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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Jogger und Radfahrer


einewiekeine
28.02.2011, 18:00
HIIILFE!!! ich habe ein Problem mit Dania und hoffe Ihr habt einen Tipp für mich.

Ich habe sie Ende September 2010 aus der Tötungsstation aus Lanzarote bekommen. Sie konnte nichts und kannte auch nichts.

Viele alltäglichen Situationen, wie im Auto mitfahren, allein zu Hause bleiben, Straßenbahn / Straßenverkehr, o.ä. sind kein Thema mehr. Anfangs hatte sie noch ein Problem bei Radfahrern, das war dann weg, sie ging ganz entspannt an den Radlern vorbei.

Von einem Tag auf den anderen hat sich das Blatt jedoch komplett gewendet. (Ich überlege schon die ganze Zeit, aus welchen Grund? Finde aber keine Antwort.)

Sie tickt total durch, wenn sie einen Jogger oder Radfahrer sieht. Ganz schlimm ist es im Auto. Du stehst an der Ampel und neben dem Wagen radelt ein Fahrradfahrer lang, der Hund dreht total durch. Sie springt durch das ganze Fahrzeug, bellt und knurrt und macht einen riesen Alarm.

Bei Joggern ist es ähnlich, wenn ich sie von weitem angelaufen sehe, habe ich ja noch die Möglichkeit aus dem Weg zu gehen. Vor einiger Zeit kamen zwei ältere Herrschaften jedoch plötzlich durch ein Gebüsch gejoggt, ich habe sie auch zu spät gesehen, dann ist der Hund plötzlich taub und ignoriert mich komplett.

Danke schon mal und einen LG
Manuela

AlHambra
01.03.2011, 10:16
Ich würde Dir zu Schleppleine und Ablenkung raten.

Trainiert ihr mit dem Clicker ?
Damit kannst Du richtiges Verhalten ganz exakt belohnen und bestätigen und an einem Alternativverhalten arbeiten.

Ich denke, ein ständiges Einwirken (Ermahnen / Bestrafen) wird euch da nicht weiter bringen, anscheinend verknüpft sie diese schnellen Passanten mit etwas Negativem oder es wird ein Jagdreflex ausgelöst. Beides kann natürlich schnell brenzlig werden, daher würde ich eine Schleppleine dran machen und sobald ein Objekt in Sicht ist, den Hund ranrufen und Sitz machen lassen, belohnen und während der Radler zB vorbeifährt dem Hund den Blick verstellen und an seiner Aufmerksamkeit in Bezug auf Dich arbeiten, vielleicht mit einem "Schau", das Du ganz gut zuvor zuhause antrainieren kannst.
Mit Blick verstellen und unangenehme Dinge passieren lassen arbeite ih bei meinem Rüden auch grade, da er gelegentlich Hasskandidaten im Auslaufgebiet auf's Korn nimmt, das ist ja vom Ablauf eine ähnliche Situation.
Wenn ich so einen rankommen sehe und nicht ausweichen kann, dann lasse ich ihn sitzen und den anderen vorbeigehen - achte möglichst auf ausreichenden Abstand - während der andere an uns vorbeigeht, stehe ich meinem Bub praktisch voll im Bild und bewege mich so weiter, dass er den anderen nicht anglotzen kann, währenddessen verlange ich "Schau" von ihm.
Das ist anfangs recht müselig, da Du ja gegen eine hohe Erregung des Hundes ankämpfen musst und meiner hat auch einige Zeit gebraucht, bis er es schaffte, sich zusammen zu reissen und seine Aufmerksamkeit auf mich zu lenken. Da hilft leider nur zähes Üben :(

Bei Dir kann natürlich noch erschwerend hinzu kommen, dass Deine Hündin irgendwelche schlechten Erfahrungen gemacht hat. Möglicherweise startet sie Attacken im Sinne von "Angriff ist die beste Verteidgung" und hat natürlich immer wieder Erfolg: Der Radler / Jogger kommt näher, sie geht nach vorne, das Objekt verschwindet (läuft / fährt ja weiter) - geschafft, Feind verjagt, Bingo.

Hast Du vielleicht ein gute HuSchu oder einen Trainer, der Dir beim Üben helfen könnte ?

Cira
01.03.2011, 11:54
Bei uns hat es sehr gut geholfen Cira ein Halti anzulegen und sie dann bei Joggern und Radfahrern absitzen zu lassen.
Ohne Halti hat sie mir fast die Arme rausgerissen.

Bestraft habe ich sie gar nicht, nur einmal weggescheucht, als sie einen Jogger verfolgt hat.
Ich habe ruhig aber fest und deutlich nein gesagt, wenn sie sich nicht ordentlich verhalten hat und sie gelobt und Leckerchen gegeben, wenn sie ihre Sache gut gemacht hat.

Mittlerweile geht sie schön an ihnen vorbei, schaut wohl sehnsüchtig, geht aber vernünftig weiter.

Allerdings war sie nicht aggressiv, in ihrer Verhaltensweise, sie will einfach nur mitjagen, mitrennen und rumspacken, weil sie daran einen Mordsspass hat.
Für mich hört liest sich das Verhalten Deiner Hündin recht aggressiv, so wie sie herumtobt und dabei laut kläfft.
Allerdings kann man das von hier aus nicht richtig beurteilen.

Ich würde Deiner Dania aber trotzdem auch ein Halti umlegen, denn so hast Du sie ruhig und souverän unter Kontrolle, auch wenn sie hermumspinnen sollte.

Vllt. hast Du einen oder ein paar Leute die für Euch die Jogger und Radfahrer machen, dann könntet ihr erstmal in Eurer Straße das Vorbeilaufen üben.
Clicker kann man dabei übrigens auch gut einsetzen.
Ich würde den Joggern und Radfahrern auch nicht mehr aus dem Weg gehen, sondern alle die sich bieten zum Üben nutzen. :)
Allerdings wäre es gut, erstmal auf einen solchen Abstand zu achten, bei dem sie gerade noch ruhig ist, damit Du sie viel loben kannst.

Wenn sie gelernt hat die Jogger und Radfahrer zu tolerieren, kann man anfangen mit der Schleppleine das neue Verhalten zu vertiefen, damit sie auch später im Freilauf anstandslos an ihnen vorbeigeht.



Fürs Auto würde ich ihr erstmal eine Box holen -wenn sie keine hat- und die mit Tüchern abhängen, damit sie die Räder nicht sehen kann.
Es kann gut sein, dass wenn sie draußen gelernt hat an den Radfahrern vorbei zu gehen, sie ihnen gegenüber im Auto auch gelassener reagiert.
Zusätzlich kannst Du Dich (sobald es sich beim Spazierengehen gebessert hat) mit dem Auto noch irgendwo hinstellen, wo öfter Radfahrer vorbei kommen und es mit ihr genauso üben, wie draußen, beim Spazierengehen.

Ich würde mich erstmal draußen, neben dem Auto, mit ihr hinstellen und gutes Verhalten wieder belohnen (clickern).
Wenn das gut klappt, würde ich im Auto weiter machen.
Dabei würde ich mich erstmal auf den Rücksitz setzen und sie auch wieder ans Halti nehmen.
Dann kann man sie mit dem Kopf zu sich ziehen, wenn sie Theater macht, festhalten, einmal ruhig, aber bestimmt Nein sagen und hat so die Möglichkeit gutes Verhalten direkt zu clickern und zu belohnen.
Sobald sie es mit Dir auf dem Rücksitz verinnerlicht hat, kannst Du den Schwierigkeitsgrad steigern, indem Du nach und nach die Distanz zu den Radfahrern (Joggern) veringerst und Dich später dann auch noch auf den Fahrersitz setzt.

Wenn Du schrittweise vorgehst und sie nicht überforderst, sollte es eigentlich funktionieren.
Wenn ihr einen Rückschritt macht, gehst Du am Besten wieder zur der Distanz zurück, wo sie sich gut verhält und von da an in kleineren Schritten vor.

Es ist natürlich eine Geduldsache und man muss jeden Tag dranbleiben, um damit Erfolg zu haben. :)

...

sina
01.03.2011, 21:44
Je nach dem ob Biene sich schon ausgetob hat lasse ich sie ins Sitz gehen oder auch ohne Leine mit Augenkontakt neben mir laufen.
Im Ort ist sie nur an der Leine und da reicht ein " Guck" aus.

Natürlich gibt es danach ein Leckerchen zur Belohnung!:ok:

Peppi
02.03.2011, 05:58
Stell Dir ne Box ins Auto, wo sie nicht rausgucken kann.

Ansonsten: Fusslaufen lernen.

Erklär dem Hund lieber was er machen soll, als was er lassen soll.

Bei geringer Reizlage starten (große Distanz zum Auslösereiz) und dann die Reizlage langsam steigern, also näher rangehen.

susanneth
02.03.2011, 11:31
Nach 6 Monaten kommt bei manchen Notnasen der Zeitpunkt wo sie mehr in ihrem zuhause ankommen bzw. sicherer sind. dabei kommt es dann auch manchmal dahin, dass sie sich ihren Ängsten stellen oder sich ausprobieren können, ich denke Du hast hier gute Tips bekommen (meiner hat das an Anfang auch gemacht aber zuminestens DAS haben wir gut hinbekommen, ist auch ne Notnase aus einer Tötungsstation).
Hast Du das Gefühl, dass sie wirklich aggressiv dabei ist oder pöbelt sie einfach mal gerne, ist sie ansonsten auch selbstbewusster geworden?

Liebe Grüsse Susanne

einewiekeine
13.03.2011, 08:31
:lach4: Erst einmal vielen Dank für Eure hilfreichen Tipps.

@ AlHambra und Susanne:
Ich denke, es ist bei ihr Unsicherheit. Dazu kommt, dass ich umgezogen bin und mit ihr jetzt allein lebe. Sie meint anscheinend, sie müsse mich beschützen und handelt nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“. Ich habe zwei Einzelstunden bei einem Hundetrainer genommen. Morgen unternehmen wir in der HuSchu einen Erziehungsspaziergang und arbeiten an der Bindung durch longieren.
Sitz machen und den Blick verstellen habe ich ausprobiert und es klappt wunderbar, zumal es keine Kraftanstrengung für mich bedeutet.:)

@Cira:
Ich führe sie jetzt mit Geschirr und Halsband, so habe ich sie gut unter Kontrolle, ohne dass ich mir die Arme auskugle. (Nur Halsband geht gar nicht, weil sie dann furchtbar hustet, vermutlich wurde sie in Spanien an der Kette gehalten.) Bestrafen finde ich nicht gut, schlechtes Verhalten ignoriere ich und gutes wird belohnt.

@ Peppi:
Eine Box bekomme ich nicht in mein Auto rein. Ich denke, das Problem löst sich von allein, wenn ich das Problem draußen in den Griff bekommen habe

Egal wo ich mit ihr unterwegs bin, baue ich jetzt immer kleine Übungen ein. Ich setzte mich z.B. an belebten Plätzen, mit Abstand, auf eine Bank/Mauer und sie muss Platz machen und lernen einfach ruhig liegen bleiben, egal was vorbei kommt (Radfahrer, andere Hunde, Autos usw.) Ich denke, sie muss lernen einfach relaxed zu bleiben. Für den Hund ist das Mega anstrengend, aber sie macht gute Fortschritte.

Die Schleppleine habe ich noch nicht eingesetzt. Ehrlich gesagt, ist mir das noch zu heikel. Ich hatte Dania im Winter einmal an einer langen Leine, eine Sekunde der Unachtsamkeit von mir und sie ist losgerannt und hat mich etliche Meter hinter sich hergezogen. Hautabschürfungen an Händen, Armen und Beinen und großes Gelächter der umstehenden Personen waren die Folge. :)

Wir müss eben noch üben, üben, üben… :ok:

Danke und einen LG
Manuela

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