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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rangeleien unter Rüden


RJ76
10.09.2010, 18:15
Hi,
würde mal gerne eure Meinung zu folgenden Situationen hören.
Mein Hund: Lupo 1 Jahr noch nicht genau bestimmter Mix
(evtl. Dogo Canario/Staff), Rüde kastriert

Ich habe meinen Hund erst seit einer Woche aus dem TH. Er ist mit 4 Monaten reingekommen und wurde mit 6M kastriert.
Er ist bisauf die folgenden zwei Situationen völlig umgänglich mit Mensch und Tier, gehorsam und mir oder anderen Menschen gegenüber absolut nicht dominant.

Wir gehen seit 4 Tagen auf eine Freilaufwiese wo immer viele Hunde sind, große wie kleine.
Vorgestern spielte er mit einem Kurzhaar Collie, viel gerenne, und obwohl der 10 monatige Collie Rüde ihn immer wieder mal bestieg oder den Kopf auf den Rücken legte beeindruchte ihn das nicht. Als das Spiel um eine Frisbee ging wurde hin und wieder mal geknurrt, aber alles total entspannt. Der Collie bellte viel überließ die Scheibe, die eigentlich ihm gehört aber immer meinem Lupo, wenn der sich vehement durchsetzen wollte. Aggressionen habe ich keine wahrgenommen. Es waren noch weitere Hunde,
alle recht jung (unter 2J) mehr oder weniger beim Spiel beteiligt. Dann betrat ein 5 jähriger Hovawart Rüde den Platz. Der Collie belllte und keifte ihn etwas an, als es um seine Frisbee ging und das ganze schaukelte sich hoch. Lupo, der auch immer hinter der Frisbee ist mischte sich ein und plötzlich knallte es. Der Hovawart und mein Hund gerieten in eine ernsthafte Beißerei. Obwohl Lupo irgendwann auf dem Rücken lag zeigte er noch ordentlich die Zähne. Der HF des Hovi's hat seinen Rüden dann aber unter Kontrolle bringen können. Danach war auch mein Lupo wieder entspannt, wedelte mit dem Schwanz und wollte weiter mit der Frisbee spielen. Eine Chance ihn abzurufen hatte ich in der Situation nicht wirklich.
Hovawart blutete danach an der Zunge und meiner hatte an Kopf und Flanke 2 kahle Stellen.

1 Tag später. Wieder das Spiel mit dem Collie um die Frisbee, diesmal meine, also Lupos Spielzeug. Das Gerangel war schon etwas heftiger als am Tag davor und es kam relativ kurz zu einer Raufferei, der Collie überließ Lupo danach das Feld, provozierte ihn aber immer wieder mal und Lupo ließ sich auch drauf ein. Ich kann es nicht genau einschätzen wie heftig das Ganze ist. Der HF des Collie meint das wäre schon ok, die testen ihre Grenzen aus, lassen es krachen. Sie spielen danach auch weiter, Schwanzgewedel und realtiv entspannt. Gehts aber um die Frisbee will meiner unbedingt das Heft in der Hand behalten und nicht klein beigeben. Dann beisst er auch ab, wenn der andere versucht mal wieder aufzusteigen oder andere Dominanz Gesten zeigt. 5 Minuten später akzeptiert er das wieder und tut so als würde es ihn nicht stören.

Letzte Situation heute.
Lupo spielt mit einer 17M alten Labrador Hündin. Die Frisbee stecke ich extra weg, weil er sonst nicht spielt und sich sonst wieder alles nur um die Scheibe dreht. Der Labbi holt ne Plastikflasche aus dem See und das Gerangel geht um dieses "Spielzeug" weiter. Wieder macht Lupo deutlich, das er der der Herr aller Spielzeuge ist und erzwingt die Oberhand mit knurren und hier und da mal Zähnefletschen. Nimmt man was auch immer es ist (Stock, Flasche, Frisbee) aus der Situation wird normal gespielt.
Dann passierts, ein 8 Jahre alter Labrador Rüde betritt das Feld. Das Spiel um die Flasche ist relativ locker, da die Hündin bedingungslos akzeptiert wenn Lupo die Flasche einfordert. Dann bleibt die Flasche auch mal liegen, aber wehe es geht einer da dran. Und es kommt wie es kommen muss. Der Labrador Rüde macht sie Lupo streitig, knurrt , bellt und droht Meiner Meinung nach deutlich. Lupo checkt das erst nicht richtig und aus Spiel wird auch bei ihm wieder langsam ernst. Er steigt mit ein.
Das Ende vom Lied ist wieder eine recht aggressive Beißerei. Ich würde sie von der Heftigkeit nicht so arg wie die mit dem Hovawart einschätzen, aber definitiv heftiger als die Rangeleien mit dem Collie. Die Situation klärt sich ohne eingreifen, Lupo hat die Flasche zurückerobert und der Labrador zieht mit HF weiter. Witzig fand ich, das die Hündin kurz nach der Beißerei auf den Labrador Rüden aufsteigt.
Ich habe das so gedeutet, das sie den auch mal dominieren wollte.
So nach dem Motto wir haben hier gespielt, die Rangordnung war geklärt und dann kommst du und machst hier Stress.

Schön sind solche Situationen nicht. Lupo hat diesmal ein leicht blutende Kopfwunde davongetragen. Und auch wenn alle HF bisher locker und souverän waren, ich bin mit meinem Hund, der immer ein wenig "kategorisiert" wird etwas sensibel und denke, das sich der ein oder andere vielleicht doch was denkt aufgrund seiner Herkunft.

Was ich nun gesehen habe ist das Lupo das Spielzeug seiner Wahl auf Teufel komm raus einfordert und nicht klein beigibt. Egal ob das ein junger Wilder oder ein gestandener Rüde ist. Er setzt sich zunehmend gegen die anderen Hunde durch, wenn nötig mit derartiger Vehemenz, das ich das nicht genau einzuschätzen weiß.
Kommt übrigens ein Mensch und nimmt das Spielzeug und sagt "Aus", ist das kein Thema. Das kann auch der HF des anderen Hundes sein. Menschen gegenüber ist Lupo gar nicht dominant.
Lupo setzt nicht nach, provoziert nicht er reagiert z.t. nur heftig, wenn andere ihm was wegnehmen wollen oder er unentwegt bestiegen/dominiert wird. Das macht er übrigens auch bei einer 1,5 Jahre alten dt. Dogge, die locker doppelt so groß und schwer ist. Die ist aber recht abgeklärt, versucht ihm immer in den Nacken zu beißen, aber wenn Lupo bescheidgibt dreht sie um und ist weg.

Ich bin geneigt keine Spielzeuge mehr mitzunehmen, b.z.w. dieses sofort einzusacken, wenn andere Hunde kommen. Aber die haben nicht selten auch ihr eigenes Spielzeug dabei und wenn der HF das wirft denkt Lupo er müsste es haben.
Ist sein Verhalten noch im Rahmen oder muss man da was machen?
Haltet ihr das für das "austesten" der jungen Wilden untereinander bei dem es dann kracht, wenn ein älterer Rüde dazukommt oder muss man da eingreifen.

Wir gehen morgen mal in die HuSchu und ich werde das Thema da auch mal kurz ansprechen, wenn Spielzeug zum Einsatz kommt.
Was ich ja nicht möchte ist ein Rüde der später definitv immer angeleint werden muss, wenn ein anderer Rüde kommt. Andererseits ging die Initiative meiner Meinung nach immer erst von den anderen Hunden aus und Lupo reagiert nur. Da er sich aber nicht wie manche anderen Hunde die Butter vom Brot nehmen lassen will, mache ich mir manchmal ein bisschen Sorgen.

Er ist noch nicht genau Rassebestimmt und im Fall das er als american Stafford Mix eingeordnet wird und nen Wesenstest machen muss, könnte das ein Problem werden?

Ansonsten kann ich nur betonen, das Lupo mit 9 von 10 Hunden wunderbar spielt, sich auch ohne Probleme schon von anderen Rüden hat dominieren lassen, auf dem Rücken tollte und keinen Mucks von sich gegeben hat.
Bellen tut er sowieso ganz, ganz selten. Und auch sonst ist er ein Schmuser der für die Kurze Zeit die er bei mir ist gut hört.
Die Wiese in Kombination mit der Frisbee oder mitten im Spiel mit anderen Hunden ist aber sowas wie ein Freifahrtschein zum Herrchen ignorieren.
Ist klar das ich noch viel, viel Arbeit in ihn reinstecken muss, kein Thema, was mich interessiert ist eure Meinung und Erfahrungen zu den Rüden Rangeleien.

sorry langer Text :) Danke schonmal im vorraus.

Monty
10.09.2010, 18:19
Ich frage mich immer wieder, warum die Halter nur zusehen und nicht intervenieren.

Sorry aber ich verstehe es einfach nicht, warum man zu Beginn (besteigen od. knurren) nicht Spannung raus nimmt und mal Ruhe in das "Spiel" bringt.

RJ76
10.09.2010, 18:46
Meinst du das generell oder auf die anderen Rüden bezogen. Soll ich meinem Hund verbieten "sein" Spiezeug zu verteidigen - Also wenn er anfängt zu knurren es ihm wegnehmen? Wenn es dann das Spielzeug eines anderen Hundes ist müsste ich ja theorethisch gehen. Auf die Entfernung auf der Freilaufwiese ist das verbieten z.b. auch das besteigen meines Hundes recht schwer und da es sich ja überwiegend auch um junge Hunde handelt sind die natürlich alle noch nicht in solchen Situationen klar zu führen. Meiner ja auch nicht.
Was soll man tun, solche Wiesen meiden b.z.w. gehen wenn es mal etwas heisser hergeht?
Versteht mich nicht falsch genau das ist es was ich wissen will. Ich bin unsicher.
Die einen sagen das ist ist ok so, die toben sich aus, testen ihre Grenzen, die anderen sagen den Hund nicht in solche Situationen geraten lassen, ihn immer unten halten und nicht aufdrehen lassen. Kann ich machen, aber ich freue mich natürlich auch, wenn Lupo über die Wiese fetzt und sich richtig auspowert. Das kann ich ihm mit 5 Stunden durch den Wald laufen nicht geben.
Ich bin mir nicht sicher, mir kommt gerade die Idee das das ja nicht sein Rudel ist. Sollte es ihm genügen mit mir zu spielen und sich mit mir auszupowern, muss ich mir mehr einfallen lassen und Hundewiesen mit einem solchen großen aufkommen an Hunden und Haltern meiden?
Freue mich auf eure Meinung.

Pelltier
10.09.2010, 19:45
hm, ich komm ja vom land, also hier ist eigentlich überall freilauf wiese,
aber bei uns in der umgebung gibts hunderunden und da sind spielzeuge oder stöckchen werfen verboten, damit halt erst gar keine rangeleien wegen sowas aufkommen.

ich gehe allerdings auch eher diese runden mit, damit meiner auch mal hundekontakt zu unbekannten hunden hat, sozialverhalten usw. und nicht damit ich dort mit ihm spiele, ich spiele mit ihm wenn wir alleine sind!

einige hunde reagieren nunmal nicht so dolle, wenn andere ihr eigentum haben wollen. das musste mein dicker als junghund lernen, danach hat er nie mehr versucht mit ihm unbekannten zerrspiele zu veranstalten, allerdings hat er nun ein freundin und die steht da voll drauf, na ja, mal sehen ob er drauf einsteigt, aber auch das lasse ich nur auf dem grundstück zu und dann auch nur weil ich SIE kenne.

ist wie mit kontakt an der leine, es gibt solche und solche hunde, es gibt keine regeln für dieses verhalten, aber man kann das risiko minimieren, in dem man die leitung übernimmt. kein spiele, wenn fremde da sind, kein schnuffeln an der leine oder so. kennt man die hunde dann besser und weiß wie sie reagieren, kann man das alles ja ändern.

blue 1
10.09.2010, 19:47
ich persönnlich finde jetzt nicht dass du die wiese meiden solltest. ist ja auch wichtig für die sozialisierung, dass er mit anderen in kontakt kommt. allerdings würde ich kein spiezeug auf der wiese auspacken und wenn er eins von einem anderen hund hat, und es auf teufel komm raus verteidigt, würd ich es a´bnehmen, dem hh zurückgeben und ihn fragen ob es okay wäre wenn kein spiezeug jetzt dabei wäre. wenn der andere trotzdem ds spielzeug ins spiel bringen will....hund raus, anleinen und ab. wenn andere hunde ihn besteigen, würde ich den hh freundlich fragen er solle bitte seinen hund stören, macht er das nicht...hund raus , anleinen und ab.

dass er während des spiels nicht abrufbar ist, und die ohren nur noch deko am kopf sind....geht dir sicher nicht alleine so. das ist viiiiiiiiel arbeit.

:04:

Lucy
10.09.2010, 20:14
Ich würde nur kontrollierte Hundebegegnungen dulden, wo du dich auch auf die Hundehalter verlassen kannst! Solche Wiesen oder Freilaufplätze finde ich persönlich furchtbar!

RJ76
10.09.2010, 21:49
berechtigter Einwand, der aber nicht immer so einfach umzusetzen ist. Ich denke das ganze ist auch eine Erfahrungssache. Ich Werde die Wiese nun je nach Besuchern mal meiden b.z.w. daran arbeiten, das wenn neue Hunde auf den Platz kommen Lupo erstmal zu mir rufen und es langsamer angehen. Klappt das nicht, werde ich lieber erstmal gehen bevor mein Hund wieder in eine solche Streßsituation kommt.
Ich bin eigentlich fest davon überzeugt, das wenn die anderen Hunde ihn nicht so provozieren/dominieren würden er auch gar nicht erst so mit einsteigen würde.
Macht er ja bei anderen Hunden auch nicht.
Wie siehts denn dann mit einem Wesenstest aus. Habe mal was gelesen wo ein Hund beim Wesenstest von anderen provoziert und angebellt wurde und wenn dieser dann darauf reagiert ist der Wesenstest nicht bestanden. Ist das tatsächlich so?
Dann müsste ich ja definitiv dran arbeiten, das er sich nicht provozieren lässt und bei mir bleibt in solchen Situationen.
Wenn ich mir das so durch den Kopf gehen lasse muss es ja eigentlich immer so sein, Wesenstest hin oder her. Hat da einer Erfahrung wie man das üben kann?

AlHambra
11.09.2010, 13:17
Ich denke, ide Spielsituationen solltest Du weiterhin suchen und zulassen, das ist doch gut für die Sozialisation. Aber Spielzeuge in einer "wilden" Gruppe sind mAn ein absolutes NoGo. da kann es zu den bösesten Raufereien kommen.
Lass ihn doch spielen mit den Hunden und beschäftige Du ihn mit einem Frisbee (oä) wenn ihr alleine seid. Wenn fremde Spielsachen da sind, würd ich Distanz wahren.

Dein Bub ist ja auch grad in der Pubertät und wird sicherlich noch mehr Gas geben ;)
Gut, wenn er in dieser Zeit positive Hundekontakte ohne zuviel Aufregung (inkl Rangeleien ) hat, schlecht, wenn er Geschmack an ständigen Scharmützeln kriegt.

RJ76
11.09.2010, 17:51
Ja stimmt. Wir waren heute mal woanders, nur durch den Wald spaziert und viel geübt.
Wieder 2 Begegnungen gehabt, bei denen der jeweils andere Rüde meinen Lupo abgebissen hat. Ist aber nichts schlimmeres passiert, Lupo kam sofort zu mir und hat nicht drauf reagiert b.z.w. ist stiften gegangen - gottseidank.
Langsam bekomme ich das Gefühl viele HH haben ihre Rüden nicht im Griff b.z.w. haben sich mehr oder weniger aggressive, dominante Beißer herangezogen. Echt Schade, solche Erfahrungen habe ich früher mit meinem Terrier Mix wesentlich weniger gemacht. War aber auch ne andere Gegend und ein völlig anderer Hund, den die größeren Hunde ignoriert haben b.z.w. er sich direkt auf den Rücken geworfen hat.

Von einem anderen HH, den ich auf dem Spaziergang getroffen habe kam der Hinweis, das Hunde deren Halter oft eine Stunde und länger auf den Freilaufwiesen verbringen auch sowas wie einen Revieranspruch entwickeln. Gar nicht so verkehrt dachte ich, da ist es auch klar, das mein Hund der da neu dazukommt dominiert wird.
Ich freue mich ja wenn mein Hund mit anderen spielt, aber allzuoft treffen wir auf total dominante Hunde, die ständig meinen Lupo besteigen.
in Zukunft gehe ich dann wohl direkt weiter, wenn der Halter das nicht unterbunden bekommt und Spielzeug ist nur was für uns zwei alleine. Kommt ein Hund ist das spielzeug passé und wenn der andere HF sein Spielzeug nicht wepackt müssen wir halt gehen.

Danke für die Tips

Peppi
12.09.2010, 07:55
Ich war auch früher oft auf der Freilaufwiese und die zwei Hunde die ich in der Zeit kennengelernt habe und bei denen ich die Generalisierung "dominant" gelten lassen würde waren nicht das Problem... die haben solche Situationen mit der "Augenbraue" gelöst und die anderen Hunde wussten was geschossen wird. :ok:

Ich habe festgestellt, dass Situationen sich weniger hochschaukeln, wenn man weiter läuft und sich nicht irgendwo zum Quätschen niederlässt (ist auch meist besser für die Nerven :kicher:).

Und Spielzeug und Stöckchen würde ich auch weglassen.

Es ist halt aber auch ne perfekte Möglichkeit das Abrufen zu trainieren...;)

Monty
12.09.2010, 10:59
Wie siehts denn dann mit einem Wesenstest aus. Habe mal was gelesen wo ein Hund beim Wesenstest von anderen provoziert und angebellt wurde und wenn dieser dann darauf reagiert ist der Wesenstest nicht bestanden. Ist das tatsächlich so?


Das kommt auf das Bundesland an, indem du lebst.
Ich meinte nicht das du die Wiese meiden sollst, aber wie schon vorgeschlagen ohne Spielzeug (die Hunde sind sich selbst genug), bei "neuen" vorsichtiger und mehr den Kontakt suchen zu gut sozialisierten Hunden, bekannten Hunden und deren Haltern, die auf euch Rücksicht nehmen, bzw. mit dir am gleichen Strang ziehen.

AlHambra
12.09.2010, 13:18
Stimmt, weiterlaufen entschärft ungemein. Wir kommen an Ekelpaketen ohne "kommentar" vorbei (und mein Bub ist ja grad in der doofen Pubertät :hmm:) aber sobald ich stehen bleib und quatsche, geht das Fixieren erst los, auch gern mal, wenn man mit Freunden toben lässt und ein weiterer Rüde kommt dazu... :boese1:

Wenn wir zZ Rüden von weitem rankommen sehen, die Samson nicht mag oder umgekehrt, gehe ich betont forsch weiter und sehe natürlich auch zu, dass der Bub das mitmacht (zB im Fuss).

Peppi
13.09.2010, 08:03
Innerartliche Unverträglichkeit ist aber auch kein Grund den Test nicht uu bestehen. Wenn Du dich vor Google klemmst, findest Du auch ein entsprechendes Urteil aus Bayern.

Es geht darum, dass Du die Kontrolle über Deinen Hund hast und nicht umgekehrt.

Gonzalez
14.09.2010, 11:57
Ich frage mich immer wieder, warum die Halter nur zusehen und nicht intervenieren.

Sorry aber ich verstehe es einfach nicht, warum man zu Beginn (besteigen od. knurren) nicht Spannung raus nimmt und mal Ruhe in das "Spiel" bringt.

Generell muß doch nicht jedes knurren beim Spielen unterbunden werden.

Die Hunde kommunizieren eben, willst du einen "Stummen" Hund der sich verunsichert immer nach dem Herrchen umschaut weil er mit keinen Signalen was anfangen kann.

Man könnte ja annehmen wir haben alle Bestien bei denen es nur "Friede" o. "Kampf bis zum Tod" gibt.

Für mich gibt es dazwischen noch einiges was ich auch laufen lassen kann.

Babsel
14.09.2010, 13:07
Ich denke, es wird immer von den anderen Hundeführern gesprochen, die ihren - angeblich - dominanten Hund nicht im Griff haben bzw. vom eigenen Hund nicht abgerufen bekommen, ist etwas einfach gedacht.
In erster Linie bin ich für meinen Hund verantwortlich und er kann von mir erwarten, daß ich ihn erst gar nicht in brenzlige Situationen bringe. Falls es doch heikel wird, bin ich dafür da, meinen Hund zu schützen. D.h., daß ICH hergehe und fremde Hunde von ihm runternehme. Dann dauert es auch nicht lange und Dein Hund wird sich sicher bei Dir fühlen und Du hast so natürlich mehr Einfluß auf ihn.
Wenn Du immer nur darauf wartest, daß die fremden Menschen eingreifen, bekommt das Dein Hund sehr wohl mit und sieht ständig, wie hilflos und lebensuntüchtig Du bist.
Außerdem ist es falsch, beim gegenseitigen Besteigen grundsätzlich von Dominanzgesten auszugehen. Die Ursache kann auch sexuell begründet sein.
Ich halte diese Freilaufwiesen für das allerletzte, weil man zum einen weder die Leute noch die Hunde kennt und durch die großen Flächen - wie ja schon angedeutet - gar nicht oder nur sehr eingeschränkt körperlich einwirken kann.
Ich würde mir die Kontaktpersonen/-hunde vorher genau ansehen, natürlich Absprachen treffen und dann nur kontrollierte Begegnungen erlauben. Damit tust Du Deinem Hund den größten Gefallen.
Warum soll er sich denn überhaupt mit Allem und Jedem freilaufend verstehen? Du magst doch sicher auch nicht ausnahmslos jeden Menschen in Deiner Umgebung.
Zum Thema Spielzeug: Es ist keineswegs das Spielzeug des Hundes, sondern Deins. Wenn Du nicht darauf aufpassen kannst, solltest Du es zu Hause lassen, damit Dein Hund nicht in die Bredoullie kommt, es verteidigen zu müssen.
Ich hoffe, das kommt jetzt nicht so katzig rüber, aber mir ist einfach ganz wichtig, daß klar ist: Du hast die Verantwortung und nur wenn Du klare Linien fährst und Deinem Hund zeigst, daß er sich auf Dich verlassen kann, funktioniert die Beziehung.
Viel Glück ....

Peppi
14.09.2010, 14:16
Warum soll er sich denn überhaupt mit Allem und Jedem freilaufend verstehen? Du magst doch sicher auch nicht ausnahmslos jeden Menschen in Deiner Umgebung.

VERMENSCHLICHUNGSALARM! :lach4:

Können wir dafür einen "Schilder Smiley" bekommen?

Babsel
14.09.2010, 14:25
Was hat das mit Vermenschlichung zu tun ????
Ich kann es auch anders erklären:
Begegnet ein Wolfsrudel einem anderen Wolfsrudel, kommt es wahrscheinlich zum Kampf!
Da ich bzw. meine Familie einschl. dem Hund ebenfalls ein Rudel bilden, wäre es vermessen von mir anzunehmen, daß sich mein Hund über jedes fremde Wesen freut, oder ????

AlHambra
14.09.2010, 14:30
Da geb ich Dir recht, ich finde es auch übertrieben, dass man von (unkastrierten) Rüden erwartet, jeden Konkurrenten zu mögen.
Man kann nur daran arbeiten, einer Auseinandersetzung aus dem Wege zu gehen, wenn man die Antipathie bemerkt.
Wo in der Natur begegnen sich denn potente Kerle und finden sich immer alle gaaaaaaaanz toll ?!

Ist zwar Schade, aber ich denke da muss man durch...


Ich hatte allerdings früher einen Dobirüden, der mit jedem Kerl erst mal super klarkam, nur allerhärteste wiederholte Attacken wurden irgendwann erwidert.
Aber diesen Hund interessierten umgekehrt auch läufige Hündinnen nicht :schreck:

Jaja, die Hormone :kicher:

Peppi
14.09.2010, 14:43
Was hat das mit Vermenschlichung zu tun ????
Ich kann es auch anders erklären:
Begegnet ein Wolfsrudel einem anderen Wolfsrudel, kommt es wahrscheinlich zum Kampf!
Da ich bzw. meine Familie einschl. dem Hund ebenfalls ein Rudel bilden, wäre es vermessen von mir anzunehmen, daß sich mein Hund über jedes fremde Wesen freut, oder ????


VERWOLFUNGSALARM! ;)

Wir reden über Hunde. Hunde. Nicht Menschen, nicht Wölfe. :sorry:

Djego
14.09.2010, 15:56
In unserer Gruppe gibt es alles an Hunden aber es ist verboten Spielzeug dabei zu haben, weil das Beute ist und der ein oder andere Hund seine Beute verteidigt. Auch würde ich immer in Bewegung bleiben, auch wenn der Platz eingezäumt ist, so knallt es weniger.

Peppi
14.09.2010, 17:01
Wo in der Natur begegnen sich denn potente Kerle und finden sich immer alle gaaaaaaaanz toll ?!

:kicher:

Schon wieder dieses Thema. :)


Gegenfrage: Wo in der Natur finden wir denn Tiere die nach FCI Standards selektiert werden, denen mittels Engzuchtpraktiken ein Einheitslorsett angezogen wird?

Ja, an welchem Tag schuf Gott den Rassehund?

Wir könnten jetzt wieder über innerartliche Verträglichkeit schreiben, aber mir langt das Wissen über Rassen, wo dies ein Selektionskriterium ist. Und ich wiederhole: 2010 bei steigendem Hundehass ein sinnvolles. Die anderen Rassen werden zunehmend mehr in die Negativschlagzeilen kommen.

AlHambra
14.09.2010, 17:06
Innerartliche Verträglichkeit als Selektionskriterium - ist das nicht eher Wunschdenken - auch wenn ich da gleich gerne mitwünschen würde... :)

Zum Thema Gott bin ich überfragt :D

Aber Du hast natrülich recht: Den Druck der Medien verspüre auch ich mit meinem Saupacker (der angeblich aussieht wie ein Kampfhund :hmm:), selbst wenn der sich besser benimmt als der Pudel von nebenan....
Leider ist das ja niemals objektiv, man kann nur selbst dran arbeiten.

Gibt es denn den Ansatz bei Hundezüchtern, diese innerartliche Geschichte anzupacken ?
Die Frage ist nicht ironisch gemeint, sondern erhofft eine Antwort - vielleicht ja von Züchttern hier im Forum :ok:

Monty
14.09.2010, 18:37
Generell muß doch nicht jedes knurren beim Spielen unterbunden werden.

Die Hunde kommunizieren eben, willst du einen "Stummen" Hund der sich verunsichert immer nach dem Herrchen umschaut weil er mit keinen Signalen was anfangen kann.



zwischen einen "Spiel" knurren und einen ernsten Knurrer muss dann der Halter aber auch unterscheiden können ;)

Babsel
14.09.2010, 19:03
VERWOLFUNGSALARM! ;)

Wir reden über Hunde. Hunde. Nicht Menschen, nicht Wölfe. :sorry:


Habe ich da irgendetwas verpaßt???
Ist nicht der Wolf der Urvater unserer Hunde ? Übrigens: ALLER Hunde, Mischlinge wie Rassehunde !
Und da kann gezüchtet und selektiert werden wie wahnsinnig: Er ist und bleibt ein Nachkomme des Wolfes und wird niemals ein Mensch im Hundekörper. Daher hat er auch ganz natürliche Bedürfnisse, wie z.B. Jagen, Sexuelle Triebe und natürlich die Verteidigung seines Territoriums (wozu ich jede Art von Besitztümern zähle). Nur wenn ich in der Lage bin für seine Sicherheit zu sorgen, wird er im Umgang mit unserem Lebensraum auch handlebar sein. Aber dieses Vertrauen muß man sich erst einmal erarbeiten und ganz wichtig: versuchen, daß Wesen Hund zu lesen und zu verstehen lernen. Ich habe einen sehr schwierigen Fila-Rüden und lerne jeden Tag dazu. Die schwerste Lektion war sicherlich: KEINE Ziele feststecken, die uns unter Druck setzen. Geduld, Gelassenheit und Ruhe sind oberste Priorität.
Und das nötige Selbstbewußtsein, sich von anderen Menschen keine Vorschriften mehr zum Umgang bzw. Verständnis mit seinem Hund machen zu lassen!!!!

Djego
14.09.2010, 19:41
Also ich würde wirklich kein Spielzeug mehr mitnehmen oder zum Einsatz kommen lassen eben wege dem Beuteverhalten.
Merkt man, daß die Stimmung zwischen zwei Hunden am kippen ist, klar weg gehen und evtl rufen. Wenn man die Körpersprache bzw. seinen Hund noch nicht richtig lesen kann, dann mit einem Trainer üben.
Bei 2 Rüden kann es aber zu einem kurzen Showkampf kommen. Je lauter desto harmloser. Kratzer kann es da auch schon mal geben.

Peppi
15.09.2010, 06:28
Und da kann gezüchtet und selektiert werden wie wahnsinnig: Er ist und bleibt ein Nachkomme des Wolfes und wird niemals ein Mensch im Hundekörper.

Und das nötige Selbstbewußtsein, sich von anderen Menschen keine Vorschriften mehr zum Umgang bzw. Verständnis mit seinem Hund machen zu lassen!!!!

Das sollst Du doch auch machen wie Du willst. Mir fällt einfach auf dass diese Argumentation immer von Leuten mit unverträglichen Hunden kommt.

Sicher kann man Rückschlüsse vom Wolf ziehen. Trotzdem ist der Hund was anderes als ein Wolf und je nach Rasse, Selektionskriterien ist der eine "ursprünglicher" als der andere.


Einer meiner Hunde ist übrigens auch unverträglich.

Babsel
15.09.2010, 18:48
Peppi: Du hast geschrieben: Einer meiner Hunde ist übrigens auch unverträglich.

Na, dann weißt Du ja sicher wovon ich spreche. Mein "alter" Fila-Rüde, der unser Seelchen war, lebt leider seit 6 Mon. nicht mehr. Als wir nur ihn hatten, konnte ich auch locker über viele Dinge hinwegsehen. Er hat sich kaum an freilaufenden Hunden gestört. Erst mit Einzug des "Kleinen" vor 4 1/2 Jahren habe ich feststellen müssen, wie rücksichtslos viele Leute mit ihren Tieren umgehen und immer denken, meinen Hund besser einschätzen zu können als ich. Dieser Spruch: Das regeln die schon untereinander ist ja wohl das allerletzte (aber leider meistgehörte...).
Mein im Freilauf mit fremden Hunden wahrscheinlich unverträglicher Rüde geht in kleinen wie großen Gruppen (Menschen mit angeleinten Hunden) mittlerweile völlig locker. Es ist dabei ganz spannend zu beobachten, daß er - genau wie ich auch - besonders zu Anfang jedes Mensch/Hund Team checkt.
Dann weiß man auch sehr schnell, in wessen Nähe man bleibt.

Peppi
16.09.2010, 06:33
Weiss ich. Aber ich kenne halt leider, leider auch tatsächlich Unterschiede bei den Rassen, bzw. bei manchen Linien in den Rassen. :(

Babsel
16.09.2010, 06:45
Weiss ich. Aber ich kenne halt leider, leider auch tatsächlich Unterschiede bei den Rassen, bzw. bei manchen Linien in den Rassen. :(

Welche Fila-Linien meinst Du?

Peppi
16.09.2010, 07:24
Mit Filas kenn ich mich nicht aus.

Ich kannte nur die Eingangsargumente von den ABs.

RJ76
16.09.2010, 08:16
Hi, ich melde mich auch nochmal in dem Thread ;)
Erstmal schön, das so fleißig diskutiert wird, sehr interessant.

Ich habe die Wiese die letzten Tage gemieden und war anderweitig unterwegs. Rüden trifft man aber halt überall.
Beim letzten aufdringlichen Rüden, der meinen Lupo im Nacken packte und am Geschirr zerrte bin ich dazwischengegangen und habe meinen Hund raus geholt, nacdem der HF nach Aufforderung seinen Hund zurückzurufen erst nicht reagierte. Dann hagelte es zwar Kritik und es kam genau der Spruch, den ich auch hasse: "Die machen das schon unter sich aus", aber sowas sagen aber auch immer nur Leute deren Hunde das doppelte wiegen und 2 Köpfe größer sind, als der eigene.
Wir sind damit nun gut gefahren die letzten Tage, außerdem sehe ich Lupo jetzt schneller an, wenn er sich aufregt und nen Kamm macht. Würde er sich auf den Rücken legen wäre es ja kein Problem, aber er ist eben auch nicht "unterzukriegen".
Wenn ich sehe er stellt die Haare auf rufe ich ihn erstmal zu mir, was´mittlerweile auch einigermaßen gut klappt, lasse ihn sitzen und hol ihn erstmal wieder runter. Wenn das Spiel dann wieder droht zu kippen gehe ich meines Weges. Lupo kommt dann auch, wenn es eher kein Spiel mehr ist. Bei ausgelassener Toberei ist es auch wesentlich schwerer in abzurufen. Man lernt seinen Hund halt mit der Zeit auch immer besser kennen und einschätzen und sieht was da passiert. Mittlerweile kann ich seine Körpersprache doch um einiges besser lesen und fühle ob der Hund spielt oder sich eigentlich bedroht oder unwohl fühlt, aber nicht aufhört, weil er sich nicht unterordnen will.

Gestern hat er gut 1,5 Stunden mit einer 3jährigen Hündin gespielt, während wir eine große Runde um die Felder und Wälder gedreht haben. Das war ein guter sozialer Kontakt und diese sind nun im Vergleich zu den weniger schönen deutlich mehr geworden.
Einen Kamm hat er trotzdem hier und da mal gemacht, aber ich glaube das war das Fangenspielen und nicht einholen können. Im Grunde ja auch eine Art Wettkampf.
Das hat ihm sogar mal ein Wuff entlockt, was sehr selten ist. sobald die Rennerei vorbei war, war der Kamm weg und die beiden waren friedlich und freudig miteinander.
Wie deutet ihr das aufstellen der Nacken-/ Rückenhaare bei euren Hunden?

Babsel
16.09.2010, 09:12
Wahrscheinlich eher Unsicherheit als Aggression. Schmerzen/Unwohlsein im Rücken-/Nackenbereich kann man ja wohl ausschließen.

Peppi
16.09.2010, 09:34
Erregungszustand.

Stand heute weiss man, dass man solche Körpersprache nicht isoliert betrachten darf. Da spielt die Rutenhaltung eine Rolle, die Mundwinkel, die Ohren, die Haltung des Kopfes an sich, dann kommen Rassenunterschiede dazu, etc., etc.

Du wirst wahrscheinlich nicht drum herum kommen, weiter Deinen Hund lesen zu lernen. Aber Ihr seid doch auf einem guten Weg. :lach4:

Gonzalez
16.09.2010, 10:11
zwischen einen "Spiel" knurren und einen ernsten Knurrer muss dann der Halter aber auch unterscheiden können ;)

Absolut richtig, kennst Du Situationen bei denen zwei Hunde miteinander spielen, mit weit aufgerissenen Mäulern ( sieht besonders lustig aus wenn meine Olle & ein Not Mini-Bully das tun, der kleine würde fast in's Maul meiner Terrorqueen passen, reißt sein eigenes aber auf das man glaubt gleich reißt die Haut auf ).

Ich wage zu behaupten das viele HH das unterbrechen würden, obwohl es spielen ist.

RJ76
16.09.2010, 10:40
Erregungszustand.

Stand heute weiss man, dass man solche Körpersprache nicht isoliert betrachten darf. Da spielt die Rutenhaltung eine Rolle, die Mundwinkel, die Ohren, die Haltung des Kopfes an sich, dann kommen Rassenunterschiede dazu, etc., etc.

Du wirst wahrscheinlich nicht drum herum kommen, weiter Deinen Hund lesen zu lernen. Aber Ihr seid doch auf einem guten Weg. :lach4:

JA genau das ist es!
Man "sieht" den Hund ja als Ganzes und nicht nur die Nackenhaare.
Je länger der Hund bei einem ist, desto besser lernt man ihn lesen, wenn man sich damit beschäftigt.
Ich finde das sehr interressant und bei diesem Hund mache ich das viel bewusster als noch beim ersten Hund aus der Zeit bei den Eltern.

Wenn ich daran denke wie unsere erste Begegnung im TH vor ca. 3 Wochen war, dann die Spaziergänge rund ums TH und jetzt die letzten beiden Wochen bei mir ist sehr viel passiert.
Im Grunde brauche ich mir keine Sorgen machen, alles entwickelt sich bestens. :ok:

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