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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ins Ohr gebissen


Prya
28.12.2015, 08:08
Huhu

hatte vor einigen Tagen ein garstiges Erlebnis mit einem Vizsla. Eigentlich kennen wir den Rüden schon und bisher war er immer sehr aufgeregt wenn er Prya gesehen hat aber freundlich. Prya sind grosse wilde Hunde ja eher unangenehm und sie reagiert meist eher unsicher mit Flucht wenn sie kann. Ansonsten bei ruhigen Vertretern schüffelt sie ja freundlich mit allen Hunden.

Tja wir trafen also besagten (wie immer nicht angeleinten) Vizsla dieses mal mit seinem Frauchen und Prya lief sofort hin und liess sich von der Frau streicheln. Als der Rüde dann kam hat Prya ihn angeknurrt damit er sich schleicht. Zugegeben nicht besonders höflich von ihr:hmm:
Normalerweise nehmen anderen Rüden das aber hin wenn "Weib" zickt und gehen. Der leider nicht:( Er ging sofort auf die Maus los. Obwohl sie versucht hat zu flüchten(ich hab die Leine fallen lassen) und zeitweise sogar halb am Boden lag, liess der nicht von ihr ab:(
Ich hab ihn dann irgendwann am Fell zu fassen bekommen an den beiden Bauchseiten und ihn weggezogen. Dass Prya nicht nachlangt war mir klar, aber ob der Rüde nach mir schnappt konnte ich nur hoffen.
In der Tat liess er dann ab und war etwas erstaunt wer ihn da in die Seiten kneift.
Sein Frauchen stand immer noch kreidebleich wie angewurzelt an der Seite. Hat sich dann tausendmal entschuldigt und mir ihre Adresse gesagt falls mit Prya noch was wäre. Bis zu dem Zeitpunkt konnte ich keine Bissverletzung erkennen.

Leider als ich dann nach Hause kam sah ich, dass ihr Hals blutverschmiert war und geriet schon in leichte Panik, konnte aber nichts finden. Bis ich dann sah dass sie nen Riss am Ohr hat und das hat nach unten geblutet.

Super weil sie ja auch ständig mit dem Kopf schüttelt - da heilt so ne Wunde super zu:hmm:
Aber mittlerweile ist ein dickes Grintchen drauf.

Ob das Verhalten des Rüden normal war weiss ich ja nicht, aber hat natürlich nicht dazu beigetragen, dass die Maus sicherer wird im Umgang mit Artgenossen.

LG
Heike

bx-junkie
28.12.2015, 08:55
Ob das Verhalten des Rüden normal war weiss ich ja nicht, aber hat natürlich nicht dazu beigetragen, dass die Maus sicherer wird im Umgang mit Artgenossen.

LG
Heike

Das tut mir sehr leid für Pyra und ich hoffe das Sie das Erlebnis schnell vergisst...nein das Verhalten von dem Vizla finde ich nicht normal, aber diese Erkenntnis bringt dich ja nun auch nicht weiter...
Ich hatte am Wochenende ein ähnliches Erlebnis mit meinem Youngster, dem ich solche Hundebegnungen natürlich auch ersparen will...ich habe meinen allerdings nicht laufen lassen, sondern mich sofort vor ihn gestellt und als der andere knurrte und die Zähne fletschte bekam er die Leine auf die Nase und einen Tritt in die Seite (mit dem Knie, nicht dem Fuß)...es beeindruckte ihn zwar wenig aber doch genug das er sich trollte...wenn ich meinen von der Leine gemacht hätte, hätte ich gar keinen Einfluss mehr gehabt, von daher würde ich das nie tun...
An deiner Stelle würde ich diesem Hund großräumig aus dem Weg gehen zukünftig...

Grazi
28.12.2015, 10:41
Ob das Verhalten des Rüden normal war weiss ich ja nicht, aber hat natürlich nicht dazu beigetragen, dass die Maus sicherer wird im Umgang mit Artgenossen. Nun gut...es war nicht gerade die "feine englische Art" von Prya, den Rüden anzuknurren, als sie bei SEINEM Frauchen saß und sich streicheln ließ. Spätestens dann knallt es, wenn der zum Menschen gehörende Hund auch nur einen Hauch Ressourcenverteidigung (hier: Ressource Mensch) zeigt... bei einigen Hunden reicht es vollkommen, wenn der eigene Mensch so "unverschämt" ist, fremdzustreicheln.

Ob das Ausmaß der Rangelei noch normal war, kann man - ohne dabei gewesen zu sein - nicht sagen. Da Prya "nur" einen Riss im Ohr hatte, ist der Rüde zumindest nicht komplett ausgeflippt und hat kein ernsthaftes Beschädigungsbeissen gezeigt. Ansonsten hätte dein Mädel sicher mehrere und heftigere Blessuren.

Und ein Kitsch im Ohr könnte nur ein "Kollateralschaden" gewesen sein.... viele Beissereien sehen viel schlimmer aus, als sie de facto sind und empfunden werden, vor allem wenn der überlegene Hund sehr lautstark agiert und der unterlegene Hund vielleicht sogar schreit / kreischt.

Vega hat als junge Hündin nichts anbrennen lassen und hatte so einige Auseinandersetzungen, die von außen betrachtet übel aussahen. Der von ihr gemaßregelte Hund hatte aber nie eine Verletzung... im Gegensatz zu ihr, die des öfteren Löcher in Lefzen und Wamme hatte (vom unter ihr festgepinnten Hund, der wild um sich biss).

Grundsätzlich muss sich auch ein Rüde nicht alles von einer Hündin gefallen lassen. ;) Will er sie beschnuppern oder bedrängt sie...und sie zeigt ein Drohschnappen, dann erwarte ich auch, dass sich der Rüde trollt und nicht auf die Hündin losgeht. So wie du das aber oben geschildert hast, scheint es mir, als ob er einen "guten" Grund gehabt haben könnte, ihr eine Lektion zu erteilen.

Ich würde das wohl (wenn auch mit einem gewissen Grummeln) als "dumm gelaufen" abhaken und nun verstärkt versuchen, positive Sozialkontakte für deine eh unsichere Maus zu suchen.

Prya wünsche ich natürlich eine gute Besserung... Ohrenverletzungen sind echt doof. :(

Grüßlies, Grazi

bx-junkie
28.12.2015, 11:18
Als normales Verhalten oder Kolleteralschaden bzw. Ressourcenverteidigung würde ich das nicht sehen, zumal der Rüde nachgesetzt hatte und nicht ablies von ihr...normal wäre gewesen, das er nachdem sie abschnappt(meinethalben auch beißt), sie flüchtet und er hat erreicht was er wollte, nämlich das Sie von Frauchen wegggeht, Sie in Ruhe lässt und nicht nachsetzt und weiter auf Sie einprügelt obwohl sie schon am Boden liegt...das halte ich keineswegs für ein normales Verhalten von einem Rüden gg einer Hündin, selbst bei Ressourcenverteidigung nicht...würde meinen Rüden nie einfallen so etwas zu tun, kenne ich auch von anderen Rüden nicht...von daher würde ich mich fernhalten von diesem Hund.

Grazi
28.12.2015, 11:56
Als normales Verhalten oder Kolleteralschaden bzw. Ressourcenverteidigung würde ich das nicht sehen, zumal der Rüde nachgesetzt hatte und nicht ablies von ihr... Du würfelst hier gerade drei Dinge zusammen, die IMO nicht zusammen gehören. ;)

Die Frage, ob es sich um normales Verhalten oder nicht handelt, mag ICH aus der Entfernung nicht bewerten wollen, da ich nicht dabei war, Heike nicht kenne (und damit weder ihre Erfahrung noch ihre Beobachtungsgabe) und weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass man gerade in solchen Stress-Situationen oftmals den Eindruck hat, dass die Sache viiiiiel länger gedauert hat und viel schlimmer war, als sie tatsächlich war.... und davon schließe ich mich selber nicht aus.

Der mögliche Kollateralschaden bezieht sich auf die "Wirkung" einer Auseinandersetzung unter Hunden. Einzelne Ratscher, Risse, Löcher an "untypischen" Stellen deuten eher auf nicht-zielgerichtete Verletzungen hin.

Bei einem "unnormalen", übersteigert aggressiven Verhalten mit Beschädigungsabsicht würde ich ganz andere Verletzungen erwarten, insbesondere im Hals-/ Nackenbereich.... oder aber (bei Hunden, die nur noch wild um sich beissen und reissen) schwere und großflächige Verletzungen in der Seite.

Die mögliche Ressourcenverteidigung bezieht sich auf die Ursache der Beisserei. Ressourcenverteidgung ist grundsätzlich normales, wenn auch oftmals für den Menschen unerwünschtes Verhalten.

normal wäre gewesen, das er nachdem sie abschnappt(meinethalben auch beißt), sie flüchtet und er hat erreicht was er wollte, nämlich das Sie von Frauchen wegggeht, Sie in Ruhe lässt und nicht nachsetzt und weiter auf Sie einprügelt obwohl sie schon am Boden liegt... Wie gesagt: wir waren nicht dabei. Die Auseinandersetzung kam SO bei dir an...ob sie sich aber tatsächlich so abgespielt hat, bleibt im Rahmen der Spekulation.

Übrigens hatte ich genau deswegen das Beispiel mit Vega angebracht: wollte sie einen Hund maßregeln, hat es ihr - je nach "Vergehen" des anderen Hundes - nicht gereicht, ihn wegzuscheuchen. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass sie "effektiver" als der Viszla war, weil das Größen-/Gewichtsverhältnis oftmals zu ihren Gunsten ausfiel... sie war schnell und relativ schwer. Somit hat sie Hunde unter sich begraben und mit lautem Grollen auf dem Boden festgepinnt, bis sie sich nicht mehr mucksten. Solange sie strampelten, um sich schnappten, knurrten, blieb sie über ihnen stehen.

Es KÖNNTE also sein, dass der Rüde genau das tun wollte, es aber entweder mangels Kraft / Gewicht nicht durchziehen konnte oder aber durch das Eingreifen Heikes daran gehindert wurde. Wie gesagt: alles Spekulation, weil nicht selbst beobachtet...aber durchaus im Rahmen des Möglichen.

das halte ich keineswegs für ein normales Verhalten von einem Rüden gg einer Hündin, selbst bei Ressourcenverteidigung nicht...würde meinen Rüden nie einfallen so etwas zu tun, kenne ich auch von anderen Rüden nicht.. Im Gegensatz zu dir habe ich so was durchaus schon gesehen. Und zumindest unter 2 Schwestern (Mortisha ist auf Paula los) ist das in eine ernsthafte Beisserei ausgeartet, bei der Morty versehentlich sogar ihr eigenes Herrchen böse erwischt hat. Das Loch in seiner Wade war ziemlich tief und hat ewig gebraucht, um ordentlich abzuheilen. ;)

von daher würde ich mich fernhalten von diesem Hund. Bei der Konsequenz aus diesem Vorfall bin ich hingegen wieder ganz bei dir: da die beiden Hunde eh schon nie miteinander harmoniert haben und offensichtlich das Potential für ernsthafte Auseinandersetzungen gegeben ist, würde ich Begegnungen mit ihm meiden ... oder aber - falls die andere Hundehalterin kooperiert - nur noch kontrollierte und gesicherte Begegnungen zulassen.

Grüßlies, Grazi

Prya
28.12.2015, 12:36
Nun gut...es war nicht gerade die "feine englische Art" von Prya, den Rüden anzuknurren, als sie bei SEINEM Frauchen saß und sich streicheln ließ. Spätestens dann knallt es, wenn der zum Menschen gehörende Hund auch nur einen Hauch Ressourcenverteidigung (hier: Ressource Mensch) zeigt... bei einigen Hunden reicht es vollkommen, wenn der eigene Mensch so "unverschämt" ist, fremdzustreicheln.

Ob das Ausmaß der Rangelei noch normal war, kann man - ohne dabei gewesen zu sein - nicht sagen. Da Prya "nur" einen Riss im Ohr hatte, ist der Rüde zumindest nicht komplett ausgeflippt und hat kein ernsthaftes Beschädigungsbeissen gezeigt. Ansonsten hätte dein Mädel sicher mehrere und heftigere Blessuren.

Und ein Kitsch im Ohr könnte nur ein "Kollateralschaden" gewesen sein.... viele Beissereien sehen viel schlimmer aus, als sie de facto sind und empfunden werden, vor allem wenn der überlegene Hund sehr lautstark agiert und der unterlegene Hund vielleicht sogar schreit / kreischt.

Vega hat als junge Hündin nichts anbrennen lassen und hatte so einige Auseinandersetzungen, die von außen betrachtet übel aussahen. Der von ihr gemaßregelte Hund hatte aber nie eine Verletzung... im Gegensatz zu ihr, die des öfteren Löcher in Lefzen und Wamme hatte (vom unter ihr festgepinnten Hund, der wild um sich biss).

Grundsätzlich muss sich auch ein Rüde nicht alles von einer Hündin gefallen lassen. ;) Will er sie beschnuppern oder bedrängt sie...und sie zeigt ein Drohschnappen, dann erwarte ich auch, dass sich der Rüde trollt und nicht auf die Hündin losgeht. So wie du das aber oben geschildert hast, scheint es mir, als ob er einen "guten" Grund gehabt haben könnte, ihr eine Lektion zu erteilen.

Ich würde das wohl (wenn auch mit einem gewissen Grummeln) als "dumm gelaufen" abhaken und nun verstärkt versuchen, positive Sozialkontakte für deine eh unsichere Maus zu suchen.

Prya wünsche ich natürlich eine gute Besserung... Ohrenverletzungen sind echt doof. :(

Grüßlies, Grazi

Ja, dass Prya da selber dran schuld war, seh ich schon auch so. Nachvollziehbar, dass der Rüde vermutlich einfach nur Frauchen beschützt hat. Bei seinem Herrchen ist er da wohl vielleicht einfach toleranter und ihm ist es egal wenn Herrchen "fremdstreichelt" ;)

Den Riss im Ohr seh ich auch als "passiert" an, das ist kein Biss, sonst wär das Ohr durch, sondern im Eifer des Gefechts vermutlich mit einem Eckzahn hängen geblieben.

Laustark ging es in der Tat zu, vor allem weil Prya gefaucht und geknurrt hat, gar nicht mal dieses Angstschreien. Gefühlt hat es ewig gedauert, zumal ich 2x versucht hab den Rüden wegzuziehen, er mir aber immer wieder entglitten ist.
Auf den ersten Blick hatte der Rüde auch scheinbar keine Verletzung. Ich hab ihn aber gestern gesehen und bin gleich nen grossen Bogen gelaufen, da hatte er rasierte Stellen im Pelz. Kann natürlich auch woanders her stammen....
Prya ist gegen den Rüden meiner Schwester auch hin und wieder sehr unhöflich wenn der MIR zu nahe kommt, aber ausser fauchen tut sie ja nichts. Hat noch nie nach einem Hund geschnappt.

Wie gesagt, für den Auslöser war die Maus selbst schuld, aber dass er ihr nachgeht wenn sie schon weggeht fand ich schon derb.

Prya
28.12.2015, 12:41
......

Es KÖNNTE also sein, dass der Rüde genau das tun wollte, es aber entweder mangels Kraft / Gewicht nicht durchziehen konnte oder aber durch das Eingreifen Heikes daran gehindert wurde. Wie gesagt: alles Spekulation, weil nicht selbst beobachtet...aber durchaus im Rahmen des Möglichen.

.........

Bei der Konsequenz aus diesem Vorfall bin ich hingegen wieder ganz bei dir: da die beiden Hunde eh schon nie miteinander harmoniert haben und offensichtlich das Potential für ernsthafte Auseinandersetzungen gegeben ist, würde ich Begegnungen mit ihm meiden ... oder aber - falls die andere Hundehalterin kooperiert - nur noch kontrollierte und gesicherte Begegnungen zulassen.

Grüßlies, Grazi

So hab ich das noch nicht gesehen, aber da kannst du in der Tat Recht haben. Sie hat bis zum Schluss ein heiden Spektakel an Geknurre gemacht. Hat sich angehört als würd sie ihn umbringen wollen obwohl sie bereits am Boden lag und dann hat der halt doch 15 kg weniger zu bieten.
Mag sein dass es ihm noch nicht "genug" Unterwerfung war weil er das Möpschen nicht ganz unterwerfen konnte.

Klar geh ich dem jetzt aus dem Weg. Muss ja auch nicht sein dass Prya jetzt aus Unsicherheit das nächste mal noch auf ihn los geht oder was anderes blödes passiert. Zumal sie eh keine grosse Neigung verspürt hat mit ihm zu spielen weil er zu stürmisch war...

Prya
28.12.2015, 12:47
Das tut mir sehr leid für Pyra und ich hoffe das Sie das Erlebnis schnell vergisst...nein das Verhalten von dem Vizla finde ich nicht normal, aber diese Erkenntnis bringt dich ja nun auch nicht weiter...
Ich hatte am Wochenende ein ähnliches Erlebnis mit meinem Youngster, dem ich solche Hundebegnungen natürlich auch ersparen will...ich habe meinen allerdings nicht laufen lassen, sondern mich sofort vor ihn gestellt und als der andere knurrte und die Zähne fletschte bekam er die Leine auf die Nase und einen Tritt in die Seite (mit dem Knie, nicht dem Fuß)...es beeindruckte ihn zwar wenig aber doch genug das er sich trollte...wenn ich meinen von der Leine gemacht hätte, hätte ich gar keinen Einfluss mehr gehabt, von daher würde ich das nie tun...
An deiner Stelle würde ich diesem Hund großräumig aus dem Weg gehen zukünftig...

Vor sie stellen ging nicht, da sie an der Leine vor dem anderen Frauchen stand und der Rüden direkt vor ihrer Nase war. Bis ich den Schritt auf die Hunde zugemacht hab waren die schon "verknäult":traurig:

Und um die beiden Hunde an den Halsbändern zu fassen fehlt mir dann doch die Kraft bei 30 gg 45 kg und die stehen ja nicht still und warten dass man sie trennt.
Ich hab die Leine los gelassen, dass die Maus sich verteidigen kann ohne dass ich eine abkrieg wenn die mich aus Versehen ins Knie beissen.
Das hatte ich mit meiner Rotti Hündin einmal. Wurde auch angegriffen, war an der Leine und konnt ja nicht weit weg von meinen Beinen und dann hat der andere Hund leider mein Knie erwischt statt Aischa.
Das hat mächtig Aua gemacht!

bx-junkie
28.12.2015, 13:55
Ok das ist natürlich eine andere Situation, das verstehe ich schon...ich hatte ja Vorbereitungszeit, weil er von weiter weg auf uns zu kam und man ihm ansah das er nichts freundliches im Sinn hatte...

Nicol
28.12.2015, 16:37
So ein Hundekampf bei großen Hunden kann schon beeindruckend aussehen!
Ich habe irgendwo mal einen Bericht gelesen, daß die meisten Verletzungen der Hunde durch unser Eingreifen ausgelöst sind...
Klingt für mich auch logisch, da sich dann der Grund der Streiterei verändert. Es geht dann nicht mehr darum, wer der Größere, Lauteste und Kräftigste ist, sondern schnell um die Verteidigung des Zweibeiners!
Kurzhaarhunde haben schneller Kollateralschäden als die gepolszerten Artgenossen!
Leider muß ich Otto die Begegnung mit anderen Hunden sehr einschränken, da er viel Show macht und das nicht bei anderen Hundebesitzern gut ankommt, verständlicherweise! Dadurch hat er leider ein ausgeprägtes Frustverhalten an der Leine entwickelt!
Otto hatte mal einen Riss im Ohr, weil er sich in eine Auseinandersetzung zwischen einem JackRussel und einer Doberfrau eingemischt hat!
Ich wußte die pulsierende Blutung nicht zu stoppen! Die Besitzerin der verschuldeten Dobihündin hat das Ohr dann gut gepolster mit einem Papiertaschentuch eingedreht und mit ihrem Halstuch am Kopf fixiert. Das hat gut funktioniert. Natürlich ist ein Ehrenriss im Ohr geblieben....

Grazi
29.12.2015, 07:41
Ja, dass Prya da selber dran schuld war, seh ich schon auch so. Nachvollziehbar, dass der Rüde vermutlich einfach nur Frauchen beschützt hat. Bei seinem Herrchen ist er da wohl vielleicht einfach toleranter und ihm ist es egal wenn Herrchen "fremdstreichelt" ;) Entweder das oder das Herrchen ist der konsequentere von den beiden und duldet so was nicht.

Bei uns ist es so, dass mein Mann für Mortisha eine extrem wichtige Ressource ist. Er darf weder fremde Hunde anfassen noch ist Morty in seiner Anwesenheit so entspannt, dass normale Hundebegegnungen möglich sind. Er lässt mittlerweile überhaupt keinen Kontakt mehr zu, weil es sonst knallt.... und ist immer erstaunt, wenn ich erzähle, dass sie durchaus freundlich mit anderen Hunden umgehen kann und dann auch im Freilauf mit ihnen unterwegs ist. ;)

Laustark ging es in der Tat zu, vor allem weil Prya gefaucht und geknurrt hat, gar nicht mal dieses Angstschreien. Gefühlt hat es ewig gedauert, zumal ich 2x versucht hab den Rüden wegzuziehen, er mir aber immer wieder entglitten ist.

Wie gesagt, für den Auslöser war die Maus selbst schuld, aber dass er ihr nachgeht wenn sie schon weggeht fand ich schon derb. Na ja, du schreibst ja selber, dass sie nicht einfach nur weggegangen ist. ;) Knurren und Fauchen.... das war also kein "demütiges Weggehen", das signalisierte "Ich möchte unter keinen Umständen Ärger", sondern - je nach restlicher Körpersprache - ein protestierendes Weggehen (vermenschlicht: "Dann gehe ich halt, du Doofnuss!" oder ein angst-defensives Weggehen, das ganz klar sagte, dass sie sich ihrer Haut wehrt, wenn er sie weiter anpampt. Und genau auf so was springen einige Hunde erst recht an.

Auf den ersten Blick hatte der Rüde auch scheinbar keine Verletzung. Ich hab ihn aber gestern gesehen und bin gleich nen grossen Bogen gelaufen, da hatte er rasierte Stellen im Pelz. Kann natürlich auch woanders her stammen.... Ganz ehrlich? Wie hoch schätzt du die Wahrscheinlichkeit ein, dass er noch am selben Tag eine erneute Auseinandersetzung gehabt hat?

Bei normalen Kommentkämpfen passiert in der Regel nichts...aus meiner Erfahrung heraus habe ich aber oft erlebt, dass gerade die eher unsicheren Hunde, die notfalls bereits sind, sich ernsthaft zu wehren, in einer Auseinandersetzung "unkontrollierter" um sich schnappen und dem Kontrahenten dann gerne mal ein paar Blessuren verpassen.

Mein Paradebeispiel ist - wie so oft - Mortisha.

Prya ist gegen den Rüden meiner Schwester auch hin und wieder sehr unhöflich wenn der MIR zu nahe kommt, aber ausser fauchen tut sie ja nichts. Hat noch nie nach einem Hund geschnappt. Das Drohschnappen ist aber der zweite Schritt, der darauf folgen kann.

Ich dulde so was bei mir nicht. Meine Hunde haben nicht zu entscheiden, ob und welche Fremdhunde ich streicheln darf.

Grüßlies, Grazi

bx-junkie
29.12.2015, 07:55
Du würfelst hier gerade drei Dinge zusammen, die IMO nicht zusammen gehören. ;)

Die Frage, ob es sich um normales Verhalten oder nicht handelt, mag ICH aus der Entfernung nicht bewerten wollen, da ich nicht dabei war, Heike nicht kenne (und damit weder ihre Erfahrung noch ihre Beobachtungsgabe) und weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass man gerade in solchen Stress-Situationen oftmals den Eindruck hat, dass die Sache viiiiiel länger gedauert hat und viel schlimmer war, als sie tatsächlich war.... und davon schließe ich mich selber nicht aus.

Der mögliche Kollateralschaden bezieht sich auf die "Wirkung" einer Auseinandersetzung unter Hunden. Einzelne Ratscher, Risse, Löcher an "untypischen" Stellen deuten eher auf nicht-zielgerichtete Verletzungen hin.

Bei einem "unnormalen", übersteigert aggressiven Verhalten mit Beschädigungsabsicht würde ich ganz andere Verletzungen erwarten, insbesondere im Hals-/ Nackenbereich.... oder aber (bei Hunden, die nur noch wild um sich beissen und reissen) schwere und großflächige Verletzungen in der Seite.

Die mögliche Ressourcenverteidigung bezieht sich auf die Ursache der Beisserei. Ressourcenverteidgung ist grundsätzlich normales, wenn auch oftmals für den Menschen unerwünschtes Verhalten.

Wie gesagt: wir waren nicht dabei. Die Auseinandersetzung kam SO bei dir an...ob sie sich aber tatsächlich so abgespielt hat, bleibt im Rahmen der Spekulation.

Übrigens hatte ich genau deswegen das Beispiel mit Vega angebracht: wollte sie einen Hund maßregeln, hat es ihr - je nach "Vergehen" des anderen Hundes - nicht gereicht, ihn wegzuscheuchen. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass sie "effektiver" als der Viszla war, weil das Größen-/Gewichtsverhältnis oftmals zu ihren Gunsten ausfiel... sie war schnell und relativ schwer. Somit hat sie Hunde unter sich begraben und mit lautem Grollen auf dem Boden festgepinnt, bis sie sich nicht mehr mucksten. Solange sie strampelten, um sich schnappten, knurrten, blieb sie über ihnen stehen.

Es KÖNNTE also sein, dass der Rüde genau das tun wollte, es aber entweder mangels Kraft / Gewicht nicht durchziehen konnte oder aber durch das Eingreifen Heikes daran gehindert wurde. Wie gesagt: alles Spekulation, weil nicht selbst beobachtet...aber durchaus im Rahmen des Möglichen.

Im Gegensatz zu dir habe ich so was durchaus schon gesehen. Und zumindest unter 2 Schwestern (Mortisha ist auf Paula los) ist das in eine ernsthafte Beisserei ausgeartet, bei der Morty versehentlich sogar ihr eigenes Herrchen böse erwischt hat. Das Loch in seiner Wade war ziemlich tief und hat ewig gebraucht, um ordentlich abzuheilen. ;)

Bei der Konsequenz aus diesem Vorfall bin ich hingegen wieder ganz bei dir: da die beiden Hunde eh schon nie miteinander harmoniert haben und offensichtlich das Potential für ernsthafte Auseinandersetzungen gegeben ist, würde ich Begegnungen mit ihm meiden ... oder aber - falls die andere Hundehalterin kooperiert - nur noch kontrollierte und gesicherte Begegnungen zulassen.

Grüßlies, Grazi

Grazi ICH rede von Rüdenverhalten gg Hündinnen...und nein da bin ich gar nicht bei dir das als normales Verhalten anzusehen ;)

Grazi
29.12.2015, 07:58
Sie hat bis zum Schluss ein heiden Spektakel an Geknurre gemacht. Hat sich angehört als würd sie ihn umbringen wollen obwohl sie bereits am Boden lag und dann hat der halt doch 15 kg weniger zu bieten.
Mag sein dass es ihm noch nicht "genug" Unterwerfung war weil er das Möpschen nicht ganz unterwerfen konnte. Das hört sich IMO wirklich so an, als ob meine Theorie stimmen könnte. :)

Grüßlies, Grazi

Grazi
29.12.2015, 08:15
Grazi ICH rede von Rüdenverhalten gg Hündinnen...und nein da bin ich gar nicht bei dir das als normales Verhalten anzusehen ;) Kein Rüde muss sich alles gefallen lassen, nur weil ihm eine Hündin gegenübersteht. Und die von Heike geschilderte Situation war keine unbelastete Interaktion zwischen Rüde & Hündin.

Zwei Beispiele:

Simba ist Hündinnen gegenüber in der Regel sehr tolerant.

1) Ich bin alleine mit ihm unterwegs, als plötzlich Alisha (Zwergschnauzer) angeflogen kommt und ihn ernsthaft attackieren möchte. Wenn ich Simba nicht im Geschirr angehoben und gleichzeitig die Hündin mit einem Bein abgewehrt hätte, hätte er sie sich gepackt.

Keine 5 Minuten später laufen wir hinter Dunja (Golden Retriever) her, die recht interessant zu riechen schien. Er macht einen langen Hals und steckt ihr quasi die Nase in den Hintern. ;) Dunja fährt rum und raunzt ihn mit einem Drohschnappen an. Simba steckt dese Maßregelung wie ein Held ein, lässt sich zurückfallen und "belästigt" die Hündin nicht weiter.

2) Simba ist mit Ginger (Boxer-Mix) unterwegs, die starke Ressourcenverteidigung zeigt....Futter, Stöcke, Buddellöcher. Kommt er ihrem "Eigentum" zu nahe und pampt sie ihn an, zieht er sich anstandslos zurück.

Als sie aber einmal ausgelassen miteinander spielten und aus der völlig positiven Stimmung heraus Gingers Laune urplötzlich kippte und sie ihm eine verpasste, hat er lautstark reagiert und sich diese für ihn offenbar "ungerechtfertigte" Maßregelung nicht gefallen lassen. Kleiner Kommentkampf, nix passiert.

Was ich damit sagen will: es kommt immer auf die Gesamtsituation an und auf die Motivation des Aggressionsverhaltens (-> wertfrei!) der Hündin.

Ich verlange von keinem Rüden, dass er sich den Launen jeder "dahergelaufenen" Hündin unterwirft und alles brav einsteckt. Auch ein Rüde darf sich (sauber) gegen eine Hündin zur Wehr setzen.

Grüßlies, Grazi

bx-junkie
29.12.2015, 10:11
Ich verlange von keinem Rüden, dass er sich den Launen jeder "dahergelaufenen" Hündin unterwirft und alles brav einsteckt. Auch ein Rüde darf sich (sauber) gegen eine Hündin zur Wehr setzen.

Grüßlies, Grazi

Darf er, hab ich nie anders behauptet...so wie geschildert fand ich es aber nicht normal...wir sind da eben verschiedener Meinung, belassen wir es dabei :)

Peppi
29.12.2015, 12:56
Ich bin seid ca. 11 Jahren auf der Suche nach dem "Normverhalten" eines "Hundes". Also irgendwas allgemein Gültiges.

Die Literatur, die ich kenne, beschreibt nur die Kommunikation im "eigenen Rudel"... der Rest nach außen hin, ist m.M. individuelle "Sozialisation", bzw. deren Ergebnis, bzw. unterliegt Rasse- und Individualprädispositionen...

:35:

Emmamama
29.12.2015, 19:06
Ich bin seid ca. 11 Jahren auf der Suche nach dem "Normverhalten" eines "Hundes". Also irgendwas allgemein Gültiges.

:35:

Bellen :D

Grazi
29.12.2015, 19:28
Bellen :D Das ist bei Mortisha kein "Normverhalten". Die KLÄFFT. Hysterisch. Dass es in den Ohren klingelt. Furchtbarer Kleinhund. :kicher:

Grüßlies, Grazi

Emmamama
29.12.2015, 21:32
Das ist bei Mortisha kein "Normverhalten". Die KLÄFFT. Hysterisch. Dass es in den Ohren klingelt. Furchtbarer Kleinhund. :kicher:

Grüßlies, Grazi

Jeder wie er kann :D

Prya
30.12.2015, 06:54
Ich bin seid ca. 11 Jahren auf der Suche nach dem "Normverhalten" eines "Hundes". Also irgendwas allgemein Gültiges.

Die Literatur, die ich kenne, beschreibt nur die Kommunikation im "eigenen Rudel"... der Rest nach außen hin, ist m.M. individuelle "Sozialisation", bzw. deren Ergebnis, bzw. unterliegt Rasse- und Individualprädispositionen...

:35:

Naja da könnte man jetzt ins philosophieren geraten:D
Definiere "normal" bei Menschen.
Klar in einem Wolfs/-Hunderudel werden wohl verhaltensweisen ähnlich sein.
Aber bei Einzel-Hunden (oder Menschen) spielt da sicher immer anerzogenes Verhalten und Erlebtes mit.
Und dann ist je nach Charakter der eine oder andere halt weniger Tolerant als ein anderer dem es in so einer Situation gereicht hätte den Angreifer auf die Ressource nur weg zu scheuchen und der dann Ruhe gegeben hätte.

Prya
30.12.2015, 07:03
Entweder das oder das Herrchen ist der konsequentere von den beiden und duldet so was nicht.

Bei uns ist es so, dass mein Mann für Mortisha eine extrem wichtige Ressource ist. Er darf weder fremde Hunde anfassen noch ist Morty in seiner Anwesenheit so entspannt, dass normale Hundebegegnungen möglich sind. Er lässt mittlerweile überhaupt keinen Kontakt mehr zu, weil es sonst knallt.... und ist immer erstaunt, wenn ich erzähle, dass sie durchaus freundlich mit anderen Hunden umgehen kann und dann auch im Freilauf mit ihnen unterwegs ist. ;)
Witzigerweise ist das bei uns genau andersrum. Bei Herrchen reagiert Prya nicht. Da ist es egal wenn er fremdstreichelt:D



Ganz ehrlich? Wie hoch schätzt du die Wahrscheinlichkeit ein, dass er noch am selben Tag eine erneute Auseinandersetzung gehabt hat?

Zugegeben nicht sehr hoch;) Wobei er wohl auf andere unsichere Hunde schon auch losgegangen sein soll laut Erzählungen (soweit man denen Glauben
schenken mag)



Das Drohschnappen ist aber der zweite Schritt, der darauf folgen kann.

Ich dulde so was bei mir nicht. Meine Hunde haben nicht zu entscheiden, ob und welche Fremdhunde ich streicheln darf.

Grüßlies, Grazi
Ich dulde das natürlich auch nicht. Komischerweise ausserhalb geschlossener Räume kann ich streicheln wen ich mag! Erst an Weihnachten stand der Hund meiner Schwester in der Speisekammer meiner Mama und Prya direkt hinter ihm. Beide in Erwartung von Leckerlis (Das irre Verhalten meiner Mum kann unkommentiert gelassen werden:hmm::hmm:) Nichts passiert. Mir ging schon die Pumpe bei dem Anblick.

Die ersten male war ich einfach überrumpelt weil ich nicht mit gerechnet hab. Mittlerweile wissen wir es und ich masregele sie schon wenn sie anfängt zu fixieren und mit den Lefzen zuckt. Oder ich geh einfach zur Seite und lass sie alleine stehen und schon ist nämlich Ruhe und der andere Hund wird beschnüffelt.
Macht sie aber nicht nur bei mir! Bei meiner Freundin standen deren 2 Töchter neben ihr und schon wurde der eigene Familienhund weggedroht!
Zum Glück kann man sie da kurz anraunzen und dann legt sie sich wieder hin.

Grazi
30.12.2015, 08:17
Ich dulde das natürlich auch nicht. :ok:

Die ersten male war ich einfach überrumpelt weil ich nicht mit gerechnet hab. Mittlerweile wissen wir es und ich masregele sie schon wenn sie anfängt zu fixieren und mit den Lefzen zuckt. Oder ich geh einfach zur Seite und lass sie alleine stehen und schon ist nämlich Ruhe und der andere Hund wird beschnüffelt. Beide Varianten gefallen mir nicht soooo dolle. Aber ich weiss ja nicht, ob du nicht vielleicht weggelassen hast, was darauf folgt. ;)

Drohverhalten komplett zu unterbinden (z.B. durch eine verbale Maßregelegung), kann nach hinten los gehen: Hund schiebt Frust, weil ihm die Situation nicht passt, mosern darf er nicht... und wenn irgendwann die Frustrationstoleranz überschritten wird, kann es passieren, dass der Wauz ohne Vorwarnung zur Aktion schreitet. Solche Szenarien erlebt man ganz häufig, wenn es heißt, dass der Familienhund von jetzt auf gleich das Kind gebissen hat.

IMO wäre es besser, verbal zu maßregeln... den eigenen Hund absitzen zu lassen oder abzulegen, den Fremdhund zu streicheln...und dann den eigenen Hund für's "Aushalten" zu belohnen, damit ein Lerneffekt entsteht: "Wenn's Frauli andere Hunde streichelt, fällt auch für mich immer was Gutes ab." (Lob, Liebkosung, Leckerchen).

Mein zweiter Hund (kniehoher Wuschel-Terrier-Mix) war ein kleiner Giftzahn und mochte nach ihrer ersten Hitze erst mal keine fremden Hunde mehr. Entweder man stellte Violetta fremde Hunde während ihrer Läufigkeiten vor (dann war sie nett und blieb es später auch) oder man hat den anderen Hund schöngefuttert. Sprich: Wir haben beide Hunde eng an uns rangeholt und abwechselnd unter Lobhudelei Leckerchen in beide reingestopft. Klappt aber nur, wenn keiner futterneidisch ist. ;)

Dein Weggehen, damit Prya erstmal "unbelastet" Kontakt machen kann, ist erst mal super. Ich bringe auch oft erst mal Distanz ein, damit die Ressource Mensch nicht als Negativverstärker wirkt.

Belässt man es aber dabei, hat der Hund sein Ziel erreicht: Hund sollte weg von Frauchen, also hat sich das Fixieren / mit den Lefzen zucken / Fauchen / Knurren etc. pp. gelohnt und wird wiederholt.

Also: Distanz reinbringen und wenn die Situation sich entspannt hat, wieder an der Toleranz arbeiten und den fremden Hund unter kontrollierten Bedingungen streicheln, damit der eigene Hund es irgendwann positiv verknüpft.

Macht sie aber nicht nur bei mir! Bei meiner Freundin standen deren 2 Töchter neben ihr und schon wurde der eigene Familienhund weggedroht! Kleines Aas! :kicher:

Grüßlies, Grazi

Prya
04.01.2016, 13:11
Ganz ehrlich? Wie hoch schätzt du die Wahrscheinlichkeit ein, dass er noch am selben Tag eine erneute Auseinandersetzung gehabt hat?


Hab den Rüden übrigens die Tage wieder getroffen und hab den Besitzer gefragt, und der hat tatsächlich beim TA Fettlipome wegmachen lassen.
Also war Prya wirklich schuldlos :D;)

Die beiden (angeleint) haben allerdings in keinster Weise negativ aufeinander reagiert. Eher der Rüde der sein Herrchen weiter ziehen wollte. Schien ihm nicht geheuer. Aber wenigsten jetzt kein Leinengepöpel.

War zum Glück scheinbar tatsächlich nur die unglückliche Situation :)

Prya
04.01.2016, 13:18
:ok:

Beide Varianten gefallen mir nicht soooo dolle. Aber ich weiss ja nicht, ob du nicht vielleicht weggelassen hast, was darauf folgt. ;)

Drohverhalten komplett zu unterbinden (z.B. durch eine verbale Maßregelegung), kann nach hinten los gehen: Hund schiebt Frust, weil ihm die Situation nicht passt, mosern darf er nicht... und wenn irgendwann die Frustrationstoleranz überschritten wird, kann es passieren, dass der Wauz ohne Vorwarnung zur Aktion schreitet. Solche Szenarien erlebt man ganz häufig, wenn es heißt, dass der Familienhund von jetzt auf gleich das Kind gebissen hat.

IMO wäre es besser, verbal zu maßregeln... den eigenen Hund absitzen zu lassen oder abzulegen, den Fremdhund zu streicheln...und dann den eigenen Hund für's "Aushalten" zu belohnen, damit ein Lerneffekt entsteht: "Wenn's Frauli andere Hunde streichelt, fällt auch für mich immer was Gutes ab." (Lob, Liebkosung, Leckerchen).

Mein zweiter Hund (kniehoher Wuschel-Terrier-Mix) war ein kleiner Giftzahn und mochte nach ihrer ersten Hitze erst mal keine fremden Hunde mehr. Entweder man stellte Violetta fremde Hunde während ihrer Läufigkeiten vor (dann war sie nett und blieb es später auch) oder man hat den anderen Hund schöngefuttert. Sprich: Wir haben beide Hunde eng an uns rangeholt und abwechselnd unter Lobhudelei Leckerchen in beide reingestopft. Klappt aber nur, wenn keiner futterneidisch ist. ;)

Dein Weggehen, damit Prya erstmal "unbelastet" Kontakt machen kann, ist erst mal super. Ich bringe auch oft erst mal Distanz ein, damit die Ressource Mensch nicht als Negativverstärker wirkt.

Belässt man es aber dabei, hat der Hund sein Ziel erreicht: Hund sollte weg von Frauchen, also hat sich das Fixieren / mit den Lefzen zucken / Fauchen / Knurren etc. pp. gelohnt und wird wiederholt.

Also: Distanz reinbringen und wenn die Situation sich entspannt hat, wieder an der Toleranz arbeiten und den fremden Hund unter kontrollierten Bedingungen streicheln, damit der eigene Hund es irgendwann positiv verknüpft.

Kleines Aas! :kicher:

Grüßlies, Grazi

Ich geh aus der Situation bevor Prya überhaupt irgendwie auf Merlin reagiert. Solange er noch von ihr ignoriert wird oder sie ihn beschnüffelt schleich ich mich sofort. Wenn sie woanders steht kann ich ihn auch bedenkenlos streicheln. Wenn sie schon droht geh ich nicht mehr sondern hab sie gemassregelt. Da hätt ich mich nicht mehr entfernen zu trauen...

Meinst du, dass sie da Rabattmarken klebt wenn ich ihre Drohungen unterbinde? Das wäre natürlich blöd...
Ich hatte dabei immer das Gefühl, dass sie eher so reagiert als "na gut dann halt nicht, dann ist er mir halt weiterhin wurscht"

Das mit dem belohnen wenn sie brav ist, ist natürlich ne gute Idee. War mir da nur immer unsicher ob Futter bei ihr die Situation nicht verschärft.
Da kann ich nicht einschätzen welchen Stellenwert ich habe und welchen Fressen :kicher:
Wobei Besuch eher in ihren Napf gucken darf als sich mir nähern sofern sie neben mir steht.

Schade, weil Merlin jetzt nach 2-3 Anfönungen so Angst vor ihr hat dass er lieber im Garten bleiben würde als zu ihr ins Haus zu kommen. Egal auch wenn sie ihm ja sonst wirklich nie was tut.

Grazi
04.01.2016, 13:27
Hab den Rüden übrigens die Tage wieder getroffen und hab den Besitzer gefragt, und der hat tatsächlich beim TA Fettlipome wegmachen lassen.
Also war Prya wirklich schuldlos :D;) Hapuuuh! Dasfreut mich total für euch! :ok:

Die beiden (angeleint) haben allerdings in keinster Weise negativ aufeinander reagiert. Eher der Rüde der sein Herrchen weiter ziehen wollte. Schien ihm nicht geheuer. Aber wenigsten jetzt kein Leinengepöpel. dann könnte man evtl. (wenn beide Hundehalter das wollen), wieder gezielt daran arbeiten, dass die Hunde sich verstehen / tolerieren. ;)

Grüßlies, Grazi

Grazi
04.01.2016, 13:43
Ich geh aus der Situation bevor Prya überhaupt irgendwie auf Merlin reagiert. Solange er noch von ihr ignoriert wird oder sie ihn beschnüffelt schleich ich mich sofort. Machst du IMO vollkommen richtig, zumindest wenn du das ganz gelassen und unaufgeregt tust, wovon ich jetzt einfach mal ausgehe. ;)

Wenn sie woanders steht kann ich ihn auch bedenkenlos streicheln Während sie das sieht?

Wenn sie schon droht geh ich nicht mehr sondern hab sie gemassregelt. Da hätt ich mich nicht mehr entfernen zu trauen... Hmm, aus der Ferne kann ich mir natürlich nicht sicher sein, aber wenn sie droht, wenn sie in unmittelbarer Nähe zu dir ist.... und Fremdstreicheln aus der Entfernung toleriert, dann dürfte eigentlich nichts passieren, wenn du dich in diesem Moment entfernst, weil DU ja der Verstärker bist...und ist der Verstärker weg, "muss" sie nicht maßregeln.

Aber wie gesagt: Maßregeln ist vollkommen ok, weil du ihr sagst, dass dieses Verhalten nicht erwünscht ist und von dir nicht toleriert wird... bestenfalls sollte sie dann aber auch erfahren / lernen, welches Verhalten in diesem Moment erwünscht ist und dafür belohnt werden.

Meinst du, dass sie da Rabattmarken klebt wenn ich ihre Drohungen unterbinde? Das wäre natürlich blöd... Rabattmarken? Diese Redewendung kenne ich nicht... da muss ich mal ganz blöd nachfragen, was du damit meinst. :kicher:

Ich hatte dabei immer das Gefühl, dass sie eher so reagiert als "na gut dann halt nicht, dann ist er mir halt weiterhin wurscht" Du...das kann gut sein... nicht jeder Hund tickt so, wie Lernbiologen das gerne hätten. ;)

Beurteilen könnten wir Außenstehende das nur, wenn wir Videoaufzeichnungen hätten, wo man Körperspannung, Blickrichtung, Mimik etc. gut erkennen könnte.

Ich habe bei meinen Hunden schon Fehlverhalten rausbekommen, indem ich quasi in Drohverhalten reinbestätigt habe. Dazu würde ich aber nie jemandem raten, den ich nicht kenne und dessen Hund ich nicht kenne...und wo ich nicht einschätzen kann, wie der Hund drauf reagiert. Rein lernbiologisch würde ich damit ja normalerweise das Drohen und die Aggression bestätigen...und damit verstärken. Also genau das Gegenteil von dem erzielen, was ich möchte.

Bei meinen eigenen Hunden kann ich aber solche "Experimente" wagen, weil ich sie ziemlich gut kenne und sie in der Regel sehr gut einschätzen kann.

Das mit dem belohnen wenn sie brav ist, ist natürlich ne gute Idee. War mir da nur immer unsicher ob Futter bei ihr die Situation nicht verschärft.
Da kann ich nicht einschätzen welchen Stellenwert ich habe und welchen Fressen :kicher:
Wobei Besuch eher in ihren Napf gucken darf als sich mir nähern sofern sie neben mir steht.Na, dann scheint Futter ja keinen soooo großen Stellenwert für sie zu haben! ;)

Vielleicht einfach mal ausprobieren?

Schade, weil Merlin jetzt nach 2-3 Anfönungen so Angst vor ihr hat dass er lieber im Garten bleiben würde als zu ihr ins Haus zu kommen. Egal auch wenn sie ihm ja sonst wirklich nie was tut. Das ist natürlich wirklich schade und ich hoffe sehr, dass ihr das Verhältnis zwischen den beiden wieder entspannen könnt. Es ist immer blöd, wenn die Hunde innerhalb der Familie nicht wirklich gut miteinander auskommen. :(

Grüßlies, Grazi

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