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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Selbstvertrauen geben


Lenny
09.12.2010, 17:41
Hallo Leute,

mein Dogo Canario ist mittlerweile drei Jahre alt und ich habe auch an sich keine Probleme mit ihm.

Aber mir ist schon oft aufgefallen, das er oftmals unsicher ist. Das äußert sich hauptsächlich durch Gesten wie gähnen, kratzen oder Schnautze lecken. Er macht mir manchmal irgendwie einen unsicheren Eindruck.

Wie kann man denn am besten das Selbstbewußtsein eines Hundes stärken?

Über Tipps wäre ich dankbar. :)

Mila
09.12.2010, 17:47
Lies mal hier nach:
http://www.spass-mit-hund.de/seiten/mehr_wissen/beschwichtigungssignale/index.htm

Lenny
09.12.2010, 17:56
Danke, werde mich mal einlesen auf der Seite. ;)

Conner
10.12.2010, 07:59
Suchaufgaben bewältigen bestärkt Hunde sehr, versuch mal!

Cira
10.12.2010, 08:09
In dem Fall handelt es sich tatsächlich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Beschwichtigungsverhalten, so wie es beschrieben wird.
Trotzdem ist es natürlich nie verkehrt die Bindung und das Selbstvertrauen zu stärken.

Es kann ja durchaus sein, daß er beschwichtigen möchte, weil ihm in bestimmten Situationen Selbstvertrauen fehlt, bzw. daß er Angst hat, daher wäre es ganz interessant zu wissen, wann er sich denn so verhält.
Im Allgemeinen ist ein Hund, der solche Signale beherrscht und häufig nutzt, aber ein sozial sicherer Hund.
...

Mila
10.12.2010, 08:10
Ansonsten bei Unsicherheit: versuch ihm Sicherheit zu geben, indem du ihn für gutes Verhalten belohnst, und ihm durch klare Körpersprache, klare Worte, Ruhe und Gelassenheit zeigst, was du von ihm erwartest. Liest und versteht er dich dann richtig, wird er belohnt. Und ich denke dadurch wird ein Hund mit der Zeit sicherer. Andererseits sind es vielleicht Situationen, wo dein Hund noch nicht so recht weiß welche Rolle er einnehmen kann/soll/muss, und da kannst du ihn auch selbst ausprobieren lassen, sofern möglich.

LukeAmy
10.12.2010, 08:52
wenn er in einer stressigen sitzuation gähnt..gähn mit das zeigt ihm das alles ok ist

Peppi
10.12.2010, 09:20
Ich würde einfach mal beide Seiten hören, die sich mit der Thematik befasst haben.

Auf der einen Seiten die äussert populären "Calming Signals" von Turid Rugaas auf der anderen die Diplomarbeit von Mira Meyer, sowie die Ansichten anderer Kynologen, u.a. auch Günter Bloch.


Und dann solltest Du nach Abwägen vernünftiger Argumente Deinen Hund nochmal anschauen. ;)

BÖR
10.12.2010, 09:21
@Peppi
Deinen letzten Satz versteh ich nicht:sorry:

Peppi
10.12.2010, 09:25
Ich weiss nicht wie ich das anders formulieren soll!

Sie soll sich beide Seiten durchlesen und dann nochmal sinieren, ob die gezeigten Signale wirklich diese Rückschlüsse zulassen.

Als Anregung vielleicht der Threat in einem anderen Hundeforum:

http://www.abc-hundeforum.de/hunde-forum/allgemeines/862-calming-signals/

:lach4:

BÖR
10.12.2010, 09:29
ich glaub ich hab´s schon kapiert:D Die Abwege brachten mich auf den Holzweg:D ich denke Du meintest "abwägen" ;)

Peppi
10.12.2010, 09:35
Häh? ;)

Renate A.
10.12.2010, 09:36
wenn er in einer stressigen sitzuation gähnt..gähn mit das zeigt ihm das alles ok ist

Echt ??? Ich habe noch nie für meine Hunde gegähnt und sie verstehen mich trotzdem....

Mir fehlt in der Beschreibung in welchen Situationen wer oder was beschwichtigt werden soll.

Ich denke auch, Hundeverhalten/Kommunikation auf "Beschwichtigungssignale" zu beschränken ist nicht korrekt, da kann ich nur Michael Grewe beipflichten, der das ganze recht kritisch sieht.

Gonzalez
10.12.2010, 09:45
Ich weiss nicht wie ich das anders formulieren soll!

Sie soll sich beide Seiten durchlesen und dann nochmal sinieren, ob die gezeigten Signale wirklich diese Rückschlüsse zulassen.

Als Anregung vielleicht der Threat in einem anderen Hundeforum:

http://www.abc-hundeforum.de/hunde-forum/allgemeines/862-calming-signals/

:lach4:

Kannst Du kurz zusammenfassen worin die Untersch. bei den beiden Autorinnen liegen ( wenn es denn in kurzform machbar ist )?

Ich kenne das Buch von TR, das andere Werk nicht.

Klar ist nicht jedes Gähnen gleich ein Beschwichtigungssignal, dass muß immer im Kontext der jeweiligen Situation beurteilt werden.

Peppi
10.12.2010, 09:56
Die Meyer hat u.a. das Hunderudel in der Toskana dahin gehend "erforscht" und festgestellt, dass die Hunde diese Gesten auch zeigen, wenn überhaupt kein anderer Hund zugegen ist.

Anderer Kritikpunkt ist die Übersetzung des Wortes "Calming" und die Tatsache, dass auch Turid Rugaas das nicht "erfunden" hat.

man sollte demnach also genau unterscheiden, wann ein Hund "beschwichtigt" (und das meist mit einer viel komplexeren Körpersprache) oder eventuell nur (sich selbst) "beruhigt".

Rugaas Werk gehört wohl eher in den Bereich populär Literatur. Ein Eindruck, der mich bei einigen Werken aus dem ALVerlag beschleicht, ohne zu sagen, dass alles dummes Zeug ist. Aber manchmal scheinen sich die Autoren daran zu orientieren, was die Leser gerne lesen wollen, um so Defizite in Ihrer Hundeerziehung zu rechtfertigen. Die Werke hatten einen durchschlagenden Erfolg und die Ergebnisse begegnen - zumindest mir - einmal pro Woche beim Gassi gehen.

Trotzallem findet man einige gute Tipps in den Büchern. Die werden halt m.E. nur zu häufig unreflektiert als "Hundebibel" angesehen.

Nur meine Meinung! :sorry:

:lach4:

Gonzalez
10.12.2010, 10:17
Das kann ich bestätigen ( aus meiner kleine Sicht auf meinen Hund ), nachdem ich das Buch gelesen hatte war ich natürlich aufmerksam und habe bereits nach ein paar Beobachtungen gedacht - warum zum Teufel soll sie mich jetzt Beschwichtigen wollen -, deshalb auch meine Anmerkung bez. der Situationsabhängigkeit.

Gebracht hat mir's etwas wenn ich Elli zusammenschei.... musste, unsere Terroristin ist nämlich ein kleines Sensibelchen und da war es wirklich auffällig das sie oftmals einfach verharrte wenn der Anschiß kam, habe ich weiter Rumgemacht kam sie wirklich angekrochen o. hat sich auf den Rücken gelegt und gewinselt, dass kam mir als Reaktion auf einen "normalen" Anschiß zu heftig vor, vor allem als ich gemerkt habe das sie dann auch unsicher mir gegenüber wurde und das wollte ich ja sicherlich nicht erreichen.

Jetzt kommt ein Anschiß ( glücklicherweise reduzieren sich diese immer mehr, was meinerseits als Zeichen gewertet wird das ich nicht soviel falsch mache ) und ich höre früher auf, danach gehen wir auch nicht einfach "auseinander", sondern ich warte dann bis zu mir kommt, dann wird gleich was gemacht was sie kann, damit ich sie auch wieder Loben kann.

Zu mir kommt die Dame wenn ich in die Hocke gehe , nach dem Anschiß, und mich von ihr wegdrehe, dann kommt Sie immer langsam zu mir, stubst mich an und dann wird sie begrüsst.

Renate A.
10.12.2010, 12:32
Das umfangreichste und aktuellste Buch ist zur Zeit zu dem Thema:

Ausdrucksverhalten beim Hund
von Dorit U. Feddersen-Petersen
Kosmos Verlag, erschienen 10/2010

Peppi
10.12.2010, 12:40
2008 :sorry:

"Das Buch erschien 1995 als wissenschaftliches Fachbuch. Gut, dass Kosmos jetzt mit der erweiterten Neuauflage auch einem größeren Publikum das Buch zugänglich macht. (Elli H. Radinger) (Wolf Magazin 1, 2009-04-29)"

http://www.amazon.de/Ausdrucksverhalten-Hund-K%C3%B6rpersprache-Kommunikation-Verst%C3%A4ndigung/dp/344009863X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1291984775&sr=8-1

Gonzalez
10.12.2010, 13:04
Danke f. die Vorschläge, jetzt hab ich über Weihnachten ein "Bildungsziel".

Man muß nur aufpassen das man nicht die ganze Zeit seinen Hund in allen Facetten verstehen will, der Hund kann ruhig auch aufmerksam sein und bestimmte Signale am Menschen "lesen lernen".;)

- Wenn ich Fraulein in's Gesicht "schmatze" ist's keine Aufforderung für dich mitzumachen:D

- Wenn Herrlein auf'm Bau arbeitet, Werkzeuge in jeder Hand hat, was im Mund stecken hat und auf einem Ding steht an dem er in die Höhe klettern kann ist's der falsche Zeitpunkt das Ding, mit einem Spielzeug im Maul, anzustoßen

Muß grade wider lachen wenn ich mir so ein paar "Glanzstücke" unserer Terrorqueen in Erinnerung rufe.

Renate A.
10.12.2010, 14:44
2008 :sorry:

"Das Buch erschien 1995 als wissenschaftliches Fachbuch. Gut, dass Kosmos jetzt mit der erweiterten Neuauflage auch einem größeren Publikum das Buch zugänglich macht. (Elli H. Radinger) (Wolf Magazin 1, 2009-04-29)"

http://www.amazon.de/Ausdrucksverhalten-Hund-K%C3%B6rpersprache-Kommunikation-Verst%C3%A4ndigung/dp/344009863X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1291984775&sr=8-1

Sorry,
ich meinte :
Barbara Handelmann
Hundeverhalten - Mimik, Körpersprache, Verständigung
Kosmos Verlag

Lenny
10.12.2010, 19:03
Da bin ich wieder.

Erstmal danke für die Literaturtipps, ich gucke mal ob ich mir davon welche besorgen kann. :ok:

So, nun nochmal zu meinem Lennox:

Mir fällt es schwer, konkrete Situationen zu beschreiben, da er diese "Beschwichtigungen" oftmals/meistens macht, wenn es meines Erachtens garkeinen Anlass gibt. Also nicht das ich ihn ausschimpfe oder ähnliches.

Mal ein Beispiel von heute: Ich arbeite von zu Hause aus. Lennox ist oft bei mir im Büro. Dann setzt er sich direkt neben meinen Stuhl (ca 1/2 Meter Entfernung), und wenn ich ihn angucke leckt er sich die Schnauze. Wenn ich nicht gucke nicht. Wenn ich dann aufstehe und er mich "verfolgt", sitzt er zB im Flur und gähnt wenn ich an ihm vorbei gehe. (ist jetzt vielleicht alles ein bisschen konfus beschrieben, aber besser kann ich es nicht wirklich beschreiben).

Ich frage mich ob er a.) manche Situationen einfach nicht einschätzen kann, oder b.) ich evtl eine für ihn irritierende Körpersprache habe.

Das wenn ich mal mit ihm schimpfen muss er beschwichtigt ist ja klar, aber er macht das aus "heiterem Himmel". Dabei ist er ein echt folgsamer Hund, schimpfen muss ich relativ selten und hab auch ansonsten ein gutes Verhältnis zu ihm.

Cira
11.12.2010, 08:02
Das ist in meinen Augen normales Verhalten.

Du musst im Zoo mal ein Rudel Wölfe über länger Zeit beobachten.
Da wirst Du sehen, daß die rangtieferen Tiere sich den ranghöheren Tieren gegenüber genauso verhalten.
Manche sind gelassener, manche senden schneller solche Signale aus.
Je nachdem wie ihr Rang in der Gruppe ist und je nachdem wie souverän die Alphatiere sind.
Wenn Unruhe im Rudel herrscht oder die Alphatiere schon mal schneller austeilen, wird mehr beschwichtigt.
Es signalisiert, ich bin kleiner und schwächer als Du, ich tu Dir nichts, tu mir bitte auch nichts.

Wie bist Du denn im Umgang mit ihm?
Bist Du relativ streng, so daß er von vorneherein schon mal Beschwichtigungssignale aussendet?
Wahrscheinlich ist er allein schon vom Wesen her recht unterwürfig.

Unsicher könnte Dein Hund in Bezug darauf sein, Deine Signale zu deuten.
Du solltest darauf achten jederzeit für ihn gut les- und deutbar zu sein und wiederrum lernen auch seine Signale richtig zu deuten.
Aber nicht bedauern oder beruhigen, wenn er sich so verhält, sondern Ruhe und Souveränität ausstrahlen.

Wahrscheinlich kannst Du bei Deinem Hund schon sehr viel über die Stimme erreichen, denn er scheint sensibel zu sein.
Daher würde ich auch auf das Ausmaß an Lautstärke zu ihm achten.
Weniger ist meist mehr als genug.

...

Lenny
11.12.2010, 10:44
....
Wie bist Du denn im Umgang mit ihm?
Bist Du relativ streng, so daß er von vorneherein schon mal Beschwichtigungssignale aussendet?
Wahrscheinlich ist er allein schon vom Wesen her recht unterwürfig....

Also ich würde den Umgang mit ihm als liebevoll trotz gesunder Strenge beurteilen. Es ist nicht so das ich wegen jeder Kleinigkeit ein Fass aufmache, aber schon auf Einhaltung der Regeln achte und bei Bedarf schimpfe. Allerdings ist er ein lieber Hund und gibt relativ wenig Anlass zum schimpfen.

Ich denke, du triffst es ganz gut das er vom Wesen her recht unterwürfig ist. Er scheint in weiser Voraussicht bereits zu beschwichtigen, quasi als Vorsichtsmaßnahme.

Ich werde in Zukunft erstmal verstärkt auf meine Signale/Körpersprache achten.

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