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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Brauche einen Rat: Raufattacken


Schnuck
01.07.2010, 10:44
Hallo, ich bin neu hier und habe mal eine Frage von der ich hoffe, dass mir jemand diese beantworten kann.
Mein Paul ist 15 Wochen alt und bekommt meist gegen abend immer wieder Raufattaken. Bei diesen "Attaken" übersieht er glaube ich das wir Menschen und keine anderen Hunde sind. Er hat zwar noch seine Milchzähnchen und es tut nicht wirklich weh wenn er sich zum Beispiel in den Arm verkeilt, aber ich mach mir ein wenig Sorgen wie das wird wenn er groß ist.
Wir sagen zwar jedesmal "nein" wenn er zu wild spielt und wenn er nicht aufhört kommt er in den Garten aber irgendwie kriegen wir das nicht aus ihm raus. Unser Züchter hat gemeint wir sollen Ihn im Nacken packen und "nein" sagen, das würde auch die Mutter machen (also nicht das nein sagen) aber für Paul scheint das eine Aufforderung zu noch rauerem Spiel zu sein.
Ich bin mir voll bewusst, und das war ich von Anfang an, das so ein großer Hund eine konsequente Erziehung braucht um ein "glückliches Hundeleben" zu führen, deshalb will ich von Anfang an alles richtig machen.
Hat jemand einen Tipp für mich? ich glaub in meiner Welpenschule kennen die sich nicht so sonderlich mit dieser Rasse aus.
Schon mal herzlichen Dank
Stefanie

Mila
01.07.2010, 10:58
Was für ne Rasse ist das denn?
Wobei das auch erstmal eher irrelevant ist.
Wichtig ist -meiner Meinung nach- vor allem WIE du "Nein" sagst. Es gibt viele Leute die wollen ihren Hund nicht anschnauzen weil sie denken das ginge auch auf die ganze sanfte Tour. Bei manchen Hunden funktioniert das vielleicht auch, aber ich finde es wichtig, dass man wirklich klar, deutlich und in einer Lautstärke die den Hund auch während Raufattacken (die für einen jungen Hund übrigens völlig normal sind!!!) erreicht "Nein" sagt. Man muss wirklich nicht brüllen, aber im richten Moment genau die Aktion beenden, die man unterbinden möchte. Wenn der Hund also schon an deinem Arm hängt und viel Spaß dran hat, ist es eigentlich schon zu spät. Beobachte den Hund, und wenn er gerade auf deinen Arm (oder was auch immer) zuspringen und reinbeißen will, gibt's ein klares, deutliches Nein, wenn er dann trotzdem reinbeißt, pack ihn ruhig wirklich am Nacken (muss schnell gehen, sonst raufst du ja mit dem Hund und "machst mit") und nimm ihn von deinem Arm weg, und sag dabei (!) nochmal "Nein".

Wie gesagt, es gibt viele Leute, die fangen an mit "Neeeiiinnn" (langgezogen und wirkt unentschlossen), wenns nichts nützt quatschen sie den Hund voll, oder benutzen andere Kommandos wie "Aus", was aber damit ja nicht viel zu tun hat.
Also benutze nur ein Wort für's Verbieten, und sonst ist es am wichtigsten, dass du auch wirklich ernst meinst was du sagst, und dass der Hund das merkt. Klingt komisch, ist aber so :D

(Des weiteren: sofortiges Unterbrechen des Spiels oder der Beschäftigung mit deinem Hund, sobald er anfängt zu raufen. Du machst nur was mit ihm, wenn er sich "respektvoll" verhält. Und wenn er furchtbar gerne rauft und kämpft: mach nicht solche Spiele mit ihm in der ersten Zeit, also keine Zerrspiele etc., sondern was anderes, Intelligenzspiele, Suchspiele o.ä..)

Schnuck
01.07.2010, 11:22
erst einmal herzlichen Dank für deine Antwort, ich bin im Prinzip Ersthundebesitzer und bin für jeden Tipp wirklich dankbar. Mein Freund hatte schon viele Hunde unter anderem einen Rottweiler aber er sagt dieser hätte das nie gemacht.
Ich möchte alles richtig machen und ich denke du hast in jedem Fall recht, wahrscheinlich bin ich mit meinem Nein nicht überzeugend genug. (Es ist wirklich so dass man wohl Hemmungen hat einen Welpen "anzuschnautzen")
Auch finde ich schwierig zu entscheiden, wieviel raufen "zuviel" ist. Soll ich gleich wenn er anfangt meinen Arm anzunagen "nein" sagen oder erst wenn es zu stark wird? kann er dann unterscheiden das "ein bißchen Raufen" ok ist und "zustark raufen" nicht ok ist.

Bin wirklich für alle Erziehungstipps dankbar, ich denke nähmlich wirklich dass diese Rasse ein wenig anders ist als die anderen in der Hundeschule.

PS: unser Paul ist ein Bullmastiff.

Liebe Grüße und nochmal danke

Cash
01.07.2010, 11:34
Auch finde ich schwierig zu entscheiden, wieviel raufen "zuviel" ist. Soll ich gleich wenn er anfangt meinen Arm anzunagen "nein" sagen oder erst wenn es zu stark wird? kann er dann unterscheiden das "ein bißchen Raufen" ok ist und "zustark raufen" nicht ok ist.

Hallo,wir haben ihm selbst das "leichte" Raufen verboten. Da er sich da zu schnell hineigesteigert hat.

blue
01.07.2010, 11:42
Ich kenne das von unseren Bullterriern,die werden Phasenweise auch sehr grob.
Kommt natürlich auf das Temperament deines Hundes an.
Wenn er wirklich mutwillig grob ist,kannst du ihn sicher ohne Probleme mal heftig anschnauzen.Wenn er eher ein großes Sensibelchen ist,der nur mal austestet,würde ich eher ruhig rangehen...
Schreien und Schläge sollte man ganz lassen,meiner Meinung nach kann ein Welpe bei so einer heftigen Attacke nichts ausser Angst vor'm Besitzer lernen!
Auch das Nackenschütteln oder noch schlimmer,ein auf den Rücken werfen,ist eigendlich als Erziehungsmethode eher überholt.
Mit ruhiger,konsequenter Erziehung kommt man meist weiter...komt aber immer auf den Hund an.

Und zur Beruhigung,alle Welpen haben so eine Phase...gibt sich wieder!

Mila
01.07.2010, 11:49
Würde ich auch machen. Entweder zulassen oder verbieten, alles andere ist für den Hund ziemlich wischiwaschi und er wird das dann auch nur manchmal ernst nehmen und es anderenfalls eben drauf anlegen, ob das für dich / euch ok ist oder nicht.
Du und dein Freund müsst das aber beide gleich handhaben!

Mit dem "richtigen Nein sagen" das ist mir auch erst aufgefallen als ich so nen Kleinhundwelpen zur Tagesbetreuung bekommen habe. Als die Besitzer die ersten Male bei uns waren, haben die das Nein sehr lang gezogen (der war nämlich auch ein ziemlicher "Raufbold") und irgendwann nach 10mal nur noch total genervt gesagt, ich hab das Nein gesagt wie immer (wie ich es auch zu meiner Boxerhündin sage), klar, deutlich, und auch nur 1x bzw. mit Korrektur (wegschubsen der Hundes, ggfalls mit Griff in den Nacken) 2x.
Ist für dich weniger nervig, der Hund lernt es schneller, und vor allem reagiert er dann dauerhaft auf ein Nein. Gerade das "Nein" ist ja bei jungen Hunden auch wichtig, wenn sie irgendwas vom Boden fressen wollen oder Zeug zerkauen was nicht dazu da ist o.ä.. Wenn das funktioniert und der Hund davon ablässt, ist schonmal einiges gewonnen :)

Bullmastiff... klar, davon werden nicht gerade viele in deiner HuSchu sein, aber ich glaube dieses Raufen und auch ein paar "Verrücktheitsanfälle" / "verrückte 5 Minuten" sind nicht rassespezifisch, sondern einfach altersbedingt.

Mach dir keine Sorgen, du packst das schon :)

Schnuck
01.07.2010, 13:51
Vielen Dank für eure netten Antworten :)
ich habe gleich nochmal eine Frage.
Wie habt ihr eigentlich eurem Hund die Bedeutung des Wortes nein verinnerlicht. gibt es da einen Trick. Ich habe in einem Welpenbuch gelesen, dass man ein Leckerli in die Hand nehmen soll und es dem Hund zeigen soll, wenn er es nehmen wird sagt man "nein". Wenn er es trotzdem nehmen will soll man die Hand schließen. dies soll man wiederholen. Dann soll man den Befehl ändern und "nimm" sagen und den Hund das Leckerli nehmen lassen.
Was haltet ihr davon?
Mein Paul scheint das nicht so ganz zu kapieren, wobei das auch an meinem eventuell zu sanften nein liegen kann.

Simone
01.07.2010, 14:38
Mein Paul scheint das nicht so ganz zu kapieren, wobei das auch an meinem eventuell zu sanften nein liegen kann.

Vielleicht braucht Paul auch nur länger? Bei Gustav dauern manche Dinge auch etwas länger... Ich würde das Spiel sofort abbrechen, wenn er zu wild wird.

Mila
01.07.2010, 14:43
Ja, das mit dem Leckerchen ist eine Möglichkeit, falls er es nicht eh schon kennt, z.B. wenn er versucht an was verbotenem zu knabbern o.ä.. Ich habe das "Nein" schon in den ersten Stunden gebraucht, glaube ich ;)

Du kannst das Leckerchen auch hinlegen, wichtig ist wieder gutes Timing und eben ein klares Nein. DU musst im Notfall das leckerchen abdecken oder wegnehmen können, bevor der Hund sich das schnappt. Mein Tagesbetreuungshund hatte das nach paar Minuten raus, und hat sich dann immer so lustig weggedreht a la "Ich guck lieber gar nicht erst hin!". Mit dem "Nimm" oder einem ähnlichen Wort machst du das ganze ja dann auch zu nem guten Erlebnis für den Hund. Er muss eben immer warten, ob er darf oder nicht. Wenn er z.B. was vom Boden nicht fressen darf, kannst du ihm "im Austausch" aus der hand ein Leckerchen geben. Ganz einfach eigentlich :)

milo2010
01.07.2010, 19:49
Stefanie bevor Du das Wort NEIN gebrauchst, gewöhne Dir besser ein OUT oder NO an.

Grund: neeeeein wird oft (gerade bei Euch Frauen in Aufregung) zum feeeein.

Die anderen beiden Wörter sind deutlich härter und besser für den Hund zu unterscheiden.

Mila
01.07.2010, 20:11
"Out" klingt aber wie "Aus", und etwas nicht tun dürfen ist etwas anderes als Klappe auf und rausfallen lassen was drin ist.
Dann müsste man für das "Aus" auch einen anderen Begriff nehmen...
Ich meine: im Prinzip soll jeder machen wie er lustig ist, aber es ähnelt sich so manches, vor allem wenn der Hund im Laufe seines Lebens immer mehr Kommandos kennenlernt. Amber kennt z.B. "Aus" und "Raus", letzteres für das Verlassen des Raumes in dem sie sich gerade befindet (und im übrigens gleichzeitig mit der Ankündigung von mir, dass wir jetzt raus gehen, also spazieren gehen). Für "Raus" zeige ich mit dem Zeigefinger aus dem Zimmer raus, ich wende aber generll für vieles Handzeichen an.

Und ein scharfes "Nein!" klingt bei mir und anderen Frauen sicherlich nicht nach "Fein!". Also dann wurde ich eher als Lobwort "Super!" oder "Klasse!" oder "Toll!" verwenden statt "Fein!", aber glaub mal... ob ich den Hund streng angucke und Nein sage, oder ob ich ein Leckerchen bereit halte, gute Laune, den Hund motiviere mit Stille, Körpersprache etc. und dann "Fein!" sage, wenn er was gut gemacht hat, das kann selbst der dümmste Hund unterscheiden.
Apropos: sagt Martin Rütter, der lustige TV-Hundeexperte nicht "Tabu" statt "Nein"? Und "Down" statt "Platz" (warum auch immer). Finde ich auch affig, und wenn alle in der HuSchu Nein sagen, muss man auch gucken, dass man wirklich bei den eigenen Befehlen bleibt...

Sarah
01.07.2010, 20:19
Also meine hat am Anfang auch immer versucht bei Spiel mal ein bißchen zu zwicken oder so. Ich habe auch das Wort nein gebraucht und aufgehört mit Ihr zu spielen. Dann hab ich Sie einfach erstmal nicht beachtet. Das hat ganz gut geklappt und Sie hat das auch schnell kapiert.
Ich unterbinde aber sofort wenn Ihre Zähne ins Spiel kommen. Mittlerweile ist Sie ganz vorsichtig beim spielen!
Mit dem Leckerli in der Hand haben sie uns in der Hundeschule auch gesagt,ich habe aber auch von Anfang an das Wort nein benutzt und Sie sofort gelobt wenn Sie weg gegangen ist oder aufgehört hat,je nach dem was war. So hat Sie das schnell begriffen.

Lg Sarah

Peppi
02.07.2010, 16:07
Ich hoffe Du hast einen Hund, der die Bedeutung der Worte schon als "Firmware" abgespeichert hat.

Ansonsten empfehle ich Simone Ratschlag! Beisshemmung antrainieren.:lach4:

orkblut666
02.07.2010, 17:48
Genau...
Hab ich gemacht indem ich laut Aua geschriehen hab, das Spiel unterbrochen, und das Zimmer verlassen hab. Hört sich doof an, hat aber prima hingehauen.

sina
02.07.2010, 19:55
Genau...
Hab ich gemacht indem ich laut Aua geschriehen hab, das Spiel unterbrochen, und das Zimmer verlassen hab. Hört sich doof an, hat aber prima hingehauen.

Das wollte ich gerade schreiben! :ok:

Wenn er zu grob wird laut AU rufen und sofort keine Beachtung mehr geben!

christlgo
02.07.2010, 21:19
ja genau, das hab ich auch gemacht. Nur einmal und seither beißt pumba in nichts mehr rein das ein bisschen weich ist. er beißt nicht mal in ein würstchen, außer ich reiß es ihm auseinander. Komisch , ich weiß! Aber alles was eine ähnliche Konsistenz hat wie haut, wir nicht von seinen zähnen bearbeitet. alles was härter ist , wir zerkaut. ich denke, mein aua war zu laut. Naja, aber ansonsten ist mein hund normal!:lach4:

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