,

Sven

Grazi
17.06.2016, 05:13
Hier werden die Daumen gedrückt! :ok:

Grüßlies, Grazi

Sanny
20.06.2016, 08:52
Von mir auch!

Ignis
20.06.2016, 16:54
Update 4.0:

ACTH-Stimulationstest war unauffällig - heißt kein Morbus Addison! :ok:

Bedeutet leider auch, dass wir wieder weiter im Dunkeln tappen... :hmm:
Unsere TA sagte, wenn wir weitere Diagnostik betreiben wollen geht es nur noch über Röntgen, CT, MRT... Dies möchte Sie jedoch noch nicht, a) weil die Anhaltspunkte dafür zu gering sind und b) aus Kostengründen...

Unser weiterer Schritt ist nun erstmal der Gang zum Fachtierarzt für Verhaltenskunde.

MfG,

Sven mit Snorre

Grazi
21.06.2016, 06:01
Uff....so was ist dermassen blöd. :(

Ich hoffe sehr, dass ihr bald wisst, woran die Panikattacken liegen und was ihr dagegen tun könnt!

Grüßlies, Grazi

Peppi
21.06.2016, 08:02
Unser weiterer Schritt ist nun erstmal der Gang zum Fachtierarzt für Verhaltenskunde.

Ich würde mich ja auch mal an Gansloßer/Strodtbeck wegen des Cortisol Spiegels wenden. Das sind doch "Hormon" Instanzen in Deutschland.

http://www.einzelfelle.de/angebot.html

Ignis
21.06.2016, 08:05
Ich würde mich ja auch mal an Gansloßer/Strodtbeck wegen des Cortisol Spiegels wenden. Das sind doch "Hormon" Instanzen in Deutschland.

http://www.einzelfelle.de/angebot.html

Danke für den Hinweis, ich werde mich mal schlau machen!

Ignis
28.06.2016, 08:50
Update 5.0 (vorerst letzte Info zu diesem Thema):

Seit der Ansage der TA, dass nichts ist, wurde der Hund jeden Tag besser! Seit knapp 3 Tagen haben wir kein einziges Anzeichen von Unsicherheit mehr feststellen können... - Böse Gemüter würden nun meinen, der Hund hat uns "verarscht"! :ok:
Sein Fell ist ebenfalls deutlich besser geworden, sprich der Haarausfall ist wieder normal.

Nach wiederholten Gesprächen (TA, Züchterin) stehen wir nun vor dem Rätsel was los war. Am ehesten liegt momentan wohl eine pupertäre 2. Angstphase, die deutlich ausgeprägter als normal Anzunehmen gewesen ist.

Wir beobachten genauestens weiter und drücken die Daumen, dass wir dieses Thema abhaken können...

MfG,

Sven

Emmamama
30.06.2016, 07:42
:ok:
Freut mich für euch!
Gibt ja auch grade keine Unwetterwarnungen mehr mit Gewitter, Sturm und Hagel, sondern nur noch "normalen" Regen, immerhin sommerlich warm ;):D:king:

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