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Alt 29.08.2010, 18:47
Benutzerbild von Bulli-Fan
Fürst / Fürstin
 
Registriert seit: 21.05.2010
Ort: Rheinland-Pfalz
Beiträge: 288
Standard Ich hasse meinen Job...

Brief von einem Arbeitnehmer aus einer Perrera

Ich glaube, unsere Gesellschaft braucht ein Weckruf. Als Leiter einer Perrera , werde ich was mit Euch teilen ... ein Blick von "innen", wenn Ihr mir erlaubt.

Zunächst an alle Züchter und Verkäufer von Hunden, Ihr solltet zumindest einen Tag in einer Perrera arbeiten. Wenn Ihr vielleicht den traurigen, verlorenen Blick in den Augen der Hunde seht, würdet Ihr Eure Meinung ändern und nicht an Menschen verkaufen, die ihr gar nicht kennt. Gerade diese Welpen könnten am Ende in meiner Perrera landen, wenn er nicht mehr ein süßes Hundebaby ist. Wie würdet Ihr euch fühlen, wenn Ihr wüsstet, dass es eine 90%ige Chance besteht, dass dieser Hund nie mehr aus dem Zwinger kommt, wenn er erstmal hier landet? 50% der Hunde, die hier abgegeben werden oder verirrt rum laufen sind reinrassige Tiere.

Hier die häufigsten Ausreden die ich höre, sind:

"Wir sind umgezogen und ich kann unseren Hund / unsere Katze nicht mitnehmen." Wirklich? Wohin ziehen Sie denn und warum suchen Sie sich nicht eine Wohnung oder ein Haus in dem sie mit ihrem Tier leben können?

"Der Hund wurde größer, als wir dachten." Und was dachten Sie denn wie große ein deutscher Schäferhund wird????

"Ich habe keine Zeit mehr für das Tier". Wirklich? Ich arbeite 10 oder 12 Stunden am Tag und ich habe immer noch Zeit für meine 6 Hunde.

"Er zerstört meinen ganzen Garten " Also, warum haben Sie ihn nicht im Haus mit der Familie?

Dann sagen sie immer: "Wir wollen nicht nerven und darauf beharren, dass Sie ihm ein gutes Zuhause suchen, denn wir wissen, dass sie ihn adoptieren werden, er ist nämlich ein guter Hund.“ Das Traurige daran ist, dass Dein Haustier nicht adoptiert wird und weißt Du, wie stressig es in einem Zwinger ist? Nun, lass es mich Dir mal erklären:

Dein Tier hat 72 Stunden Zeit eine neue Familie zu finden. Manchmal ein wenig länger, wenn die Zwinger nicht so voll sind und er völlig gesund bleibt. Wenn Dein Tier sich erkältet, stirbt es.

Die Katzen sehen ihrem sicheren Tod entgegen.

Dein Haustier wird in einen kleinen Käfig eingesperrt, umgeben vom lauten Bellen und Schreien von 25 anderen Tieren.

Dein Haustier wird weinen und deprimiert sein und auf seine Familie warten, die ihn verlassen hat. Wenn Dein Tier Glück hat und es genügend Freiwillige gibt, könnte es sein, dass er mal ausgeführt wird. Wenn nicht, wird Dein Haustier keinerlei Aufmerksamkeit erhalten, abgesehen von einem Teller mit Essen welcher unter die Zwingertür geschoben wird und eine Dusche mit Wasser, um die Exkremente raus zu spülen.

Wenn Dein Hund groß, schwarz oder einer Kampfhundrasse (Pit Bull, Dogge ...) angehört hast Du ihn in den sicheren Tod geführt in dem Augenblick in dem Du mit ihm durch die Tür gekommen bist. Diese Hunde werden in der Regel nicht angenommen. Egal wie "süß" oder wie "trainiert" er ist.

Wenn Dein Hund nicht in den 72 Stunden adoptiert wird und die Perrera voll ist wird er sterben.

Wenn die Perrera nicht voll ist und Dein Hund attraktiv und süß ist, kann man möglicherweise seine Hinrichtung verzögern, aber nicht für lange.

Die meisten Hunde werden sofort umgebracht, wenn sie sich aggressiv zeigen, aber selbst der ruhigste Hund kann solch ein Verhalten zeigen, wenn er eingesperrt wird und die Veränderungen seines Umfeldes nicht verträgt.

Wenn Dein Hund sich mit Zwingerhusten infiziert (Canine infektiöse Tracheobronchitis) oder einer anderen Infektionen der Atemwege, wird er unverzüglich getötet, einfach weil wir keine Ressourcen haben, um Therapien in Höhe von 150,-- € zu bezahlen.

Und nun möchte ich Euch was über die Euthanasie schreiben für all die, die noch nie erlebt haben, wie ein vollkommen gesundes Tier umgebracht wird:

Als erstes werden die Hunde mit einer Leine aus ihrem Zwinger geholt, sie denken, dass sie spazieren gehen werden und wedeln mit dem Schwanz.

Bis wir in "den Raum" kommen, dort bremst jeder Hund ab. Ich bin davon überzeugt, dass sie den Tod und alle verlorenen Seelen riechen, die dort sterben mussten. Es ist seltsam, aber es passiert mit jedem von ihnen.

Dein Hund oder deine Katze wird von 1-2 Menschen gehalten, je nachdem wie nervös oder groß das Tier ist. Dann wird jemand von der Verwaltung oder ein Tierarzt den Sterbeprozess einleiten. Es wird eine Ader in ihrem Vorderbein gesucht eine Dosis einer "pinken Substanz" injiziert. Hoffentlich ist Dein Haustier nicht scheu, wenn es von mehreren gehalten wird. Ich habe Hunde gesehen, die sich die Kanüle raus gerissen haben und in ihrem Blut gebadet haben, begleitet von lauten Weinen und Schreien. Viele schlafen nicht einfach ein, sie krampfen und ringen nach Luft und koten sich ein.

Wenn alles fertig ist, wird Dein Tier wie ein Stück Holz gestapelt auf die anderen Hunde, die schon in der Gefriertruhe liegen, um darauf zu warten wie Abfall abgeholt zu werden. Was passiert als nächstes? Wird es eingeäschert oder begraben? Wird es als Tierfutter verarbeitet? Du wirst es nicht erfahren, aber es war ja nur ein Tier und Du kannst Dir ja jederzeit ein Neues holen, richtig?

Ich hoffe, wenn Du bis hierher gelesen hast, dass sich Deine Augen getrübt haben und Dir die Bilder nicht aus dem Kopf gehen, denn ich sehe sie jeden Tag, wenn ich nach Hause komme von der Arbeit.

Ich hasse meinen Job, ich hasse es dass es ihn überhaupt gibt und ich hasse es zu wissen, dass es ihn weiterhin geben wird, wenn ihr Euch nicht ändert.

Zwischen 9 und 11 Millionen Tiere sterben weltweit jeden Tag in den Perreras und nur Du kannst das stoppen. Ich mache alles mögliche, um jedes Leben zu retten, aber die Tierheime sind immer voll und jeden Tag gibt es mehr Tiere die rein kommen als die die raus dürfen.

Bitte züchte oder kaufe nicht, solange Hunde in den Perreras sterben.

Hasse mich, wenn Du möchtest. Die Wahrheit tut immer weh und das ist nun mal die Realität. Ich hoffe nur, dass ich mit diesem Brief die Menschen erreichen kann, die züchten, ihre Tiere aussetzen oder wahllos kaufen.

Ich wünschte, jemand würde zu mir auf die Arbeit kommen und sagen: "Ich habe ihren Brief gelesen und möchte ein Tier adoptieren". Dann hätte sich alles gelohnt.

Bitte, wenn Du möchtest, dass sich das ändert, verteile meinen Brief großzügig.

Jazz M. Onster.
__________________
Ich beiß nicht, aber guck mal ans andere Ende der Leine...
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Alt 29.08.2010, 18:58
Benutzerbild von Lucy
Kaiser / Kaiserin
 
Registriert seit: 16.07.2008
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Beiträge: 3.240
Standard AW: Ich hasse meinen Job...

Ich finde das sowas von grausam ganz ehrlich!

Gestern noch hab ich mit meinem Freund gesprochen, stell dir mal vor wir müssten wieso auch immer hier auf die schnelle raus (Haus mit Garten) was dann!

Es findet sich was, auch wenn es nur eine Wohnung ist und das letzte Loch, das wäre mir sowas von egal! Und wenn nicht, könnten die Hunde evtl im Auto schlafen oder bei unseren Eltern! Egal wie, aber es funktioniert, lieber Campe ich oder schlafe unter der Brücke bevor es meinen Hunden schlecht geht!

Ich habe das Tier ausgesucht nicht das Tier mich, ein Kind kann sich auch nicht aussuchen wo es hinkommt versteht ihr was ich meine!

Genauso kosten für die Hunde, was will ich mit Ed Hardy oder DG oder Guggi oder was weiss ich was, lieber kaufe ich meinen Hunden was gutes und tolles!
__________________
Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen. -Winston Churchill
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  #3 (permalink)  
Alt 29.08.2010, 19:08
Benutzerbild von Mila
Kaiser / Kaiserin
 
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Standard AW: Ich hasse meinen Job...

Ja, also ich muss auch sagen, dass ich für Amber ALLES tun würde, egal was, ich würde sie nicht abgeben!
Schlimmster Fall wäre, wenn mein Freund und ich uns trennen (Amber würde in diesem Fall bei mir bleiben, Gott sei Dank ) und ich in der Folge schwer krank werde. Dann müsste ich gucken was ich mache, aber ich denke auch da würde sich eine Lösung finden!

@ Lucy: bzgl. D&G, Gucci (mal davon abgesehen, dass ich vor meinem H8und schon nicht scharf auf sowas war), aber ein Hund verändert einen ja auch... man kauft sich Gummistiefel und Regenmantel und allerlei andere brauchbare Dinge, und mich macht es im Moment auch glücklich, wenn ich Amber eine Freude bereiten kann, mit nem neuen Spielzeug oder ähnlichem. Nächsten Monat werde ich ihr z.B. ein Öko-Lammfell kaufen, hab ich gestern im Internet gefunden, dann hat sie was kuscheliges für den Winter. Ich finde man muss es nicht übertreiben, aber schöne und nützliche Dinge gibts genug

Und was den 'angeblichen' Brief eines Parrera-Mitarbeiters angeht... der ist ja nicht "echt", richtig!?
Und ich finde es nicht richtig, das züchten von Hunden als schlecht hinzustellen, "nur" weil Tötungsstationen und Tierheime voll sind. Wichtig wäre Aufklärung über die Pflichten und die Verantwortung von Hundehaltung, aber Aufklärung kommt nur bei dem an, der sich aufklären lassen will.
Ich selbst habe -bevor mein Vermieter die Einwilligung zur Hundehaltung gegeben hat- tagelang überlegt, ob es mir wirklich so wichtig ist einen Hund zu haben, ob ich das alles schaffe (Verantwortung, Erziehung, Unterbringung wenn ich nicht da bin etc.), oder ob es besser wäre noch zu warten. Als der Anruf bzw. die Email des Vermieters anstand war ich soweit, dass ich ausgezogen wäre, wenn ich Amber nicht hätte haben können. Aber ich denke viele Leute denken nicht so weit! Vielen fällt ja auch erst nach einigen Monaten auf, dass sie den Hund mal irgendwie erziehen müssten; ich hatte die Hundeschule schon ausgewählt, bevor ich Amber bei mir hatte.
Also: Aufklärung wäre das einzig hilfreiche Mittel, um weitere 1000 Hunde vor Tierheim und/oder Tötungsstation zu bewahren! Das denke ich zumindest...
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  #4 (permalink)  
Alt 29.08.2010, 22:21
Benutzerbild von Bulli-Fan
Fürst / Fürstin
 
Registriert seit: 21.05.2010
Ort: Rheinland-Pfalz
Beiträge: 288
Standard AW: Ich hasse meinen Job...

Viele Menschen müssen leider erst begreifen das ein Tier kein Möbelstück ist das man, wenn man sich satt dran gesehen hat, einfach weg schmeißt oder austauscht, sondern eine Lebewesen, das genau so fühlt wie der Mensch, Liebe und Trauer, Freud und Leid und auch den Schmerz...
__________________
Ich beiß nicht, aber guck mal ans andere Ende der Leine...
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  #5 (permalink)  
Alt 30.08.2010, 07:20
Benutzerbild von Isis78
Vollzeit-Rudeldompteuse
 
Registriert seit: 15.02.2010
Ort: im wunderschönen Taunus
Beiträge: 1.729
Standard AW: Ich hasse meinen Job...

@Bulli-Fan:
danke für diesen Beitrag!!
Auch wenn mich dieser Brief zu Tränen rührt, stimme ich dem Verfasser voll und ganz zu.

Ohne einen wirklichen Ruck im Denkansatz vieler Hundehalter wird sich die Situation für die Hunde nie ändern.
Und ich zolle meinen Respekt allen Tierschützern, die sich so engagieren ohne irgendwann den Mut oder die Nerven zu verlieren.
__________________
liebe Grüße aus der Casa de Lupo
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  #6 (permalink)  
Alt 30.08.2010, 10:01
Kaiser / Kaiserin
 
Registriert seit: 21.11.2009
Beiträge: 2.680
Standard AW: Ich hasse meinen Job...

Ich hasse es so etwas zu lesen! Lieber nehme ich etliche Unkosten und Zeit in Kauf, bevor ich mich meines Tieres so "entledige"!
__________________
Liebe Grüße von Saskia mit Shira, Lito und Sancho für immer im Herzen

Wenn wir uns einen Hund anschaffen, dann ist es für uns eine überschaubare Zeit unseres Lebens.
Für den Hund aber ist es alles, was er hat: Sein ganzes Leben!
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  #7 (permalink)  
Alt 30.08.2010, 13:56
Benutzerbild von AlHambra
Kaiser / Kaiserin
 
Registriert seit: 21.08.2009
Ort: Berlin Schlachtensee
Beiträge: 4.617
Images: 55
Standard AW: Ich hasse meinen Job...

Ganz ganz schrecklich.
Ich habe mehrmals einer Freundin in Spanien geholfen, die ein refugio (TH) betreibt und gelegentlich Hunde aus so einer Perrera retten kann.
Ich konnte da nie mit rein, hab einmal sogar gekotzt weil mich das ganze so aufgewühlt hat....

Diese armen Tiere, die da sterben müssen aus solchen "Gründen".

Keins meiner Tiere wird jemals abgegeben, eine Wohnsituation ohne Hund ist für mich keine Wahl.
__________________
Dominique mit Aisha und Samson

Ein Problemhund hat nur ein Problem - den Menschen.
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  #8 (permalink)  
Alt 30.08.2010, 14:51
Benutzerbild von mia85
Aikos Frauchen
 
Registriert seit: 22.10.2009
Ort: im "Grünen Tor am Rande der Hauptstadt"
Beiträge: 352
Images: 2
Standard AW: Ich hasse meinen Job...

Ich kann es auch nicht nachvollziehen, wieso Leute sich Haustiere anschaffen, wenn die Ihnen dann so völlig egal sind und sie sich einen ****** drum scheren, was aus ihnen wird, wenn sie grad nicht mehr in das Leben der Besitzer passen... Ich könnte so etwas nicht. Ich würde mein Baby auch nie weg geben! Ich würde auch eher mit ihm im Auto schlafen oder sonst was. Irgendeine Lösung gibts doch immer!!!
__________________
Liebe Grüße von Mia und ihrem Saupacker Aiko aus dem "Grünen Tor am Rande der Hauptstadt"
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  #9 (permalink)  
Alt 05.09.2010, 11:57
Benutzerbild von corso
Kaiser / Kaiserin
 
Registriert seit: 18.03.2010
Ort: bayern
Beiträge: 1.702
Standard AW: Ich hasse meinen Job...

Zitat:
Zitat von Lucy Beitrag anzeigen
Ich finde das sowas von grausam ganz ehrlich!

Gestern noch hab ich mit meinem Freund gesprochen, stell dir mal vor wir müssten wieso auch immer hier auf die schnelle raus (Haus mit Garten) was dann!

Es findet sich was, auch wenn es nur eine Wohnung ist und das letzte Loch, das wäre mir sowas von egal! Und wenn nicht, könnten die Hunde evtl im Auto schlafen oder bei unseren Eltern! Egal wie, aber es funktioniert, lieber Campe ich oder schlafe unter der Brücke bevor es meinen Hunden schlecht geht!

Ich habe das Tier ausgesucht nicht das Tier mich, ein Kind kann sich auch nicht aussuchen wo es hinkommt versteht ihr was ich meine!

Genauso kosten für die Hunde, was will ich mit Ed Hardy oder DG oder Guggi oder was weiss ich was, lieber kaufe ich meinen Hunden was gutes und tolles!
so denken wir auch, lieber werde ich zum Penner unter der Brücke und verzichte auf neue kleidung usw. hauptsache meinen Babys gehts gut
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