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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hab' ich mich übernommen. . .?


Marieuhdana
04.02.2011, 18:36
. . . also, jetzt ist der 3 Wochen hier. Sly, CC, ca. 2 Jahre, unkastriert aus dem TH Karlsruhe. Er stammt aus einer Abnahme, war zu diesem Zeitpunkt vollkommen unterernährt, seelisch wohl schwer gedemütigt und laut Aussage seines Halters, hoch aggressiv. . . .:mad:

Ich habe es dennoch gewagt, war mit meiner Dogo-Car de Bou Mix Hündin im TH habe ihn beim spiele und mit Menschen beobachtet und beschlossen, er ist es . . .

Er ist es auch, zu allem was zur Familie zählt und das sind immerhin auch 4 Katzen, zuckersüß. O.k. Mit den Minischweinen, hat er gar keinen Vertrag, aber das liegt an Wilma, meiner Kampfsau, die ungebremst durch jeden Wesenstest rasseln würde, käme jemand auf die Idee die für Schweine einzuführen. . .

Soweit, sogut. Angefangen hat alles nach 10 Tagen, wenn jemand kam, wie ein Bersecker mit gestelltem Kamm an die Tür und Aggro ohne Ende. Hat in der Küche einmal geschnappt . . .Also habe ich angefangen, ihn abzulegen, wenn jemand kam, die Besucher sollten ihn nicht beachten und wenn wir uns alle begrüßt und gesetzt haben, habe ich die Hunde ihren Platz verlassen lassen. Muss dazu sagen, er hört wie ne 1. Das klappt auch gut.

Nur draussen. . . Sobald er merkt, dass wir rausgehen, verwandelt er sich in einen komplett anderen Hund, alles an ihm ist auf Angriff und Jagd, das Gassi-gehen mutiert zum Horror. Wir wohnen total abseits, an der Lahn in einer alten Mühle, der Wald gehört: IHM. Er fegt die Wege hoch und runter, die Nase immer platt am Boden, wenn ich ihn mit Spiel ablenken kann, dann wird das immer fordernder, er zerlegt alles mit voller Aggression. Hört aber immer noch gut. Wenn wir zurück auf den Hof kommen, wird in einem Tempo alles abgesucht, ob da was Fremdes war in seiner Abwesenheit. Im Auto ist es ganz schlimm, alles, Fußgänger, Hunde was auch nur in seine Sichtweite kommt,wird hochgradig aggressiv verbellt, dass ich befürchte mir fällt mein Kombi auseinandern. . . Und wenn es ihm dann langt da hinten, na dann frisst er auch mal die Kopfstütze :-(

Ich hatte bislang nur Molosser-Hündinnen. Glaubt ihr, die Kastration kann das ändern, oder ist das durch sein Vorleben irgendwas, was bleibt. . .?


Muss noch dazusagen, dass der Wald uns bald gar nicht mehr so alleine gehört. Dann kommen sie wieder die Touristen mit ihren Fahrrädern, ihren Wohnwagen, Walkingstöcken und ihren Kanus. . . mal abgesehen von den Hunden, die sie mit sich rumschleppen. . . .

corso
04.02.2011, 18:57
probieren würde ich das auf jeden Fall. es at schon so manch einem geholfen..;) gibt nicht auf;) aber danach muß mann halt ungefähr ein halbes jahr warten mehr oder weniger..

aber das hört sich ja heftig an,,, dass er sogar sein Territotium danach kontrolliert:p
braucht er vielleicht mehr Kopfarbeit? Fährten oder so..?;)
vg

Marieuhdana
04.02.2011, 19:09
Fährten. . .? Ich hoffe immer er findet kein Wildschwein. . . . Wir wohnen glaube ich in einem Wildschwein Erholungspark. . . Hier wimmelt es nur so vor Wild . . .Wie soll ich ihn damit beschäftigen, ich wünschte ihm wären sie egal . . . Nee Frisbee z.B. hält noch nicht mal solange wie die Herstellung dauern wird . . . Mich macht das auch ein wenig unsicher, was er wohl erlebt haben mag, da habe ich kaum Info's, er scheint durch einige Hände gegangen zu sein. . . .und das mit noch nicht mal 2 Jahren . . . .

AlHambra
04.02.2011, 19:24
Mann o Mann, das klingt ja alles sehr stressig.
Ich denke, bei dem Bub kommt vieles zusammen - der Umzug zu euch, ein sicher unruhiges Vorleben und auch die Pubertät, die ja bei Molossern gern mal etwas länger dauert...

Natürlich sind hier alle Ratschläge Ferndiagnosen... ich würde Dir auch dazu raten, ihn total auszulasten. Nasenarbeit ist da wirklich der allerbeste Tip, zudem fördert es die Bindung zw Mensch und Hund extrem.
Ich wohne hier in Berlin direkt am Wald und wir sind wirklich die Hauptstadt der Wildschweine :)
Natürlich habe ich mit meinem Bub auch früh angefangen (7 Monate), aber das intensive Mantrailing hat mich - glaube ich fest - bislang davor bewahrt, dass er die Schwarzkittel jagt.
Hör Dich mal nach Hundeschulen oder Orgas um (zB ASB, DRK etc), die Mantrailing anbieten. Da er ja wie Du schreibst, immer die Schnuffel am Boden hat, scheint ihm das ja zu liegen: Fährte !
Damit lastest Du ihn gut aus.

Ballspiele und alles Aufputschende würde ich vorerst meiden. Habt ihr einen guten Hundetrainer ?

Bevor Du kastrierst, kannst Du auch mit einem Hormonimplantat / Chip testen, ob er sich anders verhält, wenn das Testosteron weg ist.

Nadine & Duke
04.02.2011, 22:10
Also ich würde ihn wohl direkt kastrieren.
Denn so wie er sich verhält, wird er sicher auch bei läufigen Hündinnen total am Rad drehen und die werden mit den Touristen sicher auch kommen.
Sein Verhalten hört sich ja schon sehr zwanghaft an und das wird man ihm mit einer Kastration sicher schonmal nehmen.
Normalerweise sind Kastraten nicht mehr so extrem Territorial und auch umgänglicher.

Zum anderen würde ich ihn auch mehr auslasten, allerdings nicht mit Ball-, Zerr-, oder Jagdspielen, sondern wie AlHambra schon sagt, Nasenarbeit.
Zudem würde ich mir auf jeden Fall einen guten Hundetrainer suchen.
Sly hat wohl einfach viel zu viel überschüssige Energie, die er einfach nicht abbauen kann und dann kommt es zu Übersprungshandlungen. ( aggresives Zerstören von Spielzeug, Kopfstützen im Auto etc. )
Dementsprechend muss er müde gemacht werden und das klappt am Besten mit Nasen- oder Kopfarbeit.

Ein spezielles Training im Auto würde ich aber auch anraten.
Wenn er so 1a hört, sollte es doch kein Problem sein, sein Bellen zu unterbrechen und ihn fürs ruhig sein zu belohnen.
Ansonsten schau doch mal, wie er auf laute Geräusche reagiert, Rütteldose z.B.
Aber damit nicht nach ihm werfen!
Das ist nur, um ihn erstmal kurzfristig aus seinem Verhalten zu holen, damit Du sein negatives Verhalten in positives Verhalten umlenken kannst und ihn sofort in einer ruhigen Phase dafür belohnst.

Schnarchnasen
04.02.2011, 22:29
Also ich würde ihn wohl direkt kastrieren.
Denn so wie er sich verhält, wird er sicher auch bei läufigen Hündinnen total am Rad drehen und die werden mit den Touristen sicher auch kommen.
Sein Verhalten hört sich ja schon sehr zwanghaft an und das wird man ihm mit einer Kastration sicher schonmal nehmen.
Normalerweise sind Kastraten nicht mehr so extrem Territorial und auch umgänglicher.

Zum anderen würde ich ihn auch mehr auslasten, allerdings nicht mit Ball-, Zerr-, oder Jagdspielen, sondern wie AlHambra schon sagt, Nasenarbeit.
Zudem würde ich mir auf jeden Fall einen guten Hundetrainer suchen.
Sly hat wohl einfach viel zu viel überschüssige Energie, die er einfach nicht abbauen kann und dann kommt es zu Übersprungshandlungen. ( aggresives Zerstören von Spielzeug, Kopfstützen im Auto etc. )
Dementsprechend muss er müde gemacht werden und das klappt am Besten mit Nasen- oder Kopfarbeit.

Ein spezielles Training im Auto würde ich aber auch anraten.
Wenn er so 1a hört, sollte es doch kein Problem sein, sein Bellen zu unterbrechen und ihn fürs ruhig sein zu belohnen.
Ansonsten schau doch mal, wie er auf laute Geräusche reagiert, Rütteldose z.B.
Aber damit nicht nach ihm werfen!
Das ist nur, um ihn erstmal kurzfristig aus seinem Verhalten zu holen, damit Du sein negatives Verhalten in positives Verhalten umlenken kannst und ihn sofort in einer ruhigen Phase dafür belohnst.

Super Post,bin ganz deiner Meinung...
Würde ich auch so probieren....


Good Luck,das wird schon :)

Peppi
05.02.2011, 07:37
Ich würde erstmal den Freilauf kappen, im Auto ne Box installieren, aus der er nicht nach draußen gucken kann und alles machen, dass erstmal Ruhe in die Sache kommt. Eventuell mal an der "konditionierten Entspannung" arbeiten, konsequent klare Regeln aufstellen und einhalten, die dem Hund Sicherheit vermitteln, dass er seinen Platz finden kann.

Ob Kastration das Problem behebt, wage ich zu bezweifeln. Kann auch nach hinten losgehen.

Samtschnauze
05.02.2011, 07:43
:08: ...und selber auch mal tieeeeeef Durchatmen und entspannen ;)

Scotti
05.02.2011, 08:19
Da habt ihr euch ja eine Aufgabe ins Haus geholt, toll dass ihr daran arbeiten wollt.

Eine Kastra ist keine Lösung für Probleme die nicht daran liegen dass es hormonelle Ursachen hat und in deinem Fall vermutlich eine unnötige und riskante Operation mit Entfernung gesunder Organe. Tu das deinem Hund nicht unnötig an.
Die Eier abschneiden ist kein Ersatz für Erziehung, auch wenns immer so einfach klingt.
Häufig kehrt sich eine Agression nach der Kastra nicht in Sanftheit um, sondern es verstärkt das Problem massiv. Schade dass es immer noch als "mach einfach mal, schadet ja nicht" empfohlen wird. Es gibt ja sogar Trainer die nur Kastraten nehmen...

Wenn der Hund aus einer Beschlagnahmung stammt ist ja fraglich wie er gehalten wurde und was er kennengelernt hat. Dann saugt er vielleicht alles auf was er an Eindrücken bekommt und wer weiß, vielleicht hat er nie gelernt sich an einen Menschen zu binden?

Suche dir einen guten Trainer der sich mit diesen Rassen auskennt, wenn er als erstes eine Kastra vorschlägt, verwirf ihn gleich wieder, dann ist er nicht kompetent.
Nasenarbeit, Konditionierte Entspannung, Konsequenz und viel Gedult sind hoffentlich ein Weg der euch hilft.
Ich wünsche euch viel Glück und Kraft. :)

Doc_S
05.02.2011, 09:04
Kann mich Peppi's Vorschlag anschließen bezüglich Entzug von Freilauf, Box ins Auto, stringente Regeln und dem Hund Sicherheit vermitteln.
Aber die Verwandlung beim Rausgehen, basierend auf deiner Beschreibung vermute ich terrtoriale Ambitionen, kann sich noch verstärken.
Da ja die letzten 2 Jahre anscheinend eine black box sind, kann sich sicherlich noch einiges bei ihm zeigen. Wünsch euch viel Erfolg. Und vielleicht ist es manchmal auch besser, bestimmtes Verhalten des Hundes zu tolerieren/ respektieren und dementsprechend mit umzugehen. :lach4:

susanneth
05.02.2011, 10:43
:lach4:du hast mein volles mitleidsvolles verständniss, ging mir am anfang auch so, ich denke auch am wichtigsten ist ein kompetenter ansprechpartner, dass gibt einem schon mehr sicherheit wenn man anfängt an allem zu zweifeln.
falls die agression wirklich hauptsächlich terretorial bedingt ist wird dir die kastration leider nicht viel helfen.
achtest du aufs futter? zuviel protein kann ganz schon puschen, nach einigen theorien grade was terretoriale aggression betrifft.

viel glück und halte durch, bei uns hat es sich sehr gelohnt;)

Marieuhdana
05.02.2011, 11:58
Erst mal vielen lieben Dank für die vielen Antworten :)

Das mit dem Freilauf kappen habe ich glaube ich nicht ganz kapiert :hmm:

Ne gute Hundeschule habe ich glaube ich, war mit meinen Mädels und die mit mir immer gerne dort, Ayna hat dort ihren Besuchshund-Kurs absolviert. . .

Die Trainerin ist sehr Molossererfahren und ich möchte mit ihm dort den nächsten BGH Kurs mitmachen. Den wird er auch mit links schauckeln, denn um was es geht, das weiß er. In seinem Vorleben gab es wohl schon Menschen an die er sich sehr gebunden hat, aber sie waren dann halt auch immer schnell wieder weg :(

Ich habe irgendwie das Gefühl er ist energieüberladen, draussen wohlgemerkt. Zuhause ist er ne Schlaftablette, solange all die seinen anwesend sind.

Dass das mit der Kastration ein Problem werden könnte, damit habe ich gar nicht gerechnet. Max mein DSH x BSH wurde damals mit 8 kastriert, weil er da anfing grundsätzlich und dauernd mal die Rangordnung in Frage stellen zu wollen. Wir haben dann noch 9 wunderbare Jahre zusammen haben dürfen. Ich dachte eigentlich schon, wenn das triebige weg ist, wird's einfacher :hmm:

Scotti
05.02.2011, 13:02
Vergiss bitte diesen Rangordnungs Quatsch,das ist von vorgestern. Ausserdem ist ein Molosser kein Schäferhund, die ticken völlig anders.

"Freilauf kappen" meint, dass der Hund draussen mit dir zusammen Sachen macht, nicht alleine vor sich hinwackelt und dahin läuft wohin seine Nase ihn führt.
Dass er draussen energieüberladen ist kann daran liegen dass er viel nachzuholen hat, er ist ja sicherlich nicht gewöhnt so ausgelastet zu werden.

Guayota
05.02.2011, 17:39
Mr. 10.000 Volt? :kicher:

Bei mir wäre der schon längst auf Handfütterung - und zwar so, dass er sich jeden winzig kleinen Brocken seiner täglichen Dosis erarbeiten muss - durch "erwünschtes Verhalten" und dann durch "Leistung"(-ssteigerung)...im Sinne von "etwas leisten". Radikal. Nichts ist umsonst - vielleicht würde ich ihn sogar erstmal einen Tag hungern lassen und dann damit starten...ich Tierquäler ich...:p
Und an der Schleppleine wäre er auch! Schleppleinentraining ist u.a. auch eine sehr praktische Übung, um einem Hund direkt, konsequent, "sanft" und "anschaulich" Grenzen aufzuzeigen. Er hat's ja scheinbar nicht so mit Grenzen.
Ausserdem ist er ja im Wald offensichtlich in Gefahr durch z.B. Wildschweine und eine Gefahr für alle anderen...
Ja - und geistige Auslastung.

Ach so: Bei unserem (Hardcore-Jäger) haben "Jagd- und Hetzspiele" mit ständigen Impulskontrolle-Übungen, aber auch "zum Ausgleich" sehr, sehr gut geholfen.

Viel Erfolg!

Guayota
05.02.2011, 18:01
Eine Kastra ist keine Lösung für Probleme die nicht daran liegen dass es hormonelle Ursachen hat und in deinem Fall vermutlich eine unnötige und riskante Operation mit Entfernung gesunder Organe.

Vielleicht sind sie ja garnicht gesund?:kicher:

Nur Spass. Ist schwierig etwas zu mutmassen, wenn man den Hunde nie gesehen hat - aber nach der Beschreibung könnte der "Schuss" hier wirklich nach hinten los gehen...;)
Das Verhalten sollte sich unbedingt mal ein guter Trainer/Trainerin VOR ORT, also bei euch Zuhause, anschauen.

Mr. Schnullerbacke
05.02.2011, 19:13
Hi :lach4:

Keine ganz leichte Sache, die Du da erzählst.
Ich möchte nun auch nicht den Teufel an die Wand malen, aber hast Du mal nach seinem Gesundheitszustand schauen lassen?

Ich hatte vor vielen Jahren eine ca. 4 Jahre alte Rotti-DSH-Hündin, die ein ähnliches Verhalten zeigte.
Dies steigerte sich trotz Hundeschule und wirklich viel Auslastungsübungen stetig bis letztlich in den häuslichen Bereich.
Nach eingehenden Untersuchungen stellte sich heraus, dass sie einen langsam wachsenden Hirntumor hatte, der sich auf die hormonellen Schaltzentren im Gehirn auswirkte. Die Hündin konnte sich quasi gar nicht mehr ein "bissel" aufregen. Sie bekam bei der kleinsten Aufregung immer die volle Adrenalindosis.

Wie gesagt, es kann viele Ursachen haben. Einen gesundheitlichen Faktor würde ich versuchen auszuschließen.

corso
05.02.2011, 20:08
schleppleine? kommt drauf an wieviel das frauchen und der hund wiegt? sonst schut das wie fane im Wind aus:D

vg

Guayota
05.02.2011, 21:18
schleppleine? kommt drauf an wieviel das frauchen und der hund wiegt? sonst schut das wie fane im Wind aus:D

vg

Nö - ist garnicht wahr. Ich habe das schonmal geschrieben: Ich würde auch einen Elefant an die Schleppleine nehmen. Stichworte "Radiustraining", Ausrüstung, Technik, Aufmerksamkeit usw.! Mir zu mühsam das jetzt nochmal alles hier reinzutippen, sorry! :D

Hier werden sie geholfen:
Pia Gröning, Antijagdtraining.:lach3:

corso
05.02.2011, 21:28
so heißt das Thread oder?

Guayota
05.02.2011, 21:30
Nein! Ein Buch!;)

corso
05.02.2011, 21:34
von 'dir?:) oder hast das hier auch schon mal geschrieben?? dann schau ich da nach.....

vg

Guayota
05.02.2011, 21:43
Schau lieber in dem Buch nach, wenn du willst. Es ist von Pia Gröning - nicht von mir.
Wir haben nach dem Buch das Schleppleinentraining aufgebaut und es funktioniert wunderbar.

corso
05.02.2011, 21:48
okay danke:)

Scotti
06.02.2011, 01:42
Das Buch ist klasse,nicht nur für jagdlich ambitionierte Hunde. Es erklärt wunderbar wie man sich die Aufmerksamkeit des Hundes holt, ich kann es auch nur empfehlen.

feuermohn
06.02.2011, 01:44
Hallo,

kannst Du Dir vorstellen, daß der Hund eventuell noch gar nicht viel kennt?
Er saß bis vor 3 Wochen im Tierheim. Mindestens 3 Monate lang. Davor war er offensichtlich bei einem der keine Ahnung hatte, sonst hätte er ihn nicht so hart angepackt.
Er kommt vielleicht wie sein Bruder aus Frankreich. In Frankreich geht kein Mensch mit einem Hund "gassi". Ausnahmen sind eventuell ältere Damen mit ihren Begleithündchen und Touristen, Jagdhunde gehen in den Wald und alle anderen Hunde bewachen Haus und Hof.

CCs sind sehr sensibel und familienbezogen.
Der Hund ist einfach überfordert.
Ein neus Heim, ein neues Herrchen, Katzen, Schweine, Besuch, fremde Umgebung, fremde Gerüche die seine Instinkte wecken usw.
Er braucht Zeit um sich an all das zu gewöhnen.
Geh getrennt mit Deinen anderen Tieren und nimm Dir Zeit mit ihm alleine. Versuch mal Schleppleinentraining.

Von einer "normalen" Hundeschule kann ich dir nur abraten, völlig molosseruntauglich ohne Feingefühl für diese sensiblen Tiere.
google mal danach, gibt es auch bei Dir in der Nähe "die-mobilen-hundetrainer" unter "hundeschulen in ihrer naehe"

Seine Aggressionen kannst Du auch abbauen indem Du ihn gezielt auspowerst. Am Besten in einem eingezäunten Gelände mit jeder Menge Spielzeug das Du ihm wirfst und er es sich holt. Zurückbringen wird er es aber nicht mehr. CCs sind keine Apportierhunde.

An kastrieren würde ich bis er sich an Dich gewöhnt hat überhaupt nicht denken. Er muß erst Vertrauen zu Dir aufbauen und Dich 100%ig als Rudelführer akzeptieren. Wenn Du alles andere im Griff hast und er immer noch die Nase auf dem Boden hat, dann laß es machen. Ist übrigens ein sehr schmerzhafter Eingriff bei dem die Tierärzte oft auch leider das Skrotum mit entfernen.

Übrigens ein CC wird Dich immer wieder testen. Zeige ihm nicht Deine Unsicherheit. Du mußt ihn immer wieder ruhig auf seine Position verweisen. Irgendwann genügt schon ein Blick oder ein Fingerzeig.

Ich habe einen alten Link zu seiner Vermittlung gefunden. Er ist auf alles mögliche allergisch. Futterunverträglichkeiten machen Hunde auch nervös und zeigen sich nicht nur durch Durchfall oder Hautjucken. Ein nervöser Hund reagiert einfach anders als ein ausgeglichenes Tier. Vielleicht hat er Bauchweh, sagen kann er Dir das nicht, aber zeigen.
Mit 2 ist er auch mitten in der Pubertät und das kann noch bis 3,5/4 Jahren gehen. Dann kann er auch durchaus 60kg auf die Waage bringen.
Daß er so abgemagert war kann auch mit der Pubertät zusammenhängen.

Jedenfalls wünsche ich Dir Geduld und Ausdauer, dann wirst Du viel Freude mit ihm haben.

LG Sabine

Scotti
06.02.2011, 01:57
Eine Kastra hilft gegen "Nase auf dem Boden"? Seehr interessant... und völliger Blödsinn.:hmm:

Cira
06.02.2011, 02:00
Hut ab, vor Eurer Aufgabe, das wird sicher nicht einfach.
Aber ich denke ihr schafft es, weil ihr es schaffen wollt und nach vernünftigen Möglichkeiten sucht.
Ich finde es sind auch schon wirklich gute Tipps hier gegeben worden, wie z.B. Box ins Auto, nur noch aus der Hand füttern, geistig auslasten und Anti Jagd Training.

Ob eine Kastration unterstützend hilfreich wäre, kann man mit einem Kastrationschip ausprobieren.
Das ist ja das Gute an den Dingern.

Und wenn es tatsächlich hilft, lass Dir bitte nicht einreden, Du tätest dem Hund etwas Schlimmes damit an.
Alles was zu einer entspannteren Situation bei Euch beiträgt, würde ich auch nutzen.

Wobei es selbstverständlich mit der konsequenten Erziehung einhergehen muss.

...

*Aldo*
07.02.2011, 22:44
Ich würde erstmal den Freilauf kappen, im Auto ne Box installieren, aus der er nicht nach draußen gucken kann und alles machen, dass erstmal Ruhe in die Sache kommt. Eventuell mal an der "konditionierten Entspannung" arbeiten, konsequent klare Regeln aufstellen und einhalten, die dem Hund Sicherheit vermitteln, dass er seinen Platz finden kann.

Ob Kastration das Problem behebt, wage ich zu bezweifeln. Kann auch nach hinten losgehen.

an konditionierte Entspannung hab ich auch sofort gedacht! Würd ich auch mal antesten. Und Bindungsarbeit.
Kastration ist echt so ne Sache - ich würd erstmal konsequentes Training probieren.

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