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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kastrationschip


AlHambra
03.01.2011, 10:19
Ich denke über einen Kastrationschip für meinen Buben nach und hätte gerne eure Erfahrungen gewusst, insbesondere hinsichtlich des Verhaltens gegenüber Gleichgeschlechtlichen.

Meine Fragen wären:
Wann habt ihr den Chip setzen lassen (Alter)
Wie schnell und wie lange hat er gewirkt
Wie hat sich das Sozialverhalten geändert
Würdet / habt ihr danach erneut gechipt oder gar kastriert oder hat sich in der Phase (ohne Hormone) hinsichtlich der Erziehung so viel getan, dass ihr auf die Hormonbremse verzichten konntet ?

Danke für eure Berichte :lach4:

LukeAmy
03.01.2011, 10:47
Ich denke über einen Kastrationschip für meinen Buben nach und hätte gerne eure Erfahrungen gewusst, insbesondere hinsichtlich des Verhaltens gegenüber Gleichgeschlechtlichen.

Meine Fragen wären:
Wann habt ihr den Chip setzen lassen (Alter)- mit 1 Jahr
Wie schnell und wie lange hat er gewirkt - wirkung setzte nach ca. 4 wochen ein (die Gaggies schrumpften), die Wirkung hielt 1 Jahr
Wie hat sich das Sozialverhalten geändert- er blieb freundlich zu beiderlei Geschlechts...
Würdet / habt ihr danach erneut gechipt oder gar kastriert oder hat sich in der Phase (ohne Hormone) hinsichtlich der Erziehung so viel getan, dass ihr auf die Hormonbremse verzichten konntet ?
Der Chip wurde nicht gesetzt um an Erziehungsdefiziten zu feilen,sondern zu Geburtenkontrolle...in der Zeit ohne Chip wurde er im ansatz etwas "grosskotziger " draussen...(ich muss auf meine weiber aufpassen)
der Chip wurde erneut gesetzt..als nächtes wird der gleiche Chip den Mädels eingesetzt..der chip löst sich übrigens nach spätestem einem Jahr völlig auf

Danke für eure Berichte :lach4:


.....

Nessie
03.01.2011, 12:41
Ich hatte Lord Vader anfang Juli 2010 den Kastrachip setzten lassen. Er war zu dem Zeitpunkt 4 Jahre alt. Mein TA sagte, dass die Wirkung nach 4 bis 6 Wochen eintreten würde. Und dann für ein halbes Jahr anhält. Ich muss ehrlich sagen, ausser das bei Lord Vader die Hoden geschrumpft sind, ist nichts passiert. Es gab keinerlei Wesensveränderung! Es wurde zu Anfang und zum Ende hin schlimmer. Das war nicht schön :(

AlHambra
03.01.2011, 12:53
Darf ich fragen, was für Probleme ihr denn hattet und ob ihr diese anders in den Griff bekommen habt ?

Nessie
03.01.2011, 13:41
Als Lord Vader klein war, wurde er durchgehend von einem Rotti Mix unterdrückt/gemobbt. Je älter Lord Vader wurde, um so heftiger wurden die Angriffe des Rotti Mix´s. Auch von anderen Rüden ist er oft missverstanden worden. Und hat dementsprechend Prügel kassiert, und er wusste nicht warum. Ich bin bei den Angriffen immer dazwischen gegangen, leider hat es bei Lord Vader nichts gebracht. Mit der Zeit wurde er zum Rüdenfeind....es war wirklich eine sehr schwierige und auch anstregende Zeit für uns beide. Jeder Rüde oder auch Hündin, die dem Rotti Mix ähnelten, wurden attackiert. Gott sei dank, hat er noch nie einen Hund verletzt. Er hat selbst keinen anderen Hund mehr an Odin heran gelassen. Das spazieren gehen mit Lord Vader, wurde zur Qual. Es machte mir keinen spaß mehr, er entwickelte sich zu einen kleinen Tyrannen. Ich habe einen fast drei jährigen "Kampf" mit ihm hinter mir, ich hatte teilweise keine lust mehr. Ich wollte ihn nicht nur noch ein Leben lang an der Leine spazieren führen. Er sollte es auch mal wieder genießen können, frei zu laufen und zu spielen. Mittlerweile kann und darf er wieder frei laufen, er hat sich gebessert. Aber jetzt wo ich ein Mädel in meinem Rudel habe, muss ich wieder mehr aufpassen, im Umgang mit anderen Rüden. Lord Vader meint, dass Faye mit anderen Rüden nicht spielen darf. Da ist er dann auf Krawall aus!!!! Wenn er frei läuft und mir ein anderer Hund entgegen kommt, nehme ich ihn an die Leine. Denn gelegenheit macht Diebe. Meine beiden großen kann ich vertrauen, aber Lord Vader leider nicht. Ich habe mir gedanken darüber gemacht, ihn evtl. kastrieren zu lassen. Mein Partner war und ist aber dagegen. Zu dem Kastrachip willigte er ein. Mein Partner sagte von anfang an, dass dies nichts bringen würde. Das es einfach die schlechten Erfahrungen sind, warum Lord Vader so sei. Und er sollte damit recht behalten. Als der Chip anfing zu wirken und der Hormonhaushalt durcheinander geriet, verfiel Lord Vader wieder extrem in seinem alten Verhaltensmuster. Er musste wieder nur an der Leine laufen. Und diese Verhaltensauffälligkeit, zeigte er auch zum ende der Wirkung hin. Jetzt wo es nach lässt, ist er wieder umgänglicher geworden. Wir müssen jeden Tag daran arbeiten, man darf es nicht schleifen lassen.

Ich dachte ich würde ihm einen gefallen tun, wenn ich ihn hormonell runter schrauben würde. Und er dadurch weniger stress hätte.

LukeAmy
03.01.2011, 13:46
Als Lord Vader klein war, wurde er durchgehend von einem Rotti Mix unterdrückt/gemobbt. Je älter Lord Vader wurde, um so heftiger wurden die Angriffe des Rotti Mix´s. Auch von anderen Rüden ist er oft missverstanden worden. Und hat dementsprechend Prügel kassiert, und er wusste nicht warum. Ich bin bei den Angriffen immer dazwischen gegangen, leider hat es bei Lord Vader nichts gebracht. Mit der Zeit wurde er zum Rüdenfeind....es war wirklich eine sehr schwierige und auch anstregende Zeit für uns beide. Jeder Rüde oder auch Hündin, die dem Rotti Mix ähnelten, wurden attackiert. Gott sei dank, hat er noch nie einen Hund verletzt. Er hat selbst keinen anderen Hund mehr an Odin heran gelassen. Das spazieren gehen mit Lord Vader, wurde zur Qual. Es machte mir keinen spaß mehr, er entwickelte sich zu einen kleinen Tyrannen. Ich habe einen fast drei jährigen "Kampf" mit ihm hinter mir, ich hatte teilweise keine lust mehr. Ich wollte ihn nicht nur noch ein Leben lang an der Leine spazieren führen. Er sollte es auch mal wieder genießen können, frei zu laufen und zu spielen. Mittlerweile kann und darf er wieder frei laufen, er hat sich gebessert. Aber jetzt wo ich ein Mädel in meinem Rudel habe, muss ich wieder mehr aufpassen, im Umgang mit anderen Rüden. Lord Vader meint, dass Faye mit anderen Rüden nicht spielen darf. Da ist er dann auf Krawall aus!!!! Wenn er frei läuft und mir ein anderer Hund entgegen kommt, nehme ich ihn an die Leine. Denn gelegenheit macht Diebe. Meine beiden großen kann ich vertrauen, aber Lord Vader leider nicht. Ich habe mir gedanken darüber gemacht, ihn evtl. kastrieren zu lassen. Mein Partner war und ist aber dagegen. Zu dem Kastrachip willigte er ein. Mein Partner sagte von anfang an, dass dies nichts bringen würde. Das es einfach die schlechten Erfahrungen sind, warum Lord Vader so sei. Und er sollte damit recht behalten. Als der Chip anfing zu wirken und der Hormonhaushalt durcheinander geriet, verfiel Lord Vader wieder extrem in seinem alten Verhaltensmuster. Er musste wieder nur an der Leine laufen. Und diese Verhaltensauffälligkeit, zeigte er auch zum ende der Wirkung hin. Jetzt wo es nach lässt, ist er wieder umgänglicher geworden. Wir müssen jeden Tag daran arbeiten, man darf es nicht schleifen lassen.

Ich dachte ich würde ihm einen gefallen tun, wenn ich ihn hormonell runter schrauben würde. Und er dadurch weniger stress hätte.


nur als Anmerkung, wenn der CHip zu wirken anfängt , kommen alle Hormone durcheinander und das Verhalten (kann) schlimmer werden , das ist aber völlig normal.

wie war sein verhalten in der MITTE

Nessie
03.01.2011, 13:56
Ich weiß wenn der Chip wirkung zeigt, dass sich das Verhalten ändert. Das sagte mir auch mein TA. Wie ich sagte, sein Verhalten gegenüber anderen Rüden hatte sich durch den Chip nicht geändert. Ich musste immer noch vorsichtig sein, genauso wie heute auch noch. Er ist heute nur nicht mehr so extrem wie er früher mal war.

AlHambra
03.01.2011, 15:49
Mir geht es vor allem darum, etwas Ruhe in den Hund zu bekommen - man sagt ja, dass sie mit dem Chip insgesamt etwas ruhiger und leichter zu führen sind.
ZZ merkt man Samson seinen sehr hohen Testosteronspiegel (Stichwort Pubertät) einfach sehr an, er ist aufgeregt, markiert viel, muss schon mal schärfer angesprochen werden, damit er nicht irgendwo hinfetzt (klappt dann aber zum Glück) und fängt leider leicht Streit an bzw sagt auf eine Aufforderung (Fixieren) nicht Nein und rauft munter mit.
Allerdings belässt er es bei Wegrammen, Umwerfen und drauflegen oder draufsetzen.

Ich denke, das ist einfach bei vielen Rüden in der Pubertät so, heisst ja auch Rüpelphase, trotzdem könnte es mal schiefgehen, zB wenn man an den falschen Gegner gerät - so ist er ja schon zwei mal getackert worden :hmm:

Ich möchte ihn da auch nicht so einfach nach Lust und Laune agieren lassen - es besteht ja immer die Gefahr, dass er Gefallen dran findet, überall der Stärkste sein zu wollen. :(

Meine Trainerin meinte, das sich das durchaus wieder legen könnte und er lernt, Typen, die ihm nicht gefallen, einfach aus dem Wege zu gehen.
Sie meint auch, dass man sieht, dass sein Sozialverhalten noch ganz gut funktioniert, da er eindeutig starken und überlegen Kerlen, also Rüden, die sehr selbstbewusst oder zu mehreren rankommen, beschwichtigend ausweicht. Er kann das also noch....

Derzeit müssen wir ja stark an unseren Leinenpöbelei-Anfällen arbeiten, machen auch kleine Fortschritte und zudem beginnen wir am Donnerstag ein neues Trainingsprogramm in Einzelstunden, weiss aber noch nicht, was sich die Trainerin da ausgedacht hat...

Auch hierfür wäre es natürlich ganz gut, wenn er generell etwas "entspannter" wäre.

LukeAmy
03.01.2011, 15:59
also Luke pöbelt nicht, markiert nicht mal beim pinkeln (ohne chip schon)..Luke ist mit chip ruhiger als ohne ...

carlo&thyssen
03.01.2011, 18:29
Hallo Ihr lieben ich halte Zuhause ja auch ein Rüden Dogge/Boxer und 2 Mädels Shi-tzu und Chihuahua ,die letzten male klappt es auf Grund der Gehorsam mit mein Rüden ganz gut ,wenn die lütten läufig waren ,aber nun ist mein Rüde 2 Jahre alt und um Ihn das ganze leichter zu machen habe ich auch schon drüber nachgedacht mit den Kastrationschip.
Der wird 1 mal im Jahr reingespritzt??
Und ca. kostenpunkt?
Lieben Dank

Sanny
03.01.2011, 19:43
Der Labrador einer Freundin von mir hat im Juli auch solch einen Chip bekommen. Die Wirkung setzte nach gut einem Monat ein und dauert noch an. Gegenüber Rüden ist er wesentlich ruhiger geworden. Da ging er (bis auf Sanny - da Sandkastenliebe :kicher:) auf jeden los, den er gesehen hat. Und er reitet bei Hündinnen nicht mehr auf. Das war das zweite Problem. So gesehen hat es schon erhebliche Vorteile gebracht.

ABER: Viele kastrierte Rüden werden ja von anderen Rüden gemobbt. Das konnte ich schon oft im Auslafgebiet oder auf dem Platz beoachten. Sanny aht wieder das andere extrem. Er findet kastrierte Rüden schöner als jede läufige Hündin und lässt diese dann nicht in Ruhe, egal wie sehr sie sich wehren. Das spielen zwischen den beiden ist also leider seitdem vorbei mit den beiden. Und auch von anderen Rüden wird er seitdem regelmäßig gemobbt...

sina
03.01.2011, 23:13
Mein Calle hat im letzten Februar den 1. Chip bekommen.

Er rammelte den Heinrich und den Kater, war so hektisch und er litt sehr unter seinen Hormonen .

Nach ca. 4 Wochen schrumpften seine Glöckchen und er wurde sehr viel ruhiger und noch verschmuster.

Nach 10 Monaten hab ich den 2. Chip setzen lassen.

Sein Fell ist sehr weich und glänzend geworden..ob der Chip etwas damit zu tun hat kann ich nicht sagen.

Heinrich hat seinen Chip im Juli bekommen, er hat sich auch nicht negativ verändert.

Da beide Bullys sich immer mit allen Hunden vertragen haben kann ich zum Verhalten weiter nichts sagen.

Läufige Hündinnen interessieren sie überhaupt nicht!:ok:

Conner
04.01.2011, 09:13
Das Thema gab es hier schon, such mal, ich glaub hieß Suprelorin oder so. Meine Erfahrungen : erst der 2. Chip wirkt wirklich und Wirkung ließ immer nach 5 Monaten nach.

susanneth
04.01.2011, 16:32
Mich hat der Chip 100€ gekostet und hält laut 2 Tierärzten ca. 6 Monate.
Ich bin prinzipiell weder für noch gegen Kastrtation aber mein Grosser war wirklich schon am leiden ständig eine Hündin in der Nachbarschaft läufig, er war nur noch wuschig an der Schleppe wie an der kurzen Leine nur am hin und her, selbst in der Wohnung unruhig immer am Fenster dann fing er an viel zu besteigen selbst Menschen vor denen er Respekt hat, der Arme wusste echt nicht mehr wohin mit sich. Trotz 3facher Futtermenge (nach Barfstandard) eher immer zu dünn und sobald es rausging im steifen Machoangebergang.
Nach 2-3 Wochen wurde er ruhiger, konnte wieder normal schnüffeln ohne getrieben von einer Stelle zur nächsten zu rennen, hat jetzt endlich zugenommen und seine Haltung beim rausgehen ist wieder entspannter und er ansprechbarer.
Ach ja, die Vorhautentzündung ist auch gleich mit weg:)
Hündinnen sind trotzdem grosse Klasse:D

Liebe Grüsse Susanne

bobbie
04.01.2011, 21:30
...
Meine Fragen wären:
Wann habt ihr den Chip setzen lassen (Alter)11,5 JAhre
Wie schnell und wie lange hat er gewirkt Sofort und bis jetzt (nicht lachen, der Chip wurd in Zürich Mitte Okt. 2009 gesetzt
Wie hat sich das Sozialverhalten geändert null
Würdet / habt ihr danach erneut gechipt oder gar kastriert oder hat sich in der Phase (ohne Hormone) hinsichtlich der Erziehung so viel getan, dass ihr auf die Hormonbremse verzichten konntet ? Unsere Hündin war erst jetzt Anf. Dez. wieder läufig. Bobbie hat nichts, aber wirklich null getan, weder Blut aufgeleckt noch der Betty an der Muschi geschnuppert, ganz im Gegenteil die Kleine Große hat ihren Schwanz vor Bobbie auf die Seite gelegt und wollte "beglückt" werden; GsD ohne Erfolg und Interesse des Rüden; und das nach ÜBER einem Jahr nach dem Chip



Hab Dir in rot reingeschrieben.
Ach ja bezahlt haben wir in Zürich ca. 80 Euro.
LG Angie

Conner
05.01.2011, 09:08
Bei den Kosten sollte man mal rumtelefonieren. Ein TA nahm hier 120 für einen Chip und einer 55 Euro! Kommt wohl auf die Packungsgrößen an in denen die eingekauft werden - also telefonieren lohnt sich!

Peppi
05.01.2011, 09:22
Dominique, hasst Du unlängst den Bericht in der Wuff gelesen über Kastration? Das Thema wurde sehr diffenerenziert beleuchtet und nicht wie in einem Forum von zwei verhärteten Fronten diskutiert.

Unterm Strich war das Ergebnis, dass eine Kastration (oder der Chip) auch nur bei "sexuell motivierten" Verhaltensweisen zu einer Änderung führt.

In der Pupertät ändert sich beim Hund allerdings nicht nur der Hormonspiegel hinsichtlich Fortpflanzungsaktivität, sondern auch hinsichtlich anderer Verhaltensweisen.

Deshalb muss man vorher einfach genau analysieren, aus welcher Motivation heraus, der Hund so anders reagiert.

Schulz haben wir ja auf Anraten des Tierarztes bei seiner Spondy-Diagnose auch kastriert. Das hat am Verhalten m.E. gar nichts geändert.

Viel Erfolg und alles Gute trotzdem. :lach4:

AlHambra
05.01.2011, 12:01
Danke für den Tip, ich hab mal online im Archiv der Wuff geschaut und diesen Artikel gefunden: http://www.wuff.de/artikel.php?artikel_id=983

Da steht wirklich viel wertvolles drin, vor allem aber, dass man das Verahlten des Rüden mal genau analysieren muss.
Genau dies meinte die Trainerin auch zu mir.
Sie dagt ja, dass Samson's gelegentliches Machogehabe der letzten Monate typisch pubertär sei und sich ihrer Meinung nach legen werde, zumal er ja kein Beisser ist.

Die Leinenpöbelei führt sie total auf Unsicherheit zurück.

Ich habe dann auf ihr Anraten mal die paar Scharmützel oder drohenden Kämpfchen der letzten Zeit analysiert und die Situationen noch einmal Revue passieren lassen, insgesamt ein Muster erstellen wollen, wie er mit anderen Rüden umgeht.

Ohne Leine:
- bekannte Rüden: Spielen und meist sogar totale Unterwürfigkeit
- fremde, sehr dominant auftretende souveräne Rüden: Unterwürfigkeit bzw sogar Flucht, wenn möglich
- Allgemeine Abrufbarkeit: sehr gut, alleine gucken gehen traut er sich eh nicht so recht, rennt zwar hin, dreht aber 3 Meter davor wieder ab
- 2 eingefleischte Feinde im Auslaufgebiet: Mega-Gepöbel, aber natürlich unterstützt von meinem Anleinen um einem erneuten Kampf aus dem Weg zu gehen (daran wird erziehungstechnisch schon gearbeitet)
- Unsere "Spezielmomente": Samson spielt in einer Gruppe, meist mehrere Hündinnen, ein weiterer Rüde kommt dazu: Totales Angebergehabe, steifbeinig knurrend versucht er, den Konkurrenten von der Gruppe abzuschirmen, dann Angriff und Umwerfen des Anderen, kein Beissen, aber nicht abrufbar. Wenn ich ihn dann vom anderen "runternehme", lässt er sich sofort durch scharfes Anranzen runterfahren und ablegen. Dann muss ich ihn aber Anleinen und sobald sich der andere bewegt, geht das Gepöbel los :hmm:
Er will andere Rüden nicht an seine Gruppe ranlassen, besonders schlimm ist es, wenn man irgendwo steht und die Hunde spielen.

Meine Interpretation - das letzte ist durchaus testosteronabhängiges Gehabe, alles andere ist normal und ich denke auch, dass man akzeptieren muss, dass manche sich einfach nicht mögen und geht denen eben aus dem Weg. Voraussetzung natürlich guter Gehorsam...

Seit etwa 1 Woche ist der Herr generell hochaufgeregt draussen, schnuffelt intensiv und ausgiebig an jedem Fleckchen, markiert sehr viel und ist schwerer zu kontrollieren, dabei leicht reizbar (typischer "Wo-ist-der-Feind-Rundblick" alle paar Meter).
Ich vermute eine läufige Hündin in der Nachbarschaft und da die Nachbarschaft genau an das Auslaufgebiet anschliesst, haben wir jetzt mehr Probleme. Genau diese Situation mit den vielen Hunden haben wir aber hier im Frühling bis Herbst dauernd und ich fürchte, dass das massive Probleme mit ihm gibt...Derzeit ist es ja witterungsbedingt noch eher ruhig im Auslauf und man kann den brenzligen Momenten einigermassen aus dem Weg gehen. Im Sommer keine Chance, da trifft man im Minutentakt auf neue Hunde...Wenn er dann bei jedem Rüden einen Kampf anfäbgt, weil in seinem Kopf "ALLES MEINS" abläuft, habe ich ein riesen Problem !
Wie man dem Artikel in der WUFF entnehmen kann, scheint ja auch bei siegreichen Kämpfchen der Testosteronspiegel obendrein noch zu steigen, dh ich kann ihn unmöglich einfach "machen lassen" auch wenn er niemenden verletzt bei seinen Attacken.

Zitat aus der Wuff: "Andererseits wirkt sich beispielsweise der soziale Erfolg deutlich auf die Hormonproduktion aus. Bei dem Sieger einer sozialen Auseinandersetzung steigt der Testosteronlevel messbar an. Da es in der Natur bei Rangauseinandersetzungen in der Regel um das Recht zur Fortpflanzung geht, ist der mit dem Testosteronausstoß verbundene Libidoanstieg hier durchaus sinnvoll. Der hohe Hormonspiegel ist aber nicht Ursache, sondern Folge des sozialen Aufstiegs."

Ich gehe stark davon aus, dass dieses Verhalten hormnongesteurt ist und tendiere dazu, ihm mal einen Chip zu verpassen. Dann kann ich sehen, ob er cooler reagiert in besagten Momenten.

Nochmal aus der WUFF:"
Wann ist eine Kastration angezeigt?
Im Gegensatz zu seinen wilden Ahnen, den Wölfen, beschränkt sich die Paarungsbereitschaft des Hunderüden nicht mehr auf eine begrenzte „Ranzzeit" von wenigen Wochen im Jahr. Da der Mensch, um des Profites willen, ganzjährig Hunde züchten möchte, haben wir Rüden selektiert, die das ganze Jahr über deckbereit sind. Einige davon haben einen so ausgeprägten Sexualtrieb, dass sie unter der daraus erwachsenden Frustration fast ständig körperlich und psychisch leiden. Bei diesen Rüden ist eine Kastration aus tierschützerischen Gründen angezeigt.

Das Gleiche gilt für Rüden, die aus sexueller Konkurrenz heraus ein sehr aggressives Verhalten gegenüber anderen Rüden an den Tag legen. Lässt man sie ihr „natürliches" Verhalten ausleben, entstehen daraus u. U. erhebliche Leiden und Schäden bei anderen Hunden. Will man das verhindern, ergibt sich damit meist zwangsweise eine so restriktive Haltung, dass von einem hundegerechten Leben für den betroffenen Rüden kaum noch gesprochen werden kann. Die Kastration des Rüden ist natürlich ein Eingriff in den Körper und als solcher mit – wenn auch meist geringfügigen – Leiden und Risiken verbunden. Sie sollte daher nicht unnötig durchgeführt werden. "

Da ich die sozialen Hauptprobleme durchaus sexuell motiviert sehe, werde ich es wohl mal mit dem Chip probieren. Morgen treffe ich meine Trainerin und werde mit ihr nochmal alles durchquatschen und mit dem Leinentraining (eine ganz andere Baustelle) beginnen. Mal sehen, was die dazu sagt.

Guayota
05.01.2011, 12:34
Hallo,
Bitte vergiss nicht, dass gerade manche Rüden - wenn man ihnen einen sehr starken Reiz "nimmt" - sich sehr vehement auf die "noch verbleibenden Freuden im Leben" stürzen können. Jagdverhalten, Ressourcenverteidigen, Bewachen, "Schützen"...das alles kann viel, viel "schlimmer" werden. Vor allem in der "Orientierungsphase". Kann...

Mag sein, dass ich das überlesen habe: Wie ist er denn mit kastrierten Rüden? (bei selbstbewusstem Auftreten in verschiedenen Situationen)

AlHambra
05.01.2011, 12:43
Er macht erstmal keinen Unterschied - bei seinem Abschirmgehabe sowieso nicht.
Allerdings reizen ihn grössere Rüden deutlich mehr als kleine, die werden ignoriert.

Jagdverhalten zeigt er zum Glück gar nicht, nicht bei aufspringenden Rehen oder rasender Wildsau :tier01:
Ressourcenverteidigung ist bislang auch kein Thema, weder Aisha noch uns gegenüber.
wach- und Schutztrieb ist recht ausgeprägt, bislang aber steuerbar, das wäre dann genau zu beobachten.

Guayota
05.01.2011, 13:10
Er macht erstmal keinen Unterschied - bei seinem Abschirmgehabe sowieso nicht.

Hmmm. Ist das "Gehabe" dann wirklich 100% sexuell motiviert?
Oder doch nur reine Unsicherheit?
Sein Verhalten muss man auf jeden Fall auch unter dem Gesichtspunkt beobachten.

Ich denke eine Kastration "hilft", wenn überhaupt, nur bei rein sexuell motivierten Problemen...

AlHambra
05.01.2011, 13:29
Tja, wenn ich ihn mal fragen könnte ;)

Er lässt ja keine Kerle an seine Mädels ran, als würde er ein Haarem bewachen.
Daher meine Theorie mit der sexuellen Konkurrenz.

Natürlich bin ich nicht 100 % sicher, er steht ja mit 18 Monaten noch mitten in seiner Entwicklung, insbesondere was das sexuell motivierte Verhalten angeht.
Es ist allerdings so, dass er neuerdings (etwa seit 1 Woche) sehr hibbelig und unruhig ist und auch aggressiver wirkt, eben seitdem das mit dem starken Schnuffeln, Pipi ausgraben und Dauermarkieren losging (vermutlich heisse Hündin in der Nähe).

Ich sehe den Chip als gute Chance an, auszuprobieren, wie er "ohne Hormone" so tickt. Bleibt alles beim Alten, muss ich überlegen, wie ich ihn ggf strenger kontrolliere und er muss dann auch nicht kastriert werden. das würde dann nichts ändern und ich möchte ihn eigentlich nicht kastrieren, schon gar nicht ohne Grund !

Meine Trainerin hat ja zB sein Gepöbel an der Leine als Unsicherheit angesehen. Daran wird ja ab morgen verstärkt gearbeitet.
Ich kann natürlich hoffen, dass sämtliche sonstigen aus Unsicherheit resultierenden Verhaltensweisen sich nebenbei auch verbessern.

Was mich bezüglich Unsicherheit in den kritischen Momenten (Abschirmen, Angreifen) skeptisch bleiben lässt, ist der Umstand, dass er sehr wohl unterwürfig ist, wenn ihm ein anderer sehr souverän daherkommt.
Neulich erst trafen wir drei kastrierte Rüden zusammen (neu im Auslaufgebiet), die sehr selbstbewusst ankamen, der eine sogar provokativ knurrend. Da hat mein Burschi den Schwanz eingekniffen, einen Bogen gemacht und ist letztlich bei mir zwischen die Beine gekrochen. Ich hab das Verhalten natürlich ignoriert und bin ganz locker weiter. Bin froh, dass er auch noch die Segel streichen kann. Bei einem 100 % Raufer geht das ja meist nicht mehr.

Tyson2009
05.01.2011, 14:26
Tja, wenn ich ihn mal fragen könnte ;)

Er lässt ja keine Kerle an seine Mädels ran, als würde er ein Haarem bewachen.
Daher meine Theorie mit der sexuellen Konkurrenz.

Natürlich bin ich nicht 100 % sicher, er steht ja mit 18 Monaten noch mitten in seiner Entwicklung, insbesondere was das sexuell motivierte Verhalten angeht.
Es ist allerdings so, dass er neuerdings (etwa seit 1 Woche) sehr hibbelig und unruhig ist und auch aggressiver wirkt, eben seitdem das mit dem starken Schnuffeln, Pipi ausgraben und Dauermarkieren losging (vermutlich heisse Hündin in der Nähe).

Ich sehe den Chip als gute Chance an, auszuprobieren, wie er "ohne Hormone" so tickt. Bleibt alles beim Alten, muss ich überlegen, wie ich ihn ggf strenger kontrolliere und er muss dann auch nicht kastriert werden. das würde dann nichts ändern und ich möchte ihn eigentlich nicht kastrieren, schon gar nicht ohne Grund !

Meine Trainerin hat ja zB sein Gepöbel an der Leine als Unsicherheit angesehen. Daran wird ja ab morgen verstärkt gearbeitet.
Ich kann natürlich hoffen, dass sämtliche sonstigen aus Unsicherheit resultierenden Verhaltensweisen sich nebenbei auch verbessern.

Was mich bezüglich Unsicherheit in den kritischen Momenten (Abschirmen, Angreifen) skeptisch bleiben lässt, ist der Umstand, dass er sehr wohl unterwürfig ist, wenn ihm ein anderer sehr souverän daherkommt.
Neulich erst trafen wir drei kastrierte Rüden zusammen (neu im Auslaufgebiet), die sehr selbstbewusst ankamen, der eine sogar provokativ knurrend. Da hat mein Burschi den Schwanz eingekniffen, einen Bogen gemacht und ist letztlich bei mir zwischen die Beine gekrochen. Ich hab das Verhalten natürlich ignoriert und bin ganz locker weiter. Bin froh, dass er auch noch die Segel streichen kann. Bei einem 100 % Raufer geht das ja meist nicht mehr.

Sprichst du von Tyson?((-;

Cira
06.01.2011, 02:52
Ich sehe den Chip als gute Chance an, auszuprobieren, wie er "ohne Hormone" so tickt.

Genau.
Das ist ja das Gute an dem Ding, daß man es ausprobieren und wenn es keine positiven Auswirkungen hat, wieder verwerfen kann.

Ich wollte Cira das Ding diesen Monat auch erstmal setzen lassen.
Wobei ich mir schon ziemlich sicher bin, daß diese blöde Aufreiterei der potenten Rüden dann endlich mal nachlässt.
Irgendwie scheint sie ganz besonders superlecker zu riechen, sind immer ganz aus dem Häuschen, die Herren. :hmm:

Aber ich möchte eben auch sichergehen, daß es keine gravierenden negativen Auswirkungen hat, wie plötzlich laufend gemobbt werden.
Gerade jetzt wo sie ein wenig selbstbewusster geworden ist, das wäre zu schade.
Wenn alles positiv verläuft kann man ja dann die Radikallösung in Angriff nehmen.

...

Peppi
06.01.2011, 09:04
Er lässt ja keine Kerle an seine Mädels ran, als würde er ein Haarem bewachen.
Daher meine Theorie mit der sexuellen Konkurrenz.


Das hört sich aus der Ferne für mich erstmal so an, als sähe er sich in der Pflicht, Rudelführer Aufgaben zu übernehmen... ;)

AlHambra
06.01.2011, 10:01
Ahhhhh, okay, werde demnächst die herannahenden Hundekerle selber umschmeissen und unterbuttern ;):D

Ne, im Ernst - hatte jemand von euch mal so ein Verhaltensmuster und hat einen erzieherischen Tip wie man das angreift ?

Meine Trainerin meint, dass er eben - rassebedingt - auch eine territoriale Komponente hätte...
Gut, aber man kann das ja so nicht hinnehmen, wie gesagt, ich hab Schiss, dass er mal zusammengebissen wird oder sich da immer wieder als Held feiert.

Was die Rudelführung angeht - ich bemühe mich natürlich schon, so etwas vorauszusehen, also bei Gruppenspiel die Umgebung im Blick zu behalten und den Bub ranzurufen, damit der Hasskandidat unbehelligt passieren kann - was derzeit noch zu Gepöbel an der Leine führt :hmm: Aber wir üben ja fleissig "Schau" und irgendwann wird es sicher besser...

Leider sehe ich die Chancen, das ständig zu regulieren gleich null, wenn hier im Auslaufgebiet wieder saison ist. Wie gesagt, da kommen die Hunde im Minutentakt und die einzige Konsequenz wäre, ihn immer an der leine zu lassen (HORROR) und solche Spiele nicht mehr zuzulassen. Das kann es ja auch nicht sein.

HELP !

Peppi
06.01.2011, 10:39
Wie gesagt aus der Ferne... ;)

Um meinen Gedanken etwas transparenter zu machen:

Hast Du die Folge gesehen, wo der Rütter in dem Tierheim war. Dort haben einige Hunde immer Theater am Zaun geschoben, wenn ausserhalb was war. Es kam zu Zoff, weil ein Rangniederer auch den Kontrolleur gespielt hat. Zack kam der "Alpha" und hat ihn ordentlich zusammengefaltet, weil diese Aufgabe wohl eher Chefsache war.

Das wäre mein Ansatz, wenn Du davon sprichst, "er möchte seine Mädels beschützen". Ersetze Mädels durch "Rudel/Familienverband" und Du bist weg von sexueller und/oder territorialer Motivation.

Ich würde ihm versuchen klar zu machen, dass er sich um diese Aufgabe nicht zu kümmern hat.

Ansonsten über das Ausschlussverfahren:

a) Das mit dem Territorium lässt sich doch leicht klären, wenn Du mal dorthin gehst, wo Du sonst noch nie warst und dort auf Hunde triffst ;))

b) das mit dem Rudel bewachen, wenn der kleine Prolo mal bei jemand anderem ohne seine Mädels in eine ähnliche Situation geführt wird.



Nochmal: Nur so aus der Ferne, als Denkanstoss/Idee...:lach4:

AlHambra
06.01.2011, 10:51
Ja, kein schlechter Ansatz...

Wir hatten ja mal ganz kurzzeitig das Frauchen-Bewachen-Syndrom, wo er Passanten fixierte und brummelte. Das musste streng unterbunden werden kombiniert mit häuslichem Ressourcen-Programm, dh ich hab ihn nicht beachtet wenn er zum Kraulen ankam, er durfte mir nicht durch's Haus folgen etc.
Da schien er ja auch der Meinung zu sein, dass das exzessive Bewachen "sein Job" sei.

Meine Trainerin hatte mir damals auch geraten, mit ihm vermehrt ausserhalb "seines" Auslaufterritoriums zu gehen, da er sich dort wie in seinem Königreich fühlt. Fahre ich nur zum anderen Ende des Sees und gehe dann noch weiter vom Haus weg spazieren, ist er gleich defensiver. Da treffen wir aber natürlich auch gleich nicht mehr die ganzen Buddies...
Daher latsch ich ja auch nur alle paar Tage hier vor der Tür los und setz mich etwa 3 oder 4 Mal in der Woche ins Auto und fahr zum Gassigehen woanders hin (auch wenn die Nachbarn meinen, ich spinne :stupid:)

Leider merkt er sich daraus nicht so recht was und ist vor Ort wieder eklig und Territoriumskönig :hmm:

Würdest Du denn die sexuell motivierte Erklärung komplett abtun ?

Peppi
06.01.2011, 10:58
Nee, nicht komplett. Finde nur so hört sich das erstmal nicht danach an.

Ulla
10.01.2011, 09:05
@carlo&thysson:

Hallo, ich hab meinem Cane Corso Rüden den Chip mit knapp 2 Jahren einsetzen lassen. Kostete ca. 70 Euro und hielt 7-8 Monate. Wesenmäßig zeigte sich kaum Veränderung, nur sein Fresstrieb war gesteigert. Tyson ist ein sehr ruhiger, ausgeglichener Hund, der von Natur aus recht dominant ist und gut geführt werden muss. Ich hab den Chip einsetzen lassen, da die Tierärzte mir sagten, er wäre viel sicherer vor Prostatakrebs und würde ca. 2 Jahre länger leben. Nochmal würd ich es nicht machen, da es angeblich noch ein stärkerer Eingriff in den Hormonhaushalt sein soll als eine operative Kastration.

Liebe Gruße!

AlHambra
10.01.2011, 17:18
Irgendwie vermischen sich grad bei mir zwei freds, einmal dieser hier und einmal einer zum thema Leinenaggression, da aber beides zusammenhängt eigentlich kein Wunder...

Ich kopeire hier mal meinen Post aus dem anderen Fred, vielleicht ist ja ein gewisser Erfahrungswert für den einen oder anderen von Nutzen - wozu ist man denn schliesslich in einem Forum ;)

Los geht's:

Heute hatten wir eine Einzelstunde bei einer neuen Trainerin, die Samson noch nicht kennt. Natürlich hab ich vorher im Gespräch erklärt, wo die Knackpunkte liegen (Leinengepöbel, pubertäres Gehabe mit gelegentlichen Scharmützeln, evtl hormongesteuerte Probleme).

Auf dem Hundeplatz haben wir erstmal Samson auf das Gelände gelassen, er hat sich alles angeschaut, bissl markiert, Schafe und Laufenten nebenan begutachtet.
Dann hat sie einen ihrer Hunde geholt, Samson's Verhalten mit anderen Rüden sollte mal beschaut werden. *ich natürlich rechtschaffen nervös*
1 Rüde, mittelgross, kastriert und laut ihrer Aussage provokant unterwegs.
Dieser kam schon selbstbewusst und etwas knurrend auf den Platz.
Samson ist ein paar Meter drauf zu, dann Bremse, zig Blicke zu mir *Mutti hilf mal, was mach ich denn mit dem ?*, dabei Bürste, Rute hoch, sichtlich angespannt.
"Man" traf sich an einem Baum, vorsichtiges Beschnuffeln, pPnkeln, der andere zeigte sich sehr selbstbewusst, Samson immer drum rum, aber nicht aggressiv, nach etwa 5 Minuten hat er aber doch mal probiert, ob man denn den Kopf ganz leicht auf den Rücken legen kann - Nein ! kann man definitiv nicht, das wurde aber akzeptiert. Die beiden achteten darauf, eine respektvollen Abstand einzuhalten und da war's.
Erstes Aufatmen bei Frauchen

Akt 2 mit einem etwa 8 Monate alten, grossen, unkastrierten Rüden (zZ Hasskandidat Nummer 1, den man UNBEDINGT zusammenfalten muss !).
Wir wieder am Ende des Platzes *ich mit leichter Schweissbildung* , Tor geht auf, der andere stürmt auf den Platz in 50 Meter auf Samson zu, der auch drauf zu (diesmal nur kurzer Blick zu mir "Ist das okay" - immerhin, denn zZ ruf ich ihn eigentlich immer erst mal ran, das scheint schon zu sitzen). Auch wieder Bürste, Rute steil nach oben, sehr grosskotziges Gehabe, man merkte, dass hier die Kräfte anders verteilt waren als zuvor, sprich, Samson war der Überlegene und die Luft brannte.....
Ich bin derweil immer in Bewegung geblieben, habe nicht glotzend daneben gestanden, um keinen Einfluss auf die Situation zu haben.
Irgendwann hat der "kleine" einen Stock genommen und ist damit rumgerannt, dann hat Samson den Stock gepackt, Geknurre, dann mal versucht, hier den Kopf auf den Nacken zu legen, mal versucht, aufzureiten, daraufhin Ansage des anderen, kurzer Kampf ohne unser Eingreifen, der Kleine hat auch gleich quiekend nachgegeben, liess sich aber auch in der Folge nicht besteigen !
Dieses Besteigen kenn ich von meinem auch sonst gar nicht, aber die Trainerin meinte, das sei recht üblich in dem Entwicklungsstadium, Austesten eben.
Nachdem die beiden entspannter wirkten, haben wir ein paar Leinenübungen gemacht, Samson war natürlich nicht total relaxt, aber gut kontrollierbar.
Dann nochmal Ableinen und jetzt wildestes Spiel der beiden !
Die Trainerin meinte, man müsse auch jetzt noch damit rechnen, dass es ein kleines Scharmützelgeben könne, kam aber nicht.

Insgesamt hat sie Samson so beurteilt: Völlig normales Verhalten eines nicht kastrierten Jungrüden, gut sozialisiert, derzeit unter gewissem Hormondruck, aber im normalen Bereich.
Kastration sei nicht anzuraten (sie meint - wie schon Peppi), dass das ungewünschte Verhalten mit dem Geraufe bei Neuzugängen in Spielrunden NICHT sexuell motiviert sei !
Hormonchip als Alternative, wenn zur Saison der Hund stark unter der Läufigkeit der Damenwelt leidet sonst unnötig.

Dass er gelegentlich auch im Freilauf Streit suche, sei so zu bewerten, dass er "zu viel" macht, im Grunde müsste er es bei einem Drohen (Knurren, Präsentieren) belassen und dann abrufbar sein. Dies ist Trainingsziel, also dass er die Entscheidung, ob der neu dazugekommene Rüde jetzt ein Doofkopp sei, mir obliegt und nicht er das regeln muss....
Also nochmal Abbruchsignal besser trainieren, besseres Durchdringen zu ihm in Krisensituationen.
Sie meinte auch, dass es eben - auch rassebedingt - Hunde gibt, die einen ausgeprägten Schutztrieb haben und beim Stehenbleiben und Quatschen / Spielen immer territorial reagieren und man das eben einfach berücksichtigen muss. Sie meint, mit diesen Situationen werden wir auch in Zukunft nicht die grosse Entspannung erleben, sondern ich muss immer präsent sein, um zu regeln. Sonst macht eben er das. Das sei wohl bei ihrem einen Rüden ähnlich, da helfe aber schon ein geringes in Bewegung bleiben, um ihn da aufzulösen.

An der Leine muss nun geübt werden, den herannahenden Hund nicht mehr als Bedrohung anzusehen, ein lockeres Ausweichen anzubieten (geht derzeit gar nicht, Samson gefriert fixierend, sobald er einen anderen erblickt).
Die diesbezüglichen Probleme führt sie übrigens auf ein Trauma (Attacke an der Leine kurz vor dem Auto vor 5 Monaten ) zurück.

So, ich kann nur sagen, ich bin mega mega erleichtert, sie hat natürlich noch 1000 andere Dinge gesagt, die ich gar nicht mehr zusammen kriege - viele Einzelmomente, in denne sie Erklärungen für Verhaltensmuster hatte, es ist jedenfalls super, wenn jemand den Hund mal nüchtern fachlich sieht.
ich mache jetzt einen Folgetermin mit ihr aus, dann gehen wir hier vor der tür ins Auslaufgebiet (= Krisengebiet) und sie schaut, wie WIR da so funktionieren.
Ich freu mich drauf und setzte jetzt voll auf die Erziehung, weg von den Hormonen uä.

sina
10.01.2011, 21:48
Noch etwas zum Verhalten nach dem Chip.

Im letzten Jahr hat Calle den Chip bekommen weil seine Hormone mit ihm durchdrehten!:schreck:

Das lies nach ca. 4 Wochen nach und er war eigentlich wie immer nur das ihn sexuell nichts mehr interessierte.:D

Nun hat er Anfang Dezember, nach 10 Monaten, den 2. Chip bekommen weil er wieder anfing Heinrich und den Kater zu besteigen.

Jetzt hat sich sein Wesen aber merklich verändert, ich wüsste nicht woher es sonst käme denn er hat keine schlechten Erfahrungen gemacht und ist mein kleiner Zwergi geblieben.

Calle ist ängstlich geworden, wenn etwas in der Küche steht geht er nicht rein und lässt lieber sein Futter stehen.

In der Feldmark läuft er mit Bürste und laut bellend rum wo niemand und nichts zu sehen ist.

Ich denke einfach das die Hormone schon wieder so aufgefüllt waren obwohl seine Glöckchen noch klein waren.

Hoffentlich bessert sich der Zustand und es ist für mich ein Zeichen das dieses hin und her der Hormone nicht gut ist.

Wenn dieser Chip seine Wirkung vertran hat werde ich Calle wirklich kastrieren lassen.