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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erhöhte Schilddrüsenwerte


Lee-Anne
19.05.2012, 20:02
Bei Lunchen wurde ja 2010 eine SDU diagnostiziert. Und nach längerem Hin und Her und mit vielen Tipps aus dem Forum yorkie-rg.net ist sie seither gut eingestellt.

Nun haben wir Ende April wieder mal die SD-Werte testen lassen und die sind auf einmal verdammt hoch. T4 gesamt liegt bei 6,06 - Referenzbereich bei 1,5 - 4,5.

Ich war ziemlich erschrocken wegen diesem Ergebnis und die Tierärztin hat mir geraten die Dosis zu reduzieren, was ich auch nach und nach gemacht habe.

Vor der Blutentnahme hat sie 1 ¾ Tablette Fortyhron 400 morgens bekommen und 1 Tablette nachmittags. Das habe ich schrittweise reduziert auf 1 Tablette morgens und ½ nachmittags. Daraufhin hat sie allerdings wieder völlig am Rad gedreht, war hypernervös und stand total unter Strom. Gefühlt so, wie ein Jack Russel nach 10 Tassen Espresso.

Jetzt habe ich die Dosis trotz der Werte wieder langsam erhöht und das Verhalten kommt wieder in einen normalen Bereich.

Meine Frage ist, wie kann es sein, dass die SD-Werte auf einmal so dermaßen erhöht sind? Und warum dreht sie trotzdem völlig am Rad wenn ich Dosis reduziere?

Und sollte jemand im yorkie-rg.net Forum registriert sein, kann mein Posting dort auch gerne eingestellt werden, ich komme dort leider nicht mehr rein, weder mit meiner alten, noch mit meiner neuen Anmeldung.

Ich habe ja erst gehofft, dass evtl. das Labor die Blutproben verwechselt hat, aber wir waren letzte Woche noch mal beim Blut abnehmen und die Werte sind immer noch bei 5,7.

Wir waren die letzten Wochenenden auch wieder Dauergast beim Notdienst, einmal wegen Durchfall und Erbrechen und ihr ging es dabei wirklich richtig dreckig, hat auf nichts mehr reagiert und war teilweise völlig orientierungslos.
Das Wochenende darauf dann wieder mal wegen Blasenentzündung, was ja leider öfter mal vorkommt, aber diesmal obwohl sie schon „voll“ war mit Antibiotika.

Blutbild, Röntgen und Ultraschall sind allerdings völlig unauffällig.

Sollte jemand eine Idee haben, ich bin für jeden Input dankbar.

Scotti
19.05.2012, 20:25
Niedrige SD Werte koennen verschiedene Ursachen haben, Probleme mit der SD durch Traumen (z.B.Halsbaender und der beruehmte Leinenruck), Antikoerper gegen die SD, aber auch Umwandlungsstoerungen von T4 zu T3, Hypophysaere Probleme usw.
Manchmal faengt die SD auch wieder von selbst an Hormone zu produzieren.
Ich wuerde mir an deiner Stelle einen endokrinologisch versierten TA suchen, viele TA haben nicht so die grosse Ahnung von SD Problemen. Es gibt noch verschiedene Stimulationstests um zu sehen woran es liegt. Wichtig ist auch wann Blut abgenommen wurde, ob direkt nach der Gabe von Tabletten, vorher oder genau in der Mitte. Die Symptome koennen fuer eine Ueber-, aber auch fuer eine Unterdosierung stehen, ich wuerde mir da wirklich jemand spezialisierten suchen.
Ich hab bei Scotti 2 verschiedene TA involviert, einer wuerde 2x200, der Andere 2x 600 Mikrogramm taeglich geben.;)
Viel Glueck fuer euch.:)

Edit: Hast du vielleicht das Futter gewechselt oder gibst einen Zusatz mit Jod den du vorher nicht gegeben hast? Auch in Futtern unterscheiden sich die Jodinhalte.

Ein guter Tipp, wenn auch nicht so leicht zu lesen: "Schilddruese und Verhalten" von Beate Zimmermann.

Lee-Anne
19.05.2012, 20:51
Hallo Scotti,

vielen Dank für die Info. Ich habe mich wirklich viel mit dem Thema auseinander gesetzt und jemand wirklich spezialisierten zu finden, selbst im Großraum München, ist wirklich wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Ich habe ja damals die Werte von einer anderen TÄ noch mal testen lassen, weil eben so vieles für eine SDU sprach, Allergie, schlecht gefressen, hypernervös und und und. Damals waren die SD-Werte kaum noch messbar, lagen bei 0,03!

Blut lasse ich immer abnehmen so gegen 12 Uhr Mittag, also etwa 5 Stunden nach der ersten Tablettengabe, also alles wie es sein soll.

Futter habe ich nicht gewechselt, sie bekommt nach wie vor frisch und das alles Mögliche, also alles wie gehabt, und das ging ja jetzt die ganze Zeit gut.

Warum jetzt nicht mehr?

Scotti
19.05.2012, 21:00
Ich hab echt gedacht in Muenchen waere das einfacher.
Wir haben ja auch Werte von 0,07 gehabt, ein paar Tage nach Beginn der Substitution fing alles an besser zu werden. Ich bin mal gespannt auf die erste Blutabnahme.

Gibst du eventuell momentan viel Haelse, Kehlkopf? Da haengt haeufig noch SD Gewebe oder Hormone dran.

Guck mal unter www.gtvt.de.
Das sind verhaltenstechnisch besonders geschulte Tieraerzte, die haben sicherlich auch Ahnung von SD.
ansonsten wuerde ich die hier mal fragen: http://www.tierhyg.vetmed.uni-muenchen.de/index.html

Lee-Anne
19.05.2012, 21:09
Danke, von der Liste habe ich schon "ein paar" durch und es war nicht wirklich berauschend.

Viele davon waren dann doch eher Verhaltenstherapeuten.

Ich habe tatsächlich getrockneten Schlund gegeben (ca. 2 Stück vor 2 Wochen) aber selbst da meinte die TÄ, dass es zum Einen fraglich ist, ob da überhaupt noch SD-Gewebe dran hängt und wenn ja, dann muss der durch die Magensäfte und dürfte nicht der Grund sein für so einen erhöhten SD-Wert.

Scotti
19.05.2012, 21:13
Schade, das war naemlich ein Link aus dem oben genannten Buch. Wie gesagt, sonst schreib mal die LMU an und frag da nach.
Ich hab auch einen Dozenten von da, den sehen ich aber erst wieder im Juli persoenlich.
Ansonsten wuerde ich mal im Gesundehunde Forum nachfragen, die kennen meistens auch die Spezies in ihrer Stadt.

BÖR
20.05.2012, 07:27
bekommt sie noch andere Dauermedikamente? Oft ist es auch eine Interaktion, gerade bei der SD.

Ich hoffe, daß ihr das gut in den Griff bekommt:lach3:

Conner
20.05.2012, 07:49
So ist es bei Sugar. Durch Gabe von Phenpred verfälscht sich wohl der T4 Wert. Eine exakte TSH Bestimmung kostet lt. meinem TA 1000 Euro. Die andere Möglichkeit ist die Schmerzmittel 14 Tage wegzulassen und dann zu testen. Das hab ich versucht, aber dann geht es ihr nicht gut.

Lee-Anne
20.05.2012, 11:51
Vielen Dank. Das kann natürlich sehr gut sein, dass es eine Wechselwirkung mit den vielen anderen Medikamenten ist.

Wie gesagt, wir waren die letzten Wochen wieder Dauergast beim TA. Angefangen hat es mit einer allergischen Reaktion, der ganze Genitalbereich war knallrot und ein Ohr war knallrot. Daraufhin gab es natürlich Cortison (Prednisolon) und Antibiotika (Amoxiclav).

Danach Durchfall und Erbrechen, neues AB (Metronidazole) und Tannalbin, Buscopan und noch was. Und natürlich Bactisel für die Darmflora.

Kurz darauf wieder Blasenentzündung und nun bekommt sie wieder AB (Amoxiclav). Da habe ich allerdings vorher testen lassen, welches AB gegen die Blasenentzündung überhaupt noch wirkt.

An Schmerzmittel bekommt sie Metacam und das auch ziemlich häufig. Als Magenschoner daher Cimetidin.

Etwas reduziert habe ich das Forthyron wieder, allerdings nur um ¼ morgens und ¼ nachmittags, mehr geht nicht.

Nun, dann werde ich wohl mal abwarten bis die ganzen Medikamente wieder aus dem Körper raus sind und dann noch mal Blut nehmen lassen. In der Hoffnung, dass nicht wieder was dazwischen kommt.

BÖR
20.05.2012, 12:10
da sind ja sogar mehrere Übeltäter dabei:hmm:

da hilft dann nur abwarten, den Hund genau beobachten und aus dem Bauch raus dosieren. Bis man dann wieder "stabilere" Werte hat...

War denn dem TA nicht klar, daß mit der Medikation keine vernünftigen SDWerte zu bekommen sind?

Scotti
20.05.2012, 15:09
Ohje, das klingt ja schrecklich bei euch!
Ich druecke euch ganz doll die Daumen dass ihr bald einen Spezi findet.

Lee-Anne
20.05.2012, 15:48
War denn dem TA nicht klar, daß mit der Medikation keine vernünftigen SDWerte zu bekommen sind?

Nein, leider weder meiner Tierärztin, noch der Tierärztin vom Notdienst. Und ich habe beide danach gefragt, wie das zustande kommen kann, denn bisher war ja alles gut. Und es wussten auch beide von den Behandlungen und den vielen Medikamenten.

Und selbst auf dem Laborbericht steht als mögliche Ursachen nur:

- Fütterung von Schilddrüsengewebe (Fütterung von Innereien, Barfen)
- Blutentnahme zu früh nach Tablettengabe
... und noch was von sehr seltenen Fällen wegen T4-Antikörper

Also nichts von Wechselwirkungen.

@ Scotti, vielen Dank, auch für den Tipp mit der LMU. Ich spar schon mal drauf ;-)

Scotti
20.05.2012, 16:09
Naja, fuer einen Anruf oder eine Mail muss man ja erstmal nicht sparen.;)

Cherry
22.05.2012, 13:30
Huhu,

bei Hunden mit Verhaltensauffälligkeiten sind Werte bis 7 okay. Das wissen nur die meisten TÄ nicht, weil sie sich nicht damit beschäftigen.
Und wie Du am Verhalten gesehen hast, braucht sie es ja auch. Und Fehlmessungen kommen natürlich auch immer wieder vor.

Mein Rüde liegt gerade auch bei knapp 6.

VG,

Claudia

PS: Ach so, dass der TA nach der Medikamentengabe Blut nimmt spricht nicht so dafür, dass er sich gut auskennt.

Lee-Anne
22.05.2012, 16:45
Hallo Cherry,

das wusste ich auch nicht, dass Werte bis 7 ok sind. Und bei den letzten Blutabnahmen war sie zwar immer im oberen Bereich, aber nie groß darüber.

Das beruhigt mich jetzt aber doch sehr. Danke dafür.

Scotti
22.05.2012, 19:48
Guck mal was ich gefunden habe:
http://www.dogs-magazin.de/gesundheit/hormonprobleme-hund-tierinternisten-in-deutschland-81671.html

Scotti
30.05.2012, 09:21
Wie siehts denn bei euch aus inzwischen?
Wir sind jetzt bei 2x 600 Forthyron und Scotti kann alles essen, von Trocken ueber Dose bis roh (solange es nicht gewolft ist) und hat einen super Output. Haette ich nicht gedacht dass der mal ohne Durchfall durchs Leben kommt.

Lee-Anne
30.05.2012, 17:35
Ich habe die Werte noch nicht erneut testen lassen.

Sie bekam ja bis letzte Woche Donnerstag noch Antibiotika wegen der Blasenentzündung. Gestern waren wir wieder beim TA um den Urin zu kontrollieren und der war leider noch so, dass es in die Verlängerung geht. Also noch mal zwei Wochen Amixoclav.

Das freut mich für dich und natürlich für Scotti. Lunchen hatte zwar keinen Durchfall vor der Diagnose, aber ganz ganz schlecht gefressen und das ist seither echt Geschichte. Sie frisst seit der Einstellung wie ein ganz normaler Hund ;-)

Cira
31.05.2012, 19:00
Sie frisst seit der Einstellung wie ein ganz normaler Hund ;-)

Dann scheint es aufwärts zu gehen.
Däumchen sind weiterhin gedrückt. :ok:

...

Lee-Anne
01.06.2012, 15:44
Da habe ich mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt. Mit „seit der Einstellung“ meinte ich die Einstellung wegen der Schilddrüse mit Forthyron im Jahr 2010.

Ob es wirklich aufwärts geht kann ich noch nicht absehen. Die Tierärztin war etwas beunruhigt wegen dem Urin und wegen der immer noch so dicken Blasenschleimhaut. Sie sagte, die Häufigkeit der Blasenentzündungen könnte auch auf einen Blasentumor hindeuten. Da ist aber weder im Ultraschall noch im Blut etwas erkennbar.

Und was das Fortyhron bei Lunchen bewirkt hat, habe ich ja vor kurzem wieder sehr gut mitbekommen, als ich die Dosis reduziert hatte.

Ihre Werte lasse ich allerdings erst wieder testen, wenn der Medikamenten-Marathon vorbei ist.

Scotti
02.06.2012, 08:26
Ich wuerd mich auch nicht ganz doll an Werten festklammern. Natuerlich sollten sie schon im Rahmen liegen und nicht voellig entgleisen, aber wenn es dem Hund gut geht, dann ist es richtig.
Ich hab Scotti noch garnicht gemessen, das mache ich naechste Woche, aber ich gehe auch nach Gefuehl, er kommt z.B. mit dem Forthyron wesentlich besser klar als mit dem Humanpraeparat.
Wenn der Blutwert sagt ich soll runter mit der Dosierung, ich aber merke dass es ihm nicht gut tut, dann gehe ich wieder hoch.
Im September bn ich ja wieder beim Cardiologen, mit dem werde ich das auch nochmal besprechen, SD Medies haben ja auch Einfluss darauf.

Scotti
20.06.2012, 11:30
Ich hab heute Scottis T4 bekommen (und bin immer noch sauer dass das so teuer war und die nichtmal wie ich wollte den fT4 mitgetestet haben, naechstes Mal mache ich das wieder selber).
Er hat bei einem Referenzbereich von 1.5 bis 4.5 einen Wert von 1,8.
Das ist um Laengen besser als die 0.12 die er vorher hatte, aber immer noch zu gering. Also gibt es jetzt 2 taeglich 800 Microgramm.

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