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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Buch : Bulldogs in Geschichte und Gegenwart


gast271111
17.09.2011, 14:40
Moin !


Hab grad bei amazon n bisschen rumgestöbert, und wollte mal fragen ob jemand das Buch "Bulldogs in Geschichte und Gegenwart" kennt, und obs sein geld wert ist .

Hier mal der Link zum Buch :
http://www.amazon.de/Bulldogs-Geschichte-Gegenwart-Christoph-Jung/dp/3942335131/ref=pd_sim_eb5

Mickey48
17.09.2011, 15:25
Moin !


Hab grad bei amazon n bisschen rumgestöbert, und wollte mal fragen ob jemand das Buch "Bulldogs in Geschichte und Gegenwart" kennt, und obs sein geld wert ist .

Hier mal der Link zum Buch :
http://www.amazon.de/Bulldogs-Geschichte-Gegenwart-Christoph-Jung/dp/3942335131/ref=pd_sim_eb5

Ja, ist es, aber:
-Abfällige Äußerungen zu den bestehenden "Rückzuchten" Wie Leavitt Bulldog oder Conti
-Der Autor hat gesundheitlich nur von Bulldogs Ahnung, behauptet das aber auch von anderen Rassen in seinen Zeitschriftkolumnen.
Z.B. Wollte er den europäischen Rough Collies eine Augenkrankheit anhängen, die seit den frühen Achtzigern nicht mehr außerhalb der USA auftrat und glaubt, es gäbe zwischen Double Merle und Blue Merle keinen Unterschied (Double Merle entsteht aus Merle X Merle (Paarung in Deutschland verboten) und tritt oft mit krankhaften Veränderungen an Augen und Gehör auf, Blue Merle selbst ist eine Fellfarbe).
-Manchmal recht holpriger Satzbau, "eh" taucht mir zu oft auf

Nun zu den positiven Sachen:
-Sehr detaillierter und gut bebilderter Geschichtsabschnitt von der Übersiedlung der mitteleuropäischen Kelten auf die britischen Inseln über die Vor-und Nachkriegszeit des 2. Weltkrieges bis heute
-Aufdröselung der neuen und alten Standards
-Nette Anekdoten von Bulldoghaltern
-Kritische Worte über die Zuchtpraktiken der Bulldogvereine

Ich bin kurz vor dem Kapitel "The Bulldog Spirit", wenn ich nocht etwas erwähnenswertes finde, ergänze ich in rot.
:lach4:

Guayota
17.09.2011, 23:10
Blue Merle selbst ist eine Fellfarbe

Die Fellfarbe der Träger des Defektgens.:hmm:

Mickey48
18.09.2011, 01:34
Die Fellfarbe der Träger des Defektgens.:hmm:

Nein, Merle Träger heißen "Cryptic Merle" und haben keine typische Merlezeichnung im Fell.
Meist haben sie milchig hellblaue Augen zu dunklem Fellkleid und ihre Unterwolle ist ganz schneeweiß anstatt dunkelcremefarben oder dunkel wie das Deckhaar.
Aus diesem Grund sind blaue Augen bei Nichtmerlehunden unerwünscht.

Peppi
18.09.2011, 07:48
Geht es hier um die Thematik, "man muss nur aufpassen, dass man nicht Träger x Träger verpaart, weil es nur dann zum Ausbruch der krankheit kommt?

Guayota
18.09.2011, 08:56
Nein, Merle Träger heißen "Cryptic Merle" und haben keine typische Merlezeichnung im Fell.

Es ist einfach nur falsch, Blue Merle Tiere nicht als Träger zu bezeichen und ich bin ehrlich gesagt entsetzt, dass ein Züchter einer betroffenen Rasse so etwas von sich gibt.
Blue Merle Tiere sind heterozygote Träger des Defektgens (Mm).
Das "kryptische Merle" spielt in dem Zusammenhang keine Rolle (die Tiere sind auch Träger, ja, aber darum geht es hier nicht)

Jede Zucht mit dem Defektgen ist in meinen Augen ethisch nicht vertretbar, auch nicht mit Gentests und strenger Kontrolle. Ob bei Doggen, Collies, Chihuahuas oder Corgies.
Ganz einfach weil jeder Tom, Dick und Harry da draussen ausserhalb der Kontrollen mit Merkmalsträgern vom Züchter verpaaren darf, wie er gerade lustig ist.

Man kann jedem "Welpen-Anwärter" allgemein (nicht nur auf Merle bezogen) nur raten, gezielt nach "natürlichen" Fellfarben zu schauen - auch bei den Geschwistern.
Blau, Verwässert, Grautiger, Blau gestromt, Formentino, Isabell, Creme, Zobel, die "Merle-Farb-Explosion" usw. ...ich würde und werde die Finger davon lassen.

Ein Zitat aus der Zuchtordnung des "Deutscher Collie Club e.V." (VDH/FCI):
3.5 Begründung zu den Verboten
a. Es ist bewiesen, dass sich bei der Verpaarung von Collies der
Farbvariante blue-merle x blue-merle die Wahrscheinlichkeit von
Erbkrankheiten erhöht. Fachliteratur und Züchter bestätigen,
dass weiße Welpen geboren wurden, die oftmals blind bzw. taub
waren. Dieses Risiko bewusst einzugehen steht nicht im
Einklang zum Tierschutzgesetz.

gast271111
18.09.2011, 14:46
also eigentlich wollte ich nur wissen ob das buch lesenswert ist und keine grundsatzdiskussionen über die auffassung darüber was nun an welcher aussage dran ist -.-'

ich glaub ich lese von nun an nur noch statt postings zu machen....

Peppi
18.09.2011, 15:18
Das war doch ne elementare Info!:ok:

Mickey48
18.09.2011, 16:07
Also bloßes Verpaaren zweier Lebewesen ohne eine gewisse gesundheitliche Absicherung durch Gentests würde ich mit als "Zucht" bezeichnen.
Leider ist "Züchter" kein geschützter Begriff, also kann sich Jemand ohne Interesse an Weiterbildung, der seinen Pudelrüden auf alles Läufige setzt um dann die Welpen als "Allergikerhunde - süße XY-oodle Welpen zu verkaufen" in einschlägige Verkaufsportale einzusetzen genauso als Züchter bezeichnen wie Jemand, der Der immer die neuesten Daten über die rassespezifischen Krankheiten einholt, monatelang eine bestimmte Verpaarung mit einem gesunden Rüden plant und mindestens einen "Extrarüden" in petto hat falls die Hündin den "Auserwählten" einfach nicht leiden kann.
Selbst, wenn wir zwei Merle Hunde oder einen Merle Hund und einen Roten hätten, würden wir sie nicht verpaaren.
Meine (imaginäre) Merlehündin würde während ihrer Standhitze nur Schwarzweiße, Brindle pointed oder Tricolour Rüden um sich haben, da man Merle nicht mit helleren Farbschlägen verpaaren sollte.

Was mich an der Aussage des Autors störte war, dass er Merle mit Double Merle gleichsetzte.
Ich weiß das Beispiel hinkt etwas, aber:
Meine Großmutter hatte Neurodermitis, meine Mutter nicht, ich wiederum schon.
Laut seinem Gedankengang hätte meine Mutter also auch an Neurodermitis erkranken müssen, ist sie allerdings nicht.
In Anbetracht seines Wissens über Genetik hat mich diese genetisch gesehen primitive Aussage aus seiner Feder schon sehr verwundert, er wäre einer der Letzten, von denen ich derlei Gedankengänge erwartet hätte.

Mickey48
18.09.2011, 16:08
Oh, und Sorry für das OffTopic! (so was passiert hier öfters mal) :lach4:

gast271111
18.09.2011, 20:09
Das war doch ne elementare Info!:ok:


Und wieder mal ein epischer Beitrag aus der kategorie FAIL!
:lach4:

Peppi
19.09.2011, 06:23
Oh, ist das Mädchen beleidigt, weil nicht die gewünschten Antworten in den anderen Themen kamen?

Süss!

Ach, kannst Du ja nicht mehr lesen, Mist ;)

Peppi
16.10.2011, 07:56
So, mein Eindruck:

Was hatte ich mich auf dieses Buch gefreut...

Zur Historie:

Der Autor ist großer Kritiker der aktuellen Zuchtpraktiken und das wird auch immer wieder erwähnt. Und das kann auch nur im Interesse der Rasse sein. Dafür Daumen hoch. Die historische Aufarbeitung ist auch gut gelungen, allerdings auch nicht wirklich neu - vielleicht in dieser Form.

Zum zweiten Teil - typisch Bulldogge:

Schon im ersten Teil, erkennt man die Liebe zur Rasse, doch daraus folgt nicht selten mangelnde Sachlichkeit und so wird auch hier eine Rasse glorifiziert, nach den typischen Regeln der Vermenschlichung. Ein großer Anteil der Attribute lässt sich auf zahlreiche Familienhunderassen übertragen und so sind die Schlussfolgerungen des Autors im weiteren Verlauf leider, leider etwas inkonsequent.

Für die zukünftige Zucht werden Outcrosses kategorisch verteufelt. Alles was sonst noch auf der Erde an Bulldogs rumläuft, ist ja viel, viel schlechter, nicht so sauber durchgezüchtet, etc. pp. Quasi geht hier die bekannte Zuchtleier weiter, die der Autor weiter vorne in seinem Buch selbst noch kritisiert. Die Vorteile, die er in der Historie der Rasseentstehung sorgfältig aufzeigt, scheinen in der Neuzeit eigentlich gar keine Legitimation mehr zu haben. Schade.

Und so können auch alle Versuche außerhalb der "künstlichen Mauer" dem Bulldog zu mehr Lebensqualität zu verhelfen, bei Herrn Jung kaum noch punkten und sind a priori schlecht und nicht "Bulldoglike".

Bei den plakativ ins Feld geführten verwandten Rassen, unterlaufen dann auch einige Fehler in der Recherche.

"Technisch" bekleckert sich der Kynos-Verlag hier leider auch nicht gerade mit Ruhm:

Die historischen Fotos sind jedem Bull-Rassen-Interessierten lange bekannt aus den Kampfhundbüchern des Herrn Fleig selbst oder aus den historischen Quellen Strebel und Co kopiert. Leider NICHTS Neues in dieser Richtung.

Ebenfalls sind zahlreiche Schreibfehler vorhanden, die beim Lesen teilweise schon echt nerven.

Unterm Strich ein "nettes" Buch für die Sammlung. Netter Ansatz, zu wenig Tiefgang.

Den Preis finde ich hinsichtlich der vorliegenden Qualität dann allerdings deutlich überzogen - da hatte ich etwas mehr erwartet.


My f***in' 2 cents, yoh! :king:

Isis78
16.10.2011, 07:59
Puuuh, da ist aber einer stinkig :kicher: :sorry:

Vielleicht solltest Du das in der Form auch mal beim Verlag selber kundtun?!?!

Peppi
17.10.2011, 09:01
Das hatte ich tatsächlich schon. Allerdings in der Fragestellung, inwieweit der Verlag INhalte prüft. Für mich waren die Anschuldigungen auf bulldognachrichten.de harter Tobak und ich wollte einfach herausfinden, wer denn die Guten in der Bulldogzucht sind.

Der Verlag weist allerdings alle Verantwortung von sich und hält sich auch aus Vereinsgerede heraus...

Hinsichtlich der neueren Entwicklungen, hätte ich von einem Fachbuchverlag ganz offen etwas mehr erwartet. Da steht ja zumindest ein großer Name dahinter...

Mit den vielen Schreibfehlern etc. pp. deutet der Verlage zudem auf personelle Engpässe, oder eine wirtschaftliche Schieflage hin. Anscheinend werden Korrekturleser überbewertet.

Ich rede hier nicht von dem einen oder anderen Buchstabendreher: Nach der "die Welt kompakt" und der Übersetzung der Slash Biographie, in der Hinsicht das Schlechteste was ich je in der Hand hatte.

:sorry:

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