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schnuppe
06.07.2014, 13:01
Hallo,
ich bin meistens nur stille Leserin dieses Forums und hab mal eine Frage.

Ich habe u. a. eine 4-Jahre alte Boerboel Hündin, die ehemals als Zuchthündin eingesetzt wurde und nach dem 2. komplikationsbehafteten Wurf aus der Zucht genommen wurde und über Umwege zu mir kam. Emma ist nun seit 15 Monaten bei uns. Sie hat vermutlich Epilepsie. Genau erwiesen ist es noch nicht, aber die Vermutung liegt sehr nahe. Bisher hat sie bei uns 3 Läufigkeiten durchgemacht, die alle komplikationsbehaftet verlaufen sind.

Mit Komplikationen meine ich jedes Mal Scheinschwangerschaften mit heftigem Milcheinschuss und anschließender Zystenbildung sowie verdicktem Uterus.

Nun haben wir uns nach eingehender Beratung und 4 tierärztlichen Meinungen, die alle zugeraten haben, dazu entschieden, Emma kastrieren zu lassen.

Es ist unsere erste Hündin und wir haben uns als Kastrationstermin den 10.07.2014 ausgesucht. Eigentlich müsste sie sich in dieser Zeit im Anöstrus befinden, allerdings ist das auf Grund der ständigen Scheinschwangerschaften (letzte war Mitte April 2014 abgebrochen worden), gar nicht so einfach zu definieren.

Nun hat sie seit einigen Tagen eine geschwollene Vulva und auch unser BB-Rüde riecht ganz interessiert an ihr. Wir also am letzten Freitag (also vor 2 Tagen!) hin zum Tierarzt und er stellt mittels Scheidenabstricht den Anöstrus fest.

Und nun ... fängt sie heute an zu bluten:schreck:.

In dieser "Phase" kann Emma natürlich nicht operiert werden. Aber ich frage mich, wie kann ich dann feststellen in welchem hormonellen Stadium sie sich befindet, wenn ich nicht einmal einem Test trauen kann.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht? Kann mir vielleicht jemand weiter helfen? Ich hoffe auf Antworten.

LG Mirja

Scotti
06.07.2014, 19:37
Ich würd mich hüten eine Epileptikerin operieren zu lassen.
Wenn noch nicht klar ist ob es Epilepsie ist, teste das erstmal, das kann auch von vielen anderen Sachen kommen, z.B: Herz, Leber usw.
Ich epfehle dir einen guten Tierhomöopathen, der kann, was die Hormone angeht, viel bewirken.

schnuppe
06.07.2014, 19:48
Also gerade auch wegen der Epi soll sie kastriert werden. Die Tests zur Bestimmung von Epi sind sehr aufwändig und sehr schwierig in der Diagnostik.

Gerade das hormonelle Auf und Ab begünstigen angeblich epileptische Anfälle.

Die lezte OP wegen TPLO hat sie sehr gut vertragen.

Wegen der Narkose mach ich mir keine Sorgen oder meintest du etwas anderes?

Eine akute Piometra ist sicherlich ne ganz andere Hausnummer. Also ob operiert wird, ist entschieden :).

schnuppe
06.07.2014, 19:51
Ach so Herz, Niere, Leber und auch Schilddrüse alles top. Hab gerade auch ein Barf-Profil machen lassen ... alles super.

Scotti
07.07.2014, 06:54
Ja, ich meine die Narkose.
Eine EPI (wenns denn eine ist, ist immer eine Ausschlussdiagnose) ist ein KO Kriterium für Narkosen.
Wenn, dann geht sowieso nur eine Inhalationsnarkose, aber auch die ist eine massive Belastung für einen Epileptiker.

Alles top heisst Röntgen, Farbdoppler und Organultraschall, EKG usw? Oder "nur" Blutbild? Schilddrüsenwerte, welche wurden genommen, wie oft?
Ich versteh nicht wieso die EPI Tests zu aufwendig und schwierig sind wenn man dafür an die Ursache kommt und stattdessen, obwohl der TA nicht weiss wo es herkommt mal eben eine belastende OP (Narkosen können übrigens EPI auslösen und EPI Hunde auch umbringen) angesetzt wird.

Da kannst du nichts für, das meine ich nicht, ich verstehe aber die Denke des TA nicht.

schnuppe
07.07.2014, 11:27
Mmmh. OK. Danke erst mal @Scotti.

Über das Narkoserisiko bin ich nicht aufgeklärt worden. Von keinem der 4 Tierärzte, obgleich ich den Krankheitsverlauf vollständig geschildert habe :traurig:. Bisherige Narkosen waren aber ohne Probleme verlaufen.

EKG und Doppler wurden nicht gemacht. Lediglich Blutuntersuchung sowie Ultraschall. Du meinst das ist nicht ausreichend? Wir haben jetzt ja auch noch wieder Zeit bis zur nächsten möglichen Kastration und können uns noch ausgiebig informieren.

LG Mirja

Scotti
07.07.2014, 14:04
Nein, um Herzprobleme vernünftig zu untersuchen reicht das nicht aus.
Du brauchts EKG, Farbdoppler und, wenns ganz vernünftig gemacht werden soll, Röntgen.
Dass dich keiner über ein Narkoserisiko aufklärt ist nicht in Ordnung, gerade beim EPI Hund.:/
Wurde Ultraschall auch von z.B. der Leber gemacht?

schnuppe
08.07.2014, 23:28
Oh ok. Von der Leber wurde ein Ultraschall gemacht.

Scotti
09.07.2014, 06:32
Das schliesst wenigstens erstmal einen Lebershunt aus, die auch ein Grund für Anfälle die wie Epilepsie aussehen sind.

Kangalmischling
09.07.2014, 11:11
@schnuppe

Hatte sie denn schon mal einen Epi-Anfall oder warum nimmst du an, dass sie vermutlich Epilepsie hat.

@Scotti

Es ist richtig, dass bei Epilepsie kastriert wird, eben um das Anfallsrisiko bei der Hündin auf Grund von Läufigkeit zu minimieren. Beim Rüden sind es die läufigen Hündinnen, die Streß auslösen und die Epi begünstigen.

Mein Münsti-Rüde wurde auch auf Grund von Epilepsie kastriert.

Scotti
09.07.2014, 11:15
Ich weiss das es gemacht wird, sehe es aber aufgrund des Risikos der Narkose beim Epileptiker als allerallerletzte Lösung an.
Hier ist ja nichtmal die Ursache vernünftig geklärt, da empfinde ich es als fahrlässig.

schnuppe
09.07.2014, 12:14
Erst nochmal vielen Dank für eure Antworten.

Es gab bisher folgende Vorfälle:

1. mal: Emma war abends wie weggetreten. Lag im Korb und schnalzte plötzlich mit der Zunge; etwa 2 Minuten. Ich bin zu ihr und sie setzte sich auf um gleich wieder umzufallen. Sie war stark eingeschränkt in ihrer Motorik. Ging fiel um. Starkes Speicheln. Im Garten ist sie dann wie eine wahnsinnige gerannt, aber war nicht voll da. Im Haus wieder umgefallen und vor Tische und Stühle gelaufen. Wir sind sofort in eine Klinik gefahren, in der sie stationär aufgenommen wurde. Blutprofil, Infusionen, Röntgenaufnahmen sowie Ultrschall Adbomen wurde durchgeführt. Ohne Befund. Alle Werte waren gut.Diagnose der Klinik: Vergiftung oder Epi.

2. mal: Aus dem Schlaf aufgewacht, hingesetzt und virtuelle Fliegen gefangen. Zur Tür gesprintet wieder zurück.

Mehr war nicht. Wir haben ne zeitlang Tagebuch geführt, aber es ist nichts weiter passiert.

Unsere TÄe (3) meinten, eine Behandlung sei erst sinnvoll wenn klar ist, mit welcher Regelmäßigkeit die Anfälle auftreten.
Unsere TÄe meinten weiterhin es wäre eine idiopathische Epilepsie mit großer Wahrscheinlichkeit zu vermuten.

Ich bin Neuling auf diesem Gebiet. Hab mich zwar im Internet belesen, bin aber im Groben auf die Aussagen der Ärzte angewiesen. Wir sind bei mindestens 2 Tierärzten gewesen, die Kastrationsgegner sind (ich im Übrigen auch), aber beide haben zu einer Kastra geraten, obwohl klar war, dass ein Dritter die OP durchführen wird.

Scotti
09.07.2014, 12:21
Hatte sie mal Staupe oder ist sie vorher geimpft worden?

schnuppe
09.07.2014, 12:46
Nein keine Staupe, oder gibt es einen stillen Verlauf? Geimpft worden ist sie letztmalig 2012. Mein TA hat auch empfohlen zunächst nicht zu impfen, wegen des Verdachtes der Epi.

Scotti
09.07.2014, 12:49
Es gibt den chronischen Verlauf, der wird auch Nervenstaupe genannt.
Muss alles nicht sein, fiel mir nur ein.
Verwerf den Gedanken bitte wieder.
Nicht impfen ist in dieser Situation super!

schnuppe
09.07.2014, 12:51
Das Barf-Profil hat eine leichte (lt. TA völlig unbedenkliche) Unterversorgung mit Vitamin A und Kupfer ausgewiesen. Ich hatte für mich schon überlegt, ob das ein Indiz für eine frühere Vergiftung sein kann, so dass die Aufnahme von Vitamin A etwas gestört ist, da ich eigentlich genug Vitamin A fütter. Aber mit meinem laienhaften Wissen kann ich immer nur spekulieren.

Kangalmischling
10.07.2014, 11:06
Ich weiß nicht, wie die TÄ auf die Diagnose Epilepsie kommt. Ein Hund der Unter Epilepsie leidet krampft.

Mit Krampfen ist nicht das Fliegenschnappen oder das wild umherlaufen gemeint sondern der Hund ist nicht in der Lage aufzustehen, ist total weggetreten und durch den Krampf starr, so ist es bei meinem Münsterländer. Der Krampf hält ungefähr 2 Min. an, dann ist er entspannt, wieder ansprechbar und völlig fertig.

Ich denke, da steckt was anders dahinter.

Scotti
10.07.2014, 14:04
Nein, da irrst du. Es gibt diverse Arten wie sich Epi äussern kann.

schnuppe
14.08.2014, 16:02
Wollte nur noch mal kurz ne Rückmeldung geben.

Emma wurde gestern leider notoperiert wegen einer geschlossenen Piometra. Bereits am Donnerstag wurde Ultraschall gemacht und zunächst versucht mit Antiobiotika die Entzündung in den Griff zu bekommen. Leider hat es nix genützt und sie ist nun operiert worden :traurig:. Die Gebärmutter war voller Eiter. Es war also in letzter Sekunde. Der Tierarzt meinte einen weiteren Tag hätte sie nicht geschafft. :traurig: Mit der Narkose gab es keine Probleme.

Es geht ihr den Umständen entsprechend gut.

LG Mirja

Nicol
15.08.2014, 14:32
Gute Besserung!
Dann hat sich die Frage mit Indikation für Kastration und Abwägung des Narkoserisikos erledigt.
Bei uns war es in einem anderen Fall sehr ähnlich. Nach Ottos TTA störten die Cerclagedrähte scheinbar sehr. Wir konnten uns nicht zur OP durchringen, dann wurde uns die Entscheidung abgenommen, weil es zu einer Infektion kam!
Seitdem wurde vieles besser! Es war gut so!

Grazi
18.08.2014, 22:55
Uff.... das ist die eine Horror-OP, die wir noch noch mitgemacht haben und von der ich hoffe, dass wir sie nie erleben müssen. *schluck*

Ich hoffe sehr, dass sich dein Mädels weiterhin gut erholt!

Daumendrückend, Grazi

schnuppe
23.08.2014, 22:11
Danke schön.

Ja alles ist wieder gut. Zum Glück. Sie hatte doch sehr schwer zu kämpfen mit der OP.

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