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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die ersten 14 Tage mit Oskar


die Hoschis
18.03.2006, 21:24
Die ersten aufregenden 14 Tage mit unserem Oskar sind um und ich habe einiges zu berichten. Seit Oskar da ist habe ich schon sage und schreibe 2 KG abgenommen (danke Oskar!!). Den ersten und großen Fehler habe ich schon in den ersten 10 Minuten gemacht, nachdem Oskar ankam und zwar dachte ich mir der Ärmste hat den ganzen Tag noch nichts zu Essen gehabt, also Fressnapf und Wasser her. Es war das erste und letzte Mal das Oskar in der Wohnung gegessen hat. Kein Problem wir haben ja Putzeimer und Lappen, die übrigens nun immer griffbereit stehen, abgesehen von den dutzenden von kleinen Läppchen die überall verteilt liegen. Ich will mich ja nicht beschweren, ich wollte ja immer einen Sabberhund. Als damals Scotch & Hutch im TV lief dachte ich mir es sei übertrieben, nun ja, jetzt bin ich eines besseren belehrt worden es war ehr untertrieben. Mein größte Angst war seine Reaktion auf die Katzen, tja die interessieren ihn überhaupt nicht, denke dass es minderwertige Wesen für ihn sind, genauso wie meine alte Hündin Ora. Mit unserem Doggenmädchen Tyra sieht es schon ganz anders aus, man ist der verliebt, Tyra ist zwar mega angesäuert aber da muss sie durch und oft bekommt Oskar einen Rüffel von ihr. Da wir ja nichts über ihn wissen ist es nicht so ganz einfach, er ist unheimlich stur und muss geschlagen worden sein. Die ersten Tage reagierte er nicht einmal auf seinen Namen und knurrte uns an und das immer wenn er auf sein Kissen soll. Oskar will seinen Dickkopf durchsetzen und ignoriert dann jeden und alles. Kein Leckerchen lässt ihn erweichen, obwohl er sehr verfressen ist, denn er schlingt sein Essen hinunter und rennt sofort zu Tyra, die er dann rücksichtslos und böse verdrängt. Also heißt es nun daneben stehen bis alle fertig sind. Problem ist seine Sturheit, am Halsband ihn greifen mag er wirklich nicht und hat sogar schon nach Volkan geschnappt, heute übrigens auch nach mir und es ist schon ein mulmiges Gefühl wenn der Große einen anknurrt bzw dann auch noch schnappt und ich mich dann noch weiter durchsetzen muß. Er muß wirklich gelitten haben in der Vergangenheit. Er ist sehr, sehr abgemagert, jede Rippe, jeden Wirbel und die Hüftknochen sind zu sehen. Er stank immens und am Hinterlauf hatte er eine böse Entzündung und sogar der Hoden hat entzündete Eiterbeulen. Der TA meinte aber dass er ansonsten Fit ist, nur er schätzt ihn nicht auf 18Monate sondern auf 4 Jahre. Ansonsten ist er der absolute Stubenhocker und liebt Betten und Sofas, jeden morgen um 7 Uhr meint er mich wecken zu müssen und das in dem er seinen Schwabbelmund mir ins Gesicht hängt. Was mir auffällt ist, dass er mich nur akzeptiert und Volkan vergöttert, obwohl ich ihm das Fressen gebe, obwohl ich ihn pümmel und betüddel WARUM???? Oskar liebt Plastikflaschen, Besen und Schrubber und ist damit unkaputtbar, zerren und reißen bis der Arzt kommt. Was er noch toll findet sind Schildkröten (die laufen hier jetzt überall rum) und einen Igel fand er auch zum Fressen toll. Die Kommandos „KOMM“ „AUS“ „FUSS“ „LANGSAN“ „NEIN“ etc… sind Fremdwörter, außer Sitz und Platz die kennt er, aber dann auch nur beim xten Mal. Toll findet er das Autofahren, da sitzt er wie Pascha in der Mitte und lässt kaum Platz für Tyra, die alte Dame Ora lasse ich besser auf der Rückbank sitzen, denn wenn Tyra ihm zu Nahe kommt wird sie angeblafft. Wir brauchen viel viel Geduld und ich hoffe für ihn das er uns sein Vertrauen gibt. Gebt uns doch ein paar Tipps wie wir ihn in den Griff bzw ihm das Vertrauen geben können. Wie kriege ich ihn auf seinen Platz ohne das er uns beißen will. Kennt ihr den Trick mit dem Stein im Futternapf damit die Hunde nicht mehr so schlingen? Ist er wirklich gut dieser Tipp? Bin für jeden Tipp und Ratschlag dankbar. Werde auch gleich versuchen einige Bilder einzustellen von der Bande. Ich kann nur sagen das ich keine Sekunde bereue ihn aufgenommen zu haben und ihn eigentlich sekündlich abknutschen könnte – man ist der super super toll unser OSKAR.

Antje
19.03.2006, 12:44
Kennt ihr den Trick mit dem Stein im Futternapf damit die Hunde nicht mehr so schlingen?

Kannst Du das mal näher erläutern? Davon höre ich zum ersten Mal...

Anne
19.03.2006, 13:07
Vermutlich setze ich mich mit meiner Antwort mal wieder in die Nesseln.

Die wenigsten Hunde, die nach ihren neuen Besitzern schnappen,diese ignorieren oder sie anknurren wurden geschlagen. Ich vermute eher, es wurde versäumt, diesem Hund Grenzen zu setzen.

was ich jetzt schreibe, sind Vorschläge, wie man es machen kann,es sind Möglichkeiten, man muß es nicht so machen.

Das Futter:
1. Bevor der Hund gefüttert wird,muß es sich setzen.Verhält er sich ruhig, wird die Schüssel auf den Boden gestellt, bekommt er das Auflösesignal darf er fressen.Schlingt er,bekommt er das NEIN,Futteraufnahme wird unterbrochen,erst wenn er ruhig ist,darf er weiter fressen.

Das Futter wird von den Menschen verwaltet,nicht vom Hund, d.h., ER hat nicht die Macht, eure Hündin von ihrem Futter zu vertreiben.

Diesen Hund würde ich für die nächste nicht mehr aus der Schüssel füttern.Futter gebe es bei mir nur noch aus Hand und er müßte sich das Futter "erarbeiten".

2. Der Hund darf weder auf dem Sofa,noch auf dem Bett liegen,keinerlei erhöhte Liegeplätze.
Je nach Platzverhältnissen bekommt der Hund 1 oder 2 feste Plätze zugewiesen.Weder neben dem Kühlschrank,weder unter oder neben einem Tisch,weder neben einer Tür,weder im Flur oder im Eingangsbereich auch nicht im Schlafzimmer.

Wenn du ihn nur noch aus der Hand fütterst,wird er auch auf Leckerlies reagieren.
Liegt der Hund auf dem ihm zugewiesenen Platz, wird er gelobt und mit Futter bestätigt.Entfernt er sich von diesem Platz,gibt es das NEIN und er muß zurück. Habt ihr Angst, dass er beißen könnte, bindet ihn an.

Der Hund akzeptiert dich nur, weil du dich vor ihm "KLEINMACHST". Du betütelst ihn,hast Mitleid,weil er ja doch so ein armer Hund ist. Warum sollte er dich respektieren?Bewege ich dich aufrecht,spreche mit ihm in normaler Tonlage,nicht in Babysprache,lerne ihn zu ignorieren,besonders dann,wenn er meint, die Nacht ist zu Ende.Locke ihn nicht ständig mit Leckerchen, diese sind eine Belohnung für gewünschtes Verhalten, kein Lockmittel.

Das berühren auf dem Hals ist aus Sicht des Hundes eine Dominanzgeste,knurrt er euch dann an und schnappt nach euch, sagt er damit, ich dulde das nicht.

Auto. Warum sitzt der Hund in der Mitte und kann somit alles kontrollieren?Etwa vorne auf dem Beifahrersitz?

Lernt den Hund zu ignorieren,hört auf ihn zu bemitleiden,setzt ihm klare Grenzen, seid konsequent. Falls ihr es euch zutraut könnte man auch mit dem Clicker arbeiten,entsprechende Literatur darüber gibt es genug.

Martin
19.03.2006, 14:14
Annes Vorschläge sind gut! :)

fila1
19.03.2006, 16:02
... und knurrte uns an und das immer wenn er auf sein Kissen soll.

... Problem ist seine Sturheit, am Halsband ihn greifen mag er wirklich nicht und hat sogar schon nach Volkan geschnappt, heute übrigens auch nach mir und es ist schon ein mulmiges Gefühl wenn der Große einen anknurrt bzw dann auch noch schnappt und ich mich dann noch weiter durchsetzen muß.

Wie kriege ich ihn auf seinen Platz ohne das er uns beißen will.

Hola Hoschies,

was Anne schreibt hat viel gutes und laesst sich generell auch anwenden!

Ich moechte aber hinzufuegen, dass man bedenken soll, dass der Hund schon 4 Jahre alt ist und somit kein Welpe mehr. Bedenke auch, dein Hund ist damit vorgepraegt und es ist ein Napolitaner, der hat seinen eigenen Charakter, desshalb sollte man geduldig und vorsichtig, aber bestimmt mit einer Umerziehung beginnen.

Wenn er dich beisst nach dir schnappt und du Angst hast vor dem Hund, oder ein mulmiges Gefuehl hast, dann gib ihn zurueck, bevor ...!!! Stelle dir selbst die Frage, wie weit kannst oder wagst du dich noch durchzusetzen?

KsCaro
19.03.2006, 16:39
Kannst Du das mal näher erläutern? Davon höre ich zum Ersten Mal...

Antje,

ein oder zwei faustgroße Kieselsteine im Napf verhindern das Schlingen des Futters, da der Hund um die Steine herum fressen muß.
Ist ein alter Trick um Hunde mit tiefem/breitem Brustkorb langsam fressen zu lassen um durch die schonende Futteraufnahme Magendreher oder sonst. Probleme zu minimieren.

Anne
19.03.2006, 18:35
desshalb sollte man geduldig und vorsichtig, aber bestimmt mit einer Umerziehung beginnen.

Dem schließe ich mich an. Konsequent,bestimmt aber bitte mit der erforderlichen Um/Vorsicht.

Um den Hund etwas "aufmerksam" zu machen,kann man mit ihm angeleint z.B. Richtungswechsel durchführen. Dadurch wird der Hund ohne Gewalt gezwungen, auf dich zu achten und sich nach dir zu richten.

Anfassen des Hundes würde ich mit dem Clicker trainieren,ist die gefahrloseste und für den Hund positivste Art es zu lernen/dulden.

http://www.ferdility.de/clicker/include_start.php?path=start.php

hier mal ein Link dazu

Antje
19.03.2006, 19:42
@KsCaro:
Danke, wieder etwas dazu gelernt :lach2:

die Hoschis
21.03.2006, 20:19
Hallo, vielen Dank für die guten Tips und Ratschläge, habe auch schon einige umgesetzt bzw arbeite an mir und mit Oskar. Die Sache mit dem Futter klappt jetzt super gut. Oskar und Tyra bekommen ihr essen im Garten (Ora hat Tischmanieren und darf in der Küche essen) und jetzt halte ich es so das Tyra erst ihr Fressen bekommt und ich mit Oskar an seinen Freßplatz gehe. Er ignoriert nun völlig Tyra wenn sie frißt und wenn ich wollte und er könnte würde er jetzt sogar Handstand machen. Bevor er seinen Napf bekommt muß er sich ablegen und warten, danach bekommt er den ersten Happen aus meiner Hand. Ich stelle dann den Napf ab und er darf essen (übrigens frißt er nicht mehr so gierig). Ich nehme den Napf öfter mal weg und wir machen das selbe Spielchen von vorne. Er rennt auch nicht mehr nachdem er seinen Napf leer hat zu Tyras Napf (bin echt stolz auf den Dicken). Täglich üben wir nun am Strand, am Fuß laufen, Richtungswechsel (die zwei Mädels Tyra und Ora schauen mich mit großen Augen an und die Augen sagen was sie über mich denken - man ist die bescheuert), ablegen und warten, kommen etc.. Er ist jetzt soweit, dass er mich im Auge behält und das nicht nur weil in meiner Bauchtasche die Leckerlies sind, die bekommt er nämlich nicht immer. Habe auch aufgehört ihn so zu betüddeln (fällt mir mega schwer), sondern stehe aufrecht und ignoriere ihn sogar (man ist das heavy). Im Auto sitzt er mit Tyra hinten im Kofferraum und heute saß er mal nicht wie Macho in der Mitte und sabberte die Rücksitzbank voll, sondern heute war es Tyra. Denke er mußte/muß sich noch eingewöhnen. Sein Platz ist unter dem Fenster wo er seine Ruhe hat, aber er liebt es nach wie vor auf der Couch oder im Gästebett, d.h. abends wenn wir zu Bett gehen kommen Stühle auf die Couch und die Tür zum Büro wird geschlossen. Da die Katzen im Bett schlafen, bleibt die Tür auf und somit hat er die Möglichkeit mich zu wecken. Habe ich auch geregelt, denn nun steht der Wäschekorb vor meiner Seite. Alles bis jetzt recht positiv - NUR ..... das Problem ist nach wie vor in der Wohnung, denke er bekommt wieder die kurze Leine um und somit können wir ihn problemlos auf seinen Platz führen wenn wir das möchten/müssen. Übrigens ich würde ihn nie nie niemals wieder abgeben und wenn ich Finger verlieren würde - ne so schlimm ist es ja nicht aber ich muß eben auch lernen mit so einem Dickkopf umzugehen. Meine bisherigen Hunde waren/sind absolut pflegeleicht in allem. Also wir sind für jeden Ratschlag dankbar wie wir es besser oder ihm/uns leichter machen können. Ach ja noch eine Sache (dann höre ich auch auf - versprochen) Oskar schüttelt sehr oft den Kopf, die Ohren sind vom TA gesäubert worden und ich sehe auch nichts - Idee?? :)

Anne
21.03.2006, 20:40
Hat der Ta auch tief in die Ohren geschaut? Evtl. müssen die Ohren häufiger gereinigt werden, sprich das mal mit dem TA durch.

In der Wohnung würde ich ihm eine lange,leichte Leine anlegen, sie sollte ca. 15-20 cm länger als der Hund sein .Das ermöglicht es dir die Leine schnell aufzunehmen und ihn an seinen Platz zu führen. Und nicht vergessen, liegt er an seinem Platz,loben,bestätigen. Bleibt er auf seinem Platz liegen, gehe hin und lobe ihn,nur so lernt er es.Evtl. binde ihn einfach an,klingt hart,macht dem Hund aber nichts aus.

Weiterhin viel Glück mit Oskar,ihr schafft das schon.

Jacci
21.03.2006, 20:44
Das Kopfschütteln kann auch ein Zeichen von Unsicherheit sein, eine Übersprungshandlung. Aber trotzdem lieber noch mal anschauen lassen.

Andrea
22.03.2006, 06:00
das Kopfschütteln auch eine Übersprungshandlung sein kann, war mir noch nicht aufgegangen. Fiete macht das auch öfters, ohne daß seine Ohren schmutzig sind oder er was drin hat. Das werde ich mal beobachten.
Euch und Oskar alles Gute. Mit Geduld und Spucke wie man so sagt. Eigentlich lernt man erst von den schwierigen Hunden wirklich was über Hundeverhalten und sich selbst. Die pflegeleichten verlangen ja nicht so viel Hirnschmalz von uns.

Jacci
22.03.2006, 12:10
Ich wusste das vorher auch nicht. Emma fing irgendwann damit an und ich bin mit ihr zum TA gelaufen, der aber so rein gar nichts finden konnte. Nach längerer Beobachtung fiel mir dann auf, dass sie das nur tut, wenn sie sehr aufgeregt ist aber nicht frei agieren kann - soll heißen, sie war an der Leine und wurde von anderen Hunden angemacht oder befand sich in einer ihr unangenehmen Situation. Da sie weiß, dass sie brav weiter neben mir bleiben muss, fing sie urplötzlich an, wie irre den Kopf zu schütteln.
Rommel tut es, wenn er unsicher ist, z.B. in der Bahn oder (ja, ich bin ein Morgenmuffel) wenn er mich morgens weckt. Er bleibt in "sicherer" Entfernung vor dem Bett stehen, schüttelt sich, und erst wenn ich ihn dann anschaue und ihm signalisiere - ja doch, bin ja schon wach, kommt er ans Bett und sagt mir guten Morgen. :)

Angua
22.03.2006, 16:10
Liebe Hoschis,

hinreißend, der Kleine. So eine supernette Knautschnase....

All die Tips hier sind super - ich wünschte, ich hätte dieses Forum schon gekannt, als wir den Drachen bekamen.... für Bennolein braucht man sie glücklicherweise nicht.

Die Sache mit dem Schlafzimmer - habt Ihr mal daran gedacht, eine Kindertür einzuhängen, so dass die Miezen drunter durch können, Oskar aber nicht durchkommt? Das würde sicher Einiges entspannen.

Toll, dass das mit dem Fressen so gut klappt, aber ich würde an Eurer Stelle auch weiterhin getrennt füttern - ich finde, dass die Hunde dann auch weniger schlingen. Das mit den Kieseln kannte ich nicht, ist aber eine gute Idee.

Unwirsche Reaktionen beim Anfassen am Halsband kannte ich von meiner vorigen Doggendame. Bei ihr war es allerdings Angst - sie zog sofort zurück und legte sich flach, wenn man zu schnell mit der Hand ans Halsband kam. Ist das bei Oskar auch so, oder findet er Euch nur lästig, wenn Ihr sowas von ihm wollt? Dann wie vorgeschlagen lange leichte Leine, oder Kurzführer. War bei Allie ganz toll, sie hat ihre Angst verloren.

Ansonsten möchte ich Euch gern sagen, dass ich es toll finde, DASS Ihr Oskar aufgenommen habt, und wie Ihr Euch um ihn bemüht. Ihr habt übrigens die selbe Konstellation wie wir - Doggenhündin und Mastino-Rüde.

Viele Grüße aus dem Wald!

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