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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Unterhaltspflicht für Hunde


Lee-Anne
07.05.2013, 19:10
Was haltet ihr von einer Unterhaltspflicht für Hunde?

Soll heißen, wenn ein Züchter Hunde in die Welt setzt, soll er für diese – bis zum Verkauf und somit Übergang der Unterhaltspflicht auf den neuen Besitzer – finanziell verantwortlich sein. Was er ja in der Regel auch ist.

Ebenso sollten aber Käufer, auch von Nothunden und auch von Vermehrer-Hunden, eine Unterhaltspflicht für ihren Hund haben. Heißt für mich, wenn urplötzlich eine Allergie auftritt, die Vermieter mit dem Hund nicht (mehr) einverstanden sind oder „nicht lösbare“ Erziehungsprobleme auftreten usw., sollte der Besitzer eine Unterhaltspflicht für seinen Hund haben.

Wiederum bis zur Weitervermittlung und Übergang der Unterhaltspflicht auf den neuen Besitzer. Also ähnlich wie beim KFZ. Voraussetzung wäre natürlich Chip- und Registrierungs-Pflicht.

Somit wären doch die Tierheime finanziell entlastet und vielleicht würde sich manch ein Käufer vorher mehr Gedanken machen über die Anschaffung eines Hundes (wenn es an den Geldbeutel geht ;-)
Dies soll aber auch kein Freibrief an die Tierheime sein, sich nicht mehr um die Vermittlung kümmern zu müssen - aber auch da wäre der Besitzer wieder mehr in der Verantwortung.

Mir ist klar, „Schwarz-Fahrer“, also Nicht-Anmelder wird es immer geben, aber wenn Frau Müller mit ihrem Hund zum TA geht (erster Besuch) wird die Registrierung überprüft und falls noch nicht vorhanden, wird der Hund auf Frau Müller registriert und somit Frau Müller unterhaltspflichtig.

Das war jetzt mal so eine spontane Idee von mir, die sicher ausbaufähig ist.
Mich würde interessieren, was spräche dafür und was dagegen?
(Abgesehen von der Bürokratie, die ja eigentlich abgebaut werden sollte)

Monty
08.05.2013, 05:02
Ich halte es für ausgemachten Blödsinn, sorry.

Wer Verantwortung zeigen will, bzw. besitzt "kümmert" sich...Wer verantwortungslos ist, bzw. wem dies nicht interessiert und nur ans Geld denkt, der "entsorgt" dann betroffene Tiere.

Peppi
08.05.2013, 05:35
Ich finde solche Gedanken durchaus legitim und warum sollte man über sowas nicht mal nachdenken?

Man schafft ja auch wegen der Schwarzfahrer nicht die Bahntickets ab ;)


Ich habe die Hoffnung, dass die großflächige Chip und Registerpflicht kommt und Leute mehr zur Verantwortung gezogen werden (zB. Aufnahmegebühr im Tierheim, etc.).

Auch wenn man jetzt sicher wieder Horrorszenarien am Reissbrett skizzieren kann, warum und wie und weshalb es umgangen werden könnte...

Lucy
08.05.2013, 06:07
Ich finde den Gedanken grundsätzlich nicht schlecht, hat aber Vor- und Nachteile.

Großer Vorteil ist wirklich das einige es sich überlegen würden ob sie sich einen Hund zulegen sehr großer Nachteil, das die die keinen Unterhalt zahlen wollen ihren Hund halt mal einfach um die Ecke bringen.

Rocky
08.05.2013, 21:59
Die Idee ist gut, ich fürchte nur Monty liegt beim Begriff Verantwortlichkeit völlig richtig.

Die real existierende "Bürokratie" könnte auch den Begriff Tierschutz so umsetzen, dass der Namen diesen verdienen würde. Leute die sich nicht dran halten, könnten schon heute empfindlich gebüsst würden! Leider wie dein Vorschlag wohl auch nur ein frommer Wunsch. Nun, am guten Willen etwas zum Positiven zu verändern soll's nicht liegen :)

Lee-Anne
09.05.2013, 19:47
Mir ist durchaus bewusst, dass man damit aus verantwortungslosen Menschen keine verantwortungsvollen Menschen machen kann. Und von verantwortungslosen Menschen werden auch heute schon Tiere irgendwie „entsorgt“, sei es durch aussetzen, einschläfern oder eben im besten Fall Abgabe im Tierheim.

Das „einfach um die Ecke bringen“ kann ich mir bei der Mehrheit allerdings sehr schwer vorstellen, sofern damit gemeint ist, sein Tier selbst umzubringen. Vielleicht bin ich da ja auch etwas naiv.

Ich bin jedenfalls der Meinung, dass einem das Abgeben eines Hundes (oder auch anderen Tieres) zu leicht gemacht wird und dadurch vielleicht auch die Wertigkeit (oder Verantwortung für das Tier) herabgesetzt wird.

Dass es auch Fälle gibt, in denen eine Abgabe unausweichlich oder gar besser ist, ist mir auch klar.

Und Ja, wir haben bereits ein bestehendes Tierschutzgesetz, das allerdings ziemlich sinnlos ist, solange Tiere als Sache behandelt werden oder eben bestehende Gesetze nicht durchgesetzt werden. Und das wird ganz sicher sehr schwierig, schon alleine wegen unserer „Nutz-Tiere“.

Eine entsprechende Aufnahmegebühr im Tierheim, oder die tatsächlich anfallenden Kosten für evtl. Langzeitinsassen, finde ich sehr gut. Dazu braucht es aber wieder Chip- und Registrierungspflicht.

Ich fände ein Umdenken in Richtung mehr Verantwortlichkeit (sowohl finanziell als auch Sachkunde), nicht verkehrt. Und das funktioniert, meiner Meinung nach, manchmal einfach nur mit entsprechenden „Auflagen“ (auch wenn mein frommer Wunsch da anders lautet ;-)

Grazi
10.05.2013, 04:52
Eine entsprechende Aufnahmegebühr im Tierheim, oder die tatsächlich anfallenden Kosten für evtl. Langzeitinsassen, finde ich sehr gut. Um ein Tier im TH abzugeben, muss man bereits eine (geringe) Aufnahmegebühr zahlen.... leider ist selbst das einigen Leuten zu viel und so wird das ungewollte Tier dann gerne mal ausgesetzt (oder mit etwas Glück am TH angebunden).

Grüßlies, Grazi

Monty
10.05.2013, 05:23
Das „einfach um die Ecke bringen“ kann ich mir bei der Mehrheit allerdings sehr schwer vorstellen, sofern damit gemeint ist, sein Tier selbst umzubringen. Vielleicht bin ich da ja auch etwas naiv.

Ich bin jedenfalls der Meinung, dass einem das Abgeben eines Hundes (oder auch anderen Tieres) zu leicht gemacht wird und dadurch vielleicht auch die Wertigkeit (oder Verantwortung für das Tier) herabgesetzt wird.

Eine entsprechende Aufnahmegebühr im Tierheim, oder die tatsächlich anfallenden Kosten für evtl. Langzeitinsassen, finde ich sehr gut. Dazu braucht es aber wieder Chip- und Registrierungspflicht.

Ich fände ein Umdenken in Richtung mehr Verantwortlichkeit (sowohl finanziell als auch Sachkunde), nicht verkehrt. Und das funktioniert, meiner Meinung nach, manchmal einfach nur mit entsprechenden „Auflagen“ (auch wenn mein frommer Wunsch da anders lautet ;-)

Ich glaube du denkst da wirklich sehr naiv und menschenfreundlich...
Ich bin seit ca 30 Jahren im Städtedreieck in verschiedenen Bereichen des TS involviert und habe was die Rohheit der Menschen betrifft, keine Hoffnung mehr.

Es gibt in Nürnberg und Erlangen seit Jahrzehnten eine Gebühr, wenn Hunde abgegeben werden. Bestenfalls werden Hunde von ihren Haltern als "zugelaufen und gefunden" gebracht und abgeliefert, ansonsten sammelt der Tiernotdienst die Hunde von überall her ein.

Darunter sind viele angebunden (zum verhungern und verdursten) im Wald oder ausgesetzt an verkehrsreichen Straßen, anscheinend in der Hoffnung das der Hund überfahren wird :( Teilweise wird die Autobahn gesperrt um diese Hunde nicht unter eigener Lebensgefahr einzufangen oder anzulocken. Die wenigsten Hunde sind ausgebüxt und werden wieder abgeholt, trotz Infos in den Tageszeitungen oder im Netz.

Das Erlanger Tierheim ist inzwischen dazu übergegangen, ähnlich wie eine Babyklappe, vor ihren Eingang Boxen aufzustellen, wo Tiere anonym abgegeben werden können. Seit aufstellen der Boxen ist die zahl der überfahrenen Hunde und Katzen bei der Straßenmeisterei stark zurück gegangen und die Tiere haben wenigstens eine Chance auf Weitervermittlung.

Ich kann nachvollziehen wie du auf diese "Idee" gekommen bist, sehe aber darin nur Bürokratismus und einen sinnlosen "Papiertiger".

Eine konsequente Umsetzung und Ahndung des schon bestehenden Tierschutzgesetzes würde m.M. nach ausreichen bzw. zum Umdenken ausreichen.

Peppi
10.05.2013, 07:18
Darunter sind viele angebunden (zum verhungern und verdursten) im Wald oder ausgesetzt an verkehrsreichen Straßen, anscheinend in der Hoffnung das der Hund überfahren wird :( Teilweise wird die Autobahn gesperrt um diese Hunde nicht unter eigener Lebensgefahr einzufangen oder anzulocken. Die wenigsten Hunde sind ausgebüxt und werden wieder abgeholt, trotz Infos in den Tageszeitungen oder im Netz.

Dem würde man trotzdem mit Chip/Tattoo und Registerpflicht entgegenwirken können!

Auch wenn es sicher ein paar Leute gibt, die auch das irgendwie ignorieren würden...:p

Monty
10.05.2013, 07:59
Die Straßenmeisterei hier bei uns meldet überfahrene Hunde (die gechipt oder tattowiert sind) bei Tasso und auch bei der Hundesteuer, um die Halter zu ermitteln - zu 99 % kommt keine Reaktion oder der Hund ist "ausgebüxt" gewesen, es wird sich gewunden wie ein Aal, teilweise wurde schon geklagt gegen den Kostenbescheid über das entfernen bzw. entsorgen des Tieres.

Peppi
10.05.2013, 15:47
Die Straßenmeisterei hier bei uns meldet überfahrene Hunde (die gechipt oder tattowiert sind) bei Tasso und auch bei der Hundesteuer, um die Halter zu ermitteln - zu 99 % kommt keine Reaktion oder der Hund ist "ausgebüxt" gewesen, es wird sich gewunden wie ein Aal, teilweise wurde schon geklagt gegen den Kostenbescheid über das entfernen bzw. entsorgen des Tieres.

Ich hab heute gesehen, wie jemand über rot gefahren ist.

Ich denke an der Strassenverkehrsordnung wird trotzdem festgehalten! ;)

Monty
10.05.2013, 16:00
Da sind wir doch eigentlich bei der Ursache, bzw. den Grund. Wenn man beim überfahren der roten Ampel erwischt wird, kostet es und gibt Punkte.

Bei Verstößen gegen das TSG passiert fast nie etwas, selbst bei erschütternden Fällen, sind die Strafen gering und die Chance ungeschoren davon zu kommen groß.

Es wäre jetzt schon möglich die Halter von Hunden zu bestrafen, wenn diese ihre Hunde aussetzten.

Meiner Meinung nach macht es mehr Sinn nach jetzigen Gesetzen zu bestrafen - aber konsequent, statt neue Vorschriften zu schaffen, an die sich Niemand hält oder nur Menschen halten, welche sowieso verantwortungsvoll sind.

Peppi
10.05.2013, 16:20
Of Course! Da müssen Bußgelder her, bei un-gechiptem Hund wird zur Kasse gebeten, bzw. TA trifft ungechipten Hund, ist per Gesetz verpflichtet zu chippen (oder ER muss zahlen).

Bei Anmeldung (Steuer) muss Chip kontrolliert werden, Tierheime, Züchter (plus Hobby-"Vermehrer"), etc. pp.

Wie ein Nummernschild beim Auto quasi!


Frage mich, ob die mitverdienende Industrie wirklich Bock hat, die Hundehaltung Richtung Verantwortung zu regeln...

Gehen tut das meiner Meinung nach!

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