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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Simbas Zahn-OP


Grazi
23.05.2014, 08:49
Damit ihr nicht glaubt, dass hier Langeweile herrscht, hier noch ein Gesundheitsupdate aus unserem Hause. ;)

Ende Januar hatte ich im Vorbeigehen einen “Brösel” in Vegas Wassernapf liegen gesehen und dachte zuerst, es handle sich um einen Holzstückchen. Als ich den Napf jedoch in die Hand nahm, um ihn auszuspülen und mit frischen Wasser aufzufüllen, sah ich, dass das kein Holz war, sondern ein Zahn!
:schreck:
Aufgrund der Größe musste der Zahn von einem der beiden Großen stammen….also nahm ich mir zuerst Vega vor, bei der jedoch noch alle Zähne an ihrem Platz waren. Dann war Simba an der Reihe…und tatsächlich fehlte ihm links unten der erste vordere Backenzahn!

Keine Ahnung, wie das passiert ist: der Dicke kaut weder auf harten Knochen noch auf Steinen rum. Und der Zahn war weder kariös noch hatte er eine dicke Schicht Zahnstein. :35:

http://i238.photobucket.com/albums/ff265/Grazi_07/simba/zahn.png (http://s238.photobucket.com/user/Grazi_07/media/simba/zahn.png.html)

Ein paar Tage später zeigte ich unserer TA Simbas ausgefallenen Zahn und ließ sie bei der Gelegenheit auch gleich mal in seine Schnute gucken…. und sie war genauso verdattert wie ich.

Der Zahn war soweit ok, war aber offensichtlich abgebrochen. Eventuell hatte er wirklich mal einen Knacks abbekommen und es hat ihn dann irgendwann durch das normale Fressen von Knabberkram endgültig dahingerafft. Eine Entzündung des Kiefers lag laut TA zumindest (noch) nicht vor und alle anderen Zähne saßen angeblich schön fest.

Da die Ärztin ein bissel Bammel hatte, dass evtl. die Wurzeln nekrös waren, hieß es nun, den Kiefer regelmäßig zu kontrollieren. Falls die leichte Rötung an der “Ausfallstelle” aber weggehen und Simba keinerlei Probleme haben sollte, bestehe kein Handlungsbedarf.

Anfang April war die Zahnlücke zwar immer noch gerötet, aber man konnte drauf rumdrücken, ohne dass der Dicke was sagte. Auf Rückfrage hieß es dann, wenn ich wollte, könnte ich das ja mal (bei einem Zahnspezialisten) röntgen lassen.

Da ich so langsam Bammel bekam, dass die Wurzel sich entzündet haben und später größere Probleme bereiten könnte, vereinbarte ich Ende April einen Termin im Zahngesundheitszentrum Overath. Vorsichtshalber hatten wir uns gleich darauf geeinigt, Simba – falls nötig - nach dem Röntgen (unter Sedierung) gleich in den OP zu schieben und eine Wurzelextraktion vorzunehmen.

Der Zahnarzt war total cool drauf, knuddelte meinen Dicken durch und schaute sich seine Beisserchen erst mal ohne Sedierung an, nachdem er mich nur kurz gefragt hatte, ob das ok sei. Angenehm war es Simba zwar nicht, aber er übte sich im Dauerwedeln und ließ sich alles brav gefallen.
:)

Die Voruntersuchung bestätigte aber meinen Verdacht: die Prämolar-Doppelwurzel war entzündet und musste raus…. und die seit Ewigkeiten bestehende Zahnlücke zwischen den Schneidezähnen musste man sich noch genauer angucken.

Beim Röntgen wurde dann leider festgestellt, dass in der Zahnlücke vorne noch ein Zahnrest im Kiefer steckte, der sich entzündet und die beiden umliegenden Zähne gelockert hatte, so dass diese drei Zähne ebenfalls entfernt werden mussten. Viel wichtiger aber war der Zufallsbefund, der bei Auswertung der Aufnahme gemacht wurde: Simba hatte im Kiefer einen retinierten Zahn stecken, unter dem sich ein dicker fetter Entzündungsherd gebildet hatte!
:(

Das ist übrigens die große dunkle Fläche unterhalb des ovalen Zahn”fragmentes” im Kiefer hinter dem Fangzahn:

http://i238.photobucket.com/albums/ff265/Grazi_07/simba/kiefer_roentgenbild.png (http://s238.photobucket.com/user/Grazi_07/media/simba/kiefer_roentgenbild.png.html)

Intraoperativ stellte sich das Ganze dann leider als NOCH schlimmer heraus: der Zahnarzt fand an dieser Stelle eine kirschgroße Knochenzyste, “aus der die grüne Suppe nur so rauslief” und wo der Kieferknochen bereits begonnen hatte sich aufzulösen. O-Ton Dr. Bücheler: “Das war kurz vor knapp”.
:schreck:

Nun hatte der arme Kerl überall Fäden in der Schnute, musste einen Riesentrichter tragen und durfte 2 Wochen lang keine feste Nahrung bekommen…. und wir durfen zusehen, dass wir Matilda irgendwie davon abhielten, dauernd in Simbas Schnute rumzufuhrwerken und ihm die Fäden zu früh zu ziehen!

Es hat aber alles wunderbar geklappt: Das Hundekind hat sich benommen, Simba sowieso und alles ist schön verheilt. Allerdings verfiel der Hundemann so langsam in Depressionen, weil er nicht mehr mit dem Baby spielen durfte und noch dazu während unserer Abwesenheit von den Mädels separiert wurde.

Nun aber ist alles wieder gut und Simba ist glücklich!
:ok:

Grüßlies, Grazi

artreju
23.05.2014, 09:05
Mei, bei Euch ist ja immer was los :schreck:

Freut mich zu hören, das es Simba wieder besser geht :ok::ok:

Sanny
23.05.2014, 09:32
Ach du meine Güte :schreck:

Gut, dass du sovorausschauend gehandelt hast! Ich hätte ehrlich gesagt rein von deiner Beschreibung gar keine weiteren Untersuchungen gemacht, wenn es Simba gut gegangen ist. Da sieht man mal, lieber doppelt absichern, als wenn das so weiter gegangen wäre.

Gute Besserung dem Clown!

ananda
23.05.2014, 11:39
Uuuuh, das sieht aber echt übel aus.

Zum Glück ist jetzt alles wieder in Ordnung.

Scotti
23.05.2014, 12:42
Himmel!!

Grazi
23.05.2014, 15:06
Mei, bei Euch ist ja immer was los :schreck: Hör bloß auf.... davor hatten die drei Großen nacheinander Dünnpfiff, nur Matilda ist (hapuuuuh!) verschont geblieben. Bei Simba ging das über eine Woche, trotz zweier Fastentage und Schonkost, und war so schlimm, dass wir deswegen beinahe die OP verschieben mussten! :hmm:

Gut, dass du sovorausschauend gehandelt hast! Ich hätte ehrlich gesagt rein von deiner Beschreibung gar keine weiteren Untersuchungen gemacht, wenn es Simba gut gegangen ist. Mir ist halt irgendwann aufgefallen, dass Simba recht dünne Kaustangen, die Vega noch locker frisst, erst mal wedelnd rumgetragen hat, bevor es sie verspeiste. Da meldete sich ein ungutes Bauchgefühl und in Kombination mit dem geröteten Zahnfleisch wurde mir halt immer unwohler...

Uuuuh, das sieht aber echt übel aus. Wenn DU das schon sagst.... uff.

Übrigens war Simba super tapfer und hat überhaupt nicht gejammert. Na ja...bis auf das Aufwachen aus der Narkose mit Antidot. Ich habe so was Schlimmes noch nie erlebt: Simba schrie, zitterte und warf sich mit aller Gewalt vor und zurück. Ich habe der TA-Helferin nur noch die total erschrockene Matilda in die Hand gedrückt, habe mich irgendwie UNTER den Dicken gezwängt und - während er immer noch wie ein Berserker strampelte - seinen Kopf an mich gedrückt, damit er ihn nicht dauernd gegen den Boden knallte.
:schreck:

Als er aber halbwegs wieder da war, hat er gleich wieder gewedelt. :)

Zuhause war er wieder ganz der Alte...und drückte sich mit seinem dicken Trichterkopf einfach überall mit Gewalt durch, wenn's irgendwo klemmte. ;) Vega war das suuuuperunheimlich und auch Mortisha ging ihm vorsichtshalber lieber aus dem Weg. Nur Matilda blieb "tröstend" an seiner Seite und kuschelte sich an ihn:

http://i238.photobucket.com/albums/ff265/Grazi_07/simba/simba_trichter_matilda.jpg (http://s238.photobucket.com/user/Grazi_07/media/simba/simba_trichter_matilda.jpg.html)

Dega
23.05.2014, 15:35
Ohh der arme Kerl!
Nur gut, dass es behandelt wurde und es ihm wieder gut geht!

bx-junkie
23.05.2014, 18:14
Mann Grazi ihr macht aber auch immer einen Stiefel mit :schreck: Das sieht / sah ja wirklich übelst aus und GsD hast du wie immer ein Bauchgefühl gehabt und da auch nicht locker gelassen :ok: Mir wäre es wie Saskia gegangen...manchmal vertraue ich TAen dann doch zu sehr wie man sieht...

Alles Gute weiterhin für den Schnuffelmann und das Bild mit Mathildchen wie sie sich tröstend an ihn bzw. den Trichter schmiegt ist entzückend :love: :love:

Drücker auch für dich, du warst / bist sicher auch mit den Nerven zu Fuß...

emmilie
23.05.2014, 20:41
Oh je...das ist ja eine Geschichte... Und " nur" weil man einen Zahn gefunden hat...manno man...wenn man das so liest, wird mir ganz anders...gerade Zahnarzt.
Aber fein, dass Dein Bub so tapfer war und nun ganz schnell wieder gesund wird...Gute Besserung..:lach4:

Eine Frage hab ich noch...als Du beschrieben hast, wie er aus der Narkose erwacht ist.. Ist so etwas öfter bei Molossern? ich glaub ich wär hier in totale Panik verfallen.

sina
23.05.2014, 20:45
Oh Grazi, Dir gehts ja so wie mir, nie ist Ruhe!
Ich wünsche Simba gute Besserung!:ok:
Zu süß das Bild mit der kleinen Kuschelmaus!:)

Grazi
24.05.2014, 06:38
Eine Frage hab ich noch...als Du beschrieben hast, wie er aus der Narkose erwacht ist.. Ist so etwas öfter bei Molossern? Die Aufwachphase KANN so heftig verlaufen, muss aber nicht.

Das ist größtenteils abhängig von den verwendeten Anästhetika bzw. den Aufwachmedis, hängt aber sicher auch von der individuellen Reaktion eines Hundes ab.

Grundsätzlich reagieren viele Molosser (insbesondere Doggen, Mastini und BXen) recht sensibel auf Narkosen, so dass man da extrem aufpassen muss, dass die Hunde nicht in der Narkose liegen blieben, weil ein unerfahrener Arzt die Dosis vielleicht einfach nur nach Gewicht berechnet hat. Bei meiner Dogge hat es damals gereicht, ihr schon eine Sedierung zu verpassen, die für einen Jack Russel gereicht hätte!

Heftigere und sehr schnell einsetzende Reaktionen (incl. Unruhe, Lautäußerungen und Halluzinationen) hat man wohl öfter, wenn ein Antidot gespritzt wird, damit die Narkosewirkung aufgehoben wird.

Simba hat es jedenfalls nicht gut weggesteckt, zuerst eine Sedierung (für's Röntgen zu bekommen), dann eine mit einer richtigen Anästhesie komplett für die OP weggeschossen zu werden und anschließend eine Aufwachspritze zu bekommen. In der Klinik wurde auch sofort in seine Akte reingeschrieben, dass er diese Medikamentenkombi nicht mehr bekommt... sollte er nochmal in Narkose müssen, wird er keine "Ausleitung" bekommen und dann eben langsamer, aber dafür ruhiger wach werden.

Unserer Erfahrung nach waren die Aufwachphasen nach Inhalationsnarkosen für die Hunde deutlich angenehmer. Sie haben viel geschlafen, höchstens ein bissel gezittert, und das war's. Nach Injektionsnarkosen wurde eher gejammert, gefiept und die Hunde waren unruhiger. Das kann aber auch Zufall gewesen sein.

Grüßlies, Grazi

bx-junkie
24.05.2014, 09:28
Unserer Erfahrung nach waren die Aufwachphasen nach Inhalationsnarkosen für die Hunde deutlich angenehmer. Sie haben viel geschlafen, höchstens ein bissel gezittert, und das war's. Nach Injektionsnarkosen wurde eher gejammert, gefiept und die Hunde waren unruhiger. Das kann aber auch Zufall gewesen sein.

Grüßlies, Grazi

Das sind auch die Erfahrungen die ich gemacht habe! Inhalationsnarkosen sind auch wesentlich differenzierter zu dosieren als Injektionsnarkosen und damit sicherer für das Tier.
Wann immer möglich wird das hier so gemacht...
Die Antidot Reaktion hatte ich aber GsD noch bei keinem meiner Hunde.
Niko mit 9Jahren hatte diese Kurzzeitnarkose mit anschliessender Antidot Spritze bekommen und Vanity letztens ja auch, keinerlei Probleme mit dem aufwachen :ok:
P.S.Ich denke es kommt auch auf das Einschlafmittel (keine Narkose) an...meistens wird ja Ketamin genutzt und das hat diese unangenehmen Begleiterscheinungen des fiepens, unruhig sein etc. Mit Propofol eingeleitete Narkosen sind da sanfter und wird vom Körper besser resorbiert.
Obwohl Vanity beim Kappen Ketamin bekam zur Einleitung hat sie allerdings nicht so darauf reagiert...auf das Propofol aber schon :35:

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