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Herbstgold
21.02.2012, 12:47
Berlin will "Kampfhund"-Liste abschaffen

Berlin (dpa) In Berlin könnte die umstrittene "Kampfhund"- Liste schon bald der Vergangenheit angehören. Unter den Fraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus herrsche weitgehend Einigkeit darüber, die Rasseliste besonders gefährlicher Hunde abzuschaffen, sagte der tierschutzpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Alexander Herrmann, der Nachrichtenagentur dpa. "Es ist unser klares Ziel, von dieser starren Liste wegzukommen."

Bei einem Treffen hätten sich alle Fraktionsvertreter dafür ausgesprochen, das sieben Jahre alte Hundegesetz auf den Prüfstand zu stellen. So sei auch ein verbindlicher "Hundeführerschein" für alle Halter im Gespräch, sagte Herrmann. Bislang ist dieser nur für Kampfhund-Besitzer zwingend. Auf diese Eckpunkte hat sich auch die rot-schwarze Regierung in ihrem Koalitionsvertrag verständigt.

Derzeit werden in der Hauptstadt zehn Hunderassen als besonders gefährlich eingestuft. Kritiker monieren, dass die Tiere zu Unrecht gebrandmarkt würden. Laut Statistik belegten Mischlinge und Schäferhunde 2010 mit 305 Angriffen den ersten Platz. Nur 26 von insgesamt 660 registrierten Attacken gingen von Listenhunden aus.

Quelle: http://www.hundeinfoportal.de/tt-news/tt-news-anzeigeseite/berlin-will-kampfhund-liste-abschaffen/d7c9dd78db30368b808a0e7bfb69c3d5/?tx_ttnews[backPid]=2224


Da sag ich nur: Na ENDLICH bewegt sich wieder mal was!
Ich habe Herrn Herrmann von der CDU hierzu schon eine Mail geschrieben, denn es muss unser aller Bestreben sein, diese unsäglichen Rasselisten in ganz Deutschland wieder abzuschaffen!

Anbei die Mailaddy von Herrn Herrman, sowie meine Mail, mit meiner Bitte, hier ebenfalls zu agieren.

Von: xxx
An: herrmann@cdu-fraktion.berlin.de
Betreff: Berlin will "Kampfhund"-Liste abschaffen
Datum: Tue, 21. Feb 2012 13:35


Sehr geehrter Herr Hermann,

ich kann nur sagen ENDLICH! und möchte Sie bei diesem Entschluss – zumindest moralisch - unterstützen.
Als Bürgerin dieses Landes und engagierte Tierschützerin war ich bereits bei der Verabschiedung des Landeshundegesetzes entsetzt, denn gerade in der Bundesrepublik Deutschland hatte ich aufgrund unserer Vergangenheit bezüglich der "positiven und negativen Einteilungen in Rassen" bei Lebewesen von unserer Gesetzgebung wesentlich mehr Sensibilität erwartet.

Das damit gewünschte Ergebnis, mehr Sicherheit für Menschen zu gewährleisten, wurde nicht erreicht, denn wie bei allem anderen auch, ist die Verantwortung und Zuverlässigkeit des Einzelnen die Grundlage dafür, andere nicht zu belästigen, zu gefährden oder gar zu verletzen.

Legt man das Interesse am Schutz des Bürgers sowie auch das Tierschutzgesetz zugrunde, kann es im Grunde doch nur eine vernünftige Verfahrensweise geben, welche Sie auch dankenswerter Weise bereits angesprochen haben, und diese resultiert aus einem länderübergreifenden, allgemein verbindlichen "Hundeführerschein", um diesen Begriff einmal ganz lapidar zu gebrauchen.

Denn egal welcher Rasse ein Hund angehört, so ist es immer der Mensch, der ein Tier in seiner Obhut hat, der die Verantwortung trägt und dieser auch gewachsen sein muss!
So spricht auch aus tierschützerischen Aspekten überhaupt nichts dagegen, dass große Hunde grundsätzlich z. B. bei den Ordnungsämter angemeldet werden und sich Halter einer Sachkundeprüfung und/oder einer Haltereignung (auch im Sinne wie und wo das Tier gehalten wird) unterziehen müssen; bezüglich der der Gefährlichkeit eines Tieres muss jedoch immer eine Einzelentscheidung durch einen benannten Sachverständigen nach LANUV oder dem Amtsveterinär getroffen werden.

So führt sich m. E. auch das Landeshundesgesetz schon selbst ad absurdum, in dem in den einzelnen Ländern Rassen unterschiedlich als "gefährliche Hunde" deklariert werden.
In der Praxis bedeutet das: Ich fahre mit meinem Hund, beispielsweise einem American Bulldog von NRW über Rheinland Pfalz nach Hessen. Da beginne ich meine Reise mit ein und dem gleichen Hund (!) in NRW mit einem Hund nach § 10 bestimmter Rasse mit Auflagen, der dann an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz, dort zu einem großen Hund ohne Auflagen wird, um an der Landesgrenze zu Hessen dort wiederum mit einem gefährlichen Hund anzukommen.

Ich verkneife mir hierzu jetzt jegliche Kommentare zu gesundem Menschenverstand!

Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang auch die Festsetzung der sog. Kampfhundesteuer, bei der Gemeinden völlig freie Hand haben. Hier stellt man deutlich fest, dass der "Schutz der Bevölkerung" eine doch eher untergeordnete Rolle spielt und vordringlich die Füllung des Stadtsäckels des "Kampfhunds" Kern darstellt.

Kurz, in allen Bereichen verstößt sowohl das Landeshundesgesetz als auch die Hundesteuerbemessungsgrundlage in den Satzungen der jeweiligen Gemeinden und Kreise völlig jedem demokratischen Rechtsempfinden und ich möchte Sie dringend bitten, Ihren gesamten Einfluss geltend zu machen, dass wir in diesem Land zu einer Lösung kommen, die sowohl von besorgten Bürgern, Tierschützern und Hundehaltern als gerecht erachtet wird.

Mit freundlichen Grüßen

Peppi
21.02.2012, 13:31
Ich hab vor ein paar Monaten mal den Bund angeschrieben, wegen des Gesetzes zur Gefahrenabwehr. Dort sagte man, dass in Zukunft eine bundeseinheitliche Regelung angestrebt würde...und ein Festhalten an Rassen, weil die Statistiken den Erfolg rechtfertigen würden.

Damit könnten die Sesselpupser der Länder dem geneigten Wähler erzählen was er hören will...


... und hinterher waschen Sie Ihre Hände in Unschuld:

"Wir hätten ja, aber es ist halt keine Ländersache mehr - das hat der Bund so entschieden".


Mein Tipp für die Zukunft! :hmm:

Wie Waldi
21.02.2012, 14:00
Anbei die Mailaddy von Herrn Herrman, sowie meine Mail, mit meiner Bitte, hier ebenfalls zu agieren.


Na da würd ich mich an seiner Stelle aber bedanken :hmm:

Cira
21.02.2012, 17:03
Na da würd ich mich an seiner Stelle aber bedanken :hmm:

Warum?
Der Herr bekleidet ein öffentliches Amt.
Wenn es ihn stört, dass man wegen politischer Interessen zu ihm Kontakt aufnimmt, hätte er besser einen anderen Beruf wählen sollen.
Es ist ja nicht die Adresse seines Privathauses.

...

Herbstgold
21.02.2012, 17:14
Na da würd ich mich an seiner Stelle aber bedanken :hmm:

Tjaaa, das hat er sogar :D

Ich weiß nicht, ich halte ja von unseren sog. Volksvertretern ja auch nicht viel, vor allem, da sie m. E. ja eher Ichvertreter sind, aber jeder, der bei diesem Thema sich gegen diese vermaledeite Liste ausspricht, sollte merken, dass es jede Menge Menschen gibt, die diesen Schwachsinn nicht wollen.

Vor allem, wenn man die Polarisierung bedenkt. Da gibt manch einer ohne Rückhalt dann doch wieder klein bei, nur weil es jede Menge Hysteriker gibt, die sich in mordlüsternen Bestien ergehen.

Ich persönlich werde da nicht resignieren und auch weiterhin allem und jedem auf den Sack gehen (unsere Frau Bürgermeister hat mich wahrscheinlich wegen meiner Schreiben schon lange auf der schwarzen Liste :kicher:) oder auch Menschen, die sich engagieren mit meiner Stimme und Meinung unterstützen.

cane de presa
21.02.2012, 17:16
mal wieder etwas futter für den wähler,funktioniert immer...

Peppi
22.02.2012, 05:25
Ich persönlich werde da nicht resignieren und auch weiterhin allem und jedem auf den Sack gehen (unsere Frau Bürgermeister hat mich wahrscheinlich wegen meiner Schreiben schon lange auf der schwarzen Liste :kicher:) oder auch Menschen, die sich engagieren mit meiner Stimme und Meinung unterstützen.

:ok:

Dega
22.02.2012, 07:58
mal wieder etwas futter für den wähler,funktioniert immer...

Ich weiß nicht, ob das nicht eher ein Schuss ins eigene Knie wäre ...

Man müsste mal eine repräsentative Umfrage* haben, wie viele Leute für so eine Liste und wie viele dagegen sind. Das würde mich ernsthaft einmal interessieren. Damit könnte man allerlei Mechanismen aufzeigen, die bei den Leuten wirken oder auch nicht.



*dieses Forum zum Beispiel ist für derlei Umfragen NICHT geeignet

Peppi
22.02.2012, 09:28
Glaubt jemand ernsthaft, dass die Soka-Halter in der Überzahl sind - gegenüber phobischen Mitmenschen, die einfach nicht kapieren, dass das keine Gefahrenabwehr ist?

Never, ever! :(

Dega
22.02.2012, 09:40
@Peppi, deshalb sage ich ja, dass das eher ein Schuss ins eigene Knie wäre als Wählerfang.

Ich bin der Meinung, dass man neu eingeführte Sachen nach einer gewissen Zeit evaluieren müsste, um sie auf ihre Stichhaltigkeit zu überprüfen. Aber das wird immer vermieden.
Holland hat es mit dem RAD wohl gemacht, und sie sind zu dem Schluss gekommen, dass die Liste kompletter Unsinn ist, weswegen sie abgeschafft wurde.
Es ist offenbar leichter, etwas mit viel Panikmache und lautem Getöse einzuführen und es dabei zu belassen als sich hinterher weiterhin damit zu beschäftigen und einen Unsinn, unter dem viele leiden müssen, wieder abzuschaffen.

cane de presa
22.02.2012, 09:48
"Repräsentative Umfragen" wären hierbei doch nur Hypothesen wie die Hundeliste selbst.Es geht doch um Gesetze und nicht um Marktanteile.
Sowas könnte ein Sinn haben wenn die Medien das thema jemals ordendlich behandelt hätten.
Es geht ja eigenlich auch nicht um eine "Kampfhunde debatte"
Sondern die Unfähigkeit das thema hundhaltung, jemals wieder Ordentlich,Allgemein behandel zu können....

Peppi
22.02.2012, 09:58
@Peppi, deshalb sage ich ja, dass das eher ein Schuss ins eigene Knie wäre als Wählerfang.

Ich bin der Meinung, dass man neu eingeführte Sachen nach einer gewissen Zeit evaluieren müsste, um sie auf ihre Stichhaltigkeit zu überprüfen. Aber das wird immer vermieden.

Nein. Die Überprüfung der Ergebnisse ist auf Bundesebene im entsprechenden Gefahrenabwehrgesetz verankert und wurde 2008 (?) auch durchgeführt...


... nur wie...der Gesetzgeber sah sich in der Folge bestätigt. :stupid:

Dega
22.02.2012, 10:15
Eben genau der Einfluss der Medien würde mich interessieren. Ist aber ein steriles, akademisches Intersse, und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass es solche Untersuchungen im Rahmen von Doktorarbeiten zum Beispiel auch schon gibt. edit - durch Peppi korrigiert.

Dega
22.02.2012, 10:19
Nein. Die Überprüfung der Ergebnisse ist auf Bundesebene im entsprechenden Gefahrenabwehrgesetz verankert und wurde 2008 (?) auch durchgeführt...


... nur wie...der Gesetzgeber sah sich in der Folge bestätigt. :stupid:

Das wusste ich nicht.
Hast du zufällig einen entsprechenden Link parat, das würde mich interessieren, auch die Vorgehensweise.

Peppi
22.02.2012, 11:20
Ne, das wurde ja überall breitgetreten. Auch hier im Forum.

Ich find's gerade nicht, guck mal ob hier was dabei ist....

http://www.hundegesetze.de/news/info.htm

Dega
22.02.2012, 12:56
Das ist aber viel! :06:
Danke für die Seite, ich setze sie auf alle Fälle zu meinen Lesezeichen. Wer weiß, wofür es mal gut ist.

Peppi
24.02.2012, 13:16
Das ist aber viel! :06:
Danke für die Seite, ich setze sie auf alle Fälle zu meinen Lesezeichen. Wer weiß, wofür es mal gut ist.

http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMV14-2232.pdf

:lach4:

Bonsai
18.04.2012, 19:54
Weiß jemand was es mit dem 'dritten' Sachkundetest für die Bulligen auf sich hat?
Man sagte mir, dass Bonnie, die nun als CC in Berlin nicht gelistet ist, dann einen dritten (zu den zwei anderen) Test machen muss, genau wie die anderen Bulldoggen und Molosser..

Das mit der Gebühr ist auch echt heftig. Weiß jemand, ob es gültigkeit hätte, wenn man jetzt schon einen Sachkundenachweis macht? Oder muss man dann nach der Gesetztesänderung nochmal zum Test und blechen?

Peppi
14.05.2012, 16:06
Berlin hat wohl wirklich vor DIE Rasseliste abzuschaffen:

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/hundefuehrerschein-in-berlin-vorm-gassi-gehen-erst-zur-pruefung,10809148,15225316.html

http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/pruefung-fuer-jeden-hundehalter-article1438129.html

:schreck:

Mrs. Brightside
14.05.2012, 16:34
Berlin will sie abschaffen, kategorisiert dann aber wieder die Hunde in unterschiedliche Führerscheinklassen..:hmm:
Ich will mich nicht beschweren, besser kann es nur werden..;)

Sanny
15.05.2012, 06:57
Na da bin ich wirklich mal gespannt was auf uns zu kommt...

Staff-Hilfe
16.05.2012, 19:18
Das wird wohl so nichts. Im Moment haben sie sich alle ins "Kloppen" bekommen.

Mrs. Brightside
16.05.2012, 19:50
Weißt du denn da was genaueres? Ich wäre auch gerne up to date. :)

Bonsai
16.05.2012, 21:02
Also mein letzter Stand war, dass der Schein nun freiwillig bleiben soll, man aber Hund sichern muss, wenn man ihn nicht hat.
Der Schein solle unter 100€ kosten und mit mehreren Personen gleichzeitig absolviert werden können (ganze Familie auf dem Amt einmal durchrutschen quasi). Das mit dem dritten Test für die Molösserchen und Co ist noch garnicht richtig sicher.. laut einigen soll der wohl kommen, laut anderen nun doch nicht..

Mrs. Brightside
16.05.2012, 22:29
Das wird wohl noch ne Weile dauern, bis die sich einig sind..da bin ich ja mal gespannt.

Staff-Hilfe
17.05.2012, 15:48
Zur zeit findet es wohl in der form in der politik kein wohlwollen. hätte mich auch gewundert.
einige sind der meinung soll alles so bleiben, ist doch erfolgreich... hä? wo? die stadt ist voller armer pittis und staffis bei idioten )0:

und die zuverlässigen halter trauen sich nur mit vervolgungswahn den hund ohne mauli laufen zu lassen. der nächste großmaulige denunziant wartet evtl schon um die ecke

Mrs. Brightside
18.05.2012, 09:45
Mal ganz zu schweigen von den Vermietern..:hmm:
Wohnungssuche mit SoKa kannste in den "guten" Bezirken vergessen - leider..:(

Staff-Hilfe
18.05.2012, 20:09
Mal ganz zu schweigen von den Vermietern..:hmm:
Wohnungssuche mit SoKa kannste in den "guten" Bezirken vergessen - leider..:(

einer der größten vermittlungsproblemen, leider bundesweit :traurig:
gassi-geher von mir haben über ein halbes jahr gesucht, bis sie eine "einigermassen" wohnung hatten mit am staff genehmigung, damit sie dauerpflegestelle für einen unsere schützlinge machen können.
und er ist polizist, sie leitende angestellte :hmm:

Sanny
15.08.2012, 11:23
Für alle Berliner ist das sicher interessant: Bello Dialo (http://www.berlin.de/sen/verbraucherschutz/tierschutz/gefahrenabwehr/hundegesetz/)

Ich hoffe ich schaff es am Dienstag hin.

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