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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : U.Gansloßer zum Thema Kastration


AlHambra
21.02.2011, 11:02
http://www.stadthunde.com/magazin/gesundheit/hundegesundheit/hunde-kastration-interview-mit-dr-udo-ganslosser.html

http://www.stadthunde.com/magazin/gesundheit/hundegesundheit/hunde-kastration-interview-mit-dr-udo-ganslosser/hunde-kastration-interview-mit-dr-udo-ganslosser.html

Peppi
21.02.2011, 11:09
"Zunächst sollte man den betreffenden Hundebesitzern raten, sehr schnell den Trainer zu wechseln, und dem Trainer sollte man raten, den Beruf zu wechseln, da er offensichtlich mit einer ganzen Reihe von Fakten nicht wirklich klar kommt. Erstens gibt es keine Dominanz, es sei denn als Beziehung, es muss also festgelegt sein, über wen dieser Hunde dominant wäre, er kann nicht einfach nur zur Dominanz neigen."

:D :ok:

AlHambra
21.02.2011, 11:18
Ja, der Satz hat mir auch sehr gefallen :D

Ich hatte ja vor einiger Zeit ein wenig Problemchen mit ein paar Pöbeleien in Samson's Pubertät.
Da kommt dann - natürlich ungefragt :hmm: - immer wieder der Rat anderer HH, den Rüden doch wegen Dominanz kastrieren zu lassen. Und ich gebe zu, auch ich war irritiert...

Jetzt hab ich eine neue Trainerin und die hat von der Kastra abgeraten. Das höchste der Gefühle sei ein Chip in dieser Sommersaison (Pubertätshochphase), da meiner zZ stark auf Damendüfte reagiert und zeitweise regelrecht verstrahlt ist (er hat so natürlich extremen Stress und das mitten in der wichtigsten Arbeitszeit). Wir wohnen zudem praktisch IN einem Auslaufgebiet.
Man kann mit dem Chip ganz gut testen, ob und wie sich der Rüde verhält ohne Hormoneinfluss.
Mein TA ist übrigens auch dieser Meinung und lehnt das schnelle Schnippeln zu Erziehungszwecken total ab :ok:

Doc_S
21.02.2011, 14:09
Interessant für jeden HH.
Das Interview sollte sich jeder durchlesen, wer schon darüber nachgedacht. Hier spricht einer mal Klartext und es wird mit den ganzen Halbwahrheiten aufgeräumt.

Zitat:
"Insofern ist eine Kastration aus Tierschutzgründen absolut nicht zu befürworten. Wenn es um die Fortpflanzungsunterdrückung geht, ist die Sterilisation anzuraten, die Pauschalkastrationen von Hunden in Tierheimen sind ebenso tierschutzwidrig wie solche Maßnahmen auf Wunsch einzelner Hundehalter auch."

Guayota
22.02.2011, 11:46
Interessant für jeden HH.
Das Interview sollte sich jeder durchlesen, wer schon darüber nachgedacht. Hier spricht einer mal Klartext und es wird mit den ganzen Halbwahrheiten aufgeräumt.

Zitat:
"Insofern ist eine Kastration aus Tierschutzgründen absolut nicht zu befürworten. Wenn es um die Fortpflanzungsunterdrückung geht, ist die Sterilisation anzuraten, die Pauschalkastrationen von Hunden in Tierheimen sind ebenso tierschutzwidrig wie solche Maßnahmen auf Wunsch einzelner Hundehalter auch."

Doc, angenommen du stündest vor der Entscheidung, eine von 2 Hündinnen aus einem Tierheim zu "adoptieren". Beide von Wesen/Charakter ähnlich und so, wie du dir deinen zukünftigen Hund vorstellst. Eine kastriert, die andere sterilisiert.
Welche würdest du nehmen, wenn die Entscheidung am Schluss tatsächlich NUR von der Art der Unfruchtbarmachung abhängen würde? Ehrlich, bitte!
Und wenn du dich tatsächlich für die sterilisierte entscheiden würdest - denkst du alle würden das machen?
Diejenigen, die einen Rüden zuhause haben und eine Hündin suchen fallen dann wahrscheinlich eh schonmal weg - das senkt die Vermittlungschancen bestimmt erheblich.
Eine kastrierte Hündin wird nicht mehr läufig: Das bedeutet für Interessenten de facto keine vollgeblutete Wohnung, keine "Stalker" im Garten oder beim Gassi, kein Sexualverhalten mit allem, was dazu gehört, keine Gefahr von Scheinträchtigkeit oder Gebärmutter- und Eileiterkrebs (bei Ovariohysterektomie).
Ganz egal jetzt, ob man selbst das alles auf sich nehmen würde - ich denke eine kastrierte Hündin hat im Tierschutz bzw. in der Vermittlung bessere Karten. Unfruchtbar gemacht werden müssen sowieso alle Hündinnen im Tierschutz - ich persönlich kann mir in der Beziehung nichts Unfaireres vorstellen, als eine Hündin, von der man vielleicht die Vorgeschichte überhaupt nicht oder nur "schwammig" oder fragwürdig und in Ungereimtheiten verstrickt kennt und garnicht weiss, was sie schon alles durchgemacht hat, fruchtbar zu vermitteln. Den Leuten schaut man immer nur vor den Kopf, wie ja alle, ob Züchter oder Nothunde-Vermittler, immer so sehr betonen.

Und zum Interview - war irgendjemandem irgendwas neu?
Dass eine Kastration kein Mittel ist, um nicht sexuell motivierte Verhaltensstörungen oder irgendwelche Erziehungsdefizite zu beheben dürfte ja langsam mal jedem klar sein...

AlHambra
22.02.2011, 12:16
Nein, ich hab es auch nicht als Neue Erkenntnis eingestellt, sondern als mAn gute Zusammenfassung des Wesentlichen und da das Thema ja immer wieder angefragt wird, auch von neuen Usern.

Das Thema ist doch ein Dauerbrenner :)

Doc_S
22.02.2011, 12:23
Guayota. Ich habe das so reingestellt, um zum nachdenken anzuregen. Und ich denke, es gibt ein paar Leute hier, denen die allgemein bekannten Fakten Neuland sind, sonst würde nicht immer wieder teilweise kontrovers über dieses Thema diskutiert.
Andrerseits halte auch ich es für sinnvoll, gerade in der Hundevermittlung/ TH/ Tierschutz keine fortpflanzungsfähigen (Rasse-) Hunde weiter zu geben.
Obwohl gewisse Praktiken des "unfruchtbar machen" ganz klar gegen bestehende Gesetzte und Verordnungen verstoßen. Und hier liegt mein Problem: Menschen mit Kastraten (posten noch, daß ihnen das Eier abschnibbeln vom Hundetrainer/ TA empfohlen wurde :hmm:) wettern gegen Bilder von kupierten Hunden. Die schnallen doch gar nicht, daß sie keinen Funken besser sind.
Aber, wie gesagt, unter dem Gesichtspunkt des melkens 100er Bären um UDCA zu gewinnen in China, dem Abschlachten von 1000en von Walen durch die Japaner und andere Grausamkeiten Tieren gegenüber sind unsere Diskussionen wie und warum Hunde unfruchtbar gemacht werden eigentlich Kinderkram.
Bekannte haben 7 Hunde. 3 Rüden und 4 Mädels. Keines ist operativ unfruchtbar, nur ein Rüde hat den chem. Chip. Und es gibt keine Hoppla- Würfe. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. :lach4:

Guayota
22.02.2011, 13:12
Ich hab dich falsch verstanden.
Dachte du wolltest eher den ersten Inhalt des Zitats "hervorheben" oder "zur Diskussion stellen"...;)

"Insofern ist eine Kastration aus Tierschutzgründen absolut nicht zu befürworten. Wenn es um die Fortpflanzungsunterdrückung geht, ist die Sterilisation anzuraten, die Pauschalkastrationen von Hunden in Tierheimen sind ebenso tierschutzwidrig..."

Louis&Coco
14.02.2012, 11:32
Recht interessanter Artikel, passt hier vielleicht noch am ehesten...

http://www.dogs-magazin.de/wissen/das-sexualverhalten-des-hundes-68871.html

chrieso
14.02.2012, 13:15
äusserst sachlich

Sind Hunde die Hippies der Kaniden? :kicher:

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