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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gesäugetumor


BÖR
15.08.2010, 17:11
Hallo,

ich frage hier für eine Freundin von mir.
Betty, ihr Jacky-Mix ist 10 Jahre alt und hat einen Tumor a. d. Milchleiste. Die Tierklinik, in der sie in Behandlung ist, hat ihr die komplette Entfernung erst der einen Seite und 6Wo. später, der anderen Seite angeraten und zusätzlich noch eine Kastration.:schreck: Jetzt frage ich mich, kann man nicht, wie beim Menschen, erst einmal eine Biopsie machen? Ich habe keine Ahnung mit Krebs bei Tieren und erhoffe mir von Euch Tipps. Wer hat Erfahrung mit Gesäugetumoren? Mir erscheint diese Vorgehensweise ziemlich martialisch. Vielleicht kennt jemand von Euch einen TA oder Tierklinik in Ostwestfalen/ Lippe, die "sanftere" Methoden anwenden.(kann auch weiter weg sein)
Dazu kommt auch noch, daß ihr Mann bei einer "Routine-op" nicht mehr aus der Narkose aufgewacht ist und sie schon allein vor der Narkose einen Horror hat.

Andrea

Hola
15.08.2010, 18:55
Ich hab auch keine direkte Erfahrung aber bei Menschen, Tiere und Doktoren gabs letztens so ein Fall. Da wurde gesagt das es die sicherste Methode sei alles weg zu kriegen...kommt natürlich auf die genaue Diagnose an. Komisch finde ich das sie noch keine Biopsie gemacht haben? Weiß man also gar nicht ob gut oder bösartig?

Grazi
15.08.2010, 19:56
Eine solche heftige Komplettentfernung haben wir bei meiner Terrier-Maus (damals 8 Jahre) machen müssen. Allerdings war sie komplett voller Tumore. Da es einen direkten Zusammenhang mit den hormonellen Schwankungen durch die Läufigkeiten gab, war nicht nur eine Tumorentfernung (zumindest der größten Exemplare) incl. der Entfernung aller Milchleisten samt dazugehöriger Lymphknoten angeraten, sondern auch eine Kastration.

Der Eingriff wurde auf zwei OPs aufgeteilt, die im Abstand von 2 Monaten durchgeführt wurden.

Violetta war zu dem damaligen Zeitpunkt noch extrem fit. Ansonsten hätten wir ihr das nicht "angetan". Sie hat sich - trotz Komplikationen nach der 2. OP - gut erholt und wurde fast 14 Jahre.

Bei einem einzelnen Tumor hätte ich mein Einverständnis nie und nimmer gegeben! Das ist IMHO total überzogen.

Unsere TA hat uns so was auch nicht vorgeschlagen, als wir bei unserer Dogge (4,5 Jahre) an einer Zitze zwei kleine Tumore entdeckten. Aufgrund unserer Vorbelastung (auch meine erste Hündin hatte mehrere Mammatumore) und Demis Scheinträchtigkeiten entschlossen wir uns, nicht nur eine großflächige Tumorentfernung machen zu lassen, sondern auch eine Kastration. Die Tumore wurden eingeschickt. AFAIR waren sie gutartig. Demi wurde fast 10 und es traten keine weiteren Tumore mehr auf.

HTH, Grazi

Anne
15.08.2010, 20:00
Gesäugeleiste entfernen und Kastration ist die beste Methode.
Selbst wenn der Tumor noch gutartig ist, sie neigen leider dazu umzuschlagen und sie streuen fast immer.
Es ist ein großer Eingriff aber die Hunde erholen sich schnell.
Ich würde da nicht lange fackeln und schnell einen Termin machen.

Viel Glück

Kelly
15.08.2010, 20:22
Ich habe eine Podeca, bei der beide Gesäugeleisten entfernt werden mussten.
Und ich hatte auch Horror, und frag nicht wie dolle.
Aber: diese Tumore bilden sehr gerne Metastasen in der Lunge.
Da können drei Wochen zögern, drei Wochen zu lange sein.
Deshalb ganz dringend die Empfehlung, dass ihr die Lunge vor der OP röntgen lasst.
Mein Mädel war uralt als sie mit dieser Diagnose zu uns kam.
Wir haben deshalb beide Leisten incl. Kastration in einer OP machen lassen.
Dazu musste vorher die Bauchdecke gedehnt werden, weil sonst nach dem Eingriff die Haut einfach zu kurz ist. Das Dehnen ist relativ schmerzfrei. Wenn du möchtest kann ich dir gerne die Adresse der Klinik schicken. Dein TA kann sich dann vielleicht mit denen in Verbindung setzen.
Die Kleine hat die OP super überstanden, hat direkt am nächsten Tag gefressen und keinerlei Komplikationen.
Das war im Jahr 2006, jetzt ist sie älter als uralt und lebt immer noch als renitenter Rentner bei uns :kicher:

BÖR
16.08.2010, 10:31
Danke für die Antworten!
Ich werde sie meiner Freundin mitteilen:(

LG
Andrea

Gabi
16.08.2010, 10:55
Unsere Hovawarthündin hatte auch nen Gesäugetumor. Da wurde nur eine Milchleiste entfernt, da die das in der Praxis nicht beidseitig machen konnten. Es gibt aber wohl Kliniken, die gleich beide entfernen. Unsere Hündin hat dann aber einen Befall an der anderen Seite 1-2 jahre später gehabt und wir haben sie dann aber nicht mehr operieren lassen. Sie wurde mit knapp 12 jahren eingeschläfert, weil sie Cauda equina hatte und gar nicht mehr hinten hochkam.ich glaub ich würde aber heute wenn ich nen Tumorbefall hätte beide Milchleisten entfernen lassen. Wir haben keine Biopsie gemacht, weil sich das Gewebe schon so angefühlt hat dass der TA gemeint hat das wäre 100 % was bösartiges, das hat sich angefühlt als seien da ganz kleine Steinchen oder grobkörniger sand drin.

TaMa
16.08.2010, 11:10
Meine Tammy hatte das leider auch..! Da war sie knapp 5 Jahre.. Da haben wir eine Leiste komplett entfernen lassen mit Kastration..! Zwei Jahre später mußten wir die zweite entfernen lassen..Sie kam super damit zurecht, hatte keine Veränderung und würde auch 13 Jahre.!

Ladyhawke
16.08.2010, 15:13
Meine Nele wurde im Alter von 10 Jahren einer Notkastration unterzogen, 6Kg Tumor im Bauchraum, eine Gesäugeleiste kam auch gleich weg.
Leider hatte das alles schon gestreut und sie starb 2 Jahre später dann an den Metastasen (Lunge,inoperabler Tumor andere Gesäugeleiste)

Ich würde das alles nach einer Biopsie mit einem Rutsch machen lassen. Die Narkosebelastung ist ansonsten viel zu hoch!

april
16.08.2010, 16:56
Ich kenne diverse Hunde von Bekannten denen die komplette Milchleiste entfernt wurden, sie haben damit alle noch ziemlich lang gelebt.

BÖR
20.08.2010, 19:15
erst einmal Danke! für Eure Antworten.

Meine Freundin hat heute eine zweite Meinung bei meiner Tierärztin eingeholt und sich für die OP entschieden. Da Betty sehr fit und agil ist, wird es wohl doch die beste Lösung sein und wir hoffen, daß sie noch ein paar schöne Jahre nach der OP hat.

Andrea

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