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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kastration beim Rüden/ bitte keine Grundsatzdiskussion


Candlelight
24.09.2014, 20:11
Hallo, ich habe eine spezielle Frage. Es geht um die Kastration bei Rüden.
Mir geht es nicht um die Verhaltensbedingte Kastration sondern um den Fakt das ein Nicht kastrierter Rüde psychisch unter dem Hormonstau leidet wenn er nicht decken darf. Ich möchte meinen Rüden eigentlich nicht kastrieren lassen, hätte aber ein sehr schlechtes Gefühl wenn er unter diesen Stress fast sein ganzes Leben lang leiden würde. Wer kann mir Tipps oder Empfehlungen geben oder hat Erfahrungen mit diesem speziellen Thema der Kastration.
Vielen Dank an alle
Mario

Scotti
24.09.2014, 20:25
Ein Ruede leidet genauso wenig unter Hormonstau wie Maenner. :D Auch wen sie das Gegenteil behaupten.

Candlelight
24.09.2014, 20:56
Hallo Scotti, das ist mir zu einfach. Ich glaube auch Männer Leiden sehr darunter wenn sie nicht dürfen und darum geht es mir. Wenn der Hund nie darf wird er irgendwann leiden. So ist zumindest die Meinung einiger Experten.

Scotti
24.09.2014, 21:10
Was fuer Experten? Manchmal IST die Loesung nunmal so einfach. ;)
Dann muesste man im Gegenzug auch den Huendinnen unterstellen dass sie leiden wenn sie keine Welpen bekommen. ;)

sina
24.09.2014, 21:54
Das leidige Thema!:hmm:
Ich bin grundsätzlich dagegen den Rüden schon zur Vorbeugung einmal kastrieren zu lassen.
Meine ersten beiden Hunde zeigten überhaupt keine Anzeichen das ihnen etwas fehlte. Sie wurden fast 15 Jahre alt und hatten bis zu ihrem Tod noch alles was einen Rüden ausmacht!
Was MICH genervt hat waren einzig die gelben Flecken aber es gibt schlimmeres!
Anders war es bei Calle. Er zeigte ein übersteuertes Verlangen, versuchte alles zu besteigen, angefangen vom Sofakissen bis hin zum Kater!:schreck:
Auch damit hätte ich leben können. Nur war er total gestresst, sabberte, hatte Blasen vor dem Mund und hechelte erbärmlich.
Ich habe ihm dann einen Chip setzen lassen um zu sehen ob sich sein Verhalten ändert. Und ja, er wurde ruhiger, hatte kein Interresse mehr am Kater und den Kissen!
Um ihn nicht immer diesen Hormonschüben auszusetzen habe ich ihn kastrieren lassen. Sein Verhalten als Hund hat sich überhaupt nicht verändert und wenn er übermütig
ist versucht er trotzdem noch mal zu rammeln!:king:
Teste das Verhalten doch auch erst einmal mit dem Chip aus bevor Du ihn kastrieren lässt denn das ist endgültig!

Candlelight
24.09.2014, 22:44
Hey Sina, wie ich schon schrieb möchte ich meinen Rüden nicht kastrieren. Ich möchte aber eben auch nicht das er leidet. Ich hatte auch schon zwei Rüden die beide wie ich meine keine seelischen Schäden hatten. Beide waren nicht kastriert. Damals hatte man wie ich glaube aber diese Erkenntnisse eben noch nicht. Ich möchte einfach nur das beste für meinen Hund der ja noch ein Welpe ist. Mich beschäftigt dieses Thema halt sehr. Trotzdem vielen Dank für deine Antwort.:)

Peppi
25.09.2014, 06:23
Hast Du mal die Experten-Quelle mit den neuen Erkenntnissen?

Nicol
25.09.2014, 06:30
Ich habe zwei intakte Rüden.
Der 13 jährige Zwergpinscher versucht lediglich auf läufige Hündinnen aufzusteigen. Die sind zum Glück selten willig und fast immer zu groß...
Der 4 jährige CC steht im Saft, hat grundsätzliches Besteigeverbot bei beiden Geschlechtern, und leidet mäßig, wenn eine Herzensdame aus der Nachbarschaft dran ist. D.h. er nuckelt an seiner Kuscheldecke, sabbert diese voll, fiept dabei rum, verweigert Futter oder kotzt es aus, verliert Gewicht. Die Haustür steht immer offen, dass er bei Upps-Erektionen meist vor dem Erguss das Haus verlassen kann. Manchmal gibt es feuchte Träume, dann gibt es eben einen neuen Bezug auf der Matte.
Aus unterschiedlichen Gründen, z.B. Leinenaggression, haben wir auch schon überlegt, ihn zu kastrieren. Aber es ist beschlossen, er bleibt intakt.
Natürlich sind die Anzeichen des Sexualtriebs da. In einem Wildrudel darf aber auch nur einer und der Rest muss mit dem Triebstau klar kommen...
Entgegen vieler anderer Meinungen, bin ich überzeugt, dass eine angemessene körperliche und geistige Auslastung dabei hilft. Dazu hat natürlich nicht jeder die Möglichkeit.
Ich bin jeden Tag mindestens 3, eher 4 Stunden mit den Hunden zu Fuß oder per Rad unterwegs. Jogge 2x/Woche mit ihnen und mache 2x/Woche Mantrailing. Vielleicht macht das die beiden so umgänglich und ausgeglichen! Ich hoffe, es bleibt so!

Sanny
25.09.2014, 07:03
Die Expertenquelle würde mich auch gern mal interessieren.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass es einzelne Individueen gibt, die unter dem "nicht können" leiden. Aber nicht pauschal alle. Und auch ein Rüde kann einen Samenerguss bekommen, ohne Deckakt. Dann ist der "Stau" auch weg ;)

Faltendackelfrauchen
25.09.2014, 07:41
Hallo Mario,

es gibt Hunde, die sehr darunter leiden, vor allem wenn viele unkastriert Hündinnen im Umfeld sind.

Ein Freund von mir lässt genau aus diesem Grund alle seine Rüden kastrieren. Beim ersten hat er es nicht gemacht. Diese Erfahrung hat ihn dazu veranlasst, umzudenken.

Als Mann kann er sich das sehr gut vorstellen und für ihn ist es absolute Tierquälerei, einen Rüden NICHT zu kastrieren!

Sanny
25.09.2014, 08:21
:wand:

Ich hoffe er hat sich auch mindestens einer Vasektomie unterzogen :shake:

artreju
25.09.2014, 08:40
Ich habe Odin auch nur aufgrund der Prostataprobleme kastrieren lassen.

Ein anderer Grund kommt für mich eigentlich auch nicht in Frage.

Scotti
25.09.2014, 09:22
:wand:

Ich hoffe er hat sich auch mindestens einer Vasektomie unterzogen :shake:
:ok:

Lucy
25.09.2014, 13:59
:wand:

Ich hoffe er hat sich auch mindestens einer Vasektomie unterzogen :shake:

Im gegensatz zu einer Kastration (entfernung der Hoden) unterbindet eine Vasektomie (abbinden/durchtrennen der Samenleiter) nicht die Liebeslust.

Ausserdem denke ich wird er schon dürfen im gegensatz zu seinem Hund ;):D

Meine beiden Rüden sind kastriert und ich finde es nicht schlimm. Kann keinen Nachteil daraus erkennen.

Peppi
25.09.2014, 15:25
http://hundemagazin.ch/rassentypische-verhaltens-und-hormonprobleme-bei-hunden-3/

Faltendackelfrauchen
25.09.2014, 18:55
Ausserdem denke ich wird er schon dürfen im gegensatz zu seinem Hund ;):D


Du denkst richtig....:kicher:

Candlelight
26.09.2014, 09:05
Vielen Dank erstmal für die Antworten. Die sog. Experten sind ua. C.Milan der ja nach eigener Aussage alle seine Rüden im Alter von 5-7 Monaten kastrieren läßt.
Ich bin sicher mit vielen Methoden von C.M. Nicht einverstanden aber seine Argumente sind schon nachvollziehbar was die Kastration angehen. Es gibt auch einige TÄ die sich mit diesem Thema beschäftigen. Ich werde es auf mich zukommen lassen denke aber das ich keine Kastration vornehmen werden lasse.
Wie schon geschrieben, es geht nur um diesen med.Aspekt nicht um Verhaltensbedingte Probleme. Euch alles eine schöne Zeit und bis bald
Mario

Peppi
26.09.2014, 10:15
Vielen Dank erstmal für die Antworten. Die sog. Experten sind ua. C.Milan der ja nach eigener Aussage alle seine Rüden im Alter von 5-7 Monaten kastrieren läßt.

Ist in Deutschland übrigens gesetzlich verboten!

Wie Waldi
26.09.2014, 14:07
zwei Rüden die beide wie ich meine keine seelischen Schäden hatten. Beide waren nicht kastriert. Damals hatte man wie ich glaube aber diese Erkenntnisse eben noch nicht.

Dann verrat es Deinem Rüden nicht und auch er wird nicht leiden.
Die Lösung kann manchmal soooo einfach sein ;)

Wie Waldi
26.09.2014, 14:11
Die sog. Experten sind ua. C.Milan der ja nach eigener Aussage alle seine Rüden im Alter von 5-7 Monaten kastrieren läßt.

:wand:
Ich hab mir mal die Wand ausgeliehen, danke!

Nicol
26.09.2014, 16:37
Wenn Du noch am Schwanken bist, empfehle ich Dir das Buch vom Gansloßer zum Thema Kastration. Sehr informativ und sachlich. Hat mir sehr weitergeholfen!

Marion
26.09.2014, 20:17
Hallo Mario,

ich versuche es mal zu erklären.

Beim Mann:
ein Mann kann schon leiden wenn er nie die Möglichkeit für einen Akt hat.
Und zwar weil er auch gedankliche s......Fantasien haben kann, die er vielleicht ausleben möchte und leidet , wenn er das nicht tun kann.
auch wird ein Mann ja öfter mit weiblichen Wesen kofrontiert, die jederzeit bereit sein könnten und nicht erst läufig sein müssen
Beim Menschen spielt sich also auch viel im Kopf ab und wirkt auf das körperliche.

Beim Hund:
Ein Rüde hat ganz sicher nicht die Fantasie eine Hündin decken zu wollen, wenn nicht gerade eine Hündin in seiner Nähe ist, oder der Geruch einer läufigen Hündin.
Somit würde ein Rüde nur leiden, wenn er viel mit läufigen oder gut riechenden Hündinnen konfrontiert wird und nicht darf.
Dann kann er auch noch leiden, wenn er zu Hause ist, weil er sich dann sehr gut daran erinnert daß da draussen doch eine läufige Hündin war.
Normalerweise wird er aber entspannt sein, wenn er eben nicht andauernd mit s......Reizen konfronitert wird.
Ich hatte intakte Rüden und sie haben nie gelitten.
Und ich habe einen Kastraten, der weiß genau daß er ein Rüde ist und was eine läufige Hündin ist. Er lässt sich aber auch von einer läufigen Hündin gut abrufen.
Das war aber vorher auch schon so und war auch bei meinen intakten Rüden so.

Der Rüde meiner Mutter, in einer Hochhaussiedlung, hat enorm gelitten.
Jedesmal wenn er den Duft einer läufigen Hündin wahrnahm, war er auch zu Hause richtig liebeskrank. Und das ging oft über mehrere Tage.

In diesem Fall fand ich eine Kastration schon richtig, weil der Hund eben unter seinem S.....trieb gelitten hat . Nach der Kastration war er entspannt bezüglich seines Triebes.

Ich , an Deiner Stelle, würde also erstmal abwarten wie es sich entwickelt.

Vielleicht geht er ja gelassen mit seinem Trieb um und er braucht nicht kastriert werden.

Wenn er aber , so wie im Fall des Rüden meiner Mutter, tatsächlich leiden sollten, dann kannst Du ihn immer noch kastrieren lassen.

Einfach mal abwarten .

Und von der chemischen Kastration halte ich gar nichts. Diese könnte man höchsten einmal anwenden um zu sehen ob sich der Hund unter Ausschaltung des Triebes wohler fühlt.

Und noch was:
eine kastrierte Hündin bleibt (seltsamerweise) für alle Hunde eine Hündin.

ein kastrierter Rüde, ist für die anderen Hunde kein Rüde mehr.
Es kann sein daß er wegen des fehlenden Rüdengeruches als Hündin angesehen wird.
Das bedeutet daß Rüden ihn umwerben könnnten, aber auch daß ihn dominante Hündinnen angreifen könnten.
Es kann aber ebenso passieren daß er endlos beschnüffelt wird, weil die Hunde herausfinden wollen wer er ist. Auch das ist für den kastrierten Rüden unangenehm und er wird u. U. mißmutig anderen Hunden gegenüber, weil ihn das nervt.

Und etwas sehr wichtiges, gerade bei schwergewichtigen und großen Rüden, sollte man bedenken:
Die Muskulatur eines Rüden schwindet !
Das konnte ich bei meinem Rüden innerhalb kurzer Zeit beobachten und man sieht es auch wenn man z. Bsp. einen Hengst mit einem Wallach vergleicht.

Dieses Schwinden bestimmter Muskelpartien kann sich auf die Gelenke auswirken, die dann nicht so viel Unterstützung durch die Muskulatur haben.
Ganz gewiss sollte man niemals (ohne medizinischen triftigen Grund) einen Rüden kastrieren , der schon bekannterweise Probleme mit den Gelenken hat.


Alles was ich geschrieben habe basiert auf eigenen Erfahrung aus über 30 Jahren Hundehaltung.
Andere können andere Erfahrungen gemacht haben weil sich eine Kastration ganz individuell auswirkt.
Und man kann nie voraussagen wie sich eine Kastration auf einen bestimmten Rüden auswirken kann bzw. wie es sich auf Hundebegegnungen auswirken wird.

Grüßel Marion

Candlelight
27.09.2014, 07:47
Hallo Marion,
Vielen Dank für deinen Bericht. Das ist eigentlich genau das was ich mir vorgestellt habe. Erfahrungen die gemacht wurden und einfach weitergegeben werden. Natürlich muß letztendlich jeder selber entscheiden was er tut. Ich werde meinen Rüden nicht kastrieren das steht nun fest solange er nicht offensichtlich leidet. Nochmal vielen Dank für alle Infos und Gedanken.:)

Candlelight
27.09.2014, 07:50
Hallo Wie Waldi, deine Antwort mit der Wand versteh ich nicht wirklich. Meinst du jetzt mich oder CM. Ich informiere mich lieber in alle Richtungen als das ich einfach etwas mache was ich dann eventuell später bereue. Trotzdem Danke.:)

Marti
27.09.2014, 09:57
Bin grundsätzlich auch kein Freund von Kastrationen, wenn es keine medizinische Indikation dafür gibt. Wir haben Da Vinci im Alter von 7,5 Jahren kastrieren lassen, da er, immer wenn eine Hündin in der Nachbarschaft läufig war, Prostataprobleme bekommen hat (konnte nur schwer und unter Schmerzen Wasser lassen). Da eine Kastration früher oder später zwingend notwendig geworden wäre, haben wir uns dafür entschieden, da er ansonsten noch topfit war (ist) und wir nicht riskieren wollten, dass er zu einem späteren Zeitpunkt Probleme mit der Narkose bekommt.

Wesensmäßig hat er sich nicht verändert, ist immer noch genau derselbe Chaot :ok:

Viele Hundehalter lassen ihre Hunde leider schon im ersten Jahr kastrieren bzw. bevor sie geistig und körperlich ausgereift sind. Dadurch hat der Hund niemals die Chance, sich mental zu einem erwachsenen Hund zu entwickeln und bleibt immer ein juveniler Junghund. Dadurch wird die innerartliche Verträglichkeit zwar gefördert, aber ich bin der Meinung, dass wenn man einem starken Rüden (geistig) nicht gewachsen ist, sich eben für eine einfachere Rasse entscheiden sollte. Davon gibt es ja genug.

Cesar Millan befürwortet dies, macht dies allerdings meiner Meinung nach nur, da es dann für ihn (oder seine Klienten) einfacher ist, die Hunde im Rudel zu halten. Gesundheitlich gab es mal eine Studie, die sinngemäß aussagt, dass im Jugenalter kastrierte Hunde größer werden, als es für sie genetisch eigentlich vorherbestimmt war und deutlich häufiger an Knochenkrankheiten und auch Krebs leiden (außer natürlich Prostatakrebs), als erst im Erwachsenenalter (oder gar nicht) kastrierte Hunde.

Vielleicht kennt ja jemand die Studie und kann sie hier posten? (Auf gehts Peppi ;) )

Peppi
27.09.2014, 10:48
Das Retriever Ding aus 2013?

http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0055937



Das mit dem Knochenwachstum wurde glaube ich in Zusammhang mit Eunuchen (also beim Menschen) nachgewiesen und war was Anderes.

Den Zusammenhang von Hormonen und Depressionen, etc.pp. sollte man mal googeln, so vor dem "Eindruck", dass es immer mehr "ängstliche" Hunde gibt...

Grazi
28.09.2014, 06:37
Wenn Du noch am Schwanken bist, empfehle ich Dir das Buch vom Gansloßer zum Thema Kastration. Sehr informativ und sachlich. Hat mir sehr weitergeholfen! Dieses Buch sollte tatsächlich ein "Must have" für alle Hundehalter (und solche, die es werden wollen) sein! :ok:

Grüßlies, Grazi

Wie Waldi
30.09.2014, 13:50
deine Antwort mit der Wand versteh ich nicht wirklich

Ich meinte nicht Dich.

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